Julia Maesa - Antike Fälschung oder korridiert?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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oliver67
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Julia Maesa - Antike Fälschung oder korridiert?

Beitrag von oliver67 » Do 21.01.10 21:02

Habe heute eine sehr eigenartige Julia Maesa in einer Sammlung vorgefunden.
Die Farbe ist wirklich so, weit weg vom Silberglanz, porig, ins kupfrige gehende Farbe, siehe Bild!

Was meint Ihr?
Antike Fälschung, Guß oder einfach mieser Zustand?

Ruler: Julia Maesa (Augusta)
Coin: aEF Silver Denarius
IVLIA MAESA AVG - Draped bust right
PVDICITIA - Pudicitia seated left, raising veil and holding scepter
Mint: Rome (218-220 AD)
Wt./Size/Axis: 3.12g / 18.99 mm / 165
Rarity: C
References: RIC IVb 268
Cohen 36
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Do 21.01.10 21:19

Ich denke "mieser Zustand", mir sieht das eher nach Korrosion als nach Guss aus. Und der Silbergehalt war zu dieser Zeit auch nicht mehr der beste.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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justus
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Beitrag von justus » Do 21.01.10 21:35

Ich möchte einen "Guss" nicht ganz ausschließen. Aber zu einer definitiven Aussage müßte man die Münze wohl im Original begutachten. Zumindest befinden sich in meiner Sammlung einige Gussdenare mit ähnlich verschwommenem Gesamtbild und ebensolch poriger Oberfläche. Allerdings sind diese mit einem vorzüglich erhaltenen Silbersud überzogen und in keinerweise korridiert.
Zuletzt geändert von justus am Do 21.01.10 21:38, insgesamt 1-mal geändert.
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von quisquam » Do 21.01.10 21:38

Gussdenare mit Silbersud ???
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justus
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Beitrag von justus » Do 21.01.10 21:51

Entschuldige Stefan, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte natürlich Gussdenare, die durch chemische Prozesse (Säurebehandlung) mit einer silberfarbenen Oberfläche versehen wurden. Um deinen Bedenken zuvorzukommen. An einigen Stellen ist nicht nur unter dem Mikroskop darunter schwarze Buntmetallpatina zu sehen. Aber ich will hier nicht wieder eine Grundsatzdebatte über Gussdenare führen. Gott bewahre! Hoffentlich ist Frank gerade nicht in der Nähe!!! :wink: :wink: :wink:
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von quisquam » Do 21.01.10 21:54

Die Julia Soaemias sieht mir auf dem Bild tatsächlich mehr nach einer korrodierten, offiziellen Münze aus als nach einem Gussdenar. Aber die Diskussion hatten wir ja schon einmal, glaube ich. :wink:

Grüße, Stefan
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Beitrag von beachcomber » Do 21.01.10 22:21

ich bin natürlich in der nähe :)
und, wenn ihr mich fragt, dann würde ich das schon für einen guss halten, einen korrodierten halt :).
auf dem rv sieht man eigentlich sehr deutlich, dass auch die nicht korrodierten partien sehr flau sind, und das material sieht eher nach weissmetall,als nach silber aus.
grüsse
frank

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Beitrag von justus » Do 21.01.10 22:29

Uiuiuih, da bin ich ja gerade nochmal davongekommen! :scrambleup:
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von quisquam » Do 21.01.10 22:38

Zu Deinem Danar hat sich Frank ja auch (noch?) nicht geäußert. :wink:
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Beitrag von oliver67 » Do 21.01.10 22:52

wenn ich das jetzt richtig verstanden hab:

antiker guss, korridiert

richtig? ;-)
lg oliver

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Beitrag von justus » Do 21.01.10 23:00

quisquam hat geschrieben:Zu Deinem Danar hat sich Frank ja auch (noch?) nicht geäußert. :wink:
Mein Donar ist aber eine echte Fälschung, gelle! :wink:
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von quisquam » Do 21.01.10 23:05

Bei Olivers Stück finde ich Franks Argumentation schlüssig (antiker, korrodierter Gussdenar), deinen Dunar (diese Schreibweise fehlte noch :wink:) halte ich aber nach wie vor für eine "falsche Fälschung", sprich eine offizielle Prägung.

Grüße, Stefan
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Beitrag von kollman » Fr 22.01.10 00:27

Hallo!

Ob Guß oder Prägung kann ich nicht beurteilen.
Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß Denare aus dieser Zeit oft eine sehr schlechte Legierung haben , daher das unedle Metall verwittert und eine dicke Kruste bildet. Beim Reinigen mit Säure (mechanisch absolut unmöglich) bleibt das edlere Metall übrig und die Münzoberfläche kann BIS wie ein Sträusselkuchen ausschauen.

Gruß Kollman

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Beitrag von imperator44 » Fr 22.01.10 02:05

Hallo Oliver 67,
Deine Maesa dürfte tatsächlich ein antikes Gußfalsum sein, wie Frank bereits festgestellt hat. Der wurde offensichtlich nur vom Vorbesitzer für einen echten Denar gehalten, und dementsprechend falsch gereinigt.
@ Iustus, Dein Döner hat nur extrem schlechtes Silber, aber dürfte, wie quisquam richtig vermutet, ein offizieller Denar sein.
Schöne Grüße vom imperator44

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oliver67
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Beitrag von oliver67 » Fr 22.01.10 09:01

danke für euer Feedback.
noch eine Frage:
wie sagen eigentlich die Engländer/Amerikaner zu einem antiken Gußfalsum?
GIbt es da eine Fachbezeichnung?
lg oliver

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