Schwerer Fehler - Kupfer, Messing im Silbertauchbad

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Canadian Coins
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Schwerer Fehler - Kupfer, Messing im Silbertauchbad

Beitrag von Canadian Coins » So 28.04.02 16:42

Ähem ...

ja, das kann passieren :lol:
Kurz und gut, es ist mir mal passiert.
Es ist allerdings schon 8 Jahre her - passiert in der Anfangszeit.
Zum Glück nur bei ein paar modernen englischen Umlaufmünzen.
Und jetzt sind sie teils sehr hell und matt oder sie schimmern in sämtlichen Regenbogenfarben.
Ich reinige zwar schon seit langem keine Münzen mehr, aber vielleicht ist dem geholfen, der auch mal die Tauchbäder verwechselt.
Kann man diesen Zustand wieder rückgängig machen? Weitere Experimente habe ich mir damals auch gespart und seitdem darauf verzichtet.
Ist eine mögliche Lösung, die Münze umgehend ins richtige Tauchbad zu geben, oder kann man sie danach abschreiben?

Seht Ihr eine Möglichkeit das Anlaufen von Silbermünzen zu verhindern?

Bei älteren Münzen bringt es ja eine gewisse Wirkung und ist meist interessant und schön anzusehen, bei modernen finde ich jedoch weniger schön.
Ich habe sämliche Münzen entweder in Rähmchen oder Kapslen und diese dann in Lindner-Schubern. In den einzelnen Boxenkoffern habe ich dann jeweils auf einen Schuber verzichtet und diesen Platz dann mit Silicatbeuteln vollgestopft. Scheint zu wirken, nach 8 Jahren ist noch nix angelaufen.

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Susat
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Beitrag von Susat » Di 30.04.02 15:22

Hallo Canadian Coins
aus meiner Goldschmiedeküche kann ich dir zum Anlaufschutz volgendes Rezept anbieten: 1Teil Paraffin und 3 Teile Petroleum auftragen und vorsichtig mit weichem lappen abputzen.Schützt gegen Anlaufen und Veränderungen von Patina ohne Nachteil. Es hat aber auch den besonderen Vorteil, gegenüber dem Zapon unsichtbar und mit Benzin abwaschbar zu sein. Besonders geeignet nicht nur für Spiegelglanzmünzen sondern auch für prolematische Notmünzen wie Zink. :D
mit freundlichen Grüßen aus der alten Hansestadt Soest, susat

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Obelix
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Haltbar machen von alten Münzen

Beitrag von Obelix » Di 30.04.02 20:30

@alle

Wie macht Ihr eure alten Münzen " haltbar " ???
Ich habe von Sammlern gehört die mit Oliven oder anderem Öl die Münzen einreiben.
Es soll auch Sammler geben die Ihre alten Münzen mit Zaponlack bestreichen.
Welche Methode sollte man anwenden und welche auf gar keinen Fall??
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mfr
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Konservierung von Münzen

Beitrag von mfr » Di 30.04.02 21:19

Hallo Obelix,
Glaubensfrage !

Ich persönlich bin generell dafür Münzen nicht zu konservieren oder sonstwie zu behandeln, ausser sie bedürfen einer Reinigung.
Alte römische Münzen zum Beipiel reinige ich mit Olivenöl, dadurch werden sie dann auch konserviert.

Bei Zink- und Eisenmünzen gehe ich dazu über sie mit Zaponlack vor Rost und Zinkpest zu schützen.

Alle anderen, insbesondere Edelmetallmünzen lasse ich so wie sie sind.
Nach einer Zeit bilden sie eh eine schützende Patina.

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Susat
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Beitrag von Susat » Do 02.05.02 08:00

Hallo Obelix
hat Dir mein Beitrag am 30. 5. 14:22 nicht gefallen oder hat er Dich nicht überzeugt?
mit freundlichen Grüßen aus der alten Hansestadt Soest, susat

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Obelix
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@Susat

Beitrag von Obelix » Do 02.05.02 13:32

Das hat nichts mit Überzeugung zu tun.
Mir fehlen nur einige Arbeitschritte die irgendwie noch nicht erkärt worden sind.
Desweiteren kann ich aus Deiner Schilderung nur vermuten das Zapon nicht gut für die Münzen ist, oder ?

Mit freundlichen Gruß aus der alten Hansestadt Münster Obelix

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Zapon-Lack

Beitrag von mfr » Do 02.05.02 18:49

Obelix hat geschrieben:Das hat nichts mit Überzeugung zu tun.
Mir fehlen nur einige Arbeitschritte die irgendwie noch nicht erkärt worden sind.
Desweiteren kann ich aus Deiner Schilderung nur vermuten das Zapon nicht gut für die Münzen ist, oder ?

Mit freundlichen Gruß aus der alten Hansestadt Münster Obelix
Hallo Obelix,
Zapon ist ein Klarlack der zur Konservierung von Metallen eingesetzt wird.
Er greift die Münzen nicht an, ist aber für jeden sichtbar da durch ihn zwar eine durchsichtige aber glänzende Schicht auf der Münze entsteht.

Eine bessere Methode zur Konservierung von Zink- und Eisenmünzen kenne ich leider nicht.

Zaponlack lässt sich mit speziellen Lackentferner rückstandslos entfernen. Zur Not tut´s auch Nagellackentferner oder Aceton.

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Obelix
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@Münzenfreund

Beitrag von Obelix » Do 02.05.02 19:00

Was passiert mit einer Münze die ich von Zapon befreit habe?
Ist diese Münze jetzt anfälliger für Korosion?
Sollte man auf Zapon ganz verzichten, oder sollte man einmal zaponierte Stücke einfach so lassen?
Welche Methode schadet der Münze am wenigsten?
Welche Methode hält die Münze am Preistabilsten?
:?:
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Messing...

Beitrag von orwin » Sa 08.02.03 10:34

Hallo,

zum Thema Messing:
Messing besteht aus zwei verschiedenen Kristalltypen (a)lpha- und (b)eta-Messing. Diese unterscheiden sich in der Kristallstuktur und der Zusammensetzung Kupfer:Zink. Behandelt man Messing mit Mineralsäuren, die auch in den Silbertauchbädern enthalten sind, so löst sich b-Messing besser als a-Messing. An der Oberfläche hat man dann ein anderes Gefüge als in der Münze selber. Läßt man die Münze dann "Altern", so wandelt sich ein Teil des a-Messings wieder in b-Messing um und gibt dabei Kupfer ab. Dieser Vorgang wird auch als "Entzinkung" bezeichnet. Das ist dann als rötlicher Belag auf der Münze zu sehen und läuft dann auch schnell als scharzes Kupferoxid an. Daher die vielen "lustigen" Farben auf der Münze. 8)

Mit Beize (vornehmlich Schwefelsäure, 5%ige reicht schon) kann man das Kupfer leicht wieder von der Münze bekommen. Leider geht das ganze dann wieder von vorne los... :x

Das Problem ist, daß das Rekristallisieren des a-Messings auch OHNE Sauerstoffzufuhr funktioniert. D.h. Lackieren oder Olivenöl oder ähnliches hilf nicht. Nach meinen Beobachtungen scheint das allerdings das Rekristallisieren zu verzögern.

Leider habe ich bisher noch keine Lösung für dieses Problem gefunden.
Falls jemand von Euch dazu ein Patentrezept kennt, wäre ich dankbar. :D

Orwin

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Zaponlack

Beitrag von orwin » Fr 14.02.03 09:39

zu Obelix:

Der Zaponlack hat die Funktion, die Münze zu konservieren. Das bedeutet, daß die Münze mit einer luftundurchlässigen Schicht überzogen wird. Daher werden Oxidations- oder Zundervorgänge verhindert. Also, Eisenmünzen rosten nicht mehr, Silber läuft nicht mehr an (Bildung von Silbersulfid und -oxid) etc. Außerdem werden die Münzen vor Salzen und Säuren geschützt, die beim Handkontakt übertragen werden.

Wird der Lack entfernt, so ist die Münze den Angriffen aus der Umgebungsluft usw. wieder ausgesetzt. Da die Münzen vor der Zaponierung bzw. während der Entfernung des Lacks meist entfettet werden, sind sie danach anfälliger als vor der Zaponierung. Ein kurzes Bad in Olivenöl und abtupfen mit Zellstoff macht die Münze dann wieder unempfindlicher. Aber dann hätte man den Lack auch drauf lassen können... :lol:

Mein Rat: Gold/Silbermünzen sollten nicht zaponiert werden, da diese ohne große Probleme wieder gereinigt werden können (Silbertauchbad). Auch Legierungen wie Konstantan (z.B. die guten alten DM-Münzen) lassen sich recht einfach wieder reinigen.
Es sei denn, man möchte die Münzen häufig in die Hand nehmen. Obwohl dafür Münzkapseln geeigneter sind.

Empfindlicher sind da schon Messinglegierungen, die leichter zum verfärben neigen oder Münzen aus Aluminium oder Zink. Grade Aluminium muß zaponiert werden, da die Aluminiumoxidschicht nicht wieder entfernt werden kann.

Ich hoffe, das hilft Dir weiter...

Orwin

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