Brandenburg

Alles was von Europäern so geprägt wurde
HerrNicolaus
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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Do 26.01.17 18:05

Ich habe mich neulich sehr gefreut diesen seltenen Brandenburger Denar gefunden zu haben.
Dannenberg nr. 70 Bf. 174

Zuerst habe ich gedacht es wäre gar kein Brandenburger. Die Größe der Münze ist verblüffend! Der Durchmesser ist ca. 17 mm,
das Gewicht ist allerdings normal mit 0,54 g

Ich habe bisher noch kein Vergleichstück im Netz finden können. Leider ist er etwas verdellert.
Weil er hier noch fehlte, wollte ich ihn euch nicht vorenthalten.
Beste Grüße
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jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Fr 27.01.17 18:33

Hallo HerrNicolaus,
dieser Denartyp ist sehr selten.
Bahrfeldt auf S. 147: "Der nächste äußerst seltene Denar ..."
B. nennt 4 Standorte.
174a:
MKB, Slg. Bahrfeldt
174b:
MKB, St. Petersburg
Vorkommem im Handel kenne ich nicht, außer in der Auktion der Slg. Bahrfeldt (Nr. 166, 1921).
Eine weitere Variante hat Büffel in diesem Thema vorgestellt:
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 90#p471045
Dannenberg schreibt auf S. 93 noch "Kein Fundnachweis.".
Mit dem Exemplar von Büffel gibt es nun schon zwei Fundnachweise!
Einen schönen Gruß, jot-ka
P.S.
Zu einer älteren Anfrage von Dir gab es einen Hinweis:
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 90#p467439

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jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Di 21.02.17 19:58

Hallo Freunde der alten brandenburgischen Münzen!
Hier kommt mein erster neuer Denar 2017:

Albrecht II., um 1215
Da. 21/Bf. 156
Büffel hat diesen Typ schon im Thema vorgestellt:
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 00#p435760

Da. 21/Bf. 156 kann man nur im Zusammenhang mit Da. 20/Bf. 155
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 10#p447214
besprechen.
Auf dem Bild im Anhang sind deshalb beide Typen vereint.

Bahrfeldt zu Bf. 155 (S.139):
"Auf einem Bogen: Brustbild mit zwei Fahnen zwischen zwei Adlerköpfen;
unter dem Bogen Thürmchen zwischen zwei Ringeln
Rs. Reiter mit gezücktem Schwerte, rechtshin."
Bahrfeldt nennt Einzelgewichte von 0,70 bis 1,00 g.

Dannenberg zu Nr. 20 /Bf. 155 (S.79):
"Vs. Über einem Bogen das Brustbild des Markgrafen mit Helm,
zwei Fahnen geschultert haltend, unter jeder Hand ein kleiner Punkt,
außen links und rechts je ein Adlerkopf, unter dem Bogen
das Oberteil eines Zinnenturms zwischen zwei Ringeln.
Rs. Nach rechts reitender Markgraf,
ein gezücktes Schwert hinter sich haltend."
Gewichte: "0,88 g (0,70-1,1)"

Bahrfeldt zu Bf. 156 (S. 139, 140):
"Wie vorher, aber die Fahnenstange läuft oben lilienartig aus,
während die in der Linken mit einem Kreuze verziert ist."
(Rs. - [Die Rs.-Beschreibung ging beim Drucksatz meines Bd. I verloren])
Bahrfeldt nennt zwei Gewichte:"0·68, 0·75 Gm." (S.139)
und gibt 3 Standorte an: Slg. Dannenberg, A. Jungfer und Bahrfeld (S.140).

Dannenberg zu Nr. 21 (Bf. 156):
"Vs. Ähnlich dem vorstehenden Denar, der behelmte Markgraf
ohne Haartracht-Seitenrolle, auf dem Schaft der links oben
eine Lilie, auf der Fahne rechtsoben ein Kreuz.
Rs. Ähnlich dem vorstehenden, der Reiter trägt jedoch anstelle
des Schwertes eine Lilie hinter sich, rechts vor seinem Kopf
und über dem Schwanzansatz des Pferdes je eine Kugel oder ein Ringel."
Gewicht: "0,72 g"

Zu den abgebildeten Stücken:
Da. 20: Unter den Händen sind Ringel,
beide Fahnenstangen enden oben in kleinen Kugeln.
Der Bogen besteht aus drei zusammengesetzten Segmenten (Dreibogen).
Da. 21: Die Fahnenstangen haben unten kleine Kugeln
wie der Schwertknauf auf Da. 20.
Ebenfalls ein 'Dreibogen'.
Die rechte Fahnenstange endet oben mit einem Kugel- bzw. Apfelkreuz
ähnlich wie bei einem Legatenkreuz.
Auf dem von Büffel vorgestellten Exemplar ist das deutlicher zu erkennen.
Büffel hat gestattet, daß ich sein bearbeitetes Bild anhängen darf.
Danke!
Das von ihm vorgestellte Stück hat auf beiden Seiten jeweils rechts
einen Doppelschlag.
Für einen Sammler verheerend, für einen Numismatiker überaus interessant!
Mit demselben Stempel wurde einmal ein Ringel, einmal eine Kugel
auf dem Schrötling erzeugt (rechts vom Kopf des Reiters).
Dannenberg: "... je eine Kugel oder ein Ringel."
D 15,8 mm;
0,746 g (Vielleicht das von Bahrfeldt mit 0,75 g genannte Stück?).
Die Zeichnungen aus Bahrfeldt sind korrigiert.

SG, jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Di 28.02.17 15:07

Hallo jot-ka,

vielen Dank für die Bestimmung und die Hintergrundinfos zum D 70. Die Informationen und Münzbilder in dem Beiträg sind immer sehr interessant und lassen mich immer wieder staunen.

Beste Grüße,
HerrNicolaus

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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Di 04.04.17 20:57

Über eine Bestimmung dieses Winzlings und dem anderen Deanr würde ich mich sehr bedanken!
Dieser kleine Denar könnte vielleicht ein Obol oder Vinkenauge sein. Einseitig geprägt. Markgraf mit Bischhofsstab (?)
Durchmesser: 11 mm
Gewicht: 0,16 g

VS. Vielleicht ein Markgraf zwei Stäbe haltend
RS. ???

Gewicht: 0,45 g
Durchmesser: ca. 14 mm
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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Di 04.04.17 21:09

Diesen Hohlpfennig kann ich leider nicht bestimmen. Ich schätze aber, dass er aus Brandenburg stammt.
Gewicht: 0,57 g
Durchmesser: 15 mm

Ein Helm mit Schlitz ohne Federn mit Strichkranz
Besten Dank für jeden Hinweis
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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Di 04.04.17 21:31

HerrNicolaus hat geschrieben:Über eine Bestimmung dieses Winzlings und dem anderen Deanr würde ich mich sehr bedanken!
Dieser kleine Denar könnte vielleicht ein Obol oder Vinkenauge sein. Einseitig geprägt. Markgraf mit Bischhofsstab (?)
Durchmesser: 11 mm
Gewicht: 0,16 g

VS. Vielleicht ein Markgraf zwei Stäbe haltend
RS. ???

Gewicht: 0,45 g
Durchmesser: ca. 14 mm
Den größeren konnte ich identifizieren: D 282
VS. Markgraf mit Bischhofsstäben
RS Weihwasserkanne
um 1375/80

Firenze
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Re: Brandenburg

Beitrag von Firenze » Mi 05.04.17 07:54

Der Hohlpfennig wirkt auf dem unteren Foto wie ein Frankfurter Typ.

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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Mi 05.04.17 08:42

Das passt wohl! Habe im Internet noch ein Vergleichsstück aus Frankfurt gefunden das auch keine deutliche Helmzier hat.
Dann wäre es Friedrich I.

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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Mi 05.04.17 12:02

Hallo HerrNicolaus,
Zu dem Vinkenauge (in Pommern der normale Pfennig) schau mal hier:
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... rn#p440559
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... rn#p441142
Zu dem Hohlpfennig: Firenze hat bereits alles gesagt.
Oberhalb des Helmes sind am Wulst mind. 4 Reste der Federn erkennbar.
Ist das (?) vor dem Helm geprägt?
SG, jot-ka

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Re: Brandenburg

Beitrag von HerrNicolaus » Do 06.04.17 08:40

Besten Dank für die Auflösung.

Ne, der ist umgebogen. Nur der Kranz um den Helm ist geprägt.

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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Mo 17.04.17 19:56

Hallo Herr Nicolaus!
Mit "Ist das (?) vor dem Helm geprägt?" war die Stelle
vor dem Hals des Helmes gemeint - auf dem Bild unten markiert.
Geprägt, Beschädigung (Druckstelle/Einhieb) oder Verfärbung?
Von den Federn kann ich 4 Reste erkennen, ist da vielleicht noch eine 5.?
SG, jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » Sa 06.05.17 18:28

Hallo Freunde der alten brandenburgischen Münzen,
heute kann ich mal wieder einen weiteren Denar vorstellen:
Da. 54, Bf. 259, um 1250, 15,8 mm, 0,78 g
Vs.: Adler, +BRANDENBVRCH
Rs.: oben Adlerschild zwischen zwei Türmen,
darunter Turm zwischen zwei Adlerschilden
Der Punkt links ist geprägt;
rechts könte man ebenfalls einen erwarten - leider dezentriert.
Eine Prägestättenkennung?
Das Bild entstand mit einem Scanner (V370 Photo).
Einen schönen Gruß, jot-ka
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Re: Brandenburg

Beitrag von Firenze » Sa 06.05.17 21:12

Sehr schönes Stück, herzlichen Glückwunsch zum Erwerb!

Viele Grüße aus Berlin

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Re: Brandenburg

Beitrag von jot-ka » So 14.05.17 18:48

Hallo Firenze,
den herzlichen Glückwunsch habe ich in einen Dank umgewandelt und an
meine bessere Hälfte für die nachträgliche Genehmigung weitergeleitet.
Im Anhang ein Auszug aus der Rechnung eines Händlers aus den ma-shops.
Im 2-st. Bereich gibt es solche Stücke nicht mehr.
Der vorletzte Denar von mir (Da. 21) kostete in den ma-shops 180 Euronen komplett.
Einen schönen Gruß, jot-ka

P.S.
Der Punkt ("im Zentrum ein Punkt") gehört zum Turm unten in der Mitte.
Gemeint von mir war der Punkt links, zwischen Randsteg und dem linken Schild;
auf der rechten Seite ist ebenfalls einer.
Vermutlich sind die Punkte eine Prägestättenkennung.
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Rechnung Da54.jpg

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