Interessante japanische Münze oder nur Feng Shui?

Alles vom Asiatischen Kontinent bis nach Australien
Benutzeravatar
pingu
Beiträge: 612
Registriert: Di 18.09.07 09:03
Wohnort: in Sachsen
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Beitrag von pingu » Fr 18.12.09 19:04

Hallo Homer,

vielen Dank für die Überlassung der Bilder, die Größe ist absolut in Ordnung.

viele Grüße
pingu
Wer sein Geld mit Konsum verschwendet, wird die wahren Freuden eines Numismatikers nie kennenlernen....

Benutzeravatar
pingu
Beiträge: 612
Registriert: Di 18.09.07 09:03
Wohnort: in Sachsen
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Beitrag von pingu » Sa 19.12.09 21:22

Hallo noch mal,

da mir die Geschichte mit den Mothercoins keine Ruhe lies habe ich heute meine Bestände (ca.120Stück) an Sendai-Tsuho durchgesehen und etwas Literaturstudium betrieben. :cry: Das Ergebnis ist etwas "verherend" für die Mothercoins im Link von Klaupo zu Zeno.ru. :cry:

Begründung:
Es gibt weder in der mir vorliegenden Literatur noch unter den mir vorliegenden Stücken 1 einziges Exemplar eines Sendai-Tsuho bei dem das Schriftzeichen "Ho" mit den "Füßen"an der Außenmauer (Rand) anstößt. Es sind lediglich 2 Exemplare zu Unterscheiden, die verschiedene Durchmesser aufweisen.
Somit würde ich davon ausgehen, das beide gezeigten Mothercoins keine Originale sind!
Wenn die gezeigten Münzen originale Mothercoins wären sollte das Merkmal des am Rand anstoßenden Schriftzeichen "Ho" auch in der Literatur bzw. auf wenigstens einer Münze zu finden sein - wurden doch mit diesen Mothercoins viele 1000'de Münzen hergestellt. Auffällig ist auch bei beiden Stücken die sehr tief geschnittene Außenmauer auf der Rückseite, die bei allen mir vorliegenden Exemplaren sehr flach bis kaum vorhanden verläuft. Kurios außerdem ist das beide Mothercoins auf zeno.ru diese Merkmale aufweisen.

Möglich allerdings das ich nicht die richtige Literatur habe oder alle meine Vergleichsexemlare schlichtweg Fälschungen sind :roll: ...

Grüße
pingu
Wer sein Geld mit Konsum verschwendet, wird die wahren Freuden eines Numismatikers nie kennenlernen....

diwidat
Beiträge: 2187
Registriert: Mi 27.04.05 20:29
Wohnort: bei Karlsruhe

Beitrag von diwidat » So 20.12.09 00:04

Der Hinweis auf "Mother Coin" scheint eine gute Möglichkeit zu sein, den Wert einer Münze kräftig anzuheben.

Bei den Chinesen scheint es einfacher zu sein. Die Mother Coins haben ein etwas anderes Aussehen.
Der bekannte Sammler Helfried Ehrend beschreibt in seinem Buch über China Cash diese Ausführung.

Die Münze auf meinem Bild sieht mir aber auch eher aus wie handmade by Shanghai-schlitz-ohr.

Nach meiner Kenntnis gibt es zwei Sorten dieser "Modell" Münzen - einmal um die Mother Coins herzustellen (handgearbeitet) und zum anderen (gegossen) um die normalen Münzen herzustellen (Abgüsse der Seed Coins).

Gruß diwidat
Dateianhänge
Mother-Cash-1.jpg

diwidat
Beiträge: 2187
Registriert: Mi 27.04.05 20:29
Wohnort: bei Karlsruhe

Beitrag von diwidat » Mo 21.12.09 16:42

In einem sehr alten Buch über Münzen ist eine Serie von Grafiken abgebildet, die sich mit der Herstellung der gegossenen Cash Münzen Beschäftigt.

Da es ein asiatisches Buch ist, sind die Bilder auch für uns in falscher Reihenfolge dargestellt. Sie müssen auch von rechts nach links "gelesen" werden.

Zur Vereinfachung fange ich hier mit dem ersten Bild an, dass eigentlich als letztes gezeigt werden müßte.
Dateianhänge
Cash-Herstellung-6.jpg
Cash-Herstellung-4.jpg
Cash-Herstellung-3.jpg
Cash-Herstellung-2.jpg
Cash-Herstellung-1.jpg

diwidat
Beiträge: 2187
Registriert: Mi 27.04.05 20:29
Wohnort: bei Karlsruhe

Beitrag von diwidat » Mo 21.12.09 17:41

Hier folgt der zweite Block von der Serie mit 15 Bildern über die Herstellung gegossener Cash Münzen mit der Behandlung der Münzen nach dem Giessen.
Dateianhänge
Cash-Herstellung-14.jpg
Cash-Herstellung-13.jpg
Cash-Herstellung-11.jpg
Cash-Herstellung-10.jpg
Cash-Herstellung-8.jpg

diwidat
Beiträge: 2187
Registriert: Mi 27.04.05 20:29
Wohnort: bei Karlsruhe

Beitrag von diwidat » Mo 21.12.09 18:05

Der dritte Block der Bilder beschäftigt sich mit der Fertigstellung des Münzauftrages und die Übergabe der Münzen an die Auftraggeber.

Wie man deutlich sieht, werden die gelochten Cashmünzen in Strings oder Schnüren zusammen gebunden.

Auf den ersten chinesischen Banknoten sind genau diese Schnüre mit je 100 Stück Münzen dargestellt, vermutlich um hiermit den Wert dieses Stückes Papier, dass als Ersatz für "richtiges" Geld gelten sollte, darzustellen.
Unser heutiges Geldverständnis beschäftigt sich nur noch mit Zahlen, wobei das anfassbare Geld fast zu Nebensache verkommen ist.

Anhand der Bilder kann man ermessen, dass die Cash zwar fast ohne inneren Wert sind (entgegen underem früheren Silbergeld), aber der Arbeitsaufwand, der zur Herstellung erforderlich war, den eigentlichen Wert dieser Münzen ausmachte.

Die Bilder werden in Reihenfolge von rechts nach links gelesen. Das nächste Bild schließt immer an der linken Seite an.

Gruß diwidat
Dateianhänge
Cash-Herstellung-19.jpg
Cash-Herstellung-18.jpg
Cash-Herstellung-17.jpg
Cash-Herstellung-16.jpg
Cash-Herstellung-15.jpg

  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
  • Hilfe bei Bestimmung - Japanische Münze?
    von Nopp » » in Asien / Ozeanien
    1 Antworten
    339 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Nopp
  • Japanische Holzschnitte
    von kijach » » in Off-Topic
    1 Antworten
    301 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Zwerg
  • Das interessante Detail
    von Lucius Aelius » » in Römer
    28 Antworten
    1908 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Laurentius
  • WCN - interessante Auktionen in Warschau : Sammlerfreundlich und sicher
    von Comthur » » in Auktionen
    0 Antworten
    440 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Comthur
  • Münze? Asiatische Münze?
    von Gilligan » » in Asien / Ozeanien
    7 Antworten
    294 Zugriffe
    Letzter Beitrag von Gilligan

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste