Frauen auf römischen Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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bajor69
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von bajor69 » Sa 13.12.14 19:20

Diese Severina schaut eher aus wie die typische römische Matrone und das vielleicht als "Übergangskaiserin" - wie drakenumi geschrieben hat.
Antoninian
Drap. Büste auf Mondsichel n. r. / SEVERINAE AVG
Concordia steht n.l. hält 2 Standarten / CONCORDIAE MILITVM im Feld V, im Abschnitt XXI
RIC 13V / 3,57g / 23-20m/m
Siscia
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Severina.jpg
Wer seine Wurzeln nicht kennt, kann seine Zukunft nicht gestalten.

emieg1
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von emieg1 » Sa 13.12.14 19:28

Wenn man bei der Google Bildersuche "Severina" eingibt, relativiert sich das ganze ein wenig, wie ich finde...

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drakenumi1
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von drakenumi1 » Sa 13.12.14 20:53

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, Du bist bemüht, uns vom Gleis unseres reinen und ungetrübten numismatischen Interesses auf ein völlig anderes Gleis umzuleiten. Aber bedenke: Dein Bemühen führt (mich) höchstens auf ein Abstell- oder sogar totes Gleis. Vernünftigerweise sollte ich bei meinem Leisten bleiben ..... :wink: :(
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drake
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von emieg1 » Sa 13.12.14 21:03

drakenumi1 hat geschrieben:Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, Du bist bemüht, uns vom Gleis unseres reinen und ungetrübten numismatischen Interesses auf ein völlig anderes Gleis umzuleiten. Aber bedenke: Dein Bemühen führt (mich) höchstens auf ein Abstell- oder sogar totes Gleis. Vernünftigerweise sollte ich bei meinem Leisten bleiben ..... :wink: :(
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Aber ganz im Gegenteil... je weniger antike Ladys in der Skulptur beim googeln zum Vorschein kommen, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Damen ihren Herren münztechnisch ziemlich ähnlich sehen. So ein Paradebeispiel ist zum Beispiel Paulina.

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drakenumi1
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von drakenumi1 » Sa 13.12.14 21:27

So kann man sich mistverstehen: Jeder (fast) Junggebliebene zwischen 0 und 80 Lebenslenzen wird bei "Severina" an Severina Vuckovic denken , was bei denen dann eine erhöhte Speichelsekretion auslösen kann, also auch eine Art "Relativierung" im Sinne unserer numismatischen Erkenntnisse :wink: . Google war es, der mit seiner überlegenen Häufung dieses Angebotes mich aufs Abstellgleis führen wollte.
Nun aber wieder zurück zur sterilen Numismatik, denkt
drake
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von Schwarzschaf » Sa 13.12.14 21:56

Stempelschnitzer marsch ab - in die Arena, Löwen füttern! :evil:
Weil ich nicht alles weiß, bin ich neugierig

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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von drakenumi1 » Sa 13.12.14 22:25

Mal ehrlich: Ist das Sammeln von Münzen der röm. Damenwelt nicht mehr als öde? Bei den Kaisern gibt es wenigstens auf ihren Münzrückseiten noch ein wenig Abwechslung durch Andeutungen ihrer heroischen Siege auf fernen und nahen Schlachtfeldern. Aber womit haben die Stempelschneider die Damenrückseiten auch möglichst abwechslungsreich schmücken können? Ihr wißt es!
Halt! da sind ja die Damenportraits, die alle Kunstfertigkeit herausfordern und mitunter, wenn auch nicht reichlich, seltene Details offenbaren: Wie hier das seltene Lächeln der Julia Mamaea. Ich mag es, nicht nur bei ihr, denn es nimmt viel von ihrem kaiserlichen Nimbus, schafft Nähe zum Betrachter, baut gesellschaftliche Grenzen ab, schafft Vertrauen, nicht zuletzt auch zu den Handlungen ihrer Kaisergatten, die eher durch eiserne Mienen und Härte des Ausdrucks zu brillieren versuchen.
Habt Ihr ähnliche freundlich dreinschauende Damen auf Euren Tabletts? Dann würden wir sie gerne sehen.

Sorry, das hier ist "leichte Kost". Aber nach meiner Beurteilung dessen, was hier im Forum so durchschnittlich abläuft und als Entgegenkommen gegenüber unseren vielen neugierigen Anfängern doch sicherlich nicht verkehrt. Es soll Freude am Sammeln vermitteln, nicht unbedingt durch erkämpfte Bestimmungen nach RIC oder andere, sondern in Hauptsache durch die antike Ästhetik.
In diesem Sinne einen schönen Adventssonntag wünscht

drake
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Denar Julia Mamaea C. 76 Av. IVLIA MAMAEA AVG..jpg
Denar Julia Mamaea C. 76 Rv. VENVS VICTRIX. Venus m. Schild, Helm u. Zepter li..jpg
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von Katja » So 15.02.15 16:50

Eine Plautilla wie diese ist für unter 50 E ein akzeptables Stück.
Pietas mit dem Kind von Caracalla & Plautilla im Arm.
IMG_0837.JPG
IMG_0836.JPG
Mfg

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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von aquensis » So 15.02.15 17:27

Dafür hätte ich sie auch genommen :wink: ! Schönes Stück !

Grüsse Franz

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mike h
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von mike h » So 15.02.15 17:29

Da kann man nicht meckern.. quasi ein Schnäppchen.

Glückwunsch
130 Köppe /201 (Kampmann)
1.) Ziel erreicht!

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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von Peter43 » So 15.02.15 18:08

Katja hat geschrieben:Pietas mit dem Kind von Caracalla & Plautilla im Arm.
Wie soll Plautilla ein Kind von Caracalla bekommen haben, wo er sie doch nach Herodian gehaßt und niemals die Ehe mit ihr vollzogen hat?

Kinder wurden der Pietas hinzugesellt, um die elterliche Fürsorgepflicht zu verdeutlichen.

Jochen
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Katja
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von Katja » So 15.02.15 18:18

Im Senatsbeschluss 203 für die Saecularfeier wurde bereits die Schwangerschaft Plautillas erwähnt.
Es sei auch auf die Pietasprägungen der Trajan- und Antoninensippe verwiesen,
etwa diese hier mit den beiden Töchtern Mindia Matidia und Vibia Sabina
http://www.wildwinds.com/coins/ric/matidia/RIC_0761.jpg
Die Annahme, Pietas mit Kind(ern) sei rein formal und ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten halte ich für falsch.
Und ist durch Abhandlungen wie die von Ameling u.a. wohl bewiesen worden.
Der Ehezoff zwischen C. und Pl. wird ganz sicher nicht von Anfang an bestanden haben.
Die Angaben der HA sind zwar absolut unverzichtbar für uns, aber sollten auch immer mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden.
MfG
Zuletzt geändert von Katja am So 15.02.15 18:30, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von drakenumi1 » So 15.02.15 18:19

mike h hat geschrieben:Da kann man nicht meckern.. quasi ein Schnäppchen.
Freilich, ein schönes Stück ist es allemal. Es als "Schnäppchen" zu bewerten, ist sicher Ansichtssache, bei einem Einriß von ca. 8mm und einem beginnenden einseitigen kleinen Riß. Diese mögen wohl zu solch moderatem Preis beigetragen haben. Die potentielle Käuferschaft mag sich teilweise an ihnen stoßen, wie z. B. auch teilweise an groben Fehlern der Außenkontur, andere finden diese besonders attraktiv, weil sie ein Ausdruck der Unvillkommenheit der antiken Prägetechnologie sind und keinesfalls ein Verschleißmerkmal. Auch ich habe grundsätzlich nie einen Bogen um solche Stücke, gemacht, konnte ich doch damit von Fall zu Fall manch Stück Hartgeld sparen .....

Grüße von

drake
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Katja
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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von Katja » So 15.02.15 18:24

drakenumi1 hat geschrieben:Auch ich habe grundsätzlich nie einen Bogen um solche Stücke, gemacht, konnte ich doch damit von Fall zu Fall manch Stück Hartgeld sparen .....
Deine Meinung ist auch 100% meine Meinung.
MfG

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Re: Frauen auf römischen Münzen

Beitrag von emieg1 » Mo 23.02.15 11:37

Katja hat geschrieben:Im Senatsbeschluss 203 für die Saecularfeier wurde bereits die Schwangerschaft Plautillas erwähnt.
Es sei auch auf die Pietasprägungen der Trajan- und Antoninensippe verwiesen,
etwa diese hier mit den beiden Töchtern Mindia Matidia und Vibia Sabina
http://www.wildwinds.com/coins/ric/matidia/RIC_0761.jpg
Die Annahme, Pietas mit Kind(ern) sei rein formal und ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten halte ich für falsch.
Und ist durch Abhandlungen wie die von Ameling u.a. wohl bewiesen worden.
Der Ehezoff zwischen C. und Pl. wird ganz sicher nicht von Anfang an bestanden haben.
Die Angaben der HA sind zwar absolut unverzichtbar für uns, aber sollten auch immer mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden.
MfG
Tolles Plautilla-Portrait... aaaaber:

Es ist keinesfalls bewiesen, dass Plautilla schwanger war bzw. ein Kind hatte. (vgl. Achim Lichtenberger: Severus Pius Augustus)
Die Ehe mit Caracalla war eine reine Zweckbeziehung, die Plautianus einfädelte, um seine Verbundenheit mit dem Kaiserhaus zu potenzieren und seine eigene Machtstellung auszubauen. Die Erwähnung im Senatsbeschluss halte ich für einen Akt von "Familienpropaganda" des dynastischen Gedankens Severus' - vielleicht sogar auf Druck Plautianus, der zu dieser Zeit eine Machtstellung genoss, die teilweise die des Kaisers selbst überragt haben soll. (vgl. Cassius Dio)
Ehezoff von Anfang an mag es vielleicht deswegen nicht gegeben haben, weil beide bei ihrer Hochzeit noch Kinder waren.

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