Die Schönheit der Münzen des Commodus

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Mithras » Fr 09.09.11 15:52

...ich weiß nicht so recht, von schön im Sinne von gelungener künstlerischer Umsetzung (lebhaft, plastisch) mag ich hier vielleicht nicht gerade sprechen, aber trotz allem stelle ich die Münze auch hier nun noch mal ein (bereits in einem separaten thread vorgestellt), da der andere thread sicher im Laufe der Zeit untergehen wird und die Münze wohl nicht ganz so häufig ist... so sei sie hier gewürdigt

Sestertius Commodus
AV: M COMMODVS ANT- P FELIX AVG BRIT
RV: PATER SENATVS P M TR P XII - IMP VIII COS V P P
RIC 502

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Commodus_PATER_SENATVS.jpg
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Pscipio » Fr 09.09.11 19:19

Ein klasse Sesterz, gratuliere!
Nata vimpi curmi da.

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » Mo 02.01.12 20:33

Commodus, der sich in seiner Politik wie wohl kaum ein anderer Kaiser mit Antoninus Pius assoziierte, hat den Römern erstmals einen Kriegsgott in friedenstiftender Mission vorgelegt:

Denarius
Sommer 189 - Anfang Dez. 189
Gewicht: 2,76 g; Durchmesser: 16 mm
coma.jpg
comr.jpg
Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
MARCVS COMMODVS ANTONINVS PIVS FELIX AVGVSTVS BRITANNICVS

Der nackte Kriegsgott Mars, nur mit Helm und Umhang bekleidet, steht n.l., in der Rechten einen Olivenzweig als Zeichen des Friedens, in der Linken einen Speer mit der Spitze nach unten haltend.
MARTI PACATORI PONTIFEX MAXIMVS TRIBVNICIA POTESTATE XIIII CONSVL V DESIGNATVS VI

Der Prägegrund für diese Münze war das Ende der Kämpfe von 188/189 in Africa. Interessanterweise fehlt auf diesem Münztyp der Titel IMPERATOR - in Verbindung mit dem olivenzweigschwingenden Mars sicherlich keine ungewollte Botschaft. Da Africa neben Ägypten der Hauptlieferant von Korn für Rom war und es in der zweiten Jahreshälfte 189 n.Chr. zu großer Getreideknappheit in der Hauptstadt kam (die schließlich in der Cleander-Affäre gipfelte), darf man sicherlich davon ausgehen, dass die einjährigen Kriegswirren in Africa für den Mangel verantwortlich waren.

Nachtrag
188/189 wurden nicht nur in Africa Kämpfe ausgetragen, sondern auch an anderen Grenzen. In Oberpannonien waren Markomannen und Quaden ebenfalls 188 eingefallen. Commodus wollte zunächst selbst an die Donau gehen und dort die Führung des Feldzuges übernehmen. Dann überlegte er es sich aber und blieb in Rom (fand offenbar in der FORTVNAE-MANENTI-Prägung seinen Niederschlag). Die Verantwortung für den militärischen Gegenschlag überließ er lieber dem hiesigen Statthalter, um bei einem Fehlschlag nicht direkt in die Verantwortung genommen zu werden. Tatsächlich schien die 189 gestartete römische Gegenoffensive nur ein mäßiger Erfolg gewesen zu sein, denn einerseits gab es für Commodus wegen der wohl bis 192 andauernden Kämpfe keine weitere Imperator-Akklamation mehr (die letzte war 186 nach dem Sarmaterkrieg zur Sicherung von Pannonia inferior), andererseits trafen Ende 192 die Abgesandten der jenseitigen Donauvölker in Rom ein und baten Commodus um Frieden.
Zuletzt geändert von Invictus am Mi 25.07.12 06:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » Do 05.01.12 02:11

Unter Commodus erschien erstmals das Schlagwort von der Sicherheit auf dem Erdkreis, welches von manchem nachfolgenden Kaiser übernommen wurde. Auch hier fehlt wieder der Zusatz IMP bei der Aufzählung der Titel. Geprägt wurde das Stück im gleichen Zeitabschnitt und aus dem gleichen Grund (Kriegsende) wie mein voran gestellter Denar

Debar des Commodus
Gewicht: 2,75 g; Durchmesser: 15 mm

Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
MARCVS COMMODVS ANTONINVS PIVS FELIX AVGVSTVS BRITANNICVS PATER PATRIAE

Securitas, die Göttin der Sicherheit des römischen Volkes, sitzt n.l. auf einem Thron, in der rechten einen Globus haltend.
SECVRITAS ORBIS PONTIFEX MAXIMVS TRIBVNICIA POTESTATE XIIII CONSVL V
DES
IGNATVS VI (im Abschnitt)
coma.jpg
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » Mo 02.04.12 08:40

Denar
Denar des Commodus
Rom, 190 n.Chr.

2,49 g, 17 mm

Avers: M COMM ANT P FEL AVG BRIT P P
Kopf mit Lorbeerkranz nach rechts.
comr.jpg
Revers: P M TR P XV IMP VIII COS VI
Commodus auf Sella Curulis nach links sitzend, Adlerzepter und Zweig haltend.
coma.jpg
Geprägt aus Anlass seines angetretenen 6. Konsulats am 1.1.190 n.Chr.
Der Olivenzweig, den der Kaiser in seiner ausgestreckten Rechten hält, ist wiederum eine symbolische Geste der Friedensstiftung, welche der immer größer werdenden allgemeinen Verunsicherung und Angst vor Unruhen im Imperium entgegen wirken sollte. Commodus’ Konsulatsantritt war wohl eine direkte Folge der Cleander-Affäre, die ihren Höhepunkt am Jahresende 189 n.Chr. erreichte.
Das Abgleiten des Reiches vom goldenen Zeitalter der Antonine in ein Zeitalter aus Eisen und Rost (wie es ein antiker Historienschreiber schrieb) war unter der Herrschaft des Commodus unübersehbar geworden, obwohl man den Beginn des Niedergangs wohl schon mit dem Germaneneinfall in Oberitalien 169 n.Chr. ansetzen darf.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von curtislclay » Mo 02.04.12 16:24

Invictus hat geschrieben:Der Prägegrund für diese Münze war das Ende der Kämpfe von 188/189 in Africa. Interessanterweise fehlt auf diesem Münztyp der Titel IMPERATOR - in Verbindung mit dem olivenzweigschwingenden Mars sicherlich keine ungewollte Botschaft. Da Africa neben Ägypten der Hauptlieferant von Korn für Rom war und es in der zweiten Jahreshälfte 189 n.Chr. zu großer Getreideknappheit in der Hauptstadt kam (die schließlich in der Cleander-Affäre gipfelte), darf man sicherlich davon ausgehen, dass die einjährigen Kriegswirren in Africa für den Mangel verantwortlich waren.
Auf dem entsprechenden Sesterz und auf dem Sesterz mit SECVRIT ORB findet man aber noch IMP VIII; ebenso auf den Medaillonen. Auf den Mittelbronzen und Edelmetallmünzen dieser Ausgabe scheint daher dieser Titel bloss aus Platzmangel zu fehlen.

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » Mo 02.04.12 16:57

Du hast vollkommen recht! Das Argument des Platzmangels habe ich ncht bedacht.
Es stellt sich aber die Frage, warum dem COS-DES-Titel eine größere Bedeutung beigemessen wurde wie dem IMP-Titel.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Mithras » Sa 16.06.12 14:15

Diesen schönen und etwas seltener zu bekommenden Winzling aus Philippopolis möchte ich heute hier vorstellen:
Varbanov (engl.) 1106
18mm, 4,3g
Av.: AV M A KOMODOC – Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: ΦIΛIΠΠOΠOΛЄITΩN - Dreifuß mit Schlange um Standbeine

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Commodus Philippopolis Dreifuss RV.jpg
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Jupiter Exsuperatorius

Beitrag von Peter43 » Sa 16.06.12 22:38

Hier möchte ich euch eine nicht so häufige Münze von Commodus vorstellen:

Commodus, 177-192
AR - Denar, 18.03mm, 2.76g, 0°
Rom, 186/187 n.Chr.
Av.: M COMM ANT P - FEL AVG BRIT
Bärtiger Kopf, belorbeert, n.r.
Rv.: IOV EXSVP PM TRP - XIII IMP VIII
im Abschnitt COS V PP
Jupiter Exsuperatorius in Himation, n. l. thronend, stützt sich mit der erhobenen Linken
auf das Szepter und hält in der vorgereckten Rechten einen Zweig
Ref.: RIC III, 152; C. 242; BMCR 213
nicht häufig, SS/fast SS

Der Zweig wird manchmal als Zeichen des Sieges, manchmal als Zeichen des Friedens bezeichnet. Aber diese Unterscheidung gibt es bei den Römern eigentlich nicht, weil ein Frieden erst nach einem Sieg vorstellbar ist.

Commodus führte neben den traditionellen Beinamen der Götter auch neue ein, die es nur unter ihm gab. Das gilt speziell für Jupiter, den er besonders herausstellte. Neben Jupiter Juvenus war dies Jupiter Exsuperatorius = Jupiter, der alle anderen überragt.
Iupiter Exsuperatorius wurde von Commodus im Jahre186 eingeführt und als Aureus, Denar, Sesterz, Dupondius und As geprägt.bis 189. Heinrich Chantraine (Die Religionspoltik des Commodus im Spiegel seiner Münzen) spricht bei dieser Betonung des Jupiter von einem henotheistischen Prinzip. Exsuperatorius wird später zum Beinamen des Commodus und findet sich als exsuperantissimus in seinen Ehreninschriften. Natürlich zielte Commodus dabei auf eine Gleichsetzung mit Jupiter hin. So wie Jupiter alle im Himmel überragt, so auf Erden Commodus. Eine Vorstellung, die nicht römisch ist, sondern wahrscheinlich aus den östlichen Reichsteilen kommt, z.B. Syrien. Aber inzwischen hatten sich diese Vorstellungen auch in den westlichen Teilen des Reiches ausgebreitet.

Er benannnte nicht nur Rom um in Colonia felix Commodiana, sondern gab 192(191?) auch den Monaten neue Namen nach seinen Ehrentiteln. Der Dezember wurde umgetauft in Exsuperatorius. Die anderen waren Mai Lucius, Juni Aelius, Juli Aurelius, August Commodus, September Augustus, Oktober Hercules, November Romanus, Januar Amazonius, Februar Invictus, März Pius und April Felix. Dabei gehen die Namen je nach Quelle etwas durcheinander. Nach seiner damnatio wurden sie wieder abgeschafft.

Mit freundlichem Gruß
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Zuletzt geändert von Peter43 am So 17.06.12 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » So 17.06.12 04:20

Hallo Peter43,
Kaiser-Raiß weist darauf hin, dass Exsuperator nicht nur rein religiös, sondern auch im Sinne von überwinden, besiegen (exsuperare) verstanden werden könnte.
Jupiter war doch schon immer der oberste aller Götter, warum sollte/musste das durch den zusätzlichen Titel Exsuperatorius im Sinne von "der alle anderen überragt" herausgestrichen werden?
"Jupiter, der (alle Schwierigkeiten) Überwindende" wäre sicherlich die bessere Lesung. Gerade in Anbetracht des Zeitpunktes, wo dieser Münztyp herauskam (Ende der Militärunruhen in Britannien und Obergermanien). Dafür spricht auch der Lorbeerzweig in Jupiters Hand als Zeichen des Friedens, der nunmehr nach über zwei Jahren Revolte im Innern des Reiches herrschte.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von quisquam » So 17.06.12 05:02

Laut RIC III Seite 359 fand die Umbenennung einiger Monate bereits im Jahre 186 n. Chr. statt (Exsuperatoria=November) und ist dieser Münztyp, wie auch die Münzen mit Janus-Rückseite, direkt auf diese Kalenderreform gemünzt.

Grüße, Stefan
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » So 17.06.12 05:32

Interessant, dann hat man den November vielleicht deshalb umbenannt, weil in diesem Monat die Ordnung im Reich (dank der Hilfe von Iovi Superiatorius) wieder hergestellt worden war (die Wachstafel von Rottweil vom 12. Aug. 186 lässt erkennen, dass zu diesem Zeitpunkt die Wirren noch angedauert hatten)
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Peter43 » So 17.06.12 11:18

Vielen Dank für eure Kommentare. Leider kann ich sie so nicht stehen lassen

a) Zur Bedeutung von Exsuperatorius:
191 nahm Commodus einen neuen Namen an: Lucius Aelius Aurelius Commodus Augustus Herculeus Romanus Exsuperatorius Amazonius Invictus Felix Pius
Danach Exsuperatorius als "der Überwinder" zu bezeichnen, würde doch wohl etwas schwach sein. Und was sollte der "Überwinder" in seiner Beinamenliste bedeuten? Natürlich ist er der Höchste, der, der alle anderen überragt!
Cassius Dio schreibt (73, 15, 4): Amazonius und Exsuperatorius indes benützte er immer für sich, um dadurch auszudrücken, daß er einfach in allen Beziehungen sämtliche Menschen weit übertreffe.

b) Zur Reihenfolge der Monatsnamen:
Die Reihenfolge der Monatsnamen entsprach der Reihenfolge seiner Beinamen. Siehe dazu Cassius Dio, 73, 15, 3:
...und schließlich empfingen sämtliche Monate neue Namen nach ihm; man zählte sie nun folgendermaßen auf: Amazonius Invictus Felix Pius Lucius Aelius Aurelius Commodus Augustus Herculeus Romanus Exsuperatorius

Zur Synchronisierung:
Nach Künast fand die 1. Ausrufung des Commodus zum Imperator statt am 27. Nov. 176. Das stimmt genau mit der HA überein, die diesen Tag auf den 5.Tag vor den Kalenden des Exsuperatorius legt, im Jahr als Pollio und Aper zum zweitenmal Consuln waren (Vita Commodi, 11-12). Also ist Exsuperatorius der Dezember!

Warum immer noch der Exsuperatorius als November durch die Literatur geistert, ist mir unklar. Warum im RIC Novenber steht, verstehe ich nicht. Vielleicht ist den Urhebern die Bedeutung der Kalenden nicht klar.

Nach Cassius Dio (a.a.O.) fand die Umbenennung Roms 190 statt. Die Kalenderreform war etwas später. Da Commodus die neuen Beinamen erst 191 angenommen hatte, kann sie nicht vor 191 stattgefunden haben. Damit sind alle Erklärungen mit den Wirren von 186 hinfällig. Woher RIC diese Jahreszahl hat, weiß ich nicht.

Mit freundlichem Gruß
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von quisquam » So 17.06.12 14:05

Schon komisch, denn auch der BMC scheint den Beginn der Kalenderreform früh zu datieren, siehe Verweis auf BMC IV, p. clxiii am Ende dieses Auktionstextes:
http://www.acsearch.info/record.html?id=11715

Mir scheint es, als habe es 186 ein "Reförmchen" mit ersten Umbenennungen gegeben, und erst später dann die Umbenennung aller Monate, evtl. mit einer Verschiebung des Exsuperatorius.

Grüße, Stefan
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Invictus » So 17.06.12 16:09

Hallo Peter43,

trotz deienr fachkündigen Infos halte ich beim Iovi das Exsuperatoius im Sinne von "der Überwinder" für richtiger. So wie bspw. dem "Einhalt gebietenden Jupiter" (Iovi Statori) gedankt wurde, wenn die römische Armee bei Flucht oder Rückzug wieder zum Stehen kam, so scheint es sich nach dem Ende des bellum desertorum um den "alles überwindenden Jupiter" zu handeln.

Ich glaube natürlich auch, dass der Commodus-Titel Exsuperiatius die gleiche Bedeutung für den Kaiserb innehatte wie bei Jupiter. Aus dem Dio-Zitat geht aber nicht hervor, das die Lesung tatsächlich "Der über alle anderen Stehende" bedeuten muss. "Exsuperatorius indes benützte er immer für sich, um dadurch auszudrücken, daß er einfach in allen Beziehungen sämtliche Menschen weit übertreffe"
lässt die Übersetzung "Der alles Überwindende" doch mindestens genauso gut zu, denn ein Mensch, der alles und jeden überwinden kann ist auch schon beinah göttlich
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