Ungereinigte Römische Münzen - Anfängerglück?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » So 06.09.09 22:16

justusmagnus hat geschrieben: Zu bestimmen wird diese Münze sowieso nie sein. Auch nicht unter dem Elektronenmikroskop.
Warum wirfst Du denn schon die Flinte ins Korn? Ich kann im Abschnitt deutlich COS III erkennen.

Mit freundlichem Gruß
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justus
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Beitrag von justus » So 06.09.09 22:20

Deine Augen möchte ich mal haben, Jochen! Oder zumindest dein Bildbearbeitungsprogramm!

mit freundlichen Grüßen

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Mo 07.09.09 00:17

Na ja, ehrlich gesagt ist das dritte I nur zu erahnen! :wink:

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von justus » Di 08.09.09 08:55

Habe hier ein schönes Beispiel für den goldglänzenden Charakter einer Messingmünze gefunden, Tequila. Beim Material handelt es sich um eine antike Kupfer-Zink-Zinn-Legierung, genannt "Aurichalcum", das schon von Plinius [Buch 34, V, 8] erwähnt wurde. Die Photos zeigen die Münze vor und nach der "Totalreinigung".

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Beitrag von areich » Di 08.09.09 08:59

Naja, die war ja 'vorher' wohl auch schon stark gereinigt (oder natürlich durch Umwelteinflüsse so angegriffen). Schade, ist ein netter Typ, den gibt's auch als Reproduktion von Sandoz.

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Beitrag von Peter43 » Di 08.09.09 12:46

Das sin.d doch die Styraxbäume. Dazu gibt es einen längeren Artikel von mir im Historischen Thread.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von Tequila » Di 08.09.09 19:42

Hallo,

natürlich bin ich jetzt eine Besseren belehrt worden. Tatsächlich war die ("Gold"-) Münze total verkrustet, und von einer Patina habe ich nichts gesehen, zumal auch die Münze selbst nach der "Totreinigung" unbestimmbar ist. Schade, aber kein Problem: Ungereinigte Münzen beinhalten sicherlich nicht den "Heilige Gral", aber die ein oder andere Münze aus meinem Lot ist - mit zwar geringem Sammlerwert - trotzdem nahe der Einstufung VZ, und somit recht nett.

Nach meiner "Übungslektion" beabsichtige ich, mich auf Münzen der RÖMISCHEN REPUBLIK vor Chr. bis ca.100 n. Chr. zu spezialisieren.
Sollte ich mich dabei auf bestimmte Münzen (Denare) konzentrieren bzw. kaufen, oder ist auch eine generelle Auswahl ( Denare, Bronzemünzen etc.) für eine Sammlung von Interesse?
In letzterem Fall ist die Auswahl zwar größer, aber bestimmt auch schwerer, eine solche als gute Sammlung aufzubauen.

Vielen Dank im Voraus für eure Meinung.

Gruß Tequila

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Beitrag von justus » Di 08.09.09 19:53

Hallo Tequila,

sei mir bitte nicht böse, aber ... das in einem Lot "Ungereinigter" - Münzen im Erhaltunsgrad "Vorzüglich" gewesen sein sollen, das kann ich fast nicht glauben! Zeig' uns diese Münzen doch bitte mal. Dann laß ich mich ja vielleicht eines Besseren belehren!

Grüße Justus

P.S. Die römische Republik beginnt im Jahre 509 v. Chr. (Vertreibung des letzten etruskischen Königs Lucius Tarquinius Superbus) und endet mit der Errichtung des römischen Kaisertums am 13. Januar 27 v. Chr. Du beabsichtigst also auch Münzen aus der Prinzipatszeit, d. h. der frühen Kaiserherrschaft zu sammeln. Na dann mal viel Spaß! Da hast du dir ja gleich den "teuersten" Bereich der römischen Numismatik rausgesucht!

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Beitrag von areich » Di 08.09.09 20:00

Es gibt ja immer wieder Diskussionen zu Erhaltungsgraden und verschiedene Herangehensweisen aber was es auch gibt, ist die Angewohnheit eigene Münzen
völlig überzubewerten, besonders am Anfang.

Aber dann ist es eben das, was ich 'gefühltes' vz nenne. ;)

Ich denke, für so eine Spezialisierung ist es noch viel zu früh.
Aber ich kann mich auch irren, pass nur bitte auf, daß Du jetzt nicht
lauter wahnsinnig teure Münzen kaufst, die wirst Du, falls sich Dein Geschmack ändert nur mit Verlust wieder los. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich ein Gebiet gefunden habe, wo ich mich wohl fühle.
Zuletzt geändert von areich am Di 08.09.09 20:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von quisquam » Di 08.09.09 20:02

Tequila hat geschrieben:Nach meiner "Übungslektion" beabsichtige ich, mich auf Münzen der RÖMISCHEN REPUBLIK vor Chr. bis ca.100 n. Chr. zu spezialisieren.
Sollte ich mich dabei auf bestimmte Münzen (Denare) konzentrieren bzw. kaufen, oder ist auch eine generelle Auswahl ( Denare, Bronzemünzen etc.) für eine Sammlung von Interesse?
In letzterem Fall ist die Auswahl zwar größer, aber bestimmt auch schwerer, eine solche als gute Sammlung aufzubauen.
Was verstehst Du unter einer "guten Sammlung"? Ich würde erst einmal quer Beet sammeln, ganz nach Gefallen, um herauszufinden was Dir am meisten zusagt.

Die meisten Sammler haben eine persönliche Vorliebe entweder für Bronze oder Edelmetall. Es kommt auch auf die Epoche an. Bronzen der Republik gelten, nicht ganz zu Unrecht, als langweilig und das Angebot am Markt ist recht spärlich. Und in wirklich attraktiver Erhaltung sind sie so gut wie nicht zu bekommen, was auch viele abhält sie zu sammeln. Denare des 1. Jhdts n. Chr. können sehr teuer sein, vor allem von Caligula und Claudius, während die Bronzen durchaus erschwinglich sind.

Wenn Du dich tatsächlich auf die genannte Periode spezialisiert wird es also praktisch zwangsweise mehr oder weniger auf Denare der Republik und Bronzen des 1. Jhdts n. Chr. herauslaufen.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Beitrag von klausklage » Di 08.09.09 20:16

Hi Tequila,

üblicherweise wollen Sammler am Anfang ihrer Karriere möglichst viele Münzen und kaufen dafür billigere Exemplare. Später steigen dann die Ansprüche und man kauft weniger, dafür besser erhaltene Stücke.
Du solltest Dir als Sammelgebiet also zunächst etwas suchen, wo Du Dir mit vertretbarem finanziellen Aufwand einen ansehnlichen Grundstock für Deine Sammlung zulegen kannst. So kriegst Du z.B. bei den Severern, den Soldatenkaisern oder aus der Familie Konstantins für rund 20 € schon wirklich schöne Münzen (in der von Dir genannten Zeitperiode müsstest Du eher mit 100 € für die gleiche Qualität rechnen). Oder halte Ausschau nach bestimmten Rückseitenmotiven, z.B. Tiere oder Götter, auch da gibt es günstige Möglichkeiten.
Später kannst Du dann immer noch zu höherpreisigen Münzen übergehen, wenn Du Dich ein bisschen auskennst, dann hast Du auch mehr Spaß daran und kannst den Wert besser einschätzen.

Viel Spaß beim neuen Hobby,
Olaf
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Beitrag von Tequila » Di 08.09.09 21:12

Hallo,

natürlich kenne ich mich noch nicht in der Materie aus, aber ich denke, eine schöne Münze für 100 - 200 Euro>< pro Monat bringt innerhalb der nächsten zehn Jahre auch eine nenneswerte Sammlung. Ich sehe das ganze eher als schönes Hobby und damit eher langfristig, schließlich soll das Sammeln Freude machen und nicht in einem Wettbewerb ausarten.

Zum Thema VZ: Wenn ich richtig liege, ist sowohl die Patina als auch der allgemeine Zustand der Münze ( lesbare Legende, deutliche Abbildung etc.)
das entscheidende Kriterium, auch wenn die Münze selbst 08/15 ist.
Bei Gelegenheit werde ich mal die ein odere Münze im Forum vorstellen und
ggf. um Bestimmungshilfe bitten.
Sicherlich alles kein Knaller ( wohl Constantin & Co.), aber sehr gut erhalten und mit vollständiger Patina.

Herzliche Grüße an alle
Tequila

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Beitrag von quisquam » Di 08.09.09 21:25

Eine vorzügliche Münze darf keine nennenswerte Abnutzung auch der erhabensten Partien aufweisen. Schöne Patina, gute Zentrierung etc. sind zusätzliche Pluspunke und sind natürlich mit preisbestimmend, fließen aber nicht in den Erhaltungsgrad ein.

Grüße, Stefan
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Beitrag von areich » Di 08.09.09 21:31

Wenn Du Dich auf eine Münze pro Monat beschränken kannst und dann richtig gut erhaltene (und schöne) kaufst ist das sicher vernünftig. Da das Münzsammeln aber für viele etwas von einer Sucht hat, ist es nicht immer vernüntig.

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Beitrag von Tequila » Di 08.09.09 22:06

Ich denke auch, daß ich nicht immer vernünftig bin, und lass mich einfach mal von meiner "Sucht" überraschen - sofern das Haushaltsgeld mit spielt ...

Aber das Sammelgebiet "Römische Republik" würde mich schon interessieren, vielleicht auf die letzten zwei Jahrhunderte begrenzt. Mal sehen, LANZ hat ja auf Ebay ab und zu ein paar seriöse Angebote in den Auktionen.

Viele Grüße
Tequila

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