Reinigungsübungen

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

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mike h
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 25.10.15 13:31

Zwischenstand nach ca 3 h Einwirkzeit (plus Bürstenreinigung)
IMG_6496_3h.JPG
IMG_6497_3h.JPG
Die Rückseite ist fast sauber. Ich hoffe man kann gut genug erkennen, das das Hauptproblem die Malachit-Auflagen auf der Vorderseite sind.

Jetzt gilt es, die Geduld zu bewaren.

Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 25.10.15 18:00

Nach weiteren 3 h Einwirkzeit zuzüglich Zwischenreinigung sieht es so aus:
IMG_6498.JPG
IMG_6499.JPG
Die Malachit-Auflagen auf der Vorderseite sind entweder entfernt, oder zu einem hauchdünnen Kupferbelag reduziert.

Es braucht also noch ein wenig Geduld...

Martin

Nachtrag: Nach ca. 5 h Nutzungsdauer habe ich die Essiglösung erneuert... gegen eine etwas geringere Konzentration von etwa 15 %
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Homer J. Simpson
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Homer J. Simpson » So 25.10.15 18:43

Die Münze ist doch aber fertig, oder??
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 25.10.15 18:58

Hallo Homer,

Fast. Man könnte hier aufhören.

Aber auf Wange und Hals befindet sich noch eine dünne Kupferauflage.

Ich befürchte, wenn ich jetzt aufhöre, dann werden diese Stellen schneller nachdunkeln, als der Rest.
Dann könnte die Münze im Laufe der Jahre fleckig und unattraktiv werden.

Was meint ihr?

Martin
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Radiatus
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Radiatus » So 25.10.15 19:47

Um einen anderen Ansatz zu liefern - ich lege Bodenfund Münzen(Römer) in Olivenöl ein, sobald ich den groben Sand entfernt habe. Dann heißt es warten, um die drei Monate lang. Die Münzen ab und zu wenden. Das Öl dringt ein und spaltet sämtlichen Schmutz ab und lässt die Patina unangetastet. Da das Öl in winzigste Spalten eindringt und dort das Wasser herauspresst schützt es auch später noch die Struktur der Münze - kein zerbröseln mehr. Die mechanische Herangehensweise ist was für geschickte Menschen mit ruhigen Fingern. Optisch lässt sich manchmal auch Schmutz von Erosion nicht eindeutig unterscheiden. Bei der Erosion verbindet sich die Münze chemisch mit der Umgebung und verändert ihre Struktur - es kann zu Anlagerungen kommen. Und Korrosion sind dann die Löcher... Die Follis, bei denen jeder Buchstabe nachgekratzt wurde kennen wir wohl alle. Bei der Chemie bin ich auch sehr vorsichtig, kurzfristig gelungene Säuberungen ließen sich dann nicht mehr stoppen und zerfraßen die Oberfläche oder es kam zu sehr bunten Verfärbungen. Eine gute Reinigung ist eine hohe Kunst, lasst euren Schätzchen Zeit, sie haben schließlich schon mehr als tausend Jahre geschlafen...

Viel Erfolg
Radiatus

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 25.10.15 19:58

Hallo Radiatus

du sprichst hier in Bezug auf die Reinigung in Olivenöl von Follies (Bronzen) und erwähnst dabei, das die Patina (bei Bronzen überwiegend Malachit) von dieser Methode unangetastet bleibt.

Vielleicht ist dir entgangen, das es sich bei den von mir gezeigten Münzen um Silber handelt.... und bei der Verschmutzung überwiegend um Malachit.

Ich behaupt mal, das die von dir vorgeschlagene Methode bei den Silberstücken vollkommen ungeeignet ist, da sie nicht in der Lage ist, Malachit zu lösen, bzw zu reduzieren.

Dennoch würde mich ein Vorher / Nachher Vergleich auch von Bronzen interessieren.

Zeig doch mal was.

Martin
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Radiatus
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Radiatus » So 25.10.15 20:20

Ist schwierig, da ich keine vorher Aufnahmen habe. Und ja die Methode ist für Silber nicht geeignet. Bronze only... Ich habe aber bald ein paar Versuchsmünzen am start und werde deren Werdegang dokumentieren.
Gruß
Radiatus

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » So 25.10.15 20:24

@ Radiatus

würde mich sehr freuen, wenn du dies hier zeigst

Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von klunch » Mo 26.10.15 00:02

Das Grobe ist weg, jetzt kommt die Kür :D
Konntest Du die kupferartigen Flecken auf Hals und Wange durch ein weiteres Bad entfernen? Aus meiner Erfahrung bringt längeres (Reduktions-)Baden bei rötlichen hauchdünnen Kupfer-Auflagen kaum etwas(das Kupfer ist ja bereits reduziert), ich habe dann meist mit einer Sodapaste sehr sanft gerieben und das hat die hauchdünnen Auflagen entfernt. Allerdings um den Preis, daß der Rest der Münze silbriger bzw. blanker wird. Bin auf Dein Ergebnis gespannt! :)

Gruß
klunch
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mo 26.10.15 06:04

Hallo Klunch,

Die groben Kupferanlagerungen habe ich mechanisch mit der Nadel geglättet...

Aber selbst 7 weitere Badestunden waren nicht in der Lage, den Kupferhauch zu entfernen.

Ich muss da wohl anders rangehen.

Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von Münzschreck » Mo 26.10.15 14:41

Diesen Kupferhauch kannst du mit "umgekehrter" Elektrolyse (also die Polung umkehren) entfernen.

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mo 26.10.15 17:11

@ Münzschreck

ich werde deine Empfehlung in meine Überlegungen einbeziehen...

muß mir allerdings zuerst eine neue Edelstahlelektrode anfertigen.

Die alte ist total zerfressen

Martin
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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mo 26.10.15 18:57

Man muss auch Mißerfolge einstecken können....
IMG_6500.JPG
IMG_6501.JPG
Auf der Vorderseite sind die Verkupferungen besonders im Nacken und am Kinn, sowie an der Stirn.
Ein Hauch befindet sich auch noch auf der Wange

Auf der Rückseite nur im Bereich des Perlkranzes.

In diesem ZUsammenhang möchte ich DRINGEND auf die Zwischenreinigungen mit Bürste unter fließendem Wasser hinweisen. Auch die Nadel darf zur Unterstützung genommen werden.

Alles was auf diese Weise vorher entfernt werden kann, kann nicht mehr verkupfern.

Bei der zweiten hab ich dummerweise darauf verzichtet und das Stück etwa 3,5 h ununterbrochen im Bad gelassen. Scheusslich rosa... sieht fast aus wie eine Kupferfälschung!

Ich kämpfe noch. :cry:

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von hjk » Mo 26.10.15 19:10

Mal unabhängig davon, dass ich mich an so 'ne Reinigung (noch) gar nicht rangetraue: ich finde das Ergebnis (und die Dokumentation) doch ziemlich gelungen. Bei Deinen Bildern ist's zwar immer ein bisschen schwierig, ob da nicht besser die eine oder andere Farbverfälschung vor der Publikation hätte korrigiert werden können/sollen - aber das Ergebnis der Reinigung ist auf alle Fälle prima. Noch so ein paar Beispiele und ich versuche es auch mal ... :mrgreen:

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Re: Reinigungsübungen

Beitrag von mike h » Mo 26.10.15 19:17

Was die Farbverfälschungen angeht, hast du absolut Recht.

Aber das letzte Bild ist ziemlich nah dran... eher noch ein wenig untersättigt.

Ich versuchte, mich am hellgrauen Hintergrund zu orientieren.

Da meine Photolampen durchgebrannt sind, hab ich zur zeit leider nur Warmweisses LED-Licht, das eher rotstichig ist. Daher kann es sein, das ich etwas zuviel Rot herausgenommen hab.
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