Gleichsetzen und Vergleichen

Alles was nichts mit Münzen zu tun hat

Moderator: Locnar

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areich
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Beitrag von areich » Mi 07.10.09 21:20

Was ist das denn für ein unsinniger Beitrag?

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 07.10.09 21:32

octavian hat geschrieben:...gleitet es ab ins den braunen Sumpf. ...

Wo das denn bitte?

Ich finde, die Diskussion wurde gerade in einem sehr guten Ton mit interessanten Argumenten geführt, ohne daß einer dem anderen gleich die Braune-Sumpf-Keule überbrät. Mit Argumenten und in Ruhe zu diskutieren und seine teils unterschiedlichen Standpunkte darzulegen ist in diesem unseren Lande noch nicht verboten.

Geh ins Hotelzimmer und schlaf, vielleicht bist Du jetzt nur sehr müde. Lies dann morgen diesen Thread noch einmal und sag mir dann, wo der braune Sumpf ist, den habe ich bisher noch nicht entdecken können.

Homer
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Lemur
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Beitrag von Lemur » Do 08.10.09 02:22

Können wir uns darauf einigen daß jeglicher Völkermord,aus welchen menschenverachtenden Gründen er auch immer geführt wurde ein nicht in irgendeiner Art zu messendes Verbrechen ist.Dies greift auch ohne dabei zu vergessen oder in irgendeiner Form zu relativieren daß die Shoa durch ihre industrielle Umsetzung einen singulären Tiefpunkt in der Menschheitsgeschichte darstellt.

Um inhaltlich wieder die Kurve zum Ausgangsthema "hinzuwurschteln"möchte ich darauf hinweisen daß sich in irgendeiner Asservatenkammer u.a. eine Münze eines bekannten Massenmörders aus meinem Besitz befindet.Ein Denar Cesars.

:cry:
...das ganze Mee`volle`´öme`.

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areich
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Beitrag von areich » Do 08.10.09 08:30

Das ist doch ein gutes Schlußwort!

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Do 08.10.09 10:06

beachcomber hat geschrieben:
Situation in z.B. Ruanda ganz genauso schlimm ist
andreas,
natürlich ist es für die opfer eines jeden genozides genau so schlimm.
ud natürlich ist das wüten der spanier in südamerika schon ziemlich nah dran, aber die planvolle vernichtung von menschen in eigens errichteten todeslagern, minutiös durchgeführt, mit unglaublichem logistik-aufwand, buchführung über die anzahl der getöten menschen, usw usw.,DAS ist einzigartig und mit nichts anderem zu vergleichen, und, mit verlaub, wohl auch nur in deutschland möglich gewesen!
grüsse
frank
auch ich bin der Meinung, dass der thread geschlossen werden soll.
Eine letzte Anmerkung möchte ich mir allerdings noch erlauben:
die Art und Weise des Mordens ist aus meiner Sicht vollkommen egal- ob nun minutiös oder organisiert - wie Frank schildert- oder mit Macheten oder Gewehren... Das Ziel ist das gleiche - und somit gleichermaßen verachtenswert!

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justus
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Beitrag von justus » Do 08.10.09 10:18

Ich bin stolz auf euch. Jetzt ist mein "Weltbild" wieder in Ordnung. Danke! :D :D :D
mit freundlichem Gruß

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areich
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Beitrag von areich » Do 08.10.09 12:14

nephrurus, das ist ein mindestens genauso gutes Schlußwort!

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Menschen wurden umgebracht

Beitrag von kalle123 » Do 08.10.09 15:42

Hallo,
geschichtliche Unkenntnis habe ich nicht. Mir ist es sehr wohl bekannt was passiert ist. Ich wollte nur sagen, dass es Massenmorde an Juden bereits in der Antike und im Mittelalter gab. Die systematische Ermordung von Volksgruppen (KZ`s) ist meines Wissens eine Erfindung der Engländer im Burenkrieg. Im Alten Testament gibt es eine Geschichte, dass das Volk Israel den Auftrag von Gott hatte ein Volk vollkommen auszulöschen. Es blieb eine Person übrig und der Zorn Gottes kam über Israel. Ich habe eine demokratische Grundeinstelleung und habe nicht das Gefühl etwas verharmlost zu haben. Die meisten dieser Beiträge haben sicher mit dem Münzforum nichts zu tun.
Gruß
kalle

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Beitrag von Pscipio » Do 08.10.09 16:53

Ich dachte, das Thema wäre zu Ende gebracht worden.
Nata vimpi curmi da.

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Sorry

Beitrag von kalle123 » Do 08.10.09 17:26

Na dann sorry, dass ich versucht habe mich aus der rechten Ecke zu befreien, in welche ich mich gedrückt sah.
kalle

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Beitrag von Homer J. Simpson » Do 08.10.09 22:17

Also: Niemand hier ist in der rechten Ecke, dazu halte ich uns für zu vernünftig. Wir verurteilen alle Völkermorde, auch die älteren, wie die in Mittelamerika und die aus der Bibel, deren Opfer, im Gegensatz zu denen des Holocausts der Nazizeit, für uns keine Gesichter und Namen mehr haben. Ich werde jetzt versuchen, diesen Thread zu teilen.

Homer
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Beitrag von KarlAntonMartini » Do 08.10.09 23:19

Von den bösartigen Leugnern des Holocaust reden wir hier nicht, mit denen will hier niemand etwas zu tun haben. - Bei den anderen ist hinsichtlich ihrer Stellung dazu zu berücksichtigen, daß inzwischen bald die dritte Generation nachgefolgt ist und die Erinnerung sich verändert. Es gibt die erste Generation, sowohl der Täter, wie der Opfer davon leben nur wenige noch. Die letzten Täter stehen vor Gericht (was nach so langer Zeit eigene Probleme aufwirft) und die letzten Überlebenden oder deren direkte Nachkommen sind hochbetagt. Ich habe wissenschaftlich zu einem Teilaspekt der Judenverfolgung geforscht und habe auch anders noch eine kleine Anzahl von Überlebenden aus Auschwitz oder Theresienstadt und etliche ihrer Nachfahren persönlich kennengelernt. Für mich wird die Shoah deshalb immer etwas sein, was in seinem Schrecken außerordentlich, was mit anderen historischen Ereignissen unverwechselbar ist. Nur, ich werde diese sehr persönlichen Erfahrungen nur unvollkommen an meine Kinder weitergeben können und es gibt sicher schon eine ganze Anzahl jüngerer Menschen, für die der Holocaust Schulstoff ist, wie anderer eben auch. Soll, kann man das verhindern? - In etlichen Beiträgen hier hat man, meine ich, nicht etwa heimlich rechte Einstellungen gesehen, sondern einfach wachsende zeitliche und damit "empathische" Distanz. - Grüße, KarlAntonMartini
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tilos
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Re: Menschen wurden umgebracht

Beitrag von tilos » Fr 09.10.09 02:05

kalle123 hat geschrieben:Hallo,
geschichtliche Unkenntnis habe ich nicht. Mir ist es sehr wohl bekannt was passiert ist. Ich wollte nur sagen, dass es Massenmorde an Juden bereits in der Antike und im Mittelalter gab. Die systematische Ermordung von Volksgruppen (KZ`s) ist meines Wissens eine Erfindung der Engländer im Burenkrieg. Im Alten Testament gibt es eine Geschichte, dass das Volk Israel den Auftrag von Gott hatte ein Volk vollkommen auszulöschen. Es blieb eine Person übrig und der Zorn Gottes kam über Israel. Ich habe eine demokratische Grundeinstelleung und habe nicht das Gefühl etwas verharmlost zu haben. Die meisten dieser Beiträge haben sicher mit dem Münzforum nichts zu tun.
Gruß
kalle
Es ist mir sehr schwer gefallen, Deinen „geschichtlichen“ Anmerkungen nicht zu widersprechen. Aber ich habe mich dann doch selbstdiszipliniert und das Ende der Debatte respektiert. Nun ist aber der (überwiegend vernünftig gelaufene) Diskurs, den ich ja ungewollt mit meiner kleinen Anmerkung zum Gebrauch der Deutschen Sprache ausgelöst hatte, im „off topic“ wieder verfügbar, so dass ich jetzt doch Gelegenheit erhalten habe, Deine Geschichtskenntnisse ein wenig nachzubessern:

Vermutlich spielst Du mit der Bemerkung des Auftrages an die Juden ein ganzes Volk auszulöschen (korrekt sogar mehrere Völker), auf das 5. Buch Moses 7: „1 Wenn dich der HERR, dein Gott, ins Land bringt, in das du kommen wirst, es einzunehmen, und er ausrottet viele Völker vor dir her, die Hethiter, Girgaschiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du, 2 und wenn sie der HERR, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du an ihnen den Bann vollstrecken.“ etc. an. Das mußt Du dann konsequenter Weise aber JHWH anlasten und nicht (nur) den Juden. Mal abgesehen von der unbedeutenden Tatsache, dass es sich bei dem zit. Werk (AT) mitnichten um eine authentische Geschichtsquelle handelt. Du kannst doch eine erfundene Geschichte aus einem „Sagenbuch“ unmöglich einer geschichtlichen Tatsache wie dem Holocaust gleichstellen. Dann könnten wir auch behaupten, "die Juden" haben Christus ermordet. Und später haben dann mal Christen die Juden ermordet. Sorry, das hast Du sicher nicht so gemeint, aber letztlich liest sich das so.

Und dann noch die, wie ich finde ungeheuerliche, Behauptung, die systematische Ermordung von Volksgruppen mittels Konzentrationslagern, wäre eine Erfindung der Engländer aus dem Burenkrieg.
Hier mal ein Zitat aus einem einschlägigen Lexikon:
„Ursprünglich stammt der Begriff Konzentrationslager aus dem Spanischen. Verwendet wurde er erstmals während der Niederschlagung eines Aufstands gegen die spanische Kolonialmacht auf Kuba 1896. Dort wurden Bauern, die nicht als Aufständische behandelt werden wollten, aufgefordert sich in campos de concentración zu begeben“
Und weiter:
„Der britische General Horatio Herbert Kitchener ließ während des 2. Burenkrieges (1899–1902) in Südafrika Concentration Camps einrichten, um dort etwa 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, zu internieren, wovon über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten starben.“
Diese unmenschliche Tatsache ist mitnichten schön zu reden, hat aber rein gar nichts mit einer systematischen Ermordung von Volksgruppen in eigens hierfür konstruierten Menschenvernichtungslagern zu tun, wie es Deiner Meinung nach die Engländer „erfunden“ haben sollen. Auch hier unterstelle ich Dir keine böse Absicht, aber da hast Du Dich ausgerechnet in eine der „beliebtesten“ geschichtsrevisionistischen Thesen der Holocaustrelativierer verrannt.

Was Du mit MASSENMORDEN an Juden BEREITS in der Antike und im Mittelalter (hier vielleicht die Judenpogrome) meinst, weiß ich auch nicht so recht.

Das ist jetzt starker Tobak, aber das musste ich einfach loswerden.

Nichts für ungut
Tilos

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Geschichtsaufarbeitung

Beitrag von kalle123 » Fr 09.10.09 10:26

Zunächst möchte ich mich für den geschichtlichen Nachhilfeunterricht bedanken. Eigentlich wollte ich zu diesem Thema nichts mehr sagen. Ich wurde 1958 geboren. Meine Eltern behielten sich recht bedeckt über die Vergangenheit. Beide in Bauerndörfern aufgewachsen. Vater als Soldat an Ostfront, später Kriegsgefangenschaft (Afrika, Amerika). Mutter Magd. Der Geschichtsunterricht über die Jahre 1936 bis 1948 kam viel zu kurz. Eine realistische Aufarbeitung der Deutschen Geschichte in diesen Jahren war, so wie auch heute Tabuthema. Der Holocaust ist in diesen Jahren das vorbeherrschende Thema. Wie konnte es überhaupt dazu kommen? Mit der Machtergreifung Hitlers kam es doch nicht automatisch zum Holocaust? Der Holocaust zielte auf eine systematische Ausrottung des jüdischen Volkes in Konzentrationslagern durch Giftgas. Bevor die Insassen umgebracht wurden, mussten diese sehr viel leiden: Hunger, Zwangsarbeit, medizinische Versuche, Psychoterror usw.. Ob der größte Teil der deutsche Bevölkerung davon wusste, das weiß ich nicht. Es soll ein Buch geben, in welchen diese Ereignisse vorhergesagt wurden. Die Bevölkerung zu dieser Zeit konnte es kaufen. Wir dürfen es nicht mehr erwerben. Warum? Ist das in einer über jahrzehnten gewachsenen Demokratie wirklich so gefährlich? Wer ein wenig geschichtlich bewandert ist, weiß von welchem Buch ich rede. Ich selbst hatte dies noch nie in der Hand. Eine realistische Aufarbeitung der Deutschen Geschichte während der Jahre 1938 bis 1948 ist meiner Meinung nach für Personen, welche nach dem Krieg geboren wurden nicht möglich. Falls eine Person irgendein Ereignis während dieser Zeit "gut" findet, wird diese automatisch dem "Braunen Sumpf" zugeordnet und wird zum Schweigen verdammt. Kriegsverbrechen der Allierten (Bombadierung Dresdens, Atombombe, usw.) dürfen erst gar nicht erwähnt werden.

Gruß Kalle
(Sicher gibt es wieder einen großen Aufschrei)

andi89
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Beitrag von andi89 » Fr 09.10.09 12:42

Hallo!
kalle123 hat geschrieben:Eine realistische Aufarbeitung der Deutschen Geschichte in diesen Jahren war, so wie auch heute Tabuthema.
Dass ich dem zweiten Teil dieser Aussage so nicht zustimmen würde, liegt vermutlich an unserer unterschiedlichen Auffassung einer "realistischen Aufarbeitung". Bei uns wurde das Thema, wie ich finde angemessen behandelt.
kalle123 hat geschrieben:Ist das in einer über jahrzehnten gewachsenen Demokratie wirklich so gefährlich?
Das habe ich mich aber in der Tat auch schon des öfteren gefragt. Meine Antowort: Nein!

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"...nam idem velle atque idem nolle, ea demum perniciosa amicitia est." (frei nach C. Sallustius Crispus)

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