Postumusmünze mit Auflagen - reinigen oder belassen?

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vitellius2009
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Postumusmünze mit Auflagen - reinigen oder belassen?

Beitrag von vitellius2009 » Mo 02.11.09 23:14

Hallo Leute!

Hätte kurz eine Frage zu einer Postumus Münze aus meiner Sammlung.

POSTUMUS, 259-268 AD.
Antoninianus, 20mm - 4.03 g
Trier. Geprägt: 260/261 AD.
VS: IMP C POSTVMVS P F AVG, Büste nach rechts
RS: LAETITIA AVG, Galeere nach links
RIC V 73; Mairat 18; RSC 167a.

Wie man gut erkennen kann, hat die Münze an der Rückseite ein paar grüne Auflagen.
Die wirken auf der ansonsten sehr schönen Münze etwas störend wie ich finde.

Kann man diese Auflagen Eurer Meinung nach ohne größeren Aufwand bzw. ohne Hilfsmittel wie Mikroskop gefahrlos entfernen? Oder, als Unerfahrener in Sachen Münzreinigung, besser die Finger davon lassen?

Vielen Dank und liebe Grüße
vitellius2009
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Postumus
Antoninianus, 20mm - 4.03 g

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Beitrag von Numis-Student » Mo 02.11.09 23:20

Hallo,
ich würde das Stück so lassen. Wenn man da Spuren einer unsachgemässen Reinigung hat, ärgert man sich doch immer wieder, wenn man das Stück sieht...
Schöne Grüße,
MR

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Dapsul
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Beitrag von Dapsul » Mo 02.11.09 23:28

Stört nicht; würde ich lassen. Ich bin aber ohnehin kein Freund von großen Reinigungsaktionen.

Gruß - Frank

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Beitrag von vitellius2009 » Di 03.11.09 23:46

Hallo miteinander!

Vielen Dank für Eure Meinungen.

Ist, glaube ich, wirklich am vernünftigsten, die Finger davon zu lassen.
Ich würde mir wirklich in den Hintern beißen, wenn da bei einem Reinigungsversuch etwas daneben geht.
Vor allem, da ich nach einem Laetitia Postumus in dieser Qualität länger gesucht habe :)

Schöne Grüße,
vitellius2009

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Beitrag von drakenumi1 » Mi 04.11.09 09:34

Sozusagen nach Redaktionsschluß noch ein Vorschlag, da das giftige Grün mich auch stören würde: Schabe mit Deiner Taschenmesserspitze vorsichtig die keinen Spitzen der grünen Bereiche weg, danach mit einem grauen oder schwarzen Filzstift das Grün überdecken. Sollte es nicht gefallen, kannst Du mit Verdünnung alles wieder wegwaschen. Besonders bei dunkler Tönung der Münze m.E. ein ganz passabler Weg. Aber das Münzmetall ist ja eh hier recht dunkel.
Übrigens ist das mechanische Entfernen solcher Geschwüre grundsätzlich abzulehnen, da darunter sich Mulden auftun, die noch wesentlich unansehnlicher wirken.

Grüße von

drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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Beitrag von Numis-Student » Mi 04.11.09 09:36

Wem solche Münzen zu schlecht erhalten sind und nicht gefallen, darf sie gerne mir schenken ;-)
MR

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Beitrag von areich » Mi 04.11.09 09:56

Besonders wenn man keine Erfahrung damit hat, sollte man die Finger davon lassen, dann macht man's nur noch schlimmer. Lieber eine winzige Verkrustung als Kratzer im Metal, mit Filzstift übermalt. Aber das ist sicher Geschmackssache.

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Beitrag von beachcomber » Mi 04.11.09 10:00

Übrigens ist das mechanische Entfernen solcher Geschwüre grundsätzlich abzulehnen, da darunter sich Mulden auftun, die noch wesentlich unansehnlicher wirken.



drakenumi, du irrst! :)
unter diesen grünen auflagen ist mit sicherheit relativ gutes silber, und die mechanische entfernung sollte nicht allzu schwer sein. wahrscheinlich reicht einfach druck von oben aus, um die grünen punkte abplatzen zu lassen.
grüsse
frank

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Beitrag von areich » Mi 04.11.09 10:27

Wenn man's kann!
Wenn nicht sollte man die Finger (und das Taschenmesser) von der Münze lassen. Außerdem geht es hier doch um antike Münzen, die gibt's eben nicht in 'polierte Platte'.

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Beitrag von Stater » Mi 04.11.09 10:44

areich@: "geht es hier doch um antike Münzen, die gibt's eben nicht in 'polierte Platte'"

Schon richtig, aber wohl mit Stempelglanz oder Stempelfrisch schon 8O .

Gruß

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http://www.acsearch.info/search.html?se ... =1&it=1#10

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Beitrag von areich » Mi 04.11.09 10:49

Hau doch ab mit dem Schrott, die ist doch völlig dezentriert.
Würde ich nicht in meine Sammlung tun.

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Beitrag von Stater » Mi 04.11.09 10:50

:lol:

Gruß

Stater

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Beitrag von drakenumi1 » Mi 04.11.09 11:13

beachcomber hat geschrieben:

drakenumi, du irrst! :)
unter diesen grünen auflagen ist mit sicherheit relativ gutes silber

:( Aber liegt der Irrtum nicht auf Deiner Seite? Wir haben es doch hier mit einem Postumus zu tun und dessen "Silber" ist wohl eher von fragwürdiger Korrosionsbeständigkeit!
Aber selbst recht gute Silberlegierungen (hier ein L. Verus) können unerwartet reagieren. An der Stelle des COSII befand sich ein richtiger kleiner grüner Hügel und ich bin frohen Mutes, wie beschrieben, zur Tat geschritten, - den Erfolg kann man sehen, wie ein kleiner Tagebau, es ging immer mehr in die Tiefe. Also: Keine Regel ohne Ausnahme.

Grüße von

drakenumi1
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Beitrag von beachcomber » Mi 04.11.09 17:14

tja, offensichtlich! :wink:
grüsse
frank

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Beitrag von Master-Jeffrey » Mi 04.11.09 18:18

Guten Abend allerseits.

@Vitellius: Deine Münze ist ein wirklich fantastisches Stück. Sowas suche ich auch schon seit Monaten. Allerdings bin ich, glaube ich zu geizig um den Preisen, die gewöhnlicherweise für solch ein Stück zu zahlen sind, nachzugeben.
Aber sollte ich eines Tages solch eine Münze in der Hand halten, ich würde versuchen die Auflagen mechanisch, mit einem Stereomikroskop, einem wirklich scharfem Skalpell (für die Münze würde ich extra eine neue Klinge einsetzen :) ) und sehr viel Ruhe zu reinigen. Auf dem Foto sehen die Auflagen nicht zu dick aus als dass sie nicht bei leichtem Druck den Geist aufgeben würden. Bei den meisten Silbermünzen des Postumus habe ich damit ganz gute Ergebnisse erzielt. Wobei natürlich jede Münze und jede Auflage ein Fall für sich ist, der immer wieder neu bewertet werdenmuss.
Ich habe einmal einen Postumus angehängt, bei dem sich das Grün noch weiter ausgebreitet hatte. Viel Geduld und Spucke waren notwendig, aber ich finde, das Ergebnis lohnt sich.

Mit bestem Gruß
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