geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Griechische Münzen des Altertums

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quinctilius
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » Mo 20.02.23 21:10

….die kann man möglicherweise anschließen
- ebenfalls Tom Vossen

VG
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von antisto » Mo 22.05.23 10:05

Schaut mal hier: https://www.biddr.com/auctions/nomos/browse?a=3468&p=1
550 Münzen vom Allerfeinsten mit allerdings auch beachtlichen Ergebnissen...
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didius
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von didius » Mo 22.05.23 11:12

Total abgefahren!
Spektakuläre Sammlung (dem Vorwort gemäß nur eine Auswahl - Fortsetzung folgt...)

Genaugenommen passt die gesamte Auktion von 550 Münzen vermutlich auf ein einzelnes DIN A4 Blatt 8O

Hier das kleinste Stück aus der Sammlung

CALABRIA. Tarentum. Circa 480-470 BC. Hexas (Silver, 4 mm, 0.13 g). Cockle shell within a dotted border. Rev. Wheel of four spokes. HN III 836. Vlasto 1117.
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » Mo 22.05.23 19:33

Wirklich der Hammer, sieht man selten sowas
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von cmetzner » Di 23.05.23 21:20

Auch heute angekommen; eigentlich habe ich größere Münzen lieber.

Diesen Obol gibt es haufenweise...kam auch mit einem Echtheitszertifikat von David R. Sear, denke aber, dass das nicht so wichtig ist 8)

Herrschaft der Deinomeniden
AR Obol Syrakus, ca. 478/475 – 470/466 v. Chr.
9 mm; 0,63 g
HGC (Hoover) 2, 1371; Boehringer Series XI, 279–285 oder Series XII, 362–370; SNG ANS 116

Av.: Kopf der Arethusa mit Perldiadem und Halskette nach r.
Rv.: Rad mit vier Speichen.

Bild cng
Hieron I- Av.jpg
Hieron I- Rv.jpg
Grüße
Christiane
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » Mi 24.05.23 05:55

cmetzner hat geschrieben:
Di 23.05.23 21:20


Diesen Obol gibt es haufenweise...
aber nicht in dieser Erhaltung, Gratulation, schönes Stück.

VG
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von mimach » Do 15.06.23 21:32

Ich habe mir vor ein paar Tagen diesen Hemiobal aus Athen gegönnt.

Der Winzling mißt 5,95 mm und wiegt 0,33 g.

Laut dem Anbieter handelt es sich um ein Stück aus der Prägeperiode von 454-404 v.Chr.
Der direkte Vergleich mit der Katalogreferenz HGC HGC 4.1681 (Korrektur vom 17.06.23) war für mich nicht zufriedenstellend. Die Gestaltung der Athena will für mich nicht so richtig passen. Habt ihr eine Einschätzung für mich?

Entschuldigt bitte die etwas schlechte Fotoqualität. Ich habe auf die Schnelle nur den Scanner nutzen können.

Attica Hemiobol Athen - Eule -AV.jpg
Attica Hemiobol Athen - Eule -RV.jpg
Zuletzt geändert von mimach am Sa 17.06.23 10:04, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von Altamura2 » Fr 16.06.23 11:00

mimach hat geschrieben:
Do 15.06.23 21:32
... Der direkte Vergleich mit der Katalogreferenz HGC HGC 4.168 war für mich nicht zufriedenstellend. ...
Vermutlich HGC 1681, das wird zumindest immer zitiert (ich hab' das Buch selbst nicht :? ).
mimach hat geschrieben:
Do 15.06.23 21:32
... Die Gestaltung der Athena will für mich nicht so richtig passen. ...
Was genau passt da denn nicht? Wie wird 1681 denn im HGC beschrieben? Wo passt das nicht zur Münze hier?

Das Problem bei den kleinen Nominalen aus Athen ist, dass die in der Literatur fast nirgendwo genau beschrieben und diskutiert werden, es stürzen sich immer alle auf die Tetradrachmen (die ja immer noch genügend Stoff hergeben :D ). Es wird auch immer stillschweigend davon ausgegangen, dass sich die Änderungen am Münzbild bei den Tetradrachmen zeitlich parallel auf die Teilstücke übertragen haben.
Außerdem sind diese kleineneren Nominale schlechter hergestellt als die größeren und in der Regel auch schlechter erhalten :| .

Insgesamt ist das also ein schwieriges Feld. Aus meiner Sicht würde die Münze hier aber schon in die Phase der Massenprägung passen.

Gruß

Altamura

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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von mimach » Sa 17.06.23 10:14

Danke die für deine Einschätzung.
Im HGC wird nur das Bildnis beschrieben und das passt bei quasi allen Stücken.
Die kleinen Details wie die Gestaltung des Helmes oder der Haare fehlen.

Im Prinzip sieht das winzige Foto im Katalog wie die Tetradrachme von 454-404 v.Chr.aus.
Bei dem Stück hier ist die Gestaltung der Athena aber irgendwie anders.
Die Helmzier verläuft anders. Die Haare sind anders und das Auge auch.

Es gibt noch eine winzige Abbildung in dem Katalog, die dichter rankommt. HGC 4.1679, diese wird auf ca. 485/480 v.Chr. eingeordnet und als Referenz "Seltman 1927, Group E" angegeben.

Da einem nun diese Stücke als Antiken-Anfänger nicht täglich begegnen, kann ich meinen Zweifel an der Zuordnung durch den Händler für mich selbst nicht zufriedenstellend abschließen.
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von Altamura2 » Sa 17.06.23 21:40

mimach hat geschrieben:
Sa 17.06.23 10:14
... Im HGC wird nur das Bildnis beschrieben und das passt bei quasi allen Stücken. ...
Da Hoover meist nicht ganz tief in die Details geht, ist das für seine Genauigkeit ja auch ausreichend.

Auf Deiner Münze hast Du aber beispielsweise direkt auf der Stirn der Athena diese Striche (die wohl Haare sein sollen). Die finden sich auf den Hemioboloi öfter:
https://www.acsearch.info/search.html?id=10932561
https://www.acsearch.info/search.html?id=10237681
https://www.acsearch.info/search.html?id=9445157
aber auf keiner der Tetradrachmen (zumindest meines Wissens nicht :| ).
Dazu gibt es nach meinem Stand fast keine Literatur, die das im Detail untersucht und beschrieben hätte :?.
mimach hat geschrieben:
Sa 17.06.23 10:14
... kann ich meinen Zweifel an der Zuordnung durch den Händler für mich selbst nicht zufriedenstellend abschließen. ...
Das kann man manchmal auch einfach nicht, da die Wissenschaft manches noch nicht untersucht hat und sich über anderes nicht einig ist.
Mit Unsicherheit muss man da einfach leben können :D .

Gruß

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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von mimach » Sa 17.06.23 23:27

Altamura, wiederum gilt dir mein Dank!

Die Detailschärfe der Profiaufnahmen ist wirklich beeindruckend. Meine einfache Spiegelreflex schafft das selbst mit einem 100er Makro nicht.
Um dem Rätsel näher zu kommen habe ich die Kamera fast eine Stunde für diese eine Münze "gequält".
Es ist großartig welche Details die alten Griechen in diese kleinen Objekte steckten und das ganz ohne optische Hilfsmittel.
Attica - Athen - Hemiobol, 5,9 mm, 0,33 g -AV.jpg
Attica - Athen - Hemiobol, 5,9 mm, 0,33 g -RV.jpg
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » So 23.07.23 20:22

Ich habe vor einigen Wochen die Troas besucht und mir diese herrliche Landschaft und ihre archäologischen Stätten zu Fuß und dem dortigen „öffentlichen Nahverkehr“ erschlossen 😊. Diese Münze ist ein verspätetes Souvenir, Ex Savoca auf Vcoins für EUR 25:

TROAS, Kebren. Circa 387-310 BC. Æ (7mm, 0.95g). Laureate head of Apollo right / Head of ram right. SNG Ashmolean 1107.

Kebrene im Ida Gebirge ist derart abgelegen, dass es mich nicht dorthin verschlagen hat, aber ich bin immer wieder erstaunt, was für kleine Meisterwerke
dort fabriziert wurden.

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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » So 12.11.23 07:01

Ein kurioses Teil 0,34g, 6 mm, bei VCoins, unpubliziert ?
Als Referenz ist nur ein Lot bei CNG angegeben:

Female head left, wearing a close fitting cap
Floral stellate pattern within an incuse square.
Ref CNG E 346, lot 161

Das Avers erinnert mich irgendwie an die Diobole aus Phokaia nur in skuril. 😬
Meine Vermutung geht bei sowas ja immer in Richtung
Karien.

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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von Altamura2 » So 12.11.23 11:20

quinctilius hat geschrieben:
So 12.11.23 07:01
... Als Referenz ist nur ein Lot bei CNG angegeben ...
Es gibt mindestens noch zwei weitere, insgesamt also diese:
https://www.acsearch.info/search.html?id=3319605
https://www.acsearch.info/search.html?id=3827843
https://www.acsearch.info/search.html?id=7131255
quinctilius hat geschrieben:
So 12.11.23 07:01
... Meine Vermutung geht bei sowas ja immer in Richtung Karien. ...
Nachdem der Avers Münzen aus Phokaia stark ähnelt und der Revers solchen aus Milet, beides Städte in Ionien, halte ich die Verortung nach Ionien doch für die wahrscheinlichste.

Es ist aber erstaunlich, dass bei diesen Klein(st)silbermünzen nach wie vor immer wieder neue Typen auftauchen :D .

Gruß

Altamura
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Re: geht es noch kleiner/filigraner ? Ja !

Beitrag von quinctilius » Sa 25.11.23 21:29

Ein Hemiobol (oder Tetartemorion ?) aus Mesembria an der bulgarischen Schwarzmeerküste. (0,22g, 6mm)
Gewöhnlich wird das Avers als Abb. eines korinthischen Helmes beschrieben, aber hier sind Augen zu sehen (?)

Ebenso hier:

https://www.acsearch.info/search.html?id=6506865

Savoca datiert 500-400 v. Chr.

Aufgrund des rohen Incusums würde ich früh datieren, ca. 500 v. Chr.

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