Hadrian und seine "Familie"

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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aquensis
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von aquensis » Do 04.11.10 14:55

Hallo,
Denare mit diesem "Fehler" sind wegen des überhöhten Prägedrucks meist sehr gut ausgeprägt mit hohem Relief und ohne flaue Stellen. Für mich auch ein Echtheitsmerkmal und immer ein Kaufgrund !
Grüsse,
Franz

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nephrurus
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von nephrurus » Di 09.11.10 22:06

eine meiner Neuwerbungen von der Numismata. Hier konnte ich ein weniger gut erhaltenes Stück ersetzen:

Rome, 134-138
AV: HADRIANVS AVGVSTVS COS III P P
RV: MONETA AVG
RIC: 256
Dateianhänge
Hadrian.Den.Moneta.RIC 256.jpg

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drakenumi1
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von drakenumi1 » Mi 10.11.10 16:04

nephrurus hat geschrieben:eine meiner Neuwerbungen von der Numismata. Hier konnte ich ein weniger gut erhaltenes Stück ersetzen:

Ohne Zweifel, nephrurus,

dieses Stück bietet einen enormen Reiz, ein gleiches, aber weniger gut erhaltenes Stück im Austausch zu ersetzen. Da hätte ich auch viiiiele ersetzbare Stücke, denen ich das gleiche Schicksal gönnen würde. Aber Hand aufs Herz: Wer macht sich schon gerne an solche "Umtauschaktion"? Da kommt doch gleich die Frage: Sollte ich mir nicht doch lieber einen noch gar nicht in der Sammlung vorhandenen Typ zulegen? Ich bekenne und gestehe: Das noch Neue, Unbekannte hat doch immer gesiegt. Und die immer größer werdende Preiskluft zwischen zB. ss+ und vz von Käufen vor 15 Jahren zu heute lassen das Zögern vor solchem Umtausch sogar logisch und begreiflich werden.
Und dann kommen die vergleichenden Gedanken: Ist das Stück mit ss+ nicht viel authentischer, als das "sterile" mit vz und evtl. sogar Stempelglanz? Und dann kommt das Philosophieren: Was ist denn "Authentizität" und wie sollte ich sie bewerten? Finanziell? Preiserhöhend oder -mindernd?
Als ich vor Jahrzehnten mit dem richtig ins Geld gehenden Sammeln anfing, habe ich mir ein Konzept zurechtgelegt, Münzen welcher Qualität werde, sollte ich erwerben? Wo liegt das Optimum für mich beim Abgleich zwischen optischem Eindruck (zB. auch Authentizität) und Verträglichkeit für die künftige finanzielle Sicherheit der Familie, aber auch für die künftige Werterhaltung (Preisentwicklung) und natürlich auch für die Entwicklung meiner künftigen Ansprüche an meine Sammlerstücke. Würde ich nach weiteren 20 Jahren diese mit ebenso großer Freude und Genugtuung betrachten können, oder würde mich der Neid und die Sucht nach einem besser erhaltenen Stück des Typs zerfressen?
Nun, ich habe (wenigstens grundsätzlich) damals die Entscheidung getroffen, meine Münzen sollten "SS+" sein! So weit möglich, im Rahmen der begreiflichen Grenzen. Ausnahmen bstätigen die R .... .
Ich habe mir die Entwicklungsetappe des Sammelns von "s"-Qualitäten erspart, die möglicherweise irgendwann nicht mehr befriedigen würden. Wenn auch oftmals der Zahn tropfte .... Und bis heute, muß ich sagen, hat mich diese Balance zwischen ss und vz nicht gereut. Ich bin im Großen und Ganzen noch zufrieden, und werde das hoffentlich auch weiterhin bleiben, denkt

drake
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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nephrurus
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von nephrurus » Mi 10.11.10 16:59

drakenumi1 hat geschrieben:[
Nun, ich habe (wenigstens grundsätzlich) damals die Entscheidung getroffen, meine Münzen sollten "SS+" sein! So weit möglich, im Rahmen der begreiflichen Grenzen. Ausnahmen bstätigen die R .... .

drake
die Mischung macht es! Ich habe zum Beispiel auf der Numismata 2 Stücke erworben, die ich vom Typ her zwar schon hatte, die aber meine heutigen Anforderungen kaum mehr entsprechen.
Den oben zitierten Satz möchte ich wie folgt ändern: Ausnahmen bestätigen "R" :D
Soll heißen: ich teile ganz offensichtlich Deine Ansprüche- entweder meine Käufe haben gewissen "Mindestanforderungen" in der Erhaltung erfüllt - sehr ähnlich Deiner Einschätzung- oder sie sind stattdessen sehr selten, dann kann ich mich auch schon mal mit kleinen Abstrichen abfinden.

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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von emieg1 » Mi 10.11.10 18:12

Ehrlich bewundere ich einerseits die Einstellung, nur hohe Qualitäten zu sammeln. Solche Münzen, die ihr hier vorstellt, sind immer wieder "wohlig warme Sommersonnen" der römischen Münzgeschichte.

Nun ja, ich lege mir auch viele Münzen in der Erhaltung "s" in die Sammlung. Beispielsweise eine "Judaea Capta", wo ich einfach nicht bereit bin, für einen verhältnismässig häufigen Denar in besserer Erhaltung UNVERHÄLTNIS mehr Geld zu bezahlen. Da reicht mir dann oft schon ein entsprechendes Belegstück. Ich kann nicht mal sagen, ob ich eine Münze in mässiger Erhaltung irgendwann mal nicht mal ansehen mag. Ich habe nur festgestellt, dass viele Münzen, die im Detail auf dem vergrösserten Foto gesehen recht armseelig wirken, in meiner Hand bzw. in der Münzschublade attraktiv ausstrahlen - jedenfalls für mich. Ok, dann liegen meine Schwerpunkte ja auch auf den alexandrinischen Denaren und den Imitationen; da liegen Exemplare in "ss-vz" sowieso allermeistens im Unmöglichen.

Ich hab's mal so formuliert: "Münzen, die wie Austern von einer erlesenen Minderheit geschlürft werden sind nicht mein Ding. Ich sammele lieber Schweinebraten." :wink:

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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von GnaeusPompeius » Mi 10.11.10 20:56

Ich hab's mal so formuliert: "Münzen, die wie Austern von einer erlesenen Minderheit geschlürft werden sind nicht mein Ding. Ich sammele lieber Schweinebraten." :wink:[/quote]


Gut gesagt, Rainer! :mrgreen:
Grüsse,

Gnaevs Pompeivs

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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von quisquam » Mi 10.11.10 21:03

Zum Glück muss ich mich nicht zwischen Münzen schlürfen und Schweinebraten sammeln entscheiden...
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von areich » Mi 10.11.10 21:40

Man muss sich also rechtfertigen, wenn man schön und drunter kauft und auch, wenn man mehr als 2 Münzen in vorzüglich hat. Schon seltsam. ;)

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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von Peter43 » Do 11.11.10 00:37

Die Trauben sind sauer, sagte der Fuchs!
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von justus » Do 11.11.10 02:28

areich hat geschrieben:Man muss sich also rechtfertigen, wenn man schön und drunter kauft und auch, wenn man mehr als 2 Münzen in vorzüglich hat. Schon seltsam.
Nein, muss man natürlich nicht. Jeder mag das sammeln, was ihm "wert und teuer" erscheint, solange er nicht auf andere Sammler und deren "Vorlieben" herabschaut, was leider nicht immer der Fall ist.

In der letzten Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit der BEATA-TRANQUILLITAS-Prägung der Münzstätte Treveris/Trier. Je intensiver ich mich mit diesem Münztypus beschäftige, desto mehr erstaunt mich dessen ungeheuer beeindruckende Vielfalt, wie sie bei kaiserzeitlichen Denaren oder Bronzen des 1./2. Jahrhunderts niemals anzutreffen sein wird. Diese Serie weist z. B. fast einhundert vollkommen verschiedene Büstenvarianten auf (barhäuptig, Lorbeerkranz, Strahlenkrone, Panzer, Paludament, Helm, Herrschermantel, Priestergewand, Pelzbesatz "Trierer Pelzchen", Schwert, Speer, Zepter, Schild, Viktoriola, Mappa, Globus, Pferd, Medusenhaupt, Hand zum Gruß erhoben, von vorne oder hinten gesehen, rechts oder links blickend). Dazu kommen zahllose verschiedene Verzierungen des Schildes auf der Vorderseite, alles kleine und sehr sorgfältig ausgeführte Kunstwerke wie z. B. Victoria mit Kranz, Altar mit Kindern, bewaffneter Reiter usw. usf., sowie viele unterschiedliche Altarvarianten auf der Rückseite (ca. 100). Insgesamt dürften es, alles in allem, mehr als 5000 verschiedene Münzstempel sein, die im Laufe der Zeit zum Einsatz kamen.

Warum habe ich nun ausgerechnet dies zu Areichs und Rainers Bemerkungen angeführt ? Nun, dieser Münztypus ist in seinen einzelnen Varianten zwar äußerst selten ("aüßerst häufig" = nur 50 Ex. bekannt), aber nur selten in sehr schöner bzw. vorzüglicher Erhaltung auf uns gekommen (meist allenfalls schön bis sehr schön). Trotzalledem ist er bei Sammlern sehr begehrt, zwar nicht unbedingt hier im Forum, aber dafür weltweit, wie die Auktionspreise für Trierer Münzen im Allgemeinen und Kontake zu anderen Sammlern außerhalb des Forums zeigen.

Was ich also damit sagen möchte ist folgendes. Es gibt keinen einheitlichen Sammlertyp. Der eine beginnt Münzen zu sammeln und kommt über die Münzen zur Geschichte. Andere wiederum, zu denen ich mich zähle, kommen über die Geschichte zum Münzensammeln. Zwei verschiedene Ansätze, die sich zwangsläufig auch auf die Art und Weise des Sammelns, sowie auf das, was man sammelt auswirken. Der erster Typ dürfte eher Münzen nach dem Motto "je schöner und teurer, desto besser" sammeln, der letztere dagegen mehr nach ihrem historischen Kontext. Wobei ich "Querdenker" nicht ausschliessen möchte.
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von ga77 » Fr 03.12.10 18:41

Hallo

Hier eine meiner Neuerwerbungen, mein erster Hadrian Denar! :D

AR Denar, geprägt 134 - 138 in Rom
Av: HADRIANVS AVGVSTVS P P
Rv: COS III; Roma sitzend
Nicht im RIC
ex S. Crook Collection (weiss jemand etwas näheres zu dieser Sammlung? Ich habe im Internet nichts dazu gefunden :oops: )

Valete
Gabriel
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54Av.JPG

emieg1
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von emieg1 » Fr 03.12.10 18:46

Ein wunderschön getöntes und unangetastetes Stück! Gratuliere! Man beachte nur die Rev-Darstellung...

curtislclay
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von curtislclay » Fr 03.12.10 19:33

Es handelt sich um RIC 332, Büste d, richtige Datierung 128-9 n. Chr., aber mit Globus im Abschnitt.

Nach BMC 476 Anm. besitzt auch die Wiener Sammlung so einen Denar mit dem Globus.

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ga77
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von ga77 » Fr 03.12.10 19:49

Vielen Dank für die Ergänzungen/Korrekturen, habe aufgrund von Zeitmangel nur die Bestimmung des Händlers übernommen. :)

Vale
Gabriel

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drakenumi1
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Re: Hadrian und seine "Familie"

Beitrag von drakenumi1 » Fr 03.12.10 20:01

Mit Verlaub, Curtis,

ich besitze das gleiche Stück, jedoch ohne Globus im ex, habe es ebenfalls mit RIC 338 bestimmt, irre ich da? RSC führt den Denar mit Globus separat unter Nr. 338d, ohne RIC zu zitieren, dafür aber B.M.C. 376 und St. 210.
Ich denke, im RIC könnte diese Variante mit Globus schlicht und einfach vergessen worden sein?

Grüße von

drake
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Denar Hadrianus C. 338 Av. HADRIANVS AVGVSTVS PP..jpg
Denar Hadrianus C. 338 Rv. COS III. Roma m. parazonium a. Schild u. Kürass r. sitzd..jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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