Wieviele römische Münztypen gibt es?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Beitrag von Posa » Mi 21.10.09 10:01

- obgleich ich keine modernen sammle, möchte ich hier mal einwerfen, dass man das auch anders sammeln kann als unter Abarbeitung einer Fehlliste (Außerdem: Wem´s Spaß macht, der darf!). Das Sammelgebaren eines jeden wirkt auch im antiken Bereich bisweilen befremdlich auf den Nächsten. Stichwort: Lagertor, Gallienuszoo, Reitetrsturz, Gloria-Romanorum-Standarte-Männchen-Kombinationen, auch da wird auf einer bestimmten Ebene mit Fehllisten gearbeitet. Ja selbst die Jagd nach unpublizierten Stücken kann Befremden erwecken.

Übrigens: Ist euch die Geschichte "Nachbarin, Tod und Solidus" von Arno Schmidt bekannt? Eine klasse Geschichte, in der es auch ums Sammeln geht...
Zitat: " Mein Großvater war Sammler. Begeistert, leidenschaftslos, ruchlos, wie solche Menschensorte ist."

Grüße: Posa

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Beitrag von Numis-Student » Mi 21.10.09 10:02

Hallo,
ich sammle nebenbei auch moderne Münzen, habe aber von der Antike die Einstellung übernommen, dass ich nicht alles komplett brauche ;-) Etwas schönes, interessantes, rätselhaftes lege ich mir immer in die Sammlung.
Aber bei den Römern kann man wundervoll eifach das sammeln, was einem gefällt und was man sich leisten kann. Es gibt eine sehr große Fülle an Material, und immer noch findet man auch neue Typen, die es in der Literatur noch nicht gibt.
So versuche ich, einigermassen gleichmässig vom ersten bis zum fünften Jahrhundert zu streuen, Schwerpunkte bilden sich bei mir je nach finanziellen Möglichkeiten :-)
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Numis-Student » Mi 21.10.09 10:08

Posa hat geschrieben:
Lagertor, Gallienuszoo, Reitetrsturz, Gloria-Romanorum-Standarte-Männchen-Kombinationen, auch da wird auf einer bestimmten Ebene mit Fehllisten gearbeitet.

Ja selbst die Jagd nach unpublizierten Stücken kann Befremden erwecken.


Zitat: " Mein Großvater war Sammler. Begeistert, leidenschaftslos, ruchlos, wie solche Menschensorte ist."

Grüße: Posa
Hallo Posa, bei Lagertor, Reitersturz und Gloria-Romanorum lege ich mir pro Kaiser nur wenige Exemplare, und auch dann nur, wenn sie aus unterschiedlichen Münzstätten sind oder sich durch Links-/Rechtsportrait unterscheiden. Den Gallienuszoo sehe ich als unterschiedliche Typen, die ich mir prinzipiell alle hinlegen würde.

Ich jage nicht nach unpublizierten Stücken. Wenn ich zuhause beim Bestimmen merke, das eizige Zitat ist RIC -, dann ist es halt so und ich freue mich drüber, aber in erster Linie geht es mir um Münzen, nicht um Zitate.

Ist das Zitat nicht ein heftiger Widerspruch ?

Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Posa » Mi 21.10.09 12:09

Hallo Numis-Student, das obige Zitat ist natürlich in sich widersprüchlich, aber auch gezielt so angelegt. Literatur eben.

Was den Rest angeht möchte ich nur deutlich machen, dass sich das Sammeln von antiken oder modernen Münzen voneinander unterscheiden kann, aber keineswegs muss, zumal als Tertium comparationis stets das Sammeln erhalten bleibt.
Die Unterschiede liegen also nicht im Objekt des Gesammelten, wie oben mehrfach angedeutet wurde, sondern im Subjekt des Sammelnden und seinen Neigungen, Vorlieben,.....

Grüße Posa

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Beitrag von areich » Mi 21.10.09 12:35

Natürlich, aber Euromünzen sammelt man in der Regel auf Vollständigkeit
also wird die Art des Sammelns schon sehr stark vom der Art des Gesammelten beeinflusst und andersherum. Während man antike Münzen (oder zumindest ein Teilgebiet) auf Vollständigkeit sammeln kann, fällt es mir sehr schwer, mir vorzustellen, daß man bei Euros überhaupt anders sammeln können soll. Ab und zu mal eine interessante Münze aus dem Portemonnaie
beiseite zu legen ist eher kein Sammeln.

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Beitrag von Numis-Student » Mi 21.10.09 12:55

areich hat geschrieben:...fällt es mir sehr schwer, mir vorzustellen, daß man bei Euros überhaupt anders sammeln können soll. Ab und zu mal eine interessante Münze aus dem Portemonnaie
beiseite zu legen ist eher kein Sammeln.
Doch, dazwischen gibt es noch meine Art der Euro-Sammlung: Der Versuch, komplett zu sein existiert zwar, aber ich sammle nur aus dem Umlauf, habe also weit mehr Lücken als jemand, der wegen jeder Neuausgabe sofort einen Händler aufsucht. Und diese Lücken stören mich nicht wirklich, weil ich von den Münztypen her komplett bin.
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von Posa » Mi 21.10.09 13:03

Als Römersammler sammelt man hinterher, d.h., unser Sammelschatz ist abgeschlossen und damit per se endlich. Ein Eurosammler sammelt mit. Lass mal 1000 Jahre lang Euros geprägt werden, da gibt es auch ordentlich was zu sammeln.
Ich finde es durchaus spannend ein wachsendes Währungssystem von seinen Anfängen an sammelnd zu begleiten. Das ist kurz hinter der Startlinie vielleicht nicht besonders aufregend, aber immerhin gibt es hier "echte" Neuigkeiten. Wir kramen zwischen alten Hüten und freuen uns, wenn wir einen mit einer besonders bunten Feder finden.

Glaubst Du nicht, dass es auch Römer gab, die gerne einen Gallienuszoo besaßen?

Posa

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Beitrag von areich » Mi 21.10.09 13:06

Das ist zumindest viel sinnvoller, da Du auf die Art Dein Geld wieder reinbekommst, wenn Du Dich mal von der Sammlung trennen willst.
Du mußt nichtmal verkaufen, sondern kannst direkt gegen Lebensmittel tauschen. Ich würde niemals mehr als einen Euro für eine Euromünze bezahlen.

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Beitrag von Lemur » Mi 21.10.09 16:23

Da wir schon beim Thema Sammeln und im speziellen beim Sammeln von modernen Münzen angekommen sind möchte ich an dieser Stelle mal "mein
komisches Sammelverhalten"dahingehend beschreiben.
Ich sammele alles wozu ich einen persönlichen Bezug herstellen kann.
Eine kleine Querschnittsammlung habe ich eigentlich zu den meisten von mir besuchten Ländern bzw. Regionen.
Komplettheit?
Was `n das? 8)
Selbiges gilt auch für mich intressierende Themenbereiche.Und damit wäre ich (unter anderem)wieder bei den Römern angelangt.
Zu meinem Umgang mit der römischen Antike gehört auch deren Rezeption in der Moderne.
Daher habe ich mir beispielsweise ein italienisches 5 cent Stück aus der Geldbörse gefischt und zur "Sammlung"gelegt.Hier finden sich aber auch Trier Notgeldstücke(um 1920) mit den Motiven "Porta Nigra" u. "Kaiserthermen".Tunesische 1Dinar Silbergedenkmünzen(von 1969)mit der Darstellung des Amphitheaters von Thysdrus(EL Djem) und des römischen Sufetula(Sbeitla).
Auch meine ernsthafte Antikensammlung weicht sicher von einer klassischen Sammelstruktur ab. Der Rahmen wird durch eine mehr oder weniger breite Querschnittsammlung vom Aes Grave bis hin in die"frühbyzantinische"Phase.Ich habe das zeitlich erst mit Phocas beendet.Innerhalb dieser Querschnittsammlung gibt es aber verschiedene Schwerpunkte.So wird die Zeitspanne von den Flaviern bis hin zu den Severern von mir intensiver gesammelt als andere Perioden.
Reitersturzvarianten gibt es deutlich mehr als z.B.Lagertore,aus dem frühen zweiten Jh.gibts deutlich mehr Provinzialbronzen auf meinen Brettern(wo auch immer sie gerade sein mögen :twisted: )als aus anderen Perioden.Ein weiteres Augenmerk habe ich auf das gallische(+britische)Sonderreich gerichtet.
Weiterhin sammele ich auch manchmal nach Tiermotiven(Elephanten,Ziegen)und schließlich ganz einfach auch nach optischem Gefallen.
Kurz und knapp:Meine Sammelmotivationen sind sehr mannigfaltig.
Zwei Dinge zählen allerdings nicht dazu:Komplettheitsanspruch und Wertsteigerungserwartung.
Sammlergruß
Lemur
...das ganze Mee`volle`´öme`.

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