Hilfe bei der Reinigung

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Di 26.05.09 18:09

bloss kein ballistol! das würde die patina sicher zerstören.
wenn du willst kannst du renaissance wax nehmen, das dunkelt die patina ab.
aber warum? stabil ist sie auch so, wie mir scheint.
grüsse
frank

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areich
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Beitrag von areich » Di 26.05.09 18:31

Das ist gut geworden und an irgendwas muß man ja auch üben.

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Di 26.05.09 19:10

Ich würde die Münze auch nicht einölen/einwachsen, mir gefällt die helle Patina.
beachcomber hat geschrieben:bloss kein ballistol! das würde die patina sicher zerstören.

Hier kommt es auf die Dosis an. Wer seine Münzen darin badet, möglicherweise sogar über einen längeren Zeitraum, tut der Münze sicher nichts Gutes. Sparsam angewendet hat es aber sehr wohl konservierende Wirkung, wie mir die herstellende Firma auf Anfrage vor gut 3 Jahren versichert hat.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

Sulcipius
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Beitrag von Sulcipius » Di 26.05.09 19:21

Hallo Gemeinde !

Zum Ballistol:

Ich habe Teile meiner Bronzen auch SPARSAM mit dem Mittelchen eingerieben und dann ganz vorsichtig nochmals mit einem Leinentuch drübergewischt.
Bis dato *Klopf3xaufsHolz* alles im Grünen Bereich.

Ich darf mich auch meinen Vorrednern anschließen und Dir Oliver zum Reinigungserfolg gratulieren und bitte laß die Münze so wie sie ist.

Bin schon gespannt auf Deinen nächsten Versuch :wink: 8)

Beste Grüße
Sulcipius
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Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 19:32

Um der Münze noch etwas Glanz zu geben, aber viel wichtiger, um sie für die nächste kleine Ewigkeit vor Umwelteinflüssen zu schützen, würde ich noch eine abschliessende Behandlung mit Renaissance Wax empfehlen.

Nochmals die Produktinfo:

http://www.kremer-pigmente.de/62900.htm

und die Quelle:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 0003735185

Sulcipius
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Beitrag von Sulcipius » Di 26.05.09 19:52

@ Nummis:

Hast Du schon Erfahrungen mit dem Renaissance Wachs gemacht ?
Ich denke Ballistol erfüllt auch den Zweck des Konservierens und des Schutzes, oder lieg´ich da völlig falsch?

Beste Grüße
Sulcipius
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Di 26.05.09 20:22

Renaissance Wachs ist eine dauerhafte Lösung (was mir persönlich eher unsympathisch ist, da kaum reversibel), während Ballistol nur für eine gewisse Zeit wirkt.

Grüße, Stefan
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Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 20:28

Hallo Sulcipius,

da kann ich kaum von "Erfahrung" sprechen, aber angewandt habe ich es jetzt bei einigen Bronzen und bin begeistert, was die Optik anbelangt.

Gelesene Kritiken im Internet (insbesondere die uneingeschränkte Empfehlung des Bristish Museum) & die positive Bilanz erfahrener Forumsmitglieder & gesunder Menschenverstand lassen mich auch nicht an einem Dauererfolg zweifeln!

Ballistol:
Vor vielen Jahren habe ich einige Billon-Antoniniane mit Ballistol behandelt; für solche scheint mir das Waffenöl geeignet. Aber ich wäre ganz vorsichtig, was PATINIERTE Bronzen anbelangt. Ballistol enthält Säure und könnte IMHO eine Patina im Laufe der Zeit anlösen! Bei entpatinierten Kupfer oder Messingstückchen hätte ich allerdings keine Bedenken, aber da kann man dann genau so gut (oder besser) Renaissance Wax anwenden.

Auf einen Satz gebracht: Ballistol bei Münzen ohne Patina, Renaissance Wax bei Münzen (Bronzen) mit Patina...

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Beitrag von quisquam » Di 26.05.09 20:33

nummis durensis hat geschrieben:Ballistol enthält Säure und könnte IMHO eine Patina im Laufe der Zeit anlösen!
Nein, Ballistol ist säurefrei und zudem sogar leicht basisch und ist für eine Mineralpatina auch auf lange Sicht unbedenklich. Allerdings löst es in höherer Dosierung Kupfer und Messing an.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 20:47

Sorry Stefan, ich habs jetzt mal pauschal "Säure" genannt, aber allein die Tatsache, dass es Kupfer und Messing anlöst, zeigt mir, dass es ja irgendwie "aggressiv" reagieren kann.

Auszug aus dem Brief, den ich Anfang des Jahres von der Fa. Klever erhielt:

"(...)Wenn sie zu dick auftragen und ohne abzuwischen lagern, kann es vorkommen, dass ein in Ballistol enthaltener Bestandteil das Kupfer oberflächlich anlöst und den allseits bekannten dunklen Belag bildet.(...)"

Ich würde dies noch nicht wirklich bedenklich für reines bzw. "stabiles" Kupfer bezeichnen! Aber eine Patina ist ja weitaus widerstandsUNfähiger bzw. weicher als Kupfer. Mir persönlich wäre die Gefahr, dass sich bei der Anwendung von Ballistol bei patinierten Bronzen ein Zersetzungsprozess in Gang setzt, einfach zu gross.

PS. Noch ein Auszug aus dem Brief:

"(...)Zur Konservierung blanker Münzen eignet sich Ballistol ebenfalls hervorragend.(...)" Ich denke, man sollte die Betonung auf "blanke" auch nicht überlesen!
Zuletzt geändert von emieg1 am Di 26.05.09 20:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von beachcomber » Di 26.05.09 20:51

Renaissance Wachs ist eine dauerhafte Lösung (was mir persönlich eher unsympathisch ist, da kaum reversibel),
so dauerhaft wieder auch nicht. ich habe die erfahrung gemacht, dass nach einigen monaten der effekt (dunkler, mattglänzend) auch verschwindet.
ausserdem ist das wachs schon reversibel, sonst würde es nicht von museums-konservatoren verwandt.
die schutzfunktion würde ich auch nicht überbewerten, da ich zb. eine von bronzepest befallene münze,( nach der bta-behandlung), mit renaissance-wax behandelt habe, und nach einiger zeit das ding wieder ausgeblüht ist!
ansonsten ist renaissance-wax allen anderen mitteln vorzuziehen, da es nicht diesen klebrigen eindruck hinterlässt, wenn man die münze in der hand hat.
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 20:58

Hallo Frank, wie schon gesagt, ich habe keine dauerhaften Erfahrungen mit Renaissance Wax :-)

Allerdings habe ich den Eindruck, dass er "warm" angewandt besser wirkt. In der Praxis bereibe ich die Münzen DÜNN mit Wax und lege sie anschliessend in die Sonne; bei trübem Wetter hilft der Fön. Diese Prozedur wiederhole ich ein paar Mal, anschliessend poliere ich die Münze mit einem weichen Tuch.

Ich habe den Eindruck, dass der warme Wachs in die Münze einzieht.

Bei dickem Einstreichen und "Kaltbehandlung" setzt sich der Wachs nur an der Oberfläche ab. In den Vertiefungen blieben nur unschöne Wachsgnubbel zurück, die nur noch unter dem Stereomikroskop zu entfernen waren.

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Beitrag von quisquam » Di 26.05.09 21:00

Hier hatten wir schon mal eine kurze Diskussion zu diesem Thema:
http://www.numismatikforum.de/ftopic11928-3405.html

Besonders ins Grübeln gebracht hat mich des Posting von Harald, dessen kompetente Beiträge ich in letzter Zeit sehr vermisse:
harald hat geschrieben:Ich bin aus mehreren Gründen gegen eine Anwendung von Antikwachs.
Der Hauptgrund ist, dass jeder restauratorische Eingriff unbedingt reversibel sein muß.
Zur Entfernung von Antikwachs gibt es zwar bei Restauratoren ein Mittel welches so ähnlich wie Jazella heißt, die restlose Entfernung ist jedoch nur oberflächlich möglich.

Metalle aus Bodenlagerung können in ihrem Inneren unter bestimmten Voraussetzungen noch nach Jahren agressive Verbindungen entwickeln, welche landläufig Bronzepest genannt werden.
Eine Behandlung dieser gewachsten Bronzen ist dann nur mehr mit Einschränkung möglich.
Das häufig praktizierte Tränken in Antikwachs von eisernen Bodenfunden ist aus den erwähnten Gründen ebenfalls nicht angebracht.

Im Wiener Kunsthistorischen Museum und im Naturhistorischen Museum verwenden die Metallretauratoren bei Bodenfunden aus diesen Gründen seit Jahrzehnten Paraloid B72 als Oberflächenversiegelung von Metall.

Gruß
Harald
Grüße, Stefan
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Beitrag von Sulcipius » Di 26.05.09 21:04

OT on:

Bitte um Entschuldigung, aber sollte es nicht DAS WACHS heißen :?:

Der Wachs? Da krümmt sich etwas in mir zusammen, wenn das stimmen sollte :roll:

OT off
Beste Grüße
Sulcipius
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Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 21:11

Sulcipius, upps, ja klar, DAS Wachs *schämundindieEckestell*

quisquam, ich finds leider nicht auf die Schnelle, aber das Wachs soll rückstandslos entfernbar sein. Wenn auch ich dies nicht ganz glaube, denn einmal eingezogen, wird das einfach nicht funktionieren.

Nun ja, ich glaube, es gibt keine Behandlung, die nun "perfekt" wäre, und wenn man ganz sicher gehen möchte, sollte man seine Münzen natürlich vollkommen unbehandelt lassen :-)

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