Die Schönheit der Münzen des Commodus

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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Katja
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Katja » Do 31.07.14 10:12

Hallo Rainer,
ein sehr hübsches Stück!
nummis durensis hat geschrieben:...der ursprünglich geplant hatte, an die Donau zu gehen, um dort gegen die eingefallenen Markomannen und Quaden die Kriegsführung selbst zu übernehmen.
Gegen diese frühere Annahme sprechen sich - nach meiner Meinung überzeugend - Dietz, Markomannenkriege oder von Saldern, Commodus aus.
MfG

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justus
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von justus » Do 31.07.14 20:25

nummis durensis hat geschrieben:Die Fortuna Manenti - eine hübsche und gar nicht so häufige Revers-Darstellung, die mir gut vierzig Euro wert war.
Da hast du ja mal wieder richtig zugeschlagen, mein lieber Rainer. Schönes und mit dieser seltenen Rückseite auch noch historisch äußerst interessantes Stück.
mit freundlichem Gruß

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Katja
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Katja » Do 31.07.14 22:10

Sei bitte so nett und verrate doch, warum dieses Stück "hstorisch äußerst interessant" ist.
Mir hat sich das bisher noch nicht erschlossen.
MfG

curtislclay
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von curtislclay » Do 31.07.14 23:17

Ich finde den Typ auch sehr interessant!

Bild und Legende kommen in der roemischen Münzprägung nur dieses eine Mal vor. Hängt die Fortuna Redux nicht immer mit dem Fortgang und der erhofften Rückkehr des Kaisers zusammen? Ich würde vermuten, dass auch die Fortuna Manens auf eine vielleicht geplante, aber abgesagte Reise hinwiesen koennte. Warum weisen die zwei von die genannten Autoren diese Deutung ab?

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Katja
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Katja » Fr 01.08.14 00:57

Von Saldern schreibt, Dietz sieht die expeditio Germanica tertia bereits 182 beginnen wegen des Siegernamens Germanicus Maximus aus der 2. Hälfte 182 (vgl. auch Kneißl, Die Siegestitulatur). Das geht auch einher mit der IMP-Häufung (V, VI) Ende 182 und 183.
Weiterhin die Problematik der zeitlichen Einordnung des Burenfagments bei Dio (Zweifel bereits bei Boissevains, Cassola): der Burenfeldzug wird in die nähere Zeit nach dem Ende der expeditio Germanica secunda (178-180) gesetzt, also um 183 und nicht wie früher angedacht um 188. Die Buren und die wohl mit ihnen verbündeten Jazygen (Sarmaten) als Gegner der Quaden hätten sich durch den Friedensschluß vom Sommer 180 betrogen gesehen und zu den Waffen gegriffen.
Fitz wollte den Krieg von den Quaden geführt wissen, kann aber mit seinen angeführten Inschriften kaum überzeugen.
Wer es ausführlich wissen möchte:
http://www.academia.edu/5439019/Zum_End ... ica_tertia
MfG

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Ariminum » Mo 04.08.14 20:26

Hallo werte Freunde
Trotz (oder wegen) meiner vielen beruflichen Reisen sind ein paar neue Münzen (bin ja der "Spezialist" für mässig erhaltene aber historisch interssante Münzen) zu mir gekommen. Diesen recht unüblichen Commodus hab ich in Wien bei Herinek gefunden. Herinek ist halt noch eine der wenigen Münzhandlungen, die dem Online-Boom wiederstehen und der Besitzer ausgesprochen freundlich und immer für ein Gespräch zu haben (oder auch einen Kaffee). Ich gehe sehr gerne hin, leider ist er aber preislich etwas hoch angesiedelt.

Commodus Sesterz RIC460
A: M COMMODVS ANT P FELIX AVG BRIT, Kopf mit Lorbeerkranz n. r.
R: M TR P XI IMP VII COS V P P / S - C, Statue des Janus mit Zepter in Ädikula
Dateianhänge
CommodusSesterz8D.jpg
CommodusSesterz8R.jpg

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chinamul
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von chinamul » Fr 15.08.14 12:30

Wie der Zufall so spielt: Gerade habe ich mit vieler Mühe die heftigen Neidgefühle einigermaßen überwunden, die mir nummis durensis mit der Vorstellung seines FORTVNAE-MANENTI-Denars bereitet hat :wink: , da gelingt mir knapp sechs Wochen später der Kauf eines ebensolchen. Er hat von der Erhaltung her nicht ganz die Klasse des anderen Stückes und war mit 63 Euro brutto auch nicht ganz so günstig, gefällt mir aber trotzdem sehr gut und war mir daher den Preis unbedingt wert:
commod denar fortunae manenti.jpg
COMMODUS 180 – 192
AR Denar Rom 186 – 189
Av.: M COMM ANT P FEL AVG BRIT - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: FORTVNAE M - ANENTI - im Abschnitt: C V P P - Fortuna nach links sitzend, in der Rechten Zügel eines mit zurückgewandtem Kopf nach links stehenden Pferdes, in der Linken Füllhorn
RIC 191; vgl. C. 168
Ø 17 mm / 3,04 g ; Stempelstellung 6.30 h

Gruß

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von beachcomber » Fr 15.08.14 13:25

wie heisst es immer so schön? :) 'jede münze kommt mal wieder!'
zwar meistens als trost für den unterlegenen bieter gedacht (und oft genug mit einer gewissen häme), so ist doch was wahres dran. ich habe oft erlebt, dass die seltenen exemplare beim 2. oder 3. mal sogar erheblich günstiger waren! :)
grüsse
frank

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Fr 15.08.14 14:03

Die hatte ich - glaub' ich jedenfalls - noch in der Bucht gesehen und bei mir gedacht, vielleicht bekommt sie ja ein Forumskollege... jedenfalls ein attraktives Stück :)

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von justus » Fr 15.08.14 17:03

nummis durensis hat geschrieben:Die hatte ich - glaub' ich jedenfalls - noch in der Bucht gesehen und bei mir gedacht, vielleicht bekommt sie ja ein Forumskollege... jedenfalls ein attraktives Stück :)
:lol:
mit freundlichem Gruß

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Katja » Do 21.08.14 16:06

Bei weitem nicht so spektakulär wie Fortuna manenti oder die Janus-Aedicula ist der Genius Senatus:
IMG_0376.JPG
IMG_0378.JPG
Rom 187
RIC 157
2,85 g
Av.:
M COMM ANT P FEL AVG BRIT
Rv.:
PATER SENAT P M TR P XII IMP VIII COS V P P
MfG

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von beachcomber » Do 21.08.14 17:05

vielleicht nicht ganz so spektakulär, aber zeigt doch schön die propagandafunktion der münzen! denn sich bei seinem verhältnis zum senat als pater senatus feiern zu lassen war wohl eher eine frechheit! :)
grüsse
frank

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von chinamul » Do 21.08.14 19:16

Ein feines und dazu noch interessantes Stück! Natürlich hat auch hier die Propaganda - wie so häufig - wenig mit der Realität zu tun. Aber das kennen wir ja nicht nur von Commodus.

Gruß

chinamul
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Katja » Mi 10.09.14 01:02

Ihr habt beide die Propaganda angesprochen und dass sie hier wenig mit der Realität zu tun habe.
Ich möchte euch aber fragen:
Warum soll uns die Münze keinen authentischen Zustand jener Zeit aufzeigen?
Einige Fakten pro gutes Verhältnis Kaiser-Senat:
- die Ehrung des Senators Priscus, der sich NICHT als Gegenkaiser ausrufen ließ und deshalb im Leben wie im Tode von C. hoch geehrt wurde (CIL VI 41127)
- die Wiedereinsetzung der Senatoren auf ihre Legionsposten, von denen sie Perennis entfernt hatte
- der Senator Clodius Albinus wurde von C. mit "Vater" angesprochen
- nachfolgender Typ RIC III Commodus 194, RSC 408
Einige Überlegungen zum P.-S.-Titel:
- administrative Maßnahmen wie die Auffüllung leerer Senatssitze (Senatorenmangel wird zu jener Zeit explizit erwähnt)
- Säuberungswelle (vgl. 48 Claudius, auch hier die Rede von Pater Senatus). Okay, dass wäre nun eine Maßnahme, die auf ein gestörtes Verhältnis Kaiser-Senat deuten würde. Aber Factum: Pater Senatus kann nur auf Vorschlag des Senats dem Commodus verliehen worden sein. Wie war es bei Caligula? Je mehr der Kaiser die Senatoren erniedrigte, desto mehr huldigten sie ihm!
Fazit:
Ich sehe keinen Anhaltspunkt, warum das Reversmotiv NICHT die/den tatsächliche(n) Situation/Zeitgeist widerspiegeln sollte.
MfG

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Andechser » Mi 10.09.14 08:02

Hallo Katja,
da kann ich dir wirklich nur empfehlen auch mal in die Forschungsliteratur reinzuschauen. Die Münzbilder waren das Mittel der kaiserlichenPropaganda, wenn sie einen größeren Personenkreis erreichen oder einfach in die Fläche wirken wollten. Ich kann dir zum Thema Propaganda einen Sammelband empfehlen, der im Gegensatz zum Titel nicht nur das erste Jahrhundert behandelt: http://www.steiner-verlag.de/titel/53469.html
Es gibt auch noch ein Werk zur Münze als Propagandamittel in der Kaiserzeit, aber da muss ich erstmal wieder an meine alte Studienbibliothek rankommen. Dann reiche ich den Titel nach.

Viele Grüße
Andechser

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