Graveurfehler oder Ungeschicklichkeit ?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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drakenumi1
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Graveurfehler oder Ungeschicklichkeit ?

Beitrag von drakenumi1 » Mi 02.12.09 21:09

Es war doch überwiegend der Spaß am Außergewöhnlichen, der mich diesen Legionsdenar einst kaufen hieß. Man kann sich fragen, ob der Graveur die Form der Buchstaben nicht kannte, als er statt "LEG" schlicht und einfach "IEG" schrieb. Oder glaubte er, für den Querstrich im "L" keinen Platz mehr zu haben (wonach es eigentlich nicht aussieht), - jedenfalls ist sein Produkt ein kleines Kuriosum geworden, eine Feststellung nur, über welche ich noch heute schmunzeln muß und über die man hier im Forum sicher nicht wissenschaftlich rechten und streiten muß, denkt

drakenumi1

( Gerne hätte ich Euch auch den Rv. noch gezeigt, aber trotz 24 KB zeigt mein Comp. sich nicht willig. Trotz mehrerer Versuche. Dann eben nicht! )

Grüße von

drakenumi1
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Mi 02.12.09 21:35

Ein schönes Stück, an dass ich mich sogar nach fast drei Jahren noch erinnere:
http://www.numismatikforum.de/ftopic18500.html
Dort ist auch die Vorderseite (nicht Rückseite!) zu sehen.

Die schlampige Schreibweise lässt sich sicher durch den Zeitdruck beim Ausmünzen dieser Massenprägung erklären.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Mi 02.12.09 22:09

ich denke auch, dass man in kurzer Zeit gigantisch viele Münzen prägen musste- da kann sowas schon mal passieren. Gerade diese Münzen sind ja in schwindelerregender Menge in Umlauf gebracht worden.

Theo
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Beitrag von Theo » Mi 02.12.09 22:28

Ich lese gerade ein Skript zur Geschichte -Volesung zum Thema "Arbeitstechniken, Methoden und Hilfsmitteln"

Es wird dort behauptet, dass solche "Fehler" recht verbreitete Sache ist (Va. bei Epigraphik) und ist auf Ungeschicklichkeit des Graveurs/ Steinmetzer zurückzuführen.

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Beitrag von cepasaccus » Mi 02.12.09 23:26

Und wenn er von links nach rechts gemeisselt hat, also erst das G, dann das E und zuletzt das L, dann wird er sich wahrscheinlich kurz geaergert und geschwind ein I hineingesetzt haben.
kitty mea felis duodeviginti annos nata requiescat in pace. laeta gaudiumque meum erat. desiderio eius angor.

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Beitrag von Peter43 » Mi 02.12.09 23:39

Warum soll es kein 'blocked die' gewesen sein, ein Stempel, bei dem sich der kleine Querstrich des L durch Verschmutzung zugesetzt hat?

Aber mir gefällt cepasaccus' Theorie besser!

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von beachcomber » Mi 02.12.09 23:44

Warum soll es kein 'blocked die' gewesen sein, ein Stempel, bei dem sich der kleine Querstrich des L durch Verschmutzung zugesetzt hat?
wohl eher nicht. erstens ist der platz für den querstrich ziemlich begrenzt, und zweitens ist der längsstrich klar abgegrenzt. der sollte bei einem zugesetzten stempel doch anders aussehen.
cepasaccus wird schon recht haben.
grüsse
frank

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Beitrag von Peter43 » Mi 02.12.09 23:52

Was sagst Du denn zu diesem Fehler, dem kopflosen Kind? Da ist die Grenze ja auch sehr scharf!

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von beachcomber » Do 03.12.09 00:04

wirklich unglaublich!
aber so ein ganz kleines bisschen erkennt man ja noch, dass das da mal was weiter ging.
grüsse
frank

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Beitrag von Peter43 » Do 03.12.09 00:05

Also wohl eher ein 'blocked die'?
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Beitrag von beachcomber » Do 03.12.09 00:27

Also wohl eher ein 'blocked die'?
was soll es sonst sein? ein verschlafener stempelschneider, der kurz vor fertigstellung feierabend gemacht hat, und am nächsten morgen das ding in den 'fertigkorb' gelegt hat? :)
wir werden es wohl nie wissen.
grüsse
frank

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