Brandenburg

Alles was von Europäern so geprägt wurde
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mimach
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Mi 13.04.22 08:04

Ja, die Sammlung ist für Mittelaltersammler, nicht nur Brandenburg, interessant.
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Adlerhohlpfennig Salzwedel - Bestimmungshilfe

Beitrag von mimach » Mo 16.05.22 21:02

Liebe Sammlerfreunde,

heute benötige ich eure Hilfe bei der genauen Bestimmung eines Adlerhohlpfennigs aus Salzwedel.

Ich kann mich nicht zwischen folgenden Varianten entscheiden.

Eberhagen 216, 227 und 228.
Das Gewicht ist recht schwer mit 0,46 g.
Durchmesser = 15,04 mm

Neben dem Kopf ist rechts ein großer Knubbel. Der ist tatsächlich ausgeprägt. Auf dem Foto kann man das gut erkennen.

Wie ist eure Meinung?
Dateianhänge
Adlerhohlpfennig Salzwedel Eberhagen 216, 227 oder 228.jpg
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » So 22.05.22 19:33

Hallo mimach,
ich sehe da eher Eberhagen Nr. 226.
Meist sind die Stücke aus dieser Zeit genauso flau wie die Abb. bei Eberhagen undeutlich sind,
allerdings ist bei Nr. 226 der Abstand zwischen Kopf und rechtem Flügel
groß genug für dieses Gebilde.
Ist das eine nachträgliche Beschädigung wie Druckstelle oder Einhieb von unten?
Oder war das im Stempel?
Durch die Schrägaufnahme ist das Bild im interessierenden Bereich leider undeutlich.
Wichtig wäre auch eine Aufnahme der Rs.!
Als Beispiel zeige ich mal einen Hohlpfennig, den ich für eine Tangermünder
Kriegsprägung aus 1427 halte (gotische Minuskel 't' über dem Adlerflügel eines Stendaler Stempels).
Die Münze ist weiter vorn im Thema ausführlicher vorgestellt.
Das Bild ist ein unverändertes Zitat aus einem Angebot der Münzenhandlung Brom, Rohrdamm 24a, 13629 Berlin

© 2011 Münzenhandlung Brom
Tangermünde_1427_Brom.jpg
Auf der Rs. sieht man den geprägten Buchstaben deutlicher als auf der Vs.
SG
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » So 22.05.22 20:26

Hallo jot-ka,

vielen Dank für deine Einschätzung. Eberhagen 226 schaue ich mir nochmal an.
Die "Beule" sieht für mich von unten aus wie ein Teil der Prägung.
Wenn es mal wieder Zeit für den Fotoapparat ist, dann wird eine ordentliche Aufnahme gemacht.
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Fr 27.05.22 22:05

Heute Abend konnte ich mal den Fotoapparat rausholen und eine bessere Aufnahme von dem Adlerhohlpfennig aus Salzwedel machen.


Die Vorderseite mit dem deutlichen "Knubbel" rechts neben dem Hals des Adlers.
Adlerhohlpfennig - Stadt Salzwedel - Eberhagen 226 -AV.jpg

Die Rückseite nun spiegelverkehrt. Die große Beule ist die Vertiefung zwischen Adlerkopf und dem linken Flügel.
Adlerhohlpfennig - Stadt Salzwedel - Eberhagen 226 -RV.jpg

Hier mit Skizze. Der Knubbel ist mit einem Pfeil angezeigt.
Adlerhohlpfennig - Stadt Salzwedel - Eberhagen 226 -RV mit Skizze.jpg
Unter der Lupe wirkt es fließend und nicht wie eine neue Delle.
Ist es nun eine bewußte Gestaltung im Stempel oder eine spätere Beschädigung?
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Re: Brandenburg

Beitrag von bernima » Sa 28.05.22 07:56

Hallo
Ich würde auf Stempelausbruch tippen.

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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Mo 13.06.22 22:45

Hallo Bernima,
danke für deine Einschätzung.
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Fr 17.06.22 20:42

Hallo mimach,
ich halte das für einen Stempelschaden - ähnlich Bernima.
Beim Guß der Rohlinge für die Stempel kam es immer wieder zu kleinen Fehlern.
Es entstanden sog. Lunker, Luft- oder Gasblasen im Material,
oder kleine Schlackekrümel blieben im Gußstück.
Wenn diese Fehlerstellen in der Nähe der Prägefläche waren, kam es so Ausbrüchen des Stempels
oder zum Nachgeben des Stempelmaterials und es entstanden diese Ausbrüche, vornehmlich bei Lunkern,
oder die Beulen, überwiegend bei Schlackeeinschlüssen.
Diese konnten im Laufe der Prägungen auch noch wachsen.
Hier eine Skizze, wie das in einem Stempel ausgesehen haben könnte:
Stempel.jpg
Und hier ein stück aus meiner Sammlung mit so einer Beule über dem Adlerkopf.
IMG_3125.JPG
In der Auktion Leipzig 99, Los 1520 (mittlere Abb.)
ist ein stempelgleiches Stück aus der Slg. Dannenberg zu sehen.
Bei dem Pfennig ist der Schaden noch nicht so weit fortgeschritten.
Das Bild aus Leipzig kann ich hier nicht bringen, meine Anfrage um Erlaubnis blieb unbeantwortet,
Schöne Grüße
jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Fr 17.06.22 21:30

Hallo jot—ka,
vielen Dank für dein ausführliche Erklärung!
Dein mimach
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » So 19.06.22 22:11

Hallo liebe Brandenburg-Münzfreunde,

ich habe hier einen Bahrfeldt 33 aus der Münzstätte Brandenburg.
Die Rückseite konnte ich als Variante 33 k feststellen, aber bei der Vorderseite fehlen alle sonst üblichen Kringel und Punkte. Bin ich nur irgendwie blind, oder ist diese Variante bei Bahrfeldt nicht verzeichnet?

Groschen - Ktm. Brandenburg - Mzst. Brandenburg - AV Bf. u.e. - RV Bf. 33 k -AV.jpg
Vorderseite Bahrfeldt 33 (uneditiert ?)
Groschen - Ktm. Brandenburg - Mzst. Brandenburg - AV Bf. u.e. - RV Bf. 33 k -RV.jpg
Rückseite Bahrfeldt 33 k
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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Di 21.06.22 21:50

Ich möchte heute meinen ersten Bahrfeldt 33 mit Verzierungen über und neben dem Wappenschild auf der Vorderseite vorstellen.

Es handelt sich um eine Variante von Bahrfeldt 33 tt - ohne das Apostroph hinter dem "NO" auf der Rückseite.
(Was es wohl zu einer nicht editierten Variante macht?)

Münzstätte Brandenburg, Prägeperiode von 1466-70
Durchmesser 26,35 mm
Gewicht 2,45 g
Groschen - Ktm. Brandenburg - Mzst. Brandenburg - Bf. 33 tt var -AV.jpg
Avers
Groschen - Ktm. Brandenburg - Mzst. Brandenburg - Bf. 33 tt var -RV.jpg
Revers
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Re: Brandenburg

Beitrag von TorWil » Fr 01.07.22 18:53

Hallo,

Ich habe hier ein stark untergewichtigen Denar, gab es da vielleicht auch Obole?
Ich denke das es sich um DBG#176 von Seite 8 handelt (Danke jot-ka für diesen tollen Thread)

Aber meiner hat einen Durchmesser von 13 mm und ein Gewicht von 0.32 Gramm und offensichtliche Beschneidungen sehe ich nicht.
Gibt es für das sehr niedrige Gewicht eine Erklärung?
n0.f.jpg
n0.r.jpg
Grüße

TW

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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Sa 02.07.22 19:02

@ mimach:
1. Fall
Ein Vs.-Stempel der Bf. 33-Gruppe völlig ohne Trennzeichen ist bislang noch nicht aufgetaucht.
Daß einzelne Trennzeichen fehlen, kommt vor, aber so ganz ohne sieht man hier zum ersten Mal.
Diese Ringel wurden wohl nach den Buchstaben in den Stempel gepunzt.
Manchmal auch sehr schwach und oft reicht der Platz zwischen den Buchstaben nicht aus
und ein Teil der Ringel verschwindet in den Buchstaben oder sie wurden aus der Mitte verschoben.
2. Fall
Dein Groschen mit den Verzierungen auf der Vs. gehört in die Stempelgruppe Bf. 33rr, tt, uu, ss.,
wobei beide St. bei Bahrfeldt so nicht vorkommen.
Beide haben kleine Abweichungen.
Danke für's Zeigen!!!

@ TorWil:
Bei deinem Pfennig sehe ich einen Beischlag aus Anhalt,
um 1340-1345, Dannenberg AS 233 A.
AS233.jpg
Hans-Dieter Dannenberg "Die Denare der Nachbarn Brandenburgs im 13. und 14. Jahrhundert
Anhalt
Sachsen-Wittenberg mit Brehna
Magdeburg",
NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT ZU BERLIN 2000
S. 104

Schöne Grüße ins Frankenland
jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von TorWil » Sa 02.07.22 19:36

Vielen Dank jot-ka,

schon das zweite Mal das ich da in Anhalt gelandet bin, ohne Deine Hilfe hätte ich das nie rausgefunden.

Größter Respekt und Dank!

Grüße

TW

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Re: Brandenburg

Beitrag von mimach » Sa 02.07.22 20:32

Hallo jot-ka,

vielen herzlichen Dank für deine Einordnungen.
Respekt zu deiner Bestimmung des anhaltinischen Denars. Für mich war da nichts sichtbar.
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