Herstellung handgravierter Prägestempel

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chaoschemiker
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Herstellung handgravierter Prägestempel

Beitrag von chaoschemiker » So 08.03.09 18:20

Weis jemand bis wann etwa Münz-Prägestempel von Hand graviert wurden?

Heutzutage werden sie maschinell gefräst, aber davor wurde ja jeder einzelne von Hand graviert. Ich schätze jetzt das so etwa um den 2. Weltkrieg von Hand- auf Maschinengravur umgestellt wurde. Kann mir das jemand bestätigen, bzw. aussagekräftige Quellen angeben. Muss nicht nur eine Internetseite sein, auch nehme gerne auch Buchquellen. Toll wäre natürlich was wo genau drinsteht wie die Stempel früher hergestellt wurden, also z.B. welches Material, mit was graviert, wie lange es gedauert hat, wie wurden die Stempel gehärtet , ........
Am idealsten wäre es speziell für die Britische Royal Mint, aber ich denke mal, das die Techniken damals in allen Industrieländern nahezu identisch waren.
Meine Seite über Britische Münzen soll bis 2027 fertig sein. (Nützliche ?) Informationen enthält sie jedoch schon heute.

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klosterschueler
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Beitrag von klosterschueler » So 08.03.09 18:54

Hallo Chaoschemiker!

Ich habe jetzt einmal im "Die Herstellung von Münzen" von Henner R Meding, herausgegeben von der Gesellschaft für internationale Geldgeschichte. Frankfurt geblättert.
An sich ein wissenschaftliches Werk, aber noch mühsamer zu lesen.
Darin steht, dass die Stempel zumindest um 1900 mit einer Patrize (positives Münzbild) vervielfältigt wurden. Diese Patrize wurde in die noch nicht gehärteten Stempel gedrückt (mit einer Spindelpresse), der dann gehärtet und verwendet wurde.
Eine maschinelle Unterstützung zum Gravieren gab's bestimmt seit dem 19.Jh, eine Herstellung CNC gefräster Stempel kann ich mir erst - wie du schon vermutet hast - für der 2. Hälfte des 20.Jh vorstellen.

Meint der Klosterschüler
„Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“

chaoschemiker
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Beitrag von chaoschemiker » Mo 09.03.09 21:15

Danke für die Antwort. Scheinbar muss ich mich etwa 100 Jahre verschätzt haben. Die US-Mint hat angeblich schon 1837 mit Maschinenunterstützung graviert. Muss nur mal die Literaturstelle genau übersetzen die ich bekommen habe. Wenn das stimmt waren die der Royal Mint in GB jedenfalls weit voraus. Die haben noch Jahre später von Hand graviert. Vielleicht bekomme ich ja noch raus wie lange genau.
Meine Seite über Britische Münzen soll bis 2027 fertig sein. (Nützliche ?) Informationen enthält sie jedoch schon heute.

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Malimeutzner
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Beitrag von Malimeutzner » Mi 25.03.09 16:35

Hallo chaoschemiker,
in "Entwicklung der Münztechnik" von Heinz Fengler, Staatliche Museen zu Berlin - Münzkabinett, "Kleine Schriften des Münzkabinetts Berlin", Heft 9, 1982, ist einiges über die Herstellung von Münzstempeln angegeben. Danach wurde die Handarbeit, ich meine das Stempelschneiden von Hand, direkt in den Stempel, durch eine Reduziermaschine, die nach dem Prinzip des Pantographen arbeitet, bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgelöst.
Viele Grüße
Malimeutzner

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cepasaccus
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Beitrag von cepasaccus » Di 31.03.09 23:17

Was ist fuer dich ein handgravierter Praegestempel? Die Prager Groschen (16. Jhd. und so) duerften aus vielen Einzelpunzen hergestellt worden sein, die haendisch reingeschlagen wurden. Die Punzen wurden haendisch graviert/gefeilt/gepunzt/... . Bei den Nuernberger Pfennigen des 13. Jhds. gibt es eine Muenze, deren Reversstempel mit einer einzigen Bildpunze eingeschlagen wurde. Ist das fuer dich handgraviert? Wenn nein, dann war der Uebergang in Nuernberg von Handgravur auf Punzierung nach Konrad III (1152). Das sieht man and der Stilaenderung von Erlanger 9 -> Erlanger 10.

Wenn du speziell zur Britischen Muenze Fragen hast, dann koenntest du Clive Stannard fragen. Er hat sich mit der neueren Technik dort naeher beschaeftigt.

vale

PS: Auf deiner Maundy Money-Seite steht "FIDEL*DEFENSOR". Queen Elizabeth, die Verteidigerin aller Geigen. :)
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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