Reinigungsübungen

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » Mi 06.10.21 12:09

In Ordnung, mach ich.
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » Sa 30.10.21 17:35

So, ein Zwischenbericht zum Reinigungsversuch:

AV: Die "rostigen" Stellen sind nicht wirklich gut zum Reinigen. Besonders am Kopf, bei den Haaren bin ich sehr schnell an meine Grenzen gestoßen. Eigentlich war es meine Absicht die einzelnen Haare noch etwas besser herauszuarbeiten und den Schmutz dazwischen zu entfernen. Teilweise ist es gelungen, aber an der "rostigen" Stelle war ich sofort im Material und habe dann abgebrochen.
An einem anderen Bereich kam unter dem vermeintlichen Schmutz dann "Rost" heraus und ich war auch wieder direkt im Material.

RV: Hier ist es im Bereich des Faltstuhls und darunter schwierig. Am Rand habe ich versucht die Krusten zu entfernen und habe unter dem Mikroskop, nachdem die abgelösten Stellen entfernt hatte, ebenfalls eine kleine Kraterlandschaft. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob es sich überhaupt lohnt, die Fläche am und unter dem Faldistorium weiter zu bearbeiten. Bleibt nämlich eine Kraterlandschaft übrig, dann meine ich, ist es besser gleich die Finger davon zu lassen.
Es scheint auch darunter keine Patina zu kommen, sondern gleich das Material der Münze. Ich bin enttäuscht, dass unter den Belägen keine Patina kommt sondern irgendwelche anderen Auflagerungen, die das Gesamtbild stören. Und die kleinen Beläge verdecken meist eine Unschönheit.

Wie soll ich weitermachen? Was meint ihr?
Dateianhänge
AV02 bearb1 verkl.JPG
AV02 bearb4 verkl.JPG
AV02 bearb6 verkl.JPG
RV02 bearb4 verkl.JPG
RV02 bearb6 det verkl.JPG
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Georg5 » Sa 30.10.21 22:50

QVINTVS hat geschrieben:
Mi 06.10.21 10:55
O. k., mach ich. Es ist ein russisches Biokular mit 10-facher Vergrößerung.
Tut mir leid, welches Modell? Ich habe vor langer Zeit mit einem Mikroskop aus der UdSSR gearbeitet (MBS -1). Es ist der jüngere oder ältere Bruder eines Karl Zeiss SM XX Mikroskops. Wirklich nur für ein paar Tage. Aber die Eindrücke sind gut.
Mollit viros otium

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » Sa 30.10.21 23:14

Ich habe mich geirrt. Es ist ein Stereo-Mikroskop von Jungner M 32
Viele Grüße

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 31.10.21 09:43

Guten Morgen Quintus,

den Anfang hast Du ja schon mal...
So wie es aussieht, hast Du auf beiden Seiten die gesamte Fläche dünn gereinigt.
Das heisst, der Restbelag ist jetzt überall sehr dünn geworden, aber nicht komplett weg.

Ich vermute mal, Du hast Das Stück auch noch nicht gebürstet. (Das ist auch gut so!)
Nach dem Bürsten würde die Münze zwar stärker glänzen, aber gleichzeitig wird es auch schwieriger, die Restbeläge zu erkennen.

Ich habe mir angewöhnt, nicht mit der oberflächlichen Reinigung anzufangen, sondern mich gleich zu Anfang an einer leichten Stelle (Feld oder Legende) ganz bis unten auf die Münzoberfläche runterzuarbeiten.
Und dann langsam diese "fertige" Fläche erweitern.
Man kann dann einfacher erkennen, wo man bereits gewesen ist.

Und Bereiche mit Feinheiten lassen ich meist bis zuletzt.
Das wäre dann die Frisur... manchmal auch ein Bart.

Kopf hoch! Mit Geduld wird das schon.
Und die Korrosion würde ich bis zuletzt zurücklassen, denn sonst erkennst Du nicht, wie tief Du gehen darfst.

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » So 31.10.21 13:09

Danke Martin für deine aufmunternden Worte. :-)
Ich gebe nicht auf.
Viele Grüße

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » So 31.10.21 16:20

mike h hat geschrieben:
So 31.10.21 09:43
Guten Morgen Quintus,

den Anfang hast Du ja schon mal...
So wie es aussieht, hast Du auf beiden Seiten die gesamte Fläche dünn gereinigt.
Das heisst, der Restbelag ist jetzt überall sehr dünn geworden, aber nicht komplett weg.

Ich vermute mal, Du hast Das Stück auch noch nicht gebürstet. (Das ist auch gut so!)
Nach dem Bürsten würde die Münze zwar stärker glänzen, aber gleichzeitig wird es auch schwieriger, die Restbeläge zu erkennen.

Ich habe mir angewöhnt, nicht mit der oberflächlichen Reinigung anzufangen, sondern mich gleich zu Anfang an einer leichten Stelle (Feld oder Legende) ganz bis unten auf die Münzoberfläche runterzuarbeiten.
Und dann langsam diese "fertige" Fläche erweitern.
Man kann dann einfacher erkennen, wo man bereits gewesen ist.

Und Bereiche mit Feinheiten lassen ich meist bis zuletzt.
Das wäre dann die Frisur... manchmal auch ein Bart.

Kopf hoch! Mit Geduld wird das schon.
Und die Korrosion würde ich bis zuletzt zurücklassen, denn sonst erkennst Du nicht, wie tief Du gehen darfst.

Martin
Grüß dich Martin,

wenn ich dich richtig verstanden habe, würdest du die Reinigung noch weiter fortführen?
Viele Grüße

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 31.10.21 16:27

Natürlich würde ich.
Das gesamte Thema hier heisst "Reinigungsübungen"
Jede Reinigung ist eine Übung.

Allerdings habe ich auch immer wieder ein Stück mal ein oder zwei Jahre liegen gelassen, wenn ich mir unsicher war.
Übrigens: Die Reinigung der Spätrömer ist in vielen Fällen handwerklich erheblich ansprucksvoller, als so ein riesiger Sesterz...

Und erheblich billiger, was das "Rohmaterial" angeht.

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Di 16.11.21 13:35

Dieser Licinius ist für mich wieder besonders interessant.

Nicht nur wegen der harten Cuprit- Auflagen, sondern auch wegen der langen AV-Legende.
Üblicherweise hat die Mehrheit der IOVI-Prägungen die kürzere Legende.

Diesmal hab ich wieder im Gesicht angefangen.
Wenn ich das nicht hinkriege, lohnt sich die ganze Arbeit nicht.
Kamp0132.045Avn061.jpg
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Di 16.11.21 17:57

Für heute ist erst mal Schluss.

Erst mal die Finger wieder gerade biegen....
Kamp0132.045Avn062.jpg
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mi 17.11.21 10:34

Auf der Rückseite hab ich ebenfalls mit den Cuprit-Brocken angefangen.

Dabei habe ich dann die Zehen am Rechten Fuß des Jupiter ausgegraben... :D
Kamp0132.045Rvn061.jpg
Mal sehen, welche Details die weiteren Ausgrabungen noch zu Tage fördern.
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von QVINTVS » Mi 17.11.21 12:05

Wenn ich die beiden/vier Bilder sehe, dann sieht das Ergebnis richtig gut aus. Leider wird dabei der Arbeitsaufwand nicht sichtbar und auch nicht die Kniffe, Kenntisse usw., um zu diesem Ergebnis zu kommen. Auf das Endergebnis bin ich schon gespannt.
Viele Grüße

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mi 17.11.21 21:38

So... feddich.
Kamp0132.045Rvn062.jpg
@Quintus
Den Arbeitsaufwand kannst Du abschätzen am Zeitabstand zwischen den Bildern.
Natürlich arbeite ich nicht ständig durch... aber das geht auch nicht.
Das machen weder die Finger, noch der Rücken mit.

Tut mir leid, das ich die Arbeitsweise nicht sichtbar machen kann.
Aber vielleicht gibt es ja mal einen edlen Spender, der mir ein Stereo-Mikroskop mit Videokamera zur Verfügung stellt.
10x und 30x
Dann würde ich gerne mal ein Tutorial erstellen.

Bald ist ja Weihnachten. Ich lass mich gerne überraschen. :wink:
Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mi 17.11.21 22:38

Nachtrag:

Am Montag Mittag kamen die letzten Münzen an.
Als erstes nach dem Auspacken hab ich sämtliche Münzen fotografiert.

Erst danach hab ich mit dem Licinius begonnen.
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Fr 19.11.21 12:38

Das ist zwar immer noch kein Tutorial, aber es zeigt etwas besser, wie ich vorgehe.
Bei schwierigen Stücken beginne ich immer in den einfacheren Bereichen, wo ein "Schnitzer" nicht ganz so schmerzhaft ist.
Also in den Feldern und der Legende.
Kamp120.098Avn0021.JPG
Kamp120.098Avn0022.JPG
Als nächstes kommt dann der Bereich des Portraits, in dem sich überwiegend glatte Flächen befinden. Und wenn ich schon dabei bin, mache ich auch das Auge und Mund / Nase mit.
Wenn das nicht gelingt, kann man aufhören.
Kamp120.098Avn0023.JPG
Den Hals hatte ich hier noch zurückgelassen, weil die Malachitkruste besonders dick und hart war.
Kamp120.098Avn0024.JPG
Man sieht, das der Hals hier ein besonderer Aufwand war. Die Kruste ist zwar weitestgehend weg... aber die Reste sind immer noch dünn sichtbar.
Dann kommen noch die Feinheiten von Frisur und Lorbeerkranz.
Kamp120.098Avn0025.JPG
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