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Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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PeterI
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Beitrag von PeterI » Do 09.07.09 14:53

Merci, aber wie wird das gemacht, wird mit einem Bohrer die Oberfläche abgetragen?
habe die Münzen jetzt genauer beobachtet...
der Punkt am Anfang von AUG war doch beim Original noch fast eine Linie? oder sehe ich das falsch?
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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 16:48

Merci, aber wie wird das gemacht, wird mit einem Bohrer die Oberfläche abgetragen?
nein, gold ist sehr weich und man kann es mit einem sogenannten polierstahl (ein golschmiedewerkzeug) fast 'verschmieren'.
man führt den stahl in kreisenden bewegungen über die kratzer, und verschliesst sie so.
grüsse
frank

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Do 09.07.09 17:43

Also diese Aktion ist doch ganz gut gelungen. Bis auf den Bereich der Drapierung auf sechs Uhr... da hat der Polierstahl wohl ein bisschen zu sehr gewütet :roll:
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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 18:08

ich hoffe das liegt nur an der anderen beleuchtung!
denn so blöd kann der glätter ja wohl nicht gewesen sein, dass er die falte der drapierung für einen kratzer gehalten hat!
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » Do 09.07.09 18:14

Nee du, die Beleuchtung ist auf beiden Bildern recht gut und ohne nennenswerte Schlagschatten. Es wundert mich ja auch, denn bis auf diese Entgleisung (und die Tatsache, dass er die Verdrängungslinien bei G vom AVG auch gleich mit "verputzt" hat), scheint er doch sein Handwerk zu verstehen.

Zumindest hat er es IMHO schön dezent gemacht; manch einer hätte wohl bei diesem Glupschauge noch nachgeschnitten ;-)

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didius
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Beitrag von didius » Do 09.07.09 18:28

Da es hier so schön reinpasst möchte ich euch mal ein in jeder Hinsicht misslungenen Bearbeitungsversuch zeigen.

Ich beziehe mich darauf, das mich das Ergebnis nicht überzeugt :? , und das es sich endlich auch mal für den Verursacher nicht gelohnt hat :D

Ausserdem hätte ich von LANZ erwartet, dass man die Bearbeitung in der Beschreibung angibt.

im März bei Gorny & Mosch
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 3&Lot=2144

gestern abend bei LANZ
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... tsupported

didius

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Do 09.07.09 18:38

Das ist aber echt der Hammer... ich frage mich, wie man eine Münze so aufbereiten kann - vor allem mit diesem immensen Randschaden?!?!?

Sorry, auch wenn ich mich jetzt oute... das "Ergebnis" finde ich schon genial und die bearbeitete Münze gefällt mir besser :oops:

Aber - mal anders gefragt: Wer hätte denn ohne die ursprüngliche Vorlage vermutet, dass die Münze derart bearbeitet wurde???

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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 18:43

in jeder hinsicht misslungen kann ich das nicht finden - besser konnte man das wohl nicht machen.
die frage ist allerdings, ob man sowas überhaupt machen sollte!
grüsse
frank

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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 18:47

Wer hätte denn ohne die ursprüngliche Vorlage vermutet, dass die Münze derart bearbeitet wurde???
dasss sie derat bearbeitet wurde vielleicht nicht, aber dass ein teil der legende geschnitzt ist, sieht man ja wohl klar und deutlich.
wahrscheinlich hätte ich geglaubt, der 'künstler' wollte eine prägeschwäche ausgleichen.
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » Do 09.07.09 18:54

beachcomber hat geschrieben: dasss sie derat bearbeitet wurde vielleicht nicht, aber dass ein teil der legende geschnitzt ist, sieht man ja wohl klar und deutlich.
ooh sorry, für dich vielleicht ja, aber ich hätte es ganz klar unter Prägeschwäche eingeordnet.

Aber man kann davon ausgehen, dass die Münze(n) echt ist/sind, ja doch?!? (Sorry auch hier für meine dumme Frage, aber ich hatte halt noch keinen Aureus in der Hand *heeeeuuuul*)

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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 19:34

Aber man kann davon ausgehen, dass die Münze(n) echt ist/sind, ja doch?!?
aber ja doch. ich kann dir sogar einen erklärungsversuch für diese deformierung liefern :)
für mich ein wasserfund: die münze war hochkant zwischen steinen eingeklemmt, und der teil der herausschaute, wurde im laufe der zeit durch geröll flachgehämmert, bis sie ein freundlicher finder befreite. :)
grüsse
frank

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Beitrag von emieg1 » Do 09.07.09 19:58

Ein faszinierender Erklärungsversuch.. aber ich bin da - wie ja allseits bekannt, sehr ungläubig und widerporstig ;-)

Gibts denn da irgendwelche "Vergleichsexemplare"??

Ich versuche mir gerade vorzustellen, dass eine Münze eingeklemmt hochkant zwischen zwei Steinen in Wasser liegt und im Laufe der Zeit einseitig vom Geröll "flachgehämmert" wird. Aber würde es diese Kraft schaffen, die Münze so gleichmässig platt zu hämmern... aber vor allem: wären die Kräfte ausreichend gewesen, auch noch diesen Wulst zu verursachen???

Ein klares "Nein" von mir... wenn auch ich bisher keine befriedigende andere Lösung parat hab - aber ich werde darüber schlafen ;-)

Nachgeschoben: Könnte eine solche Deformierung nicht durch Wärmeeinwirkung geschehen sein???

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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 20:08

Gibts denn da irgendwelche "Vergleichsexemplare"??
ich hatte mal einen solidus des honorius der sah so ähnlich aus. ich suche mal in den eingeweiden meines computers ob ich irgendwo noch ein bild finde.
und was die kraft angeht: locker, feingold ist extrem weich!
dieser wulst entsteht automatisch. versuche mal mit einem stahlteelöffel den rand einer silbermünze zu behämmern(das viel härter ist!).
in nullkommanix hast du einen gebördelten rand, und wenn du dann den rest raussägst, hast du einen silbernen ring. so haben wir als kinder unsere ersten ringe gebastelt!
im übrigen wird das bei der goldmünze ziemlich schnell gegangen sein, und danach wurde nur noch poliert! :)
grüsse
frank

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Amenoteph
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Beitrag von Amenoteph » Do 09.07.09 20:10

Wärmeeinwirkung könnte möglich sein, aber ich denke das viele Münzen beschädigt werden bei der "Wiederentdeckung" - Spaten, Geräte beim Ackerbau usw. können schon unfeine Spuren machen, für mich sieht der Schaden eher nach Druckeinwirkung aus.

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Beitrag von beachcomber » Do 09.07.09 20:15

Wärmeeinwirkung könnte möglich sein
wohl kaum! so kann keine münze anschmelzen, das material würde sich anders verhalten.
das ist eine typisch mechanische verformung. und wenn die nicht durch einen blödmann der mal einen aureus behämmern wollte in diese form gebracht wurde, dann ist meine oben gebrachte erklärung schon die wahrscheinlichste :)
grüsse
frank

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