gallienus-special

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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richard55-47
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Re: gallienus-special

Beitrag von richard55-47 » Sa 16.01.16 10:05

[quote="beachcomber"]
p.s.@richard wieso soll eine lötung eine verfälschung der münze bedeuten?[/quote

Ich empfinde das so; sicherlich ist diese Position nur eine gefühlsmäßige Sache und in einer Diskussion nicht haltbar.
do ut des.

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gallienvs
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Re: gallienus-special

Beitrag von gallienvs » Sa 16.01.16 10:29

Ein Aureus,zumal noch aus Mailand, ist ja keine "Laufkundschaft",deshalb würde ich lieber zum Profi. :wink:
Gruß Eric

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richard55-47
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Re: gallienus-special

Beitrag von richard55-47 » Sa 16.01.16 10:33

Dieser Antoninian ist nicht selten, Göbl kannte 158 Exemplare. Gleichwohl ist er mir bisher noch nicht unter die Flinte gekommen, weshalb ich mich gezwungen sah zuzuschlagen. Erst recht, weil auf dem Schild noch ein Gorgoneion gut zu sehen ist.
GALLIENUS P F AUG
PM TR P VII COS IIII PP Mars eilt n. r.
2,90 gr., Dm.: 20,32 mm
Göbl 888i
Im RIC nicht zu finden mit dieser Vorseite. Dane Kurth hat die Münze jetzt bei wildwinds eingestellt.
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676 Gallienus.jpg
comp_676 Gallienus.jpg
Zuletzt geändert von richard55-47 am Di 31.07.18 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: gallienus-special

Beitrag von aquensis » Sa 16.01.16 10:36

Also niemals löten !!
Beim löten wird immer Material eingebracht und die Verbindung ist daher nie mehr reversibel.
Ausserdem bearbeiten Goldschmiede eine Lötung praktisch immer anschließend durch feilen, glätten und polieren.
Absolutes NO-GO bei Münzen !
Ich würde die Bruchflächen mit Lösungsmittel (Aceton z.B.) sehr sorgfältig reinigen.
Nach ausreichender Trocknung sehr dünn mit 2-Komp.-Kleber einstreichen, die Teile zusammenfügen, diese Position fixieren und anschließend lange genug aushärten lassen.
Die beiden Teile sind danach fest, aber reversibel, verbunden.
Für die normale Aufbewahrung in Beba - Kästen ist das ok, aber für ein rumm reichen auf Börsen oder bei Freunden wohl eher nicht.

Grüsse Franz

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Re: gallienus-special

Beitrag von beachcomber » Sa 16.01.16 13:47

franz, mir ist klar, dass die reversibilität für moderne restauratoren das a+o ist! der grund ist die zerstörung von objekten durch falsche restaurierungen in der vergangenheit, die man nun vermeiden will, weil man nie weiss, was die zukunft an möglichkeiten bietet.
aber: in meinem fall handelt es sich um metall, wo ich auch in zukunft keine bessere lösung sehe als eine lötung, und warum sollte etwas reversibel sein das perfekt funktioniert? und was das glätten und polieren angeht - zum glück ist der bruch nur im feld, betrifft das münzbild nicht, und selbst wenn ich da was glätten müsste, hätte ich kein problem damit! :)
grüsse
frank

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Re: gallienus-special

Beitrag von justus » Sa 16.01.16 14:06

Obwohl eigentlich ein absoluter Gegner substanzverändernder Eingriffe bei antiken Münzen, hätte ich bei diesem schönen Stück kein Problem damit, den "Goldschmied meines Vertrauens" aufzusuchen. Eine "Klebung" wird immer wieder - über Kurz oder Lang - zu weiteren Brüchen führen.
mit freundlichem Gruß

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Re: gallienus-special

Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 16.01.16 14:15

Hast Du evtl. die Möglichkeit, bei Dir ein Museum aufzusuchen - eines, das die Münze nicht gleich einbehält - und dort Experten nach deren Ideen zu befragen?
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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Re: gallienus-special

Beitrag von harald » Sa 16.01.16 15:31

aquensis hat geschrieben: Ich würde die Bruchflächen mit Lösungsmittel (Aceton z.B.) sehr sorgfältig reinigen.
Nach ausreichender Trocknung sehr dünn mit 2-Komp.-Kleber einstreichen, die Teile zusammenfügen, diese Position fixieren und anschließend lange genug aushärten lassen.
Die beiden Teile sind danach fest, aber reversibel, verbunden.
Für die normale Aufbewahrung in Beba - Kästen ist das ok, aber für ein rumm reichen auf Börsen oder bei Freunden wohl eher nicht.
Grüsse Franz
Das ist auch mein Vorschlag und ich habe das auch schon mehrmals erfolgreich durchgeführt.
Durch Erhitzen wäre die Verklebung bei Bedarf wieder lösbar.

Grüße
Harald

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Re: gallienus-special

Beitrag von beachcomber » Sa 16.01.16 16:27

Homer J. Simpson hat geschrieben:Hast Du evtl. die Möglichkeit, bei Dir ein Museum aufzusuchen - eines, das die Münze nicht gleich einbehält - und dort Experten nach deren Ideen zu befragen?
der konservatorin unseres museums könnte ich die münze schon zeigen, allerdings bezweifle ich, dass sie da die richtige anspechpartnerin ist. die haben mit allen möglichen materialien zu tun, aber gold ist sicher nicht dabei! wenn es eine porige, kristallisierte silbermünze wäre, wäre kleben sich die beste alternative. da dringt der kleber gut ein und silberdenare sind auch dicker. aber dieses goldplätttchen hat maximal einen halben mm an stärke und der bruch ist ziemlich glatt. da kann kleber wirklich kaum angreifen. nicht umsonst war die münze reichlich mit kleber eingeschmiert als ich sie bekommen habe!
grüsse
frank

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Re: gallienus-special

Beitrag von Numis-Student » Sa 16.01.16 16:38

Also ich hatte bisher nur einmal das Problem, eine Münze kleben zu müssen (ebenfalls Gold, ebenfalls dünn = ein byzantinisches Schüsselchen): ich habe die hässlichen Klebstellen mit Aceton gelöst, gut gereinigt und anschliessend mit Uhu Superkleber geklebt. Das hält, zumindest Aufbewahrung in der Bebalade, aber auch mitnehmen und Herumzeigen war kein Problem (Runterfallen dann doch :mrgreen: Also die ganze Prozedur erneut :roll: ).

Die Schwierigkeit dabei war eigentlich nur die Wölbung des Schüsselchens, und die Tatsache, dass ein Bruchstück von einem der Vorbesitzer etwas verbogen wurde...
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Re: gallienus-special

Beitrag von Theo » Sa 16.01.16 21:01

Von Klebstoffen wird aktuell auf dem Markt sehr breite Palette an Klebstoffen angeboten.

In diesem Fall ist ja die grundsätzliche Frage zu beantworten, ob die Münze wirklich geklebt werden soll.

Wenn ja, dann womit. Die einfachste Lösung ist Repair Gel oder Sekundenkleber von Pattex. Das ist im Prinzip ein Industrie-Kleber von Henkel.

es gibt auf dem dem Markt auch weitere Klebstoffe. Dann muss man in ein Fachgeschäft rein.

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Homer J. Simpson
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Re: gallienus-special

Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 16.01.16 21:14

Im Fachgeschäft: *klingelingeling* - Guten Tag! - Ja, hallo, guten Tag, ich muß eine 2000 Jahre alte Goldmünze kleben... - Äh, haben Sie vielleicht schon ein wenig zuviel Klebstoff geschnüffelt?
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Re: gallienus-special

Beitrag von Theo » Sa 16.01.16 21:26

Tja. Es wird auch Schmuck geklebt.. :wink: Daher die Mitarbeiter im Shop werden sich definitiv nicht wundern. :agrue:

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Re: gallienus-special

Beitrag von numisnumis » Sa 23.01.16 17:43

An alle Gallienus - Spezialisten

Aktuell wird ein sehr seltener Antoninian des Gallienus in der Obolos 4 Auktion versteigert. Ich übernehme hier mal die Beschreibung ab der Homepage von Nomos:

Gallienus, 253-268. Antoninianus (Billon, 20mm, 3.47 g 11), Siscia, c. 263. GALLIENVS AVG Radiate, draped and cuirassed bust of Gallienus to right. Rev. VIRTVS AVG Gallienus, in military dress, standing facing, his head turned to left, holding globe in his right hand and long scepter with his left; to his left, kneeling and suppliant figure wearing chlamys and raising both hands towards the emperor; to his right, another captive seated right on the ground. Cohen 1265 var. (differing bust type). MIR 1405u. RIC 323 var. (differing bust type). Extremely rare. A lovely example of only very few known specimens. Nicely silvered. Reverse struck slightly off center, otherwise, extremely fine.
http://www.nomosag.com/default.aspx?pag ... &ci=0&ru=0

Beste Grüsse
numisnumis
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Gallienus_Virtus_Obolos4_2.jpg

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beachcomber
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Re: gallienus-special

Beitrag von beachcomber » Sa 23.01.16 23:41

herzlichen dank, willst du mir die konkurrenz auf den hals hetzen? :wink:
grüsse
frank

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