Die Schönheit der Münzen des Commodus

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

kc
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von kc » Di 29.03.11 21:03

Danke! :) Bei dem Commodus läuft mir kein Schauer über den Rücken.
Wenn ich einen Sesterzen kaufe, spielt das Gewicht eine wichtige Rolle. Mit knapp 25 Gramm liegt die Münze gut in der Hand und hat
außerdem eine schöne Dicke.

Grüße

kc

emieg1
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Do 07.04.11 19:00

Heute durfte ich mir diesen Commodus in die Sammlung legen:

Commodus
Denar
189 n. Chr.
Rom
Av.: M COMM ANT P FELIX AVG BRIT - Belorbeerte, drapierte und kürassierte (!) Büste nach rechts
Rev.: OPTIME MAXIME ; im Abschnitt C V P P - Jupiter steht n. l., hält Blitzbündel und Szepter
3,27 Gr., 18 mm, Stempelachse 6 h
RIC - (vgl. RIC 192 bzw. Cohen 387, dort aber mit anderer Büste)

Obwohl im Revers schwach ausgeprägt hat mich die offensichtlich recht seltene drapierte und kürassierte Büste fasziniert. Der feine Stempelstil lässt mich vermuten, dass zumindest die Vorderseite von einem Aureusstempel stammen könnte. Ein Vergleichsexemplar habe ich bisher nicht finden können.
Dateianhänge
comm_optime_av.jpg
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Uncia
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von Uncia » Do 07.04.11 20:48

Ui, Schick schick, Rainer! Glückwunsch!
Unabhängig von der Seltenheit ein tolles Stück. Der Stil ist wirklich fantastisch :)

Grüße von dem, der immer noch keinen Commodus in der Sammlung hat ;)

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Do 07.04.11 21:40

Dankeschön Uncia, es ist aber auch erst mein zweiter stadtrömischer bärtiger Commodus, und das liegt auch daran, dass die späteren Münzlein von ihm wohl mit die schluderigsten waren, die die Denarprägung des römischen Kaiserreiches hervorgebracht hat. Kaum einer ist einigermassen gut zentriert; die Prägestempel wurden bis zum Erbrechen ausgereizt.

Wen wundert es, hielten doch in diesen Jahren ein Prätorianerpräfekt und ein Freigelassener alle Fäden der Macht in der Hand. Und die hatten wohl kaum Interesse daran, münzpropagierend für das Kaiserhaus tätig zu werden.

curtislclay
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von curtislclay » Fr 08.04.11 01:31

BMC 233 Anm. = RSC 387a: ein Exemplar mit drapierter Büste im RD-Fund. Auch auf deinem Exemplar sehe ich keinen Cürass.

Ein Aureus-Stempel kann es nicht sein, Commodus' Aurei sind ja bedeutend breiter als seine Denare.

Trotzdem eine sehr seltene Büstenvariante und schön erhalten!

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Fr 08.04.11 13:08

Ich hatte das Exemplar im RD auch gesehen, war mir aber ob des Kürasses unsicher. Ich tendier(t)e eher in die Richtung, dass er bedingt durch die Prägeschwäche zum Rand hin und des Abriebs schwer auszumachen ist. Verglichen hatte ich die Münze u.a. mit diesem hier: http://www.acsearch.info/record.html?id=20570

Eine in etwa vergleichbare Büste auf einem Commodusdenar habe ich nur noch hier ausmachen können; leider ist die Drapierung ganz mies erhalten: http://www.acsearch.info/record.html?id=238046

Aber die Nummer 387a finde ich im Cohen nicht.

Zur Grösse: Leider findet man bei den meisten Münzen nur die Gewichtsangabe... und da ich weder einen Aureus in der Hand hatte geschweige denn in meiner Sammlung liegen habe, muss ich mich da ganz dumm stellen :oops: Wie gross wäre ein durchschnittlicher Commodus-Aureus im Durchschnitt?

Aber auf jeden Fall herzlichen Dank für deine Richtigstellung, Curtis.

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drakenumi1
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Fr 08.04.11 13:24

nummis durensis hat geschrieben: Aber die Nummer 387a finde ich im Cohen nicht.


Doch, den gibt's schon, nur nicht bei Cohen direkt, sondern unter dieser Nr. in seiner Bearbeitung von Seaby:
"Rv. as last. B.M.C.233 note (R.D. hoard)"
Preisrelation 1968: 10% höher, als für die undrapierte und unkürassierte Variante.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Fr 08.04.11 13:38

Danke drake.

Die Preisrelation scheint mir aber nicht (mehr) realistisch zu sein... Im RD 31 Ex. ohne und 1 Ex. mit Drapierung. Aber egal, ich finde das Teil übelst endgeil (pardon!), vor allem, weil sich das scharfgezeichnete Portrait schön von der weicheren Umgebung abhebt. Faire einhundertfünfundsechzig Eurotaler habe ich dafür auf die Theke legen müssen... nicht wirklich ein Schnäppchen. 1968 hätte man es sicher etwas günstiger bekommen :lol:

buena fine della settimana

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Fr 08.04.11 13:40

Evtl. sollte ich noch ergänzen, daß es bei Seaby für diesen Rv.-Typ überhaupt nur die beiden Varianten
- belorb. Kopf ohne alles und
- belorb. Kopf, drap. gibt.
Er kennt also keinerlei Kürassierung, nicht mit und nicht ohne Drap., wie es schon Curtis aussagte.

Grüße von

drake
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Fr 08.04.11 13:46

Ich kann Deine Freude nur zu gut verstehen, haben doch meine Sammlungsstücke allesamt nur nackte Hälse und Brüste, weder textil noch metallisch bekleidet :(
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von emieg1 » Fr 08.04.11 14:10

Ich bin gerade mal irritiert mit dem "Kürass"... :roll: :roll: :drinking:

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von drakenumi1 » Fr 08.04.11 22:55

nummis durensis hat geschrieben:Ich bin gerade mal irritiert mit dem "Kürass"... :roll: :roll: :drinking:

Worin besteht Deine Irritation? Sollte ich Dich zurückfragen? Ich gebe eigentlich nur den Seaby (RSC) - Inhalt wieder, was ja nicht unbedingt bedeuten soll, daß das noch heute stimmt.

Grüße von

drake
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von ga77 » Mi 18.05.11 19:29

Mein erster Commodus durfte sich heute bei mir einnisten:

Commodus 177 - 192
AR Denar, geprägt 192 in Rom
AV: L AEL AVREL COMM AVG P FEL
RV: LIB AVG [VIIII oder VIII] P M TR P XII COS VII P P
RIC III, 240 oder 239

Ich glaube, mit 70 CHF auf ebay habe ich einen recht passablen Preis gezahlt.

Valete
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Zuletzt geändert von ga77 am Mi 18.05.11 20:21, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von curtislclay » Mi 18.05.11 19:58

Ja, das war günstig!

RIC 239 mit LIB AVG VIII wäre auch möglich, nicht? Das ist die häufigere Variante mit 14 Exemplaren im RD-Fund, gegenüber nur zwei Exemplaren mit LIB AVG VIIII.

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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus

Beitrag von ga77 » Mi 18.05.11 20:20

Stimmt, hab ich glatt übersehen! Ich muss mir glaube ich eine Brille kaufen! Danke für den Hinweis :)

Vale
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