Günstige Schönheiten (unter 25 Euro !)

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Submuntorium
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Beitrag von Submuntorium » Fr 23.10.09 19:23

Vielen Dank erstmal.Das mit dem "von hinten betrachtet" habe ich auch nicht so recht gewusst,mit den ganzen Varianten hat wohl so mancher seine Problemchen!
viele grüße,
Submuntorium

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Fr 23.10.09 19:44

Die Büste des Constantinus II. als Caesar ist eindeutig von hinten gesehen und damit Büste B³. Den Kürass kann ich zwar nicht wirklich erkennen, aber RIC kennt keine nur drapierte Büste.

Vielleicht noch ganz interessant ist, dass die Häufigkeitsskala in RIC VII von C3 (41 und mehr Exemplare) bis r5 (1 Exemplar) reicht. r1=11-15 und r3=4-6 Exemplare. Natürlich wird es weitaus mehr Münzen geben als den Autoren bekannt waren, aber die Relationen geben schon einen guten Eindruck über die Häufigkeit.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Submuntorium
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Beitrag von Submuntorium » Fr 23.10.09 19:48

Das mit dem Seltenheitsranking wusste ich zwar schon,trotzdem danke!
Ich benutze immer die Excel-Tabellen von Coinstuff um die Spätrömer zu bestimmen,aber die VirtusExerciti Tabelle war defekt und den Altar konnte ich nicht so recht zuordnen.Zuviele andere Büstenvarianten haben mich durcheinandergebracht!
viele grüße,
Submuntorium

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Numis-Student
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Beitrag von Numis-Student » Fr 23.10.09 21:12

Um noch mal auf Traianus Decius zurückzukommen: Ich denke, er ist von privat auf das "Normgewicht" gebracht worden. Nicht von der Münzstätte...

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didius
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Beitrag von didius » Sa 24.10.09 13:15

Hallo Numis-Student,

ich bin diesbezüglich ganz deiner Meinung. Ich hab mir da auch so meine Theorie zurechtgelegt, warum Münzen immer wieder stark beschnitten wurden, oder fein säuberlich ganze Stücke rausgeschnitten/geschagen wurden.

Ich denke bei der drastischen Münzverschlechterung und Reduzierung der Gewichte stand man immer wieder vor dem Problem, das die Münzen im Sparstrumpf deutlich schwerer waren als die gerade im Umlauf befindlichen Nominale. Bevor man die Münzen dann zu irgend einer offiziellen Stelle zum Eintauschen brachte (vermutlich mit kräftigem Wechselverlust) hat man einfach selber Hand angelegt.

Das man dabei besonderen Wert darauf legte das Münzbild, Herrscherportrait, etc. möglichst nicht zu zerstören bestärkt mich in dieser Vermutung, denn man wollte ja dass das Stück auch als gleichwertiges Zahlungsmittel akzeptiert wurde.

Folgendes Stück passt sowohl zum Thema, als auch in diesem Thread (Kosten 2 Euro)

IMP AVRELIANVS AVG
Radiate, cuirassed

IOVI CON-SER
Herrscher steht rechts mit Speer und erhält Globus von Jupiter mit Zepter

P

RIC V-1, 129 Milan

Restgewicht 2,8 Gramm (Rausgeschnitten geschätzt 15-20 Prozent des Ursprungsgewichts.

Gruß
Daniel
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Beitrag von Numis-Student » Sa 24.10.09 13:52

Hallo,
danke für die Vorstellung dieser beschnittenen Münze. Sehr interessant, mir sind diese beschnittenen Stücke bislang nicht bewusst aufgefallen.
Werde in Zukunft mehr darauf achten ;-)
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von chinamul » Sa 24.10.09 14:09

Bei den Billon-Antoninianen bringt das Beschneiden wohl keinen großen Gewinn. Anders sieht es allerdings bei den späteren Siliquen aus gutem Silber aus, die teils bis zur Unbestimmbarkeit coupiert worden sind. Und bei den Solidi fehlt es auch oft am vorgeschriebenen Sollgewicht, besonders wenn der beprägte Schrötling recht breit war. Dann konnte man nämlich ohne Beschädigung des Münzbildes am Rand durchaus etwas Gold ganz unauffällig abschneiden.
Vor einigen Jahren konnte ich zwei numismatisch wertlose Siliquen erwerben, die ich meiner Frau zu besonders zünftigen Ohrgehängen habe verarbeiten lassen. Bei beiden waren die Legenden vollständig dem Beschneiden zum Opfer gefallen.

Gruß

chinamul
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Beitrag von Julianus v. Pannonien » Sa 24.10.09 15:03

Hallo zusammen

Gute Idee Chinamul! Das nenne ich Kreativ ;)

Ich konnte mir heute morgen auf der Zürcher Börse für 15 Euro nachfolgendes Belegstück für den Leeren Platz des Valerian II. kaufen.

Güsse
Simon
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Beitrag von Posa » Sa 24.10.09 15:05

Schade um die Münzen!
Posa

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Beitrag von Julianus v. Pannonien » Sa 24.10.09 15:06

Besser als wenn die Münzen jemand des Silber wegens einschmelzt.
finde ich jedenfalls.
"VICTORIOSO SEMPER"

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Beitrag von Numis-Student » Sa 24.10.09 15:08

Posa hat geschrieben:Schade um die Münzen!
Posa
Wenn ich das richtig sehe, sind diese lose eingelegt, und durch den erhöhten Rand sogar vor stärkerer Abnutzung geschützt... Also solange diese Stücke nicht fest eingelötet wurden, habe ich damit keine Probleme. Insbesondere dann, wenn die Stücke nicht mal nach Kaiser zu bestimmen sind.
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von areich » Sa 24.10.09 15:14

Selbst wenn sie fest eingelötet wären, nicht jede einzelne Münze ist ein
unersetzlicher Zeitzeuge. Ich finde das gar nicht schlimm.

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 24.10.09 15:28

Das finde ich in dem Fall auch. Was will ich mit der Münze machen? Sie einordnen unter "Siliqua. Punkt."?

Übrigens, der Valerianus II. ist hübsch - besser im Metall sind diese östlichen Stücke meistens nicht, die sind so grieselig.

Homer
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didius
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Beitrag von didius » Sa 24.10.09 18:03

@Numisstudent
Solche beschnittenen Stücke, insbesondere aus dem 3.Jahrhundert, findet man nicht oft. Die meisten sind dann sicher doch schnell aus dem Verkehr gezogen worden, so wie bei uns heute die beschädigten Banknoten, oder zu stark abgegriffenen Kleinmünzen.

@chinamul
Sicher konnte man nicht wirklich viel dabei gewinnen, aber wir schauen ja heute auch auf jedes halbe Prozent bei der Geldanlage :-)


Viel seltener die Zeit überdauert haben die rausgeschnittenen Reststücke. Aus der Antike ist mir tatsächlich nur dieses - vollständig bestimmbare - Stück bisher bewußt untergekommen.

http://www.gallic-empire.com/articles.htm

Ich hoffe Sebastian hat nichts dagegen wenn ich das Bild hier auch direkt einbinde. (Ich hatte damals nicht genug dafür bieten können)

Grüße
Daniel
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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 24.10.09 18:32

Nun, so ein Münzfragment wird wohl meist
a) kaum oder gar nicht einem Kaiser und Typ zuzuordnen sein und
b) dementsprechend kaum etwas bis gar nichts wert sein.
Ein Teil eines solch spektakulären wie seltenen Goldstückes ist natürlich eine große Ausnahme. Und auch sowas wäre in früheren Zeiten wohl achtlos eingeschmolzen worden.

Homer
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