Dicke der 3-Mark Münzen

1871-1945/48
chillout
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Dicke der 3-Mark Münzen

Beitrag von chillout » Mo 14.09.09 06:58

Guten Morgen, ich bitte um kurze Info, wie dick die 3 Mark Münzen sein müssen. Leider steht dazu nichts in meinem Katalog.
Danke im Voraus + eine schöne Woche!
C.

chillout
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Beitrag von chillout » Mi 16.09.09 07:05

Hallo allerseits,

ich bitte noch einmal um eine Idee, woher ich Angaben zu den Münzdicken beziehen kann. Danke.

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Mynter
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Beitrag von Mynter » Mi 16.09.09 13:29

Hallo,

habe beim Suchen im Netz nichts gefunden und darum im Museum für Geldgeschichte angefragt. Dort teilte man mir mit, dass die Schrötlingsdicke sekundär sei, Angaben dazu fielen dem Experten mit dem ich sprach spontan nicht ein, er versprach mir aber, sich umzuhören.

Grüsse,

Mynter

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Beitrag von chillout » Do 17.09.09 12:43

Danke für die Info - das ist für mich höchst interessant. Schließlich habe ich in einigen Schriften zu Fälschungen immer wieder den "Tipp" gefunden, nebst Durchmesser- und Gewichts- auch die Dickenprüfung vorzunehmen. :?: 8O
Nun warte ich gespannt auf das Ergebnis Deiner Recherche. :idea:

Gruß C.

falschmuenzer
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Beitrag von falschmuenzer » Do 17.09.09 13:11

Die Dicke ist, in gewissen Grenzen, variabel.

Überlegung: Wir sehen den Schrötling als Zylinder. Wir kennen den Durchmesser, das gewünschte Gewicht und die Materialeigenschaften.
Kinderleicht lässt sich jetzt die Höhe bestimmen, mit der das Blech gewalzt werden muss.

Fazit: Die Dicke der Münze hängt von der Prägung ab. Genau spezifizieren lässt sich nur der Schrötling.

Was bleibt dem Sammler: Tauchwäagung (Dazu braucht man leider sehr genaue Waagen, min. 1/100g Auflösung nach eigener Erfahrung)

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Schrötlingdicke, Gewicht und Durchmesser

Beitrag von Mynter » Sa 19.09.09 08:33

falschmuenzer hat geschrieben:Die Dicke ist, in gewissen Grenzen, variabel.

Überlegung: Wir sehen den Schrötling als Zylinder. Wir kennen den Durchmesser, das gewünschte Gewicht und die Materialeigenschaften.
Kinderleicht lässt sich jetzt die Höhe bestimmen, mit der das Blech gewalzt werden muss.

Fazit: Die Dicke der Münze hängt von der Prägung ab. Genau spezifizieren lässt sich nur der Schrötling.
Hallo,

Das Museum hat sich noch nicht gemeldet, aber da ich nun auch neugierig geworden war, habe ich ein bischen gegoogelt und bin dabei auf die Onlineausgabe von Meyers Konversationslexikon von 1895 gestossen. Dort kannst Du unter dem Suchbegriff " Münzwesen " alles zur Münzproduktion im Kaiserreich nachlesen.
Wie falschmünzer schon sagt, kennen wir
- Sollgewicht , sowie die Toleranz ( im Meyer für alle Nominale ab 50 Pf aufgeführt !)
- Diameter
- Im Meyer nicht genannt wird die Dicke der Zaine , doch wie falschmünzer schon ganz richtig sagt, ist diese eng mit den beiden anderen Parametern verbunden. Da die Toleranz sowohl für das Sollgewicht gering ist und mir beim Durchmesser keine bekannt ist, kann es folgerichtig keine nennenswerten Abweichungen der Schrötlingsdicke geben.

Ach ja, besonders interessant : Wir hatten uns neulich über das Gewicht unterhalten. Laut Meyer wurden die Schrötlinge der Goldmünzen in der Tat alle einzeln bearbeitet, bei Silbermünzen nahm man eine summarische Wiegung per Pfund vor und raspelte dann ggf etwas ab. Dieses Abraspeln wurde 1895, so der Meyer ,teilweise noch per Hand vorgenommen, Maschienen waren aber schon bekannt.

Hattest Du bei deiner Anfrage eigentlich eine konkrete Münze vor Augen ?

Grüsse,

Mynter

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Beitrag von Mynter » Mo 12.10.09 09:21

Hallo chillout und alle anderen, die es interessiert,

vom Museum habe ich nie wieder was gehört, ich nehme mal an, dass sie sich auch nicht mehr melden werden.

Ich glaub aber, wir haben die Frage schon selbst beantwortet. Falschmünzer hat auf den Zusammenhang zwischen Durchmesser, Gewicht und Schrötlingsdicke hingewiesen, die auffindbare Literatur ( Meyer , 1885 und post 1900 ) erörtern anhand der Toleranzen und der Herstellungstechnik, wie Abweichungen in Grenzen gehalten wurden. ( Beschaben per Hand oder halbmaschinell )

Bei der Literataursuche bin ich , dem Zufall sei `s gedankt, auf ein interessantes Buch gestossen : Quendstedt: " Die neuen deutschen Münzen " ( 1872 ). Quenstedt behandelt die Währungsfrage allgemein und kommentiert dann das Münzgesetz von 1871, u.a. unter einem herstellungstechnischen Gesichtspunkt. Sinngemäss parafrasiert: " Die Einhaltung der Toleranzen wird je nach Stand der Technik angestrebt ... da es sich beim Sollwert nur um ein Ideal handelt, dem es nachzueifern gilt, gilt es zu erreichen, dass die Schwankungen ein wirtschaftlich erträgliches Mass nicht überschreiten ".

Von Schwankungen des Durchmessers habe ich nur eimal etas gehört, da ging es um bayrische Zweimarkstücke, deren Prägering wohl fehlerhaft war, ergo : die Toleranz muss von der Schrötlingsdicke aufgefangen werden. Frage : Ist das messbar ?

Grüsse, Mynter

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Beitrag von chillout » Di 13.10.09 07:43

Gute Frage: Dann wohl eher GENERELL nicht, da mit einem Messschieber nur die dicken, nicht die dünnen Stellen messbar sind. Und die Anteile dick/dünn je nach Münzbild bei konstantem Durchmesser und Gewicht variieren. ABER: Pro Münzbild MUSS es doch eine resultierende Dicke geben... :?

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Beitrag von Mynter » Di 13.10.09 10:37

Nicht unbedingt, da die Silbermünzen, wie in der zeitgenössischen Literatur zu lesen ist, summarisch behandelt wurden, d.h. die Anzahl der Münzen, die auf ein Pfund Feinsilber ging wurde abgewogen und ein beliebiges Stück ( oder mehrere ) abgehobelt.
Bei Goldmünzen, wie schon gesagt, war man wesentlich genauer, die wurden einzeln behandelt.

Da fiel mir ein : In Berlin gibt es doch die Münze. Wissen die eventuell etwas ? Vielleicht kann man dort noch ein paar der alten Maschinen besichtigen ?

Beziehst Du Dich eigentlich auf eine konkrete Münze ?
Grüsse, Mynter

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Beitrag von chillout » Mi 14.10.09 12:21

@ Mynter: ja, ich hatte da so ein Stück "Uni Berlin" erworben. Ich war nur erstaunt, dass meine Frage nach Kratzern und Kerben beantwortet wurde mit dem expliziten Hinweis des Haftungsausschlusses. danach hatte ich nämlich bei der Münze gar nicht gefragt. Aber gewicht und Durchmesser passen und es ist ein sehr schönes Stück. Glück gehabt.

C.

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Re: Schrötlingdicke, Gewicht und Durchmesser

Beitrag von n@utilus » So 18.10.09 10:54

Hallo,

Das Museum hat sich noch nicht gemeldet, aber da ich nun auch neugierig geworden war, habe ich ein bischen gegoogelt und bin dabei auf die Onlineausgabe von Meyers Konversationslexikon von 1895 gestossen. Dort kannst Du unter dem Suchbegriff " Münzwesen " alles zur Münzproduktion im Kaiserreich nachlesen.


hast du einen link ,wo kann man das im netz nachlesen ohne so ein lexikon
kaufen zu müssen ??

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Re: Schrötlingdicke, Gewicht und Durchmesser

Beitrag von Mynter » So 18.10.09 11:42

n@utilus hat geschrieben: hast du einen link ,wo kann man das im netz nachlesen ohne so ein lexikon
kaufen zu müssen ??
Gedruckt gibt es den Meyer von 1885 sicher nur im Magazinbestand grösserer Biblioteken, sowie antiquarisch.
Hier die Onlinequellen:

Ausgabe von 1885 : retrobibliotek.de

Nicht datiert, aber offensichtlich nach 1900 : figuren-modellbau.de

Viel Spass beim Stöbern.
Grüsse, Mynter

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