Halbe Halbbrakteaten bzw. Dünnpfennige ?

Alles was von Europäern so geprägt wurde
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Bertolt
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Beitrag von Bertolt » Sa 18.04.09 22:04

Hallo cepasaccus, hallo bernima, das ist doch Klasse, also bestand schon sehr früh, praktisch nach dem Übergang zur Halbbrakteaten bzw. Dünnpfennigprägung, wie man sehen kann, ein echter Bedarf an kleineren Nominalen oder Münzeinheiten, die neben dem Zerschneiden auch ihren Ausdruck in geprägten Hälblingen fand. Die Münzstätten haben also darauf reagiert. Vielen Dank für eure Antworten, drei Münzstätten, die so geprägt haben, sind zwar nicht gerade repräsentativ, aber die Richtung gebern sie allemal an. Gruß Bertolt.
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QVINTVS
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Beitrag von QVINTVS » So 19.04.09 17:50

Auch für Augsburg sind sog. Obole bekannt.

Obole
1. Steinhilber 49 a - "halber Dünnpfennig"
2. Steinhilber 61 a, ein sehr früher "Obol" zum Beginn der Brakteatenzeit
3. von Steinhilber 77, siehe Stumpf, Der Silberschatz vom Lechfeld, ein Obol der "mittleren" Brakteatenzeit
4. Steinhilber 94 a, ein Obol der Spätzeit, kurz vor Ende der Brakteatenprägung bei den AVGVSTENSES

Lit.: Steinhilber, Jahrbuch für Numismatik und Geldgeschichte 5/6, 1954/55
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Bertolt
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Beitrag von Bertolt » So 19.04.09 22:12

Hallo QVINTVS, von deinem Beitrag würde mich Steinhilber 49 a interessieren, alles andere sind doch wohl Brakteaten und kommen somit als Hälbling von Halbbrakteaten bzw. Dünnpfennigen nicht in Frage. Könntest du die Nr. 49 a mal als Bild einstellen. Gruß Bertolt
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Beitrag von QVINTVS » Mo 20.04.09 12:12

Grüß Dich Bertolt,

da mir der "Steinhilber" nur in Kopie vorliegt, sieht es mit dem Einscannen nicht so sehr gut aus. Falls Dir meine Angaben aber nicht genügen, werde ich es noch versuchen.

Hier der normale Dünnpfennig Steinhilber 49.

http://www.coinarchives.com/w/results.p ... esults=100

49a hat das gleiche Bild, vom Rand ist nicht mehr viel zu sehen. Steinhilber kannte wohl nur ein Stück, das sich damals in Privatbesitz befand. Der Dünnpfennig ist einseitig geprägt, wiegt 0,3 g und hat einen Durchmesser von 17 mm. Als Lit. gibt er noch Blätter für Münzfreunde 1921, T. 244, 22, an.
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Beitrag von Bertolt » Mo 20.04.09 13:30

Hallo QVINTVS, danke, das reicht mir so, mit deinen Zusatzangaben über Gewicht und Durchmesser, sowie dem weiteren Literaturhinweis, komme ich zurecht. Gruß Bertolt
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Beitrag von welfenprinz » Mo 20.04.09 15:50

Hallo,
in Braunschweig wurden Brakteaten und ab ca. 1180 Hälblinge geprägt . Die Hälblinge waren in den Prägekosten aber zu teuer, sind daher selten bis Rar . Ab mitte des 13. Jahrhunderts wird es noch problematischer . Bei ätlichen Brakteaten ist es nun schwierig, eine eindeutige Bestimmung fürs Lüneburgische oder Braunschweigische zu finden, anderer Münzfuß . Pfennige von 0,32-0,46g. u. 16-19mm Dm., können sowohl Lüneburger Brakteaten, als auch Braunschweiger Hälblinge darstellen . Oft genug ist der mögliche Prägeort der Mzst. oder des Münzfußes fraglich . Es fehlt der Feingehalt und die Zusammensetzung des Silbers .

Gruss Klaus

Ps.: Auf meiner Homepage findet ihr reichlich mehr über die Brakteaten der Welfen .
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Sammler u. Numismatiker

http://www.welfenprinz-home.de

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