Grünfrass-aus dem Nichts entstanden.

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

indiacoins
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Beitrag von indiacoins » Mo 05.10.09 12:19

Areich: Wohl aber ist das Wachs für andere Münzen nützlich, die nicht von der Bronzepest befallen sind.




"
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Bronzepest in Plastiktüten viel schneller
voranschreitet. "

das stimmt genau, ist aber die einzige Versandmöglichkeit, die ich kenne.

Ich habe mir Tütchen aus Drucker- Papier gemacht.
Und die waren auch nach 4 Tagen aussen totalgrün durchgefärbt. Innen drinnen war es schrecklich anzusehen.

Dr.Fishman hat mir vor 1 Woche Münzen in Vakuumfolie zugesendet. Nur,was passiert nach dem Öffnen?- Bis jetzt nach 1 Woche sind sie noch ok.

Es scheint im übrigen 2 Arten von Judaea Münzen zu geben:

Die mit grünber Patina, welche sooft gammeln und Stücke mit einer orangenfarbenen Auflage/ Erdresten, die einfach so bleiben wie sie sind.
Eine ganz unnatürliche Farbe für Erde, würde ich sagen, dieses Orange.
Und die Orangenen Münzen findet man fast ausschließlich bei den römischen Procuratoren. Alles davor ist grün. Möchte mal wissen. ob das Lehm ist oder was sonst?

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tilos
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Beitrag von tilos » Mo 05.10.09 20:34

Als Ursache werden in Fachkreisen (Metallrestaurierung) verschiedene wasserlösliche Salze (häufig "Chlorsalze") angegeben. Entweder liegen diese bereits im (am) Metall vor - z.B. bei Salzwasser- oder Salzbodenfunden, oder sie bilden sich durch Einwirkung diverser Exhalate (Säuren, Weichmacher, Monomere) verschiedener Kunststoffe. Oft genannt wird hier das Weich-PVC.

In der Restaurierung geht man deshalb im Groben wie folgt vor:
- gründliche Entsalzung !!!
- Behandlung mit BTA
- tiefgründige Trocknung
- Wachsimprägnierung (in erwärmter Vakuumkammer) um den Porenraum zu füllen und die Oberfläche zu versiegeln; damit wird die Münze im Weiteren vor Feuchtigkeits-, Sauerstoff- und Exhalateinfluss geschützt
- Aufbewahrung in "chemisch neutralen" Behältnissen

Soweit ich weiß, verfährt man in der Metallrestaurierung aus prophylaktischen Gründen generell so.

Gruß in die Runde
Tilos

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Huehnerbla
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Beitrag von Huehnerbla » Fr 09.10.09 11:49

areich hat geschrieben:Warum wird denn immer noch Wachs zur 'Konservierung' benutzt, etwa
wegen dieser unsinnigen Geschichte, das British Museum würde das auch machen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Bronzepest in Plastiktüten viel schneller
voranschreitet.
Der Kunststoff spielt hier sicher keine Rolle. Allerdings die konstante Luftfeuchtigkeit im Plastikbeutel. Bronzepest (oder besser gesagt: Kupfer(II)-chlorid-Dihydrat) kann sich ohne Wasser nicht ausbreiten. Das ist auch der Grund für das Wachs: keine Luftfeuchtigkeit an der Münze - kein Kupfer(II)-chlorid-Dihydrat.
Gruß
Jürgen

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areich
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Beitrag von areich » Fr 09.10.09 12:06

Aber da gibt es doch andere Möglichkeiten.
Eine Wachsschicht auf einer Münze ist für mich ein Mangel, so wie eine künstliche Patina, den man beim Verkauf in der Beschreibung erwähnen muß.
Ich würde so eine Münze dann nicht kaufen.
Sicher, in der Theorie geht es ganz einfach ab, in der Praxis ist das nicht immer so.
Ich finde das Wachsen von Münzen eine Unsitte, es sieht schlimm aus und fühlt sich unangenehm an.

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Beitrag von indiacoins » Fr 09.10.09 12:23

Dann muß man aber genauso erwähnen, wenn die Münzen in Benzotriazol gelegen haben, weil das eben gesundheitsschädlich ist und der Käufer die Münze garantiert ohne Handschuhe anfassen/auspacken wird.

Das aber habe ich aber bisher nirgendwo gelesen. Ich werde dazu schreiben" In Bezotriazollösung korrosionsinhibitoniert"

-Was ist zu wenn z.B jemand eine Münze für ein Kind als Geschenk gekauft hat?. Die wissen doch gar nicht, daß sie Gift in den Händen halten!-


Überigens halte ich " Bezotriazol für das voraussichtliche" Wort des Jahres "in den Münzforen :-)
Es wundert mich, daß es da bisher nur 1 einzigen Zubehör-Anbieter gibt.

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Beitrag von Huehnerbla » Fr 09.10.09 13:01

indiacoins hat geschrieben:Dann muß man aber genauso erwähnen, wenn die Münzen in Benzotriazol gelegen haben, weil das eben gesundheitsschädlich ist und der Käufer die Münze garantiert ohne Handschuhe anfassen/auspacken wird.
Der schöne grünliche Belag, wegen dem man Benzotriazol anwendet, ist übrigens noch wesentlich schädlicher für die Gesundheit ... :wink:
Gruß
Jürgen

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Beitrag von areich » Fr 09.10.09 13:05

Es geht nicht um die Gesundheit sondern darum, daß es ein Mangel ist, wie eben eine künstliche Patina. Es hat auf der Münze nichts zu suchen und macht sie deutlich weniger attraktiv. Eine von mir gekaufte Münze, von der sich herausstellt, daß sie gewachst ist würde ich höchstwahrscheinlich zurückschicken. Etwa so, als wenn sie zaponiert wäre, ohne daß das in der Beschreibung erwähnt wurde.

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Beitrag von indiacoins » Fr 09.10.09 15:05

Ich sehe farbloses Knoservierungswachs nicht als Mangel, da man es spurlos mit einem Papiertuch entfernen kann.Die Qualität der Münze wird durch das Wachs nicht gemindert. Wenn die Münze in Wachs aufgekocht und anschließend abgeputzt wurde, kann man sogar überhaupt nichts erkennen.

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Beitrag von areich » Fr 09.10.09 15:14

Das wage ich zu bezweifeln.
Spur- und gefahrlos entfernen läßt es sich sicher höchstens von einer geschlossenen, glatten und festen Patina und wenn man die hat braucht man ja erst recht kein Wachs.

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Beitrag von Huehnerbla » Fr 09.10.09 16:04

Die Frage bleibt, was ich gegen den Lochfraß unternehmen kann:
1. Chemisch behandeln: geht nicht, da es manche Sammler als Mangel ansehen
2. Mechanisch beseitigen: reicht nicht, da der Prozess dadurch nicht gestoppt wird
3. Thermisch behandeln: reicht nicht, da der Prozess dadurch nicht gestoppt wird
4. versiegeln: geht nicht, da es manche Sammler als Mangel ansehen
5. gar nichts machen: dann löst sich die Münze irgendwann in Staub auf

Meine Meinung: Behandlung ja, aber nur im absolut notwendigen Rahmen.

[ironie]Ein Patina-Perfektionist betrachtet den Zerfall der Münze ohne einzugreifen - damit die Münze keinen Mangel erleidet.[/ironie]
Gruß
Jürgen

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Beitrag von areich » Fr 09.10.09 16:45

Was ist denn das Problem an der mechanischen Beseitigung kombiniert mit der chemischen Behandlung (wenn sie denn funktioniert)?

Versiegeln doch außerdem gar nicht gegen Bronzepest,
VIELLEICHT zur Vorbeugung aber nicht zur Behandlung.

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Beitrag von Huehnerbla » Fr 09.10.09 17:16

Das Problem ist, dass durch die chemische Behandlung eine künstliche Patina auf der Oberfläche entsteht. Versiegeln bei Münzen ist nur dann angeraten, wenn die Bronzepest kurze Zeit nach der chemischen Behandlung wieder auftritt.

Die beste Vorbeugung ist übrigens die trockene Lagerung. Unterhalb 33%rL wird Bronzepest bei Zimmertemperatur kaum auftreten.
Gruß
Jürgen

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Beitrag von indiacoins » Fr 09.10.09 19:13

Normale Lufttfeuchtigkeit in der Wohnung beträgt aber um die 40-60%. Bei Heizung sogar bis 80%.Wie soll man dann auf 33 % runter? Jede Münze in einen Beutel mit Silicagel oder Ceresit legen? Das bringt es dann auch nicht. Ich habe einen Lufttrockner und liege trotzdem noch bei 63 %im günstigsten Raum.
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Beitrag von cepasaccus » Fr 09.10.09 21:04

Huehnerbla hat geschrieben:Das Problem ist, dass durch die chemische Behandlung eine künstliche Patina auf der Oberfläche entsteht.
Nach meinem Verstaendnis veraendert der Korrosionsinhibitor nicht die Patina, aber ausprobiert habe ich es noch nicht.
Versiegeln bei Münzen ist nur dann angeraten, wenn die Bronzepest kurze Zeit nach der chemischen Behandlung wieder auftritt.
Ich habe so meine Zweifel, dass das Einwachsen wirklich gegen die Bronzepest hilft.

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Beitrag von Zwerg » Fr 09.10.09 21:32

Wie soll man dann auf 33 % runter?
Ich kannte einen Sammler, der ist aus genau diesen Gründen nach Las Vegas gezogen.

Der hatte außer dem nötigen Kleingeld auch nie mehr Probleme mit der Bronzepest.

Grüße
Zwerg
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