Bestimmung einer Münze

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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areich
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Beitrag von areich » Mi 29.07.09 20:37

Vielleicht hieß es vor 200 Jahren mal so aber was soll's?

adele
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Beitrag von adele » Mi 29.07.09 20:38

und nachdem ich das alles verfolgt habe mit den Assen, den Dupondien und Sesterzen habe ich jetzt mal eine Frage. ich habe einen Nerva, die Metallfarbe
kann ich wegen der Patina leider nicht feststellen, der hat eine Strahlenkrone.
Ich dachte es wäre ein As Gewicht 11,8 Gramm 27 mm. Was ist es denn nun ?
Dupondius oder As ?

curtislclay
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Beitrag von curtislclay » Mi 29.07.09 20:39

areich hat geschrieben:Aber im Englischen heißt's doch auch bronze?
Das stimmt, und bronze heisst es auch auf Französisch.

"Bronce" finde ich z.B. bei A. Markl, Die Reichs-Münzstätten unter der Regierung Claudius II. Gothicus, Numismatische Zeitschrift 1884, S. 373, Anm. 1, aber ich glaube diese Form ist heute veraltet!

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areich
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Beitrag von areich » Mi 29.07.09 20:40

Eine Strahlenkrone heißt Dupondius. Vielleicht gibt's da auch mal Ausnahmen (oder auch nicht?) aber bei Nerva gilt das.

emieg1
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Beitrag von emieg1 » Mi 29.07.09 20:42

Also jetzt scheint es mir so, als wenn das C in Bronce dem ganzen nur einen ganz besonders "coolen" Anstrich verleiten möchte... 1884 war das sicher ganz schwer in Mode ;-)

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areich
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Beitrag von areich » Mi 29.07.09 20:44

Nochmal zur Erklärung. Ein Dupondius hatte nicht immer eine Strahlenkrone (aber zu Nerva's Zeit schon) aber ich denke eine Strahlenkrone auf einer kaiserzeitlichen Mittelbronze bedeutete immer es war ein Dupondius.
Aber da's so viele Ausnahmen gibt würde es mich nicht wundern, wenn ich da unrecht hätte.

adele
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Beitrag von adele » Mi 29.07.09 20:54

danke, ich denke Du wirst schon recht haben

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Mi 29.07.09 21:06

areich hat geschrieben:ich denke eine Strahlenkrone auf einer kaiserzeitlichen Mittelbronze bedeutete immer es war ein Dupondius.
Unter Nero gibt es die einzigen Ausnahmen, soviel ich weiß (s.o.). Es gibt noch Orichalcum-"Asse" von Trajan mit Strahenkrone, diese waren aber für den Umlauf im Osten gedacht und gehören daher wohl nicht ins imperiale Münzsystem.

Und es gibt natürlich postume Prägungen, auf denen die Strahlenkrone Zeichen der Vergöttlichung ist und kein Kennzeichen der Nominalverdopplung.

Mit der Regel "Mittelbronze mit Strahlenkrone=Dupondius und ohne Strahlenkrone=As" macht man aber in den seltensten Fällen einen Fehler.

Grüße, Stefan
Zuletzt geändert von quisquam am Mi 29.07.09 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von emieg1 » Mi 29.07.09 21:11

quisquam hat geschrieben:
areich hat geschrieben:ich denke eine Strahlenkrone auf einer kaiserzeitlichen Mittelbronze bedeutete immer es war ein Dupondius.
Unter Nero gibt es die einzigen Ausnahmen, soviel ich weiß (s.o.). Es gibt noch Orichalcum-"Asse" von Trajan mit Strahenkrone, diese waren aber für den Umlauf im Osten gedacht und gehören daher wohl nicht ins imperiale Münzsystem.

Mit der Regel "Mittelbronze mit Strahlenkrone=Dupondius und ohne Strahlenkrone=As" macht man in den seltensten Fällen einen Fehler.

Grüße, Stefan
Eines verstehe ich aber dabei nicht: Warum bezeichnet man Münzen mit Strahlenkrone als Asse? Nur weil sich nicht aus Kupfer waren? Wir hoch war denn ihr Gewicht; auch im Vergleich zu einem ordinären As?

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Beitrag von quisquam » Mi 29.07.09 21:17

nummis durensis hat geschrieben:Warum bezeichnet man Münzen mit Strahlenkrone als Asse? Nur weil sich nicht aus Kupfer waren?
Ganz einfach: Weil diese Mittelbronzen von Nero sehr wohl aus Kupfer sind und auch vom Gewicht her nicht abweichen. Außerdem waren die Nominale unter Nero zeitweise auf der Rückseite gekennzeichnet, die Asse z.B. mit "I" wie früher bereits die Republik-Asse. Hier ein Beispiel für einen "Strahlenkronen-As" mit Nominalkennzeichnung:

http://www.acsearch.info/record.html?id=81272

Grüße, Stefan
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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 29.07.09 22:15

Eine Ausnahme gibt's noch: Die Divus-Augustus-Pater-Asse aus Tiberius' Zeit zeigen den Kopf des Augustus auch mit Strahlenkrone; das ist hier Zeichen der Vergöttlichung des Kaisers, nicht der Verdoppelung des Nominals. Das fängt erst unter Nero an, und wie man an den vorigen Beiträgen sehen kann, wurde unter Nero eben noch viel experimentiert - unter anderem auch mit der aus heutiger Sicht wesentlich fortschrittlicheren (und in der Republik schon verwendeten) Methode der Nominalkennzeichnung durch Zahlenwerte!
Auf dem Bild links ein Quadrans aus Messing (nicht dieses, aber andere Exemplare sind durch drei Punkte um den Zweig eindeutig als Quadrantes gekennzeichnet, Orichalcum hin oder her) und ein Semis aus Kupfer (das S auf der Rs. bei 12 Uhr ist die Wertbezeichnung).

Viele Grüße,

Homer
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Beitrag von quisquam » Mi 29.07.09 22:25

Diese Kennzeichnung der Dupondien, Asse, Semisses und Quadrantes mit II, I, S und drei Punkten auf den Münzen Neros war übrigens ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der entsprechenden Zeichen auf den republikanischen Bronzen.

Grüße, Stefan
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Beitrag von amos-hannover » So 27.09.09 13:57

So, hier nochmal bessere Fotos, kann man die Münze mit den Fotos bestimmen?
Dateianhänge
IMG_0057_Small.JPG
IMG_0058_Small.JPG
IMG_0060_Small.JPG

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Beitrag von amos-hannover » Mo 28.09.09 22:55

Weiß nun jemand genau welche Münze das ist?

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chinamul
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Beitrag von chinamul » Mo 28.09.09 23:16

Es ist, wie ich bereits vor zwei Monaten in diesem Thread (mit einem sehr deutlichen Foto!) festgestellt habe, die folgende Münze, was Du durch einen sorgfältigen Vergleich mit Deinem Stück eigentlich auch selbst hättest herausfinden können!

ANTONINUS PIUS 138 – 161
Æ Sesterz Rom 145 – 161
Av.: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P COS IIII - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: ANNONA AVG S C - Annona nach links stehend; in der Rechten Kornähren über Modius haltend, aus dem weitere Ähren herausragen, in der Linken auf dem Boden (evtl. auch auf einem kleinen Globus) stehender Anker
RIC 756; C. 38

Gruß

chinamul
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