Münzzeichen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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richard55-47
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Münzzeichen

Beitrag von richard55-47 » Fr 21.09.12 18:01

Der Beitrag bezieht sich nicht auf Münzzeichen, die eine Wertangabe darstellen.

Wie bekannt, finden sich auf reichsrömischen Münzen ab (ich glaube) Mitte des 3. Jahrhunderts Münzzeichen. Teils geben Sie Auskunft, in welcher Münzstätte sie geprägt worden sind, teils lassen diese Zeichen erkennen, welche Offizin innerhalb der Münzstätte die Prägung vorgenommen hat.

Mir erschließt sich der Grund für diese Münzzeichen nicht. Welchen sittlichen Nährwert hatten sie? Der Bevölkerung - ausgenommen Sammlern :lol: - konnte es ziemlich gleichgültig sein, an welchem Ort die Umlaufmünzen geprägt wurden, erst recht, welche Abteilung innerhalb der Münzstätte die Prägung vorgenommen hat.
Die Qualitätskontrolle benötigte auch keine Münzzeichen. Die Prägeanstalt X hat ja nicht die Qualität der in Y geprägten Münzen zu prüfen gehabt. Die Offizinbezeichnung war im Prinzip auch intern nicht erforderlich. Ich glaube kaum, dass die einzelnen Officinae am Ende des Tages alle Prägungen in einen großen Korb zusammenschütteten und erst dann die Prüfarbeit vorgenommen wurde. Eher ist anzunehmen, dass während der Prägeschicht der zuständige Prüfer den Arbeitern seiner Offizin über die Schulter schaute resp. die Arbeitsergebnisse seiner Offizin stichprobenhaft in Abständen prüfte.

Es muss aber einen Grund für diese Münzzeichen geben. Auch heutige Prägungen - auch der Euro - machen Münzstätten mittels Buchstaben noch kenntlich.
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shanxi
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Re: Münzzeichen

Beitrag von shanxi » Fr 21.09.12 18:13

Ich kopier hier mal aus der englischen Wikipedia, die das gut erklärt:

"Mint marks were first developed to locate a problem. If a coin was underweight, or overweight, the mint mark would immediately tell where the coin was minted, and the problem could be located and fixed. Another problem which could occur would be a dishonest mint official debasing the coin, or putting less precious metal in the coin than specified. The first mint marks, called "Magistrate Marks" were developed by the Greeks, and named the Magistrate in charge of producing that coin. Debasing a coin, or otherwise tampering with it, was a very serious crime, often punishable by death in many civilizations. For example, in 1649, the directors of the Spanish colonial American Mint at Potosi, in what is today Bolivia, were condemned to death for seriously debasing the coinage. The initials of the assayer as well as the mint mark were immediate identifiers when the coins were inspected."

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richard55-47
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Re: Münzzeichen

Beitrag von richard55-47 » Fr 21.09.12 18:20

An diesen Aspekt, bei Entdeckung wissentlicher oder unwissentlicher Fehler nach Verlassen der Münzstätte sofort den Urheber des Fehlers feststellen zu können, habe ich nicht gedacht. Super, shanxi, vielen Dank. Wikipedia.de hat keinen solchen Beitrag, soweit ich feststellen konnte.
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chevalier
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Re: Münzzeichen

Beitrag von chevalier » Fr 21.09.12 19:11

richard55-47 hat geschrieben:Teils geben Sie Auskunft, in welcher Münzstätte sie geprägt worden sind, teils lassen diese Zeichen erkennen, welche Offizin innerhalb der Münzstätte die Prägung vorgenommen hat.
Neben prägender Münzstätte und Werkstatt kann auch die Münzserie (Emission) genannt werden. "Emissionskennzeichen" dienen dem Numismatiker insbesondere zur genauen zeitlichen Einordnung von sich verändernden Portraitmerkmalen auf Münzen etc.

Thomas

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Invictus
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Re: Münzzeichen

Beitrag von Invictus » Fr 21.09.12 21:53

Interessant wäre auch festzustellen, ob es bspw. einen Zusammenhang zwischen Münzkennzeichnung und dem Aufstand der Münzmeister während der Regierungszeit des Kaisers Aurelianus gegeben hat.
www.RÖMISCHE MÜNZEN...

Weisheit beginnt mit der Entlarvung des Scheinwissens (Sokrates)

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