Reinigungsübungen

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

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Homer J. Simpson
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Homer J. Simpson » Mi 09.12.15 17:39

Völlig Deiner Meinung; rote Patina findet man meistens als rauhe borkige Flecken, die bis tief in die Münze reingehen. Selten überzieht so was die ganze Münze homogen. Ein schönes Beispiel für eine Münze, die man genau so lassen sollte. Ich schau mal, ob ich ein Bild finde von meiner Münze mit roter Patina.

Homer
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tilos
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von tilos » Mi 09.12.15 17:47

Cuprit hat ja den Vorteil, dass es fast immer stabil "daher kommt". Einziger Nachteil: Es bildet oft recht grobe, gelegentlich nierig-traubige Aggregate, die zudem knüppelhart sind. Ich habe auch irgendwo gesprenkelte Stücke, wo ein Teil des Cuprids in schwarzes II-Oxid umgewandelt ist - das sieht zumindest "interessant" aus. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Dein Bild-Beispiel.
Gruß
Tilos

: Hier noch ein aktuelles Beispiel aus meiner Sammlung, wo man an den Bruchrändern der Patina, unter dem Cuprit, Malachit und Azurit schimmern sieht.
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... 75#p457366

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mike h
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mi 09.12.15 19:50

Wenn schon, dann zeigt doch bitte die Dokumentation der Reinigung.
Ansonsten würde ich vorschlagen, das Ihr die Bilder ins Thema

"Mineralien auf antiken Münzen"

einstellt.
Da passen sie dann wieder hin.

Martin
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tilos
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von tilos » Do 10.12.15 19:18

Immer schön locker und geduldig bleiben :) - ich schrieb doch gestern, dass ich mal meine umfangreiche(!) Bilddatenbank durchstöbern werde. Und - es wird Dich entzücken - ich habe tatsächlich was gefunden, einen Trajan aus der Münzstätte Alexandria:
AE-Drachme 32 mm / 17,92 g
111/112 (Jahr 15)
Av.: AYT TPAIAN CЄB ΓEPM ΔAKIK - Belorbeerter Kopf rechts, linke Schulter leicht drapiert
Rv.: Trajanus mit Lorbeerzweig und Adlerzepter in Elefantenquadriga nach rechts fahrend, kleine Siegesgöttin auf den Elefanten stehend
im Abschnitt: LIE
Ref.: Dattari 778.

Vorgehensweise bei der patinaschonenden Restaurierung:
Alkoholbad zum Entfetten, Bad in deionisiertem Wasser zum Entsalzen, Alkoholbad zum Trocknen, mechanische Reinigung mit Pinseln/Bürstchen/Skalpellen/scharfen Nadeln (hierbei vor allem die partiell aufgelagerten Malachitaggregate entfernt; gelegentlich nicht ganz konsequent, um keine Löcher in den Cuprit zu sprengen), Alkoholbad zum Entfetten, Münze erwärmt auf ca. 60°C und in erwärmten Mikrowachs (ca. 40°C) getränkt, abkühlen lassen, Oberfläche mit weichem fusselfreiem Tuch abgerieben - fertig.

Gruß
Tilos
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Trajan  Alexandria 300 Av..jpg
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Do 10.12.15 19:49

Na also.... geht doch! 8)

Sehr eindrucksvoll, was du da rausgeholt hast.

Martin

(ich nehme übrigens ein höher schmelzendes Mikrowachs... ist härter)
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Anfenger » Do 10.12.15 21:37

Hi, alles was es zum Thema Reinigung gibt, habe ich nicht gelesen. Für meine Anfänger Fragen genügt natürlich ein Link. Wenn ich Silbermünzen aus dem Römischen Reich oder Griechische einfach nur zwischen den Fingern mit einem Baumwolltuch und einigem Druck abreibe, kann das der Münze schaden? Natürlich achte ich darauf, dass keine Scherkräfte entstehen. Kann ich das dunkle Anlaufen der Münzen verhindern, wenn sie zukünftig in Münzkapseln lagern?

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Do 10.12.15 21:42

>>>>Wenn ich Silbermünzen aus dem Römischen Reich oder Griechische einfach nur zwischen den Fingern mit einem Baumwolltuch und einigem Druck abreibe, kann das der Münze schaden?

Kommt darauf an, wie man "schaden" definiert.

Auf jeden Fall mindert es den Wert. Das dunkle Anlaufen ist gewünscht und sollte nicht verhindert werden.

Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von tilos » Do 10.12.15 23:44

mike h hat geschrieben:Na also.... geht doch! 8)
Sehr eindrucksvoll, was du da rausgeholt hast.
Martin
(ich nehme übrigens ein höher schmelzendes Mikrowachs... ist härter)
Warum sollte es nicht gehen... :lol: Bei dem Stück war das auch keine hohe Kunst, mehr Fleißarbeit. Problematische Stücke gebe ich gelegentlich an eine begabtere Kollegin weiter, aber leider hat sie kaum Kapazitäten.
Ich nehme auch ein höher schmelzendes Mikrowachs. Ich hatte nur vegessen mitzuteilen, dass ich das Mikrowachs in Benzol gelöst vorliegen habe, damit verfügt es bereits über eine pastöse Konsistenz. Schmelzpunkt des reinen Feststoffs liegt bei ca. 50°C oder etwas höher, die vollständige Verflüssigung bei schätzungsweise 70-80°C. Letzteres weiss ich aber nicht ganz genau.

Gruß
Tilos

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von kijach » Fr 11.12.15 09:30

Anfenger hat geschrieben:Hi, alles was es zum Thema Reinigung gibt, habe ich nicht gelesen. Für meine Anfänger Fragen genügt natürlich ein Link. Wenn ich Silbermünzen aus dem Römischen Reich oder Griechische einfach nur zwischen den Fingern mit einem Baumwolltuch und einigem Druck abreibe, kann das der Münze schaden? Natürlich achte ich darauf, dass keine Scherkräfte entstehen. Kann ich das dunkle Anlaufen der Münzen verhindern, wenn sie zukünftig in Münzkapseln lagern?

Antike Münzen sammelt man nicht wie Silberunzen welche glanzpoliert und ohne Fingerabdrücke in einer Kapsel gelagert werden. Glänzende römische Münzen wolln die meisten von uns nicht, ich persönlich mag das Alter erkennen von meinen Stücken und ich lager sie nicht in Kapseln.
Sammlung der Kaiser-/Damen-Galerie bis Claudius Gothicus
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von schnecki » Sa 12.12.15 18:37

@ Alle !

Neulich habe ich ein AS vom Gordi bekommen , was im Preis günstig war ! Beim auspacken der Münze kam mir schon ein Geruch entgegen , der mich an Medezin und Chemikalien erinnerte !
Die grüne Patina roch künstlich und hat sich auch komisch angefasst , also habe ich mich daran gemacht , das Zeugs so weit zu entfernen , dass der Geruch FAST weg ist !
Trotzdem möchte ich noch mehr aus der Münze rausholen ! Benutzt habe ich erst ACETON und 20er Reiniger , der nicht anlössend war und als das nicht geholfen hat , habe ich leicht anlössenden 10er Reiniger verwendet ( Kunsststofffensterbaureiniger !!! ) und siehe da , das stinkige Zeugs etwas wegbekommen !!! Was kann ich noch tun , dass ich die Originalpatina , die noch vorhanden ist ( rötliche Patina ) besser hervorzuholen ?

m.f.g Alex
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SI DEVS PRO NOBIS , QVIS CONTRA NOS ?

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von tilos » Sa 12.12.15 19:07

Hier würde ich unter der Lupe oder dem Mikroskop schauen, ob noch etwas gereinigt werden kann. Ansonsten gründlich wässern, trocknen und mit mikrokristallinem Wachs konservieren.
Vergleiche auch hier: http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... vc#p455709

Gruß
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Sa 12.12.15 20:42

Würde ich auch so sehen.

Bitte die Ergebnisse zeigen.

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von beachcomber » Mo 14.12.15 18:42

eine kombination aus essig und mechanischem reinigen habe ich für dieses ergebnis gebraucht. wahrscheinlich hätte ein längerer aufenthalt in der säure genauso gut funktioniert, aber bei silbersud-stücken ist mit säure immer ein bisschen vorsicht angesagt, wenn man deselben noch erhalten will.
grüsse
frank
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Sa 19.12.15 19:38

Ich muss ja ehrlich zugeben, das ich mich bei Silbersud nicht mehr mit Essig rantraue.

Meine bisherigen Versuche endeten immer in einer Katastrophe.
Aber deine Ergebnisse sind respektabel.
Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 20.12.15 10:56

Diesen Sesterzen hab ich für ca 68€ zzgl Porto ergattert.

Es stellt sich nun die Frage, ob es sich um ein Schnäppchen... oder um eine Fehlinvestition handelt.
IMG_6682AR01.JPG
Die helle rauhe Oberfläche der Kruste mit dem darunterliegenden Rotschimmer mag ich nicht so gerne.

Ich fang mal mit der mechanischen Reinigung an.

Martin
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