gallienus-special

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

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beachcomber
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Re: gallienus-special

Beitrag von beachcomber » Mo 08.02.16 15:32

klar. aber es gibt doch einen unterschied zwischen einer fälschung, die zum zweck des betrugs angefertigt wurde, oder einer imitation,beischlag oder ersatzgeld!
diese imitationen sind von der bevölkerung wie offizielle münzen akzeptiert worden, wie alle grossen hortfunde zeigen.offizielle und nicht offizielle sind dort immer gemeinsam vertreten. deswegen finde ich Göbls ausdruck ZF schlicht falsch!
grüsse
frank

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Numis-Student
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Re: gallienus-special

Beitrag von Numis-Student » Mo 08.02.16 15:43

Für die staatsrechtliche Seite, also zB die Rekonstruktion und Auswertungen des offiziellen Prägeprogramms, ist es egal, ob die "Fälschungen" als Notgeld geduldet, von der Bevölkerung akzeptiert werden oder nicht.

Schöne Grüße,
MR

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silberbeagle
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Re: gallienus-special

Beitrag von silberbeagle » Di 23.02.16 15:39

Hallo,hier ein Antoninian des Gallienus aus Rom,wo der Stempelschneider nicht nur einen leicht angeschlagen wirkenden Kaiser darstellt, sondern auch noch die beidseitige
Legende besonders U-lastig ausfallen läßt.

GALLIENVS U(A)V G
SU(A)LVS U(A)VG / XII

2,89 Gramm,RIC 274 Var.,Göbl ?

Beste Grüße

Peter
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Re: gallienus-special

Beitrag von gallienvs » Di 23.02.16 16:20

Ist Göbl MIR 653a
Dass die Buchstaben zum verwechseln ähnlich sind hat man aber in dieser Zeit öfters.
Die etwas verkümmerte Nase sieht in der Tat seltsam aus.Dafür hat der Stempelschneider aber die charakteristische
Betonung der Oberlippe nicht vergessen. Muss wohl wirklich sehr prägnant gewesen sein. :D
Gruß Eric

Ps.: tolles Revers

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silberbeagle
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Re: gallienus-special

Beitrag von silberbeagle » Di 23.02.16 17:02

Danke Eric !

antisto
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Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von antisto » Sa 12.03.16 17:04

Ich habe in meiner Sammlung zwei Antoniniane des Gallienus, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, was Größe (21 zu 16 mm), Gewicht (2,5 zu 2,1 g), Material (Ag in schlechter Legierung? Oder doch eher Silberauflage? zu Ae) angeht.
Handelt es sich bei dem kleinen vielleicht um eine irreguläre Prägung?
Nach nem Guss sieht's jedenfalls nicht aus.
AS
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Zuletzt geändert von antisto am Sa 12.03.16 17:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus

Beitrag von antisto » Sa 12.03.16 17:06

Noch zur näheren Bestimmung: Könnte das beflügelte Wesen auf der silbernen Victoria sein? In der Legende lese ich rechts VIC und dahinter ein H.
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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus

Beitrag von antisto » Sa 12.03.16 17:08

Und bei der anderen erkenne ich ein Wesen mit Waage links. Iustitia? Oder Moneta? Oder Uberitas?
Auf der Legende meine ich B E H(?) zu erkennen.
Danke für eure Hilfe.
AS
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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von chevalier » Sa 12.03.16 17:51

1. GALLIENVS P F AVG / VICT GERMANICA
2. GALLIENVS AVG / VBERITAS AVG

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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von kijach » Sa 12.03.16 17:56

Gallienus hat eine vergleichsweise lange Zeit regiert und die Materialien wurden zu der zeit knapper, sodass in seinen ersten Regierungsjahren noch besseres Silber verwundet werden konnte für die Antoiniane wie deine linke Münze oben, aber im laufe der Jahre gespart wurde mit den Resourssen und die Münze unedler und kleiner wurde.
Sammlung der Kaiser-/Damen-Galerie bis Claudius Gothicus
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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von richard55-47 » Sa 12.03.16 18:07

Mein kleinster Antoninian des Gallienus hat ein Gewicht von 1,86 gr. bei einem Dm von 15,53 mm. Einige andere sind nicht wesentlich größer. Die kleinen Schrötlinge sind recht häufig zu finden.
Ich halte deinen "Zwerg" nicht für eine irreguläre Münze, sondern die kleine Größe ist dem damaligen Materialmangel geschuldet.
do ut des.

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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von Redditor Lucis » Sa 12.03.16 18:11

Die kleinere Münze ist einfach auf einen sehr kleinen Schrötling geprägt; dafür ist das Gewicht mit 2,1 g sogar noch passabel. Bei Gallienus haben viele Antoniniane eine 2 vor dem Komma was das Gewicht angeht. Der Stil spricht eindeutig für eine offizielle Prägung (Stil stadtrömisch); das Portrait ist sogar ausgesprochen hübsch!


Viele Grüße

Stefan

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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von antisto » Sa 12.03.16 18:16

Dann stellt die VBERITAS also gewissermaßen einen Anachronismus dar! :wink: :D
Danke für eure Hilfen.
Und die etwas wilde Victoria? Könnte sie auch in Germani(c)a geprägt sein? Etwa in Köln?
AS
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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von beachcomber » Sa 12.03.16 18:24

ja, die legende lautet VICT GERMANICA, und geprägt wurde sie in köln! :)
grüsse
frank

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Re: Irreguläre Prägung des Gallienus?

Beitrag von antisto » Sa 12.03.16 18:26

Danke!!!!!!!!!!!!!
antisto

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