Hilfe bei der Reinigung

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Benutzeravatar
quisquam
Beiträge: 4546
Registriert: Mo 12.09.05 17:22
Wohnort: Niederrhein
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Beitrag von quisquam » Di 26.05.09 21:19

nummis durensis hat geschrieben:Nun ja, ich glaube, es gibt keine Behandlung, die nun "perfekt" wäre
Stimmt, alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich habe auch keinen Vertrag mit der Fa. Klever, fand aber, dass hier der Teufel an die Wand gemalt wurde.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

emieg1
Beiträge: 5614
Registriert: Do 18.12.08 19:47

Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 21:30

Ebends, und den ultimativen Tipp gibts daher auch nicht. Schon deswegen nicht, weil man in keine Münze reingucken kann. Vielleicht breitet sich im Inneren durch einen winzigen Tropfen Feuchtigkeit doch noch Krebs aus - dann nützt die beste Oberflächenversiegelung nichts.

Ich vergleiche es gerne mit dem Wax, was sich der ein oder andere auf sein Auto schmiert. Und der Vergleich hinkt nicht mal. Wenn von unten bzw. innen der Rost blüht, nützt auch das beste Wax von oben nix mehr, gelle?! ;-)

Chippi
Beiträge: 3966
Registriert: Do 23.06.05 19:58
Wohnort: Bitterfeld-Wolfen, OT Holzweißig
Hat sich bedankt: 22 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal

Beitrag von Chippi » Di 26.05.09 22:39

nummis durensis hat geschrieben:Ich vergleiche es gerne mit dem Wax, was sich der ein oder andere auf sein Auto schmiert. Und der Vergleich hinkt nicht mal. Wenn von unten bzw. innen der Rost blüht, nützt auch das beste Wax von oben nix mehr, gelle?! ;-)
Gilt auch für Rostumwandler, ebenfalls aus leidvoller Erfahrung. Kann man sich komplett sparen.

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

Benutzeravatar
oliver67
Beiträge: 404
Registriert: Sa 24.05.08 14:29
Wohnort: Österreich

Beitrag von oliver67 » Di 26.05.09 22:45

ich bin ja sehr vorsichtig mit dem wachs...
ich hab vor einigen wochen eine ähnliche hellgrüne oberflächenpatina mit antikwachs behandelt.
diese ist daraufhin glänzend grauslich geworden (entschuldigt den eigenartigen ausdruck aber mir fällt nichts besseres ein.)
gottseidank war es "nur" eine Lagertor Münze ohne großen Wert, aber nach dem einwachsen war das nur mehr Schrot.
Hier wäre weniger mehr gewesen!

tja da steh ich nun ich armer tor...
und bin immer noch unschlüsssig :wink:
lg oliver

Benutzeravatar
Onkel Titus
Beiträge: 111
Registriert: Do 16.04.09 19:28
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Onkel Titus » Di 26.05.09 23:05

Hallo allerseits,

habe die Diskussion um das Antikwachs neugierig verfolgt. Da meine bestellte Dose Wachs noch nicht den Weg über das Wasser gefunden hat, konnte ich es noch nicht ausprobieren. Aber ich wollte eigentlich einen durch Akoholtränkung (hatte vorher Münze lange Zeit in Olivenöl), destilliertes Wasser u. leichte "Zahnbürstenschrubphayse" etwas rauh erscheinenden Arcadius Follis mit dem Wachs behandeln. Wie habe ich das anzustellen, Wachs heißmachen oder kalt einreiben? Wie wirds gemacht und was hat man für Ergebnisse zu erwarten?
Apropos Ballistol, habe vor einigen Monaten eine Radikalkur mit einigen Ungereingten durchgeführt. Mehrere Wochen wurden die Münzen eingeweicht. Außer dem erbärmlichen Gestank hat es aber keinerlei Wirkung oder Schaden angerichtet (Olivenöl riecht wenigstens besser).

Viele Grüße
Onkel Titus

emieg1
Beiträge: 5614
Registriert: Do 18.12.08 19:47

Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 23:06

oliver67, lege die Münze in die Sonne oder unter den Fön... vielleicht ist das grausliche ja nur eine zu DICKE Wachsschicht ;-)

emieg1
Beiträge: 5614
Registriert: Do 18.12.08 19:47

Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 23:12

Onkel Titus, also ich hab die besten Erfahrungen folgendermassen gemacht: Die Münze mit ein wenig Wachs einreiben und dann in die Sonne legen. Dies mehrmals wiederholen, aber immer nur ganz wenig Wachs verwenden. Anschliessend mit weichem Tuch sanft abreiben.

Zu viel Wachs in kaltem Zustand setzt sich in den Vertiefungen ab... ist unschön!

Benutzeravatar
Onkel Titus
Beiträge: 111
Registriert: Do 16.04.09 19:28
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Onkel Titus » Di 26.05.09 23:18

@nummis durensis

Danke, für die Hilfe. Werde, wenn denn das Wachs endlich mal kommt, einen Versuch starten.
Es ist leichter tausend Dinge halb zu tun, als auf einem Gebiet Meister zu werden (chin. Sprichwort)

emieg1
Beiträge: 5614
Registriert: Do 18.12.08 19:47

Beitrag von emieg1 » Di 26.05.09 23:22

Nix zu danken, probiers einfach mal mit verschiedenen "Techniken" aus...

aber die Ergebnisse dann bitte hier hinein posten:

http://www.numismatikforum.de/ftopic29813.html

Oki?! :-)

Benutzeravatar
oliver67
Beiträge: 404
Registriert: Sa 24.05.08 14:29
Wohnort: Österreich

Beitrag von oliver67 » Di 26.05.09 23:24

guter tipp lieber nummis, werde das mal probieren (allerdings nicht auf dieser Münze...)
lg oliver

Benutzeravatar
Onkel Titus
Beiträge: 111
Registriert: Do 16.04.09 19:28
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Onkel Titus » Di 26.05.09 23:25

nummis durensis hat geschrieben:Nix zu danken, probiers einfach mal mit verschiedenen "Techniken" aus...

aber die Ergebnisse dann bitte hier hinein posten:

http://www.numismatikforum.de/ftopic29813.html

Oki?! :-)
Ei freilich. Mach ich doch gern :D

Benutzeravatar
justus
Beiträge: 5677
Registriert: Sa 05.01.08 10:13
Hat sich bedankt: 42 Mal
Danksagung erhalten: 95 Mal

Beitrag von justus » Di 26.05.09 23:50

Onkel Titus hat geschrieben:Wie habe ich das anzustellen, Wachs heißmachen oder kalt einreiben? Wie wirds gemacht und was hat man für Ergebnisse zu erwarten?
Hallo Onkel Titus,

das Antikwachs gibt es übrigens in mehreren Farbvariationen: Farblos, hellbraun, dunkelbraun usw. Verwendung je nach noch vorhandener Patina abhängig vom Farbton. Das Antikwachs härtet erst in Verbindung mit Wärme und Sauerstoff aus. Ich reibe die Münze (in kaltem Zustand) mit dem Pinsel beidseitig ein. Danach lasse ich sie mind. einen Tag trocknen. Ev. Wiederholung der beiden Prozeduren. Dann mit sehr weichem Tuch glatt polieren und ev. überschüssiges Wachs abreiben. Ergebnis: Glättung der Oberfläche, leichter, matter Glanz und sichere Konservierung vor schädlichen Umwelteinflüssen. Anmerkung: Vor dieser Behandlung wurden alle Münzen mehrere Tage lang in destilliertem Wasser entsalzt und in der Sonne oder im Backofen bei 120° C getrocknet. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Ballistol erbringt dagegen keine dauerhafte Konservierung. Zum Reinigen einer Münze ist es meiner Meinung nach nur sehr bedingt und in Einzelfällen geeignet. Eigentlich nur, um starke Fundverkrustungen später mechanisch leichter lösen zu können. Im Normalfall kann es der Münze dagegen erheblichen Schaden zufügen, vor allem, wenn man sie zu lange darin läßt. Auf diese Weise habe ich am Anfang einige Münzen zur nachfolgenden Entsorgung vorbereitet.

mfg Justus

Nachtrag: Backofentrocknung nicht bei Münzen mit mineralisierter Patina anwenden!
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
-----------------------------------------------
http://www.muenzfreunde-trier.de/
Veröffentlichungen & Artikel

Benutzeravatar
oliver67
Beiträge: 404
Registriert: Sa 24.05.08 14:29
Wohnort: Österreich

Beitrag von oliver67 » Mi 27.05.09 00:07

Hallo Justus (nein nicht der von den drei ???)...

seit wann gibts renaissance wax in 3 variationen? ich kenne nur das farblose.
wenn es das noch in anderen farben gibt, wäre das ja genial!

welche quelle gibt es dafür?

danke!
lg oliver

Benutzeravatar
Onkel Titus
Beiträge: 111
Registriert: Do 16.04.09 19:28
Wohnort: Deutschland

Beitrag von Onkel Titus » Mi 27.05.09 01:07

@justusmagnus

Vielen Dank für die Hilfe.
Schließe mich oliver67 an und frage noch ergänzend wie lange sollte man die entsalzten Münzen im Backofen lassen?

Viele Grüße und eine gute Nacht
Onkel Titus

Benutzeravatar
justus
Beiträge: 5677
Registriert: Sa 05.01.08 10:13
Hat sich bedankt: 42 Mal
Danksagung erhalten: 95 Mal

Beitrag von justus » Mi 27.05.09 01:31

@Onkel Titus & oliver67

http://stores.ebay.de/Restaurierungszub ... idZ2QQtZkm

ca. 40 - 60 Min. bei vorgeheiztem Backofen müssten reichen (auf Backpapier und Gitter legen, nicht direkt aufs Blech).

mfg Justus
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
-----------------------------------------------
http://www.muenzfreunde-trier.de/
Veröffentlichungen & Artikel

  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Reinigung u. Konservierung Solidus
    1 Antworten
    116 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Numis-Student
    Mo 24.08.20 23:03
  • Reinigung mit Salmiakgeist ERGEBNISSfotos
    von DUKATENsack » Do 28.11.19 17:59 » in Altdeutschland
    6 Antworten
    655 Zugriffe
    Letzter Beitrag von DUKATENsack
    So 08.12.19 10:36
  • Reinigung oder Patina?
    von maramara » Fr 28.08.20 17:49 » in Deutsches Reich
    4 Antworten
    132 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Numis-Student
    Fr 28.08.20 20:22
  • Hilfe
    von Jonesdererste » Mo 25.11.19 17:31 » in Banknoten / Papiergeld
    1 Antworten
    367 Zugriffe
    Letzter Beitrag von didius
    Mo 25.11.19 17:38
  • 2 mal Hilfe
    von marcelak » Mi 09.10.19 20:56 » in Altdeutschland
    2 Antworten
    330 Zugriffe
    Letzter Beitrag von marcelak
    Mi 09.10.19 23:06

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Yandex [Bot] und 1 Gast