Münze Ludwig XIV (1680-1690) ???

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Karlchen
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Münze Ludwig XIV (1680-1690) ???

Beitrag von Karlchen » Mo 31.08.09 10:30

Hallo,

habe die unten dargestellte alte Silbermünze 1970 auf dem Baugrundstück meiner Eltern gefunden (in Kaarst bei Neuss). Vom Motiv her dachte ich erst es sei eine römische Münze. Erst viel später fand ich heraus, dass es eine französische ist.

Als ich die Skizze angefertigt hatte, ging ich davon aus, dass die Person einen Lorbeerkranz auf dem Haupt trägt. Daher auch meine erste jugendlich laienhafte Einschätzung es sei eine römische Münze.
Lorbeerkranz = röm. Kaiser; ein unschlagbarer Beweis :oops:

Das was ich auf der Münze erkennen kanm, ist aus einer Skizze dargestellt. Bin anfangs über die alte Schreibweise der "4" gestolpert: "IIII" statt wie gewohnt "IV". Also schon mal eine Münze Ludwig XIV., aber von wann?

Im Internet habe ich auch schon herumrecherchiert (Stichwort "Louis XIV Ecu" oder "demi Ecu"). Habe dort so einige Münzen gefunden, die meiner schon ähneln.

Allerdings habe ich noch keine gesehen, die auf der Rückseite ein rundes Wappen mit dem darunterliegenden Text "LUD XIIII" hat.


Ist hier ein Profi, der die Münze genauer bestimmen kann?

Mit besten Grüßen
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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mo 31.08.09 11:09

Ich verschieb mal, da es keine antike Münze ist. Grüße, KarlAntonMartini
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Karlchen
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Beitrag von Karlchen » Mo 31.08.09 11:22

Uuups, hatte die Rubrik übersehen.

Besten Dank!

Gruß
Karchen

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KarlAntonMartini
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Beitrag von KarlAntonMartini » Mo 31.08.09 11:26

Macht nix, dafür sind wir ja da. Und ich seh grad: heute angemeldet, also schön daß du da bist und viel Vergnügen hier! - Erfahrene Numismatiker warnen: Münzensammeln kann ein Suchtpotential entfalten. ;-)
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Beitrag von klaupo » Mo 31.08.09 12:07

Wenn man's weiß, ist es eigentlich recht einfach. Die Münze ist eine sog. Reformation, eine Überprägung, wie sie unter Louis XIV gern zur Neuwertung seiner Münzen eingesetzt wurde. Wenn man das obere Münzbild um 90 Grad im Uhrzeigersinn dreht, steht die Legende LUD XIIII genau da, wohin sie gehört, nämlich neben der drapierten Schulter, deren Reste noch zu sehen sind. Nur hat man bei diesem Stück dem ursprünglichen Portrait die Wappenseite aufgeprägt. Mehr ist das nicht, und selten ist dieser Vorgang ebenfalls nicht.

Hier gibt es etwas mehr dazu:

http://www.numismatikforum.de/viewtopic.php?t=24806

Gruß klaupo

Karlchen
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Beitrag von Karlchen » Mo 31.08.09 19:02

Na, da sag ich doch mal ganz artig VIELEN DANK!

Was es so alles gibt?!

Kannst du das gute Stück auch altersmäßig grob einstufen? Viel zu erkennen ist da ja nicht mehr.

Mit besten Grüßen
Karlchen

klaupo
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Beitrag von klaupo » Mo 31.08.09 20:44

Grob einordnen geht, ein Jahr kann ich aber nicht erkennen. Was aufgeprägt sein sollte, war ein Ecu aux palmes (wg. der Palmzweige an den Seiten des Wappens). Der wurde zwischen ca. 1694 und 1697 geprägt, dann wechselte das Münzbild. Was unter deinem Stück liegt, kann man nur raten - vermutlich ein Ecu aux huit L 1er type (wg. der 8 L, die hast du in dem Link sehen können). Das war der Typ, der vor deinem Stück geprägt und später mißhandelt wurde.

Gruß klaupo
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Beitrag von Karlchen » Mo 31.08.09 21:18

Klaupo sei umschlungen! :D

Noch genauer brauche ich es auch nicht. Vielen Dank!

Wie kann ich mir denn so eine Überpägung vorstellen, die den Schriftzug am Rand nicht tangiert? Müsste da nicht eine Art Kante am Übergang entstehen?

Gruß
Karlchen

gebewtm
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ebenso rätselhaft...

Beitrag von gebewtm » Di 06.10.09 19:35

Hallo miteinander,

gegooogelt, gesucht und gefunden!
Ich denke, mein zugegebenermaßen ziemlich ramponiertes Stück passt in diesen Themenkreis. Es misst ca. 42 mm im Durchmesser und wiegt ca. 29 Gramm. Es gibt keinen Hinweis auf die Prägestätte und die Jahreszahl der Prägung ist nur zu erahnen (1694?).
Da diese Münze offenbar keine Wertangabe enthält, würde mich interessieren, was man in ihrer Zeit dafür kaufen konnte.

freundliche Grüße
gebewtm
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