Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Perinawa
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Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 27.11.19 17:48

Roma bella mi appare...

Wie schönt erscheint mir Rom - so ein altes Lied, und jedenfalls mir ist die ewige Stadt eben so wichtig wie die vielen schönen Münzen, die sie hervorgebracht hat, und die wir mit viel Liebe (und Geld) sammeln.

Nun ist mir schon vor vielen Jahren das Büchlein "Bauten Roms auf Münzen und Medaillen" in die Hände gefallen, doch ist dieses Werk eigentlich völlig unzureichend. Es ist aber ein guter Anstoss, sich mit diesen Münzen näher zu beschäftigen. Ich nehme dies, aber auch meine Verlagerung des Hauptsammelgebiets zum Anlass, den Trööt hier zu eröffnen. Gefragt sind also alle (antiken) Münzen, die mit den Bauten Roms in Verbindung stehen. Egal, ob letztere heute noch existieren, nur armseelige Reste ausgegraben wurden oder alles gänzlich verschwunden ist.

Ihr Zeugnis auf den Münzen lebt, und um genau diese Münzen geht es hier.

Gerne soll sich dieser thread hier mit Leben füllen, aber ich bitte nur um eines: Nicht die Münze soll hier im Vordergrund stehen, sondern nur als Beiwerk dienen. Also pratscht hier nicht einfach nur die Münze rein, sondern findet die Verbindung zu den alten Steinen.

Genug blabla - ihr kennt mich, und ihr wisst, was ich meine. :wink:

Ich fang' dann mal an. Mit einer Münze, die im Republikthread schon öfter gezeigt wurde. Aber hier mit der Geschichte dazu.

Grüsse
Rainer

http://www.perinawa.de/2019/11/01/roma-bella-mi-appare/


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Inhalt


Die Statue des Marsyas: viewtopic.php?p=509729#p509729

Der Tempel des Divus Iulius: viewtopic.php?p=509732#p509732


Der Jupitertempel auf dem Kapitol: viewtopic.php?p=509738#p509738

Der Tempel des Asklepios: viewtopic.php?p=509827#p509827

Der Tempel der Venus und der Roma: viewtopic.php?p=509915#p509915

Der Hafen von Ostia - viewtopic.php?p=509921#p509921

Die Quelle der Iuturna - viewtopic.php?p=509935#p509935

Der Circus Maximus - viewtopic.php?p=509942#p509942 / viewtopic.php?p=509942#p509942


Der Tempel des Antoninus und der Faustina - viewtopic.php?p=510045#p510045


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Quellen:

Bauten Roms auf Münzen und Medaillen - Verlag Egon Beckenbauer
Das alte Rom - Herbert Alexander Stützer
Das Forum Romanum - Klaus Stefan Freyberger
Das Forum Romanum / Leben im Herzen Roms - Theodor Kissel
Die Ruinen Roms und der Campagna - Franz Reber
Münzen der Römer - C.H.V. Sutherland
Das ganze Antike Rom - Casa Editrice Bonechi
Archäologischer Reiseführer ROM - Karl Müller
Rom in alten Stichen - Curt R. Vincentz Verlag
Stadtrömische Ehrenstatuen der republikanischen Zeit - Markus Sehlmeyer
Taten und Tugenden Traians / Herrschaftsdarstellungen im Principat - Gunnar Seelentag
CAESAR DIVI F / IMP CAESAR - Zur Einordnung einer Münzserie Octavians im Umfeld von Actium - Silke Hahn
wikipedia

to be continued...
Zuletzt geändert von Perinawa am Mo 09.12.19 13:27, insgesamt 19-mal geändert.

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 27.11.19 17:56

Die Statue des Marsyas​

Marsyas ist eine vielschichtige und komplexe Gestalt der antiken Mythologie, die eine weitaus wichtigere Stellung für die Stadt Rom und seine Bürger einnahm, als man das vermuten möchte. Seine Wurzeln stammen aus Phrygien, einer Region in der heutigen Türkei, wo er als Gott des gleichnamigen Flusses Marsyas nahe der Stadt Kalainai tätig war, die er im übrigen auch gegen die Galater beschützte. Es waren schliesslich die Griechen, die ihn dann kurzerhand zum Silen bzw. Satyr umfunktionierten, und ihn mit vielerlei Mythen und Geschichten bedachten. Die bekannteste von ihnen erzählt von einem Wettstreit unter Männern, namentlich zwischen Marsyas und Apoll. Den Stein ins Rollen gebracht hat aber die Göttin Athene, die vorher mal kurz eben die Flöte erfand, dieser aber schnell überdrüssig wurde, als sie merkte, dass ihr Anlitz durch das Flötenspiel entstellt wurde. Somit landete das Teil im Müll, worauf Marsyas darüber stolperte und Gefallen daran fand. Übermütig und grössenwahnsinnig forderte er den Gott auf der Kithara namens Apoll zu einem Musikwettbewerb heraus, wobei als Schiedsrichter die Musen tätig werden durften. Nach der instrumentalen Einlage beider Kontrahenten neigte sich die Waagschale Richtung der Herausforderers, jedoch bot der kluge Apoll noch eine gesangliche Zugabe, die ihm letztendlich den Siegeslorbeer einbrachte. Nun hatte man vorher vereinbart, dass der Gewinner mit dem Unterlegenen machen könne, was er wolle. Apoll hängte den armen Satyr an eine Fichte, dem heiligen Baum der Kybele, und liess ihm bei lebendigem Leibe die Haut abziehen. Mit dem dabei vergossenen Blut entstand dann der Fluss Marsyas, wie Ovid berichtet.

Von der blutigen Häutung des Marsyas erzählen zahlreiche Kunstwerke wie die Statuen des Marsyas aus dem Louvre in Paris bzw. im Kapitolinischen Museum zu Rom, aber auch ein Gemälde von Tizian.

https://de.wikipedia.org/wiki/Marsyas#/ ... ouvre).jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Marsyas#/ ... arsyas.jpg

mc_marsyas_III.jpg
mc_marsyas_I.jpg
Statue des Marsyas - Kapitolinisches Museum / Rom


Aber es existiert auch eine weniger blutige Darstellung des Satyrs. Auf dem Forum Romanum befand sich bereits zu republikanischen Zeiten eine Statue des Marsyas, der lässig einen "Weinschlauch" schultert und die rechte Hand zum freundlichen Gruss erhebt. Wann sie aufgestellt wurde, ist nicht bekannt, aber für das Jahr 273 v. Chr. wurde bereits eine solche Figur in der latinischen Kolonie Paestum nachgewiesen, wobei es sich um eine Bronzereplik des stadtrömischen Vorbildes handelte. Wie Servius berichtet, stand Marsyas unter dem Schutz des Gottes Liber; jenem alten Gott, der mit dem plebeischen Hügel, dem Aventin, assoziert war. Weitere antike Quellen erzählen uns, dass in damaliger Zeit in vielen Gemeinden italischen Rechts Statuen des Marsyas aufgestellt wurden, die im übrigen auch auf zahlreichen Provinzialmünzen belegt sind. Servius betont, dass die erhobene Hand des Satyrs sinnbildlich dafür stehe, dass es den Gemeinden an nichts fehlt. Der ominöse "Sack" wird grösstenteils als Weinschlauch bezeichnet. Meine Gedanken gehen jedoch dahin, dass es die abgezogene Haut des Geschundenen ist; ob er sie mit Wein gefüllt hat, lasse ich mal dahingestellt. Aber im Gesamtkonzept passt es sehr gut, dass Marsyas aus der Not eine Tugend gemacht hat und den Falerner "über das Volk ausschüttet". Zumindest hier besteht noch viel Interpretationsspielraum.

Die Statue stand sinnbildlich für die Freiheit aller Bürger der Römischen Republik, und so erhielt sie ihren Platz an der zentralen wichtigen Stelle des Forums, dem Ort des politischen Wirkens, dem Comitium. Nach neuesten Erkenntnissen vermutet man ihren genauen Platz dicht bei der Curia Hostilia neben dem Puteal - in etwa dort, wo der Lapis Niger zu finden ist. Alte Platzierungen, wie beispielsweise diejenige vom Modell des antiken Roms aus dem Museo della Civiltà Romana sind damit überholt.

Der Marsyas des Forum Romanums ist auch auf den plutei trajani abgebildet. Die Marmorreliefs zeigen ihn gleich zweimal. Diese doppelte Darstellung darf als Anhaltspunkt bzw. Verbindung der beiden Reliefs angesehen werden. Sie bieten nicht nur einen Blick über die damalige bauliche Situation des Forum Romanums, sondern beschreiben auch die rechtsstaatliche Ordnung und die Freigiebigkeit des Kaisers, die in der Alimentationsgruppe besonders zum Ausdruck kommt. Diese und auch die anderen Szenen wie das Congiarium, die kaiserliche Getreidespende, vermitteln in der Prominenz mit Marsyas das Konzept der Libertas. Von Trajan ist übrigens inschriftlich bezeugt, dass er seine Briefe mit der Abbildung des Marsyas zu siegeln pflegte. Andere Quellen berichten ferner darüber, dass die Bürger an der Statue des Marsyas Botschaften hinterliessen; ein Brauch, der uns ja von Pasquino bestens bekannt ist. Marsyas, die Freiheitsstatue Roms als Symbol für das römische Bürgerrecht.

rom 327.jpg
rom 326.jpg
plutei trajani ​

Ein Denar der römischen Republik aus dem Jahr 82 v. Chr. zeigt auf seiner Rückseite die Statue des Marsyas mit dem "Weinschlauch". Rechts davon ist eine Statue auf einer Säule abgebildet, die allerdings nicht namentlich benannt werden kann, da der räumliche Kontext fehlt und die Figur nicht eindeutig identifizierbar ist. Der Münzmeister Lucius Marcius Censorinus entstammte dem Geschlecht der Marsi, die angeblich ihren Namen auf Marsyas zurückleiten, doch wird diese These nach wie vor kontrovers diskutiert und ist nicht bewiesen.

P1190338.jpg
Lucius Marcius Censorinus
Denar
Rom
82 v. Chr.
Av.: Kopf des Apollo n.r.
Rev.: L. CENSOR Marsyas steht m. "Weinschlauch" n.l.; r. Säule mit Statue
3,94 Gr.
Sydenham 737
Cr. 363
Anm.: Kleine Stempelbrüche auf dem Av., prachtvolle alte Patina
Zuletzt geändert von Perinawa am Mi 27.11.19 20:00, insgesamt 2-mal geändert.

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 27.11.19 19:40

Der Tempel des Divus Iulius​

Am 20. März 44 v.Chr. wurde bereits der Grundstein für den Tempel des vergöttlichten Julius Caesar gelegt. Nur wenige Tage zuvor hatten es die Mörder des Diktators versäumt, dessen Leichnam gleich nach der tödlichen Attacke zu beseitigen; ein nachteiliger und folgenschwerer Umstand für die Verschwörer, die die Leiche nicht wie ursprünglich geplant in den Tiber geworfen, sondern achtlos in der Kurie des Pompeius zurückgelassen hatten. Erst fünf Tage nach der Ermordung brachte L. Calpurnius Piso den toten Körper seines Schwiegervaters auf das Forum. Die Aufbahrung war effektvoll inszeniert und reichte vom elfenbeinernen Leichenbett mit dem blutverschmierten Gewand bis hin zu einem vergoldeten Modell des Tempels der Venus Genetrix, der Stammmutter des Verstorbenen. Hinzu kam eine Ehrenformation von Soldaten und die kondolierende Trauergemeinde der Caesarianer, die klagend und jammernd ihren ganz Grossen auf seinem letzten Weg begleiten wollten. In dieser emotional aufgeladenen Atmosphäre betrat der Konsul Marcus Antonius, der vom Senat als Trauerredner bestimmt war, die Rostra und begann seine berühmte Leichenrede.

Der griechische Geschichtsschreiber Appian von Alexandria berichtet in seinem Bellum Civile von dieser eindrucksvollen Rede, in der es Antonius meisterlich verstand, einerseits die Trauer der Bevölkerung anzusprechen und zu verstärken, andererseits die Wut gegen die Mörder Caesars zu lenken. Während der Vorbereitungszeit für die Feierlichkeiten war Antonius ein Juwel in die Hände gefallen, das ihm im bevorstehenden Kampf für die Gunst des Volkes von grossem Nutzen sein sollte. Auf Ersuchen des Piso wurde im Hause Antonius Caesars Testament eröffnet. Die darin vermachten grosszügigen Schenkungen an das Volk, aber insbesondere auch Vermächtnissse und Ehrungen zu Gunsten der Verschwörer liessen diese als "Befreier" in ein äusserst ungünstiges Licht rücken.

Der Mob tobte und der Sturm der Entrüstung, der losbrach, entlud sich in einer spontanen Gewaltorgie. Die Menge stürmte in alle Richtungen aus, um der Mörder habhaft zu werden. Nach dem die erste Hasswelle abgeebbt war, kehrte man zum aufgebahrten Leichnam auf dem Forum zurück. Nun entbrannte ein heftiger Streit, wo man die sterblichen Überreste Caesars einäschern sollte, der jedoch ein schnelles Ende fand, da zwei mit Schwertern bewaffnete Personen die Totenbahre einfach anzündeten und die Unschlüssigen somit vor vollendete Tatsachen stellten. Darauf hin suchten die Anwesenden alles Brennbare, das in Reichweite zu finden war, zusammen und schichteten es um die Bahre; Frauen opferten ihren Schmuck und die Veteranen Caesars übergaben ihre Waffen und militärischen Auszeichnungen, die sie einst aus der Hand ihres geliebten Feldherren empfangen hatten, den Flammen. Dank der perfekt durchchoreographierten Inszenierung der Begräbnisfeierlichkeiten und der emotionalen Leichenrede hatte es Antonius verstanden, die Initiative an sich zu reissen und die ohnehin schon angeheizte Stimmung zum Kochen zu bringen. Es war klar: Wer hier zu Grabe getragen wurde, war kein herrschsüchtiger Tyrann, sondern ein typischer Familienangehöriger des republikanischen Adels, der das Füllhorn des Glücks über das Volk ausgeschüttet hatte.

P1030930.jpg
Büste des Julius Caesar - Mattei Coll./Rom​

An der Stelle, wo man den Diktator verbrannt hatte, wurde ein Altar errichtet. Die ebenfalls aufgestellte zwanzig Fuss hohe Säule entfernte man kurze Zeit später jedoch wieder. Im Jahre 42 v.Chr. beschlossen die Triumvirn Oktavian, Antonius und Lepidus schliesslich den Bau eines Tempels. Der Kult des vergöttlichten Caesar wurde damit öffentlich anerkannt und zugelassen; dieser Akt der Vergöttlichung einer historischen Person war zu dieser Zeit in Rom ein Novum. Der Tempel des Divus Iulius war somit der erste Kultbau in der Stadt, der nicht nur einem verstorbenen Machthaber, sondern vor allem dessen Divinisierung galt. Er wurde mit sechs frontalen und zwei seitlichen Säulen errichtet; in der Cella befand sich das Standbild des vergöttlichten Caesars, der den Mantel über den Kopf gezogen hatte. Im Giebelfeld des Tempels erstrahlte ein Stern, das sogenannte Sidus Iulium. Das Himmelszeichen, das der Überlieferung nach vom Tag des Begräbnisses an als Komet eine Woche lang am Himmel sichtbar blieb, tat jedermann in Rom kund, dass der Julier tatsächlich ins Reich der Götter eingegangen war. Weitere Elemente waren eine geflügelte Viktoria auf einer Weltkugel und ein von Delphinen flankiertes Schiffsteil unter einem Tropaion. Ferner befand sich im Inneren des Tempels das Gemälde des berühmten hellenistischen Malers Apelles, dessen Thema, die aus den Meeresfluten auftauchende Venus Anadyonene, auf die göttliche Stammmutter des julischen Geschlechts anspielte. Vor dem Tempel, wo auch der Altar stand, legte man eine Rednertribüne an. Ihre Front war mit Schiffsschnäbeln verziert, die von Oktavian in der Schlacht von Actium erbeutet worden waren. Eingeweiht wurde der Tempel erst am 18. August des Jahres 29 v. Chr.. Dieser Zeitpunkt wurde mit Bedacht gewählt, denn er fiel in die Feierlichkeiten des zeitgleich abgehaltenen dreifachen Triumphs über Illyrien, Ägypten und für den Sieg bei Actium. Damit wurde die zu Stein gewordene kultische Verehrung des vergöttlichten Caesars mit dem politisch-ideologischen Programms des divi filius Oktavian geschickt verknüpft.

Der Sakralbau diente aber nicht nur der Vergöttlichung des verstorbenen Diktators, sondern manifestierte gleichzeitig die Herrschaftslegitimation für Augustus, der sich dabei selbst in die Tradition der gens iulia einreiht. Somit verweist der Bau gleich auf drei Bedeutungsebenen: Die Kultstatue des Caesar deklariert das Bauwerk als Tempel eines neuen Gottes, das Gemälde verleiht dem Monument einen dynastischen Charakter, und letztendlich bezeugen die Viktoria nebst der erbeuteten Schiffsschnäbel den Sakralbau als Siegesmonument für Oktavian. Der Bau des Tempels für Divus Iulius markierte einen Wendepunkt in der Bedeutung des Forum Romanums, so wie auch nach der Machtübernahme des Augustus nach der Schlacht von Actium im Jahre 31 v. Chr. ein tiefgreifender Wandel des politischen Systems stattfand: An der Stelle der republikanischen Verfassung trat das Prinzipat, in dem der Kaiser nach und nach alle Gewalten in sich vereinigte und zum zentralen Leitbild wurde.

P1060907.jpg
Im Bild die Reste des Divus-Iulius-Tempels direkt hinter dem Vesta-Tempel​


Vom Bau selbst ist nur das Gussmauerwerk der Substruktionen erhalten, die einst das Podium trugen. In unmittelbarer Nähe hat man Reste von einem Fries gefunden, die vermutlich zur Cella gehörte. Die Bruchstücke zeigen u.a. Ranken, Gorgoneien und geflügelte Mädchen und werden im z. Zt. geschlossenen Antiquarium des Forums aufbewahrt. Weiterhin ist auf Wikipedia ein Konsolengesims bildlich festgehalten, das in unmittelbarer Nähe des Tempels am Weg zu finden ist.

P1080522.jpg
forum_romanum_caesartempel_I.jpg
forum_romanum_caesartempel_III.jpg
Wie man an den Münzen und Blumen auf dem Altar sieht, ist der Kult um Caesar noch allgegenwärtig...



Eine sehr schöne Rekonstruktion stammt von Simon Solovev auf ARTSTATION: https://www.artstation.com/artwork/2xzzGB


P1190333.jpg
Rekonstruktion des Tempels / Modell des antiken Roms aus dem Museo della Civiltà Romana


Der Sakralbau ist auf einer Münze des Oktavian belegt. Der Denar wurde im Jahre 33 oder 32 v. Chr. in einer unbekannten (Heeres)münzstätte in Süditalien geprägt und zeigt auf seiner Rückseite den (stilisierten) Tempel selbst, den Altar und die Statue des vergöttlichten Caesar. Crawford hat die Münze fälschlicherweise auf 36 v. Chr. datiert, jedoch schliesse ich mich neuen Erkenntnissen an, die den Prägezeitraum auf 33/32 n. Chr. legen. ( https://www.academia.edu/35945811/CAESA ... von_Actium )

Die Übersetzung der Inschrift: IMP CAESAR DIVI F III VIR ITER RPC (Imperator Cæsar Divi Filius Triumvir Iterum Rei Publicæ Constituandæ) = Imperator Oktavian, Sohn des göttlichen Julius, Triumvir zum zweiten Mal für die Wiederherstellung der Republik. COS ITER ET TER DESIG (Consul Iterum et Tertium Designatus) = Konsul zum zweiten Mal, vorgesehen für eine dritte Amtszeit.

P1190329.jpg
Oktavianus
Denar
südital. (Heeres)münzstätte
ca. 33/32 v. Chr.
Av.: IMP CAESAR DIVI F III VIR ITER RPC
Kopf mit leichtem Bart n. r.
Rev.: COS ITER ET TER DESIG
Viersäuliger Tempel des Divus Julius, im Innern verschleierte Figur von vorne, Lituus in der Linken haltend; auf dem Architrav DIVO. IVL,
im Giebel Stern (Sidus Iulium); im Feld links brennender, girlandengeschmückter Rundaltar
3,78 Gr.
Syd. 1338​
Cr. 540/2

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 27.11.19 23:20

Der Jupitertempel auf dem Kapitol

ist einer der Bauwerke, von dem so gut wie nichts mehr erhalten ist ausser einem Stück Podiumsmauer aus schweren Quadersteinen im Garten des Konservatorenpalastes sowie einiger Dekorationsreste, die allerdings vom Neubau unter Domitianus stammen. Dabei war er einer der ältesten Tempel der Stadt und geht auf die letzte Epoche der Königszeit zurück. Der Überlieferung nach hat ihn Tarquinius Priscus gelobt und Tarquinius Supberbus im 6. Jh. v. Chr. fertiggestellt. Eingeweiht wurde er 509 v. Chr., also am Anfang der Republik. Mehrfach wurde der Tempel zerstört, zuerst durch einen Brand im Jahre 83 v. Chr., worauf Sulla mit der Wiederherstellung begann, so dass der Konsul Q. Lutatius Catulus den Neubau 69 v. Chr. einweihen konnte. Aber auch dieser Bau fiel den Flammen zum Opfer: Bei den Kämpfen zwischen Vitellius und Vespasianus im Vier-Kaiser-Jahr 69 n. Chr. brannte auch er nieder. Vespasian machte sich gleich an den Wiederaufbau, aber schon 80 n. Chr. loderten die Flammen erneut. Titus, aber vor allem Domitian mussten den Tempel schon wieder erneuern, jedoch überlebte dieser Bau dann bis auf wenige Ausbesserungen durch Blitz und Feuer das Ende des weströmischen Reiches.

Der Tempel wird auch als Tempel des Jupiter Optimus Maximus Capitolinus bezeichnet. Optimus Maximus: Bester und Grösster - in Anlehnung an die Bezeichnung für den griechischen Zeus seit den Zeiten Homers. Wenn auch die Personifizierung der Götter von den Etruskern zu den Römern gelangt ist, so waren diese wiederum von den Griechen beeinflusst. Doch nicht Jupiter als Hauptgott der Römer allein wurde in seinem Tempel verehrt, sondern mit ihm auch Juno und Minerva. Alle drei wachten über die Stadt Rom als die sogen. Kapitolinische Trias, und jede Gottheit hatte ihre eigene Cella.

Ganz nach Etruskerart war der Jupitertempel auf einem Podium angelegt, und eine Freitreppe führte in die Vorhalle. Ein tiefes Giebelfeld, ein ausladendes Dach, reiches, buntfarbiges Terrrakottaornament an hölzernem Gebälk sowie eine Quadriga auf dem First gaben ihm eine fast malerische Wirkung. So stand er herrschend und schützend über dem Forum Romanum und verkündete den Ruhm und die Grösse Jupiters. Bedingt durch die zahlreichen Neu- und Umbauten ist eine genaue Rekonstruktion schwierig. Die Münzen zeigen mal einen vier-, mal einen sechssäuligen Bau mit unterschiedlichen Beiwerken, und sogar unter den Prägungen Domitianus kommen unterschiedliche Darstellungen vor. Gerade bei den Münzabbildungen muss man jedoch bedenken, dass sie in den wenigsten Fällen realistische Darstellungen bieten, sondern symbolischen Charakter vermitteln sollen.

P1190314.jpg
Versuchte Rekonstruktion des Jupitertempels


Eine weitere, höchst interessante Abbildung finden wir auf einem Relief aus dem 2. Jh. n. Chr. Es zeigt den Kaiser Marcus Aurelius mit Toga und verschleiertem Kopf, während er ein Opfer an einem Altar darbringt. Im Hintergrund erkennt man den viersäuligen(!) Jupitertempel mit anschliessendem Portikus. Die Szene mit ihren Kultgegenständen und Attributen lässt auf ein Dankesopfer anlässlich eines Sieges schliessen und unterstreicht die wichtige und zentrale Position des Jupitertempels.

mc_relief_marc_aurel_III.jpg

Auf einem anderen Relief aus dem Thermenmuseum findet man die ganze Sippe der kapitolinischen Trias nett vereint: In der Mitte thront Jupiter mit dem Adlerszepter, neben ihm Juno sowie Minerva mit ihrem Schild. Eingerahmt werden die drei von den beiden Dioskuren Castor und Pollux. Höchstwahrscheinlich basiert das Relief auf einer Darstellung am kapitolinischen Tempel nach der Neuerrichtung durch Domitianus.

td_kapitolinische_trias_I.jpg

Die Skulpturengruppe der Kapitolinischen Trias aus dem Museo Civico Archeologico Rodolfo Lanciani stammt aus einer reichen Villa in Guidonia und wird auf Ende 2./ Beginn 3. Jh. n. Chr. datiert. Es handelt sich um den ersten Fund seiner Art und dürfte sich um eine Nachbildung des Originals auf dem Kapitol für private Zwecke handeln. Die Götter sind hier mit ihren teils noch vorhandenen Attributen dargestellt: Minerva und die Eule, Jupiter mit Blitzbündel und Adler und der Pfau zu Füssen der Juno. Letztere wird in ihrer Linken ein Szepter gehalten haben; hier erkennt man den Befestigungspunkt am Knie noch deutlich. Ebenso wie Jupiter, dessen Szepter in seiner Linken auch nicht mehr vorhanden ist, aber als sicher gelten kann. Bei Minerva kann ich nur spekulieren: Vielleicht ein Schild in der linken Hand und in der rechten einen Speer? Es würde auf jeden Fall zum Helm passen, denn hier wird sowohl die kluge wie gleichermassen auch die kriegerische Minerva dargestellt.

20180627_125317.jpg
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Simone-Clio)


Weiterhin sind die Darstellungen auf alten Kupferstichen bemerkenswert. Von Marcus Fabius Calvus aus Basel stammt eine schematische Darstellung des antiken Roms ohne Anspruch auf topographische Genauigkeit. Die Arbeit wurde 1527 veröffentlicht und zeigt den ersten Versuch, die vorhandenen Ruinen Roms zu erfassen, um sie vor weiteren sinnlosen Zerstörungen zu bewahren - übrigens eine Anregung Raffaels. Dabei hielt sich Calvus an die Beschreibung Plinius, nach der Rom 34 Tore gehabt habe, die Calvus in stilisierter Form wiedergibt.

P1190303.jpg


Eine andere Darstellung stammt von Giacomo Lauro, der von 1584 - 1638 in Rom als Kupferstecher und Verleger tätig war. Hier werden wiederum nur Idealveduten ohne Anspruch an die archäologische Genauigkeit dargestellt; wie Calvus stützt sich der Künstler auf die Beschreibungen antiker Autoren und auf das, was er selbst sieht. Lauros Werk ist aber deswegen interessant, weil hierin die barocken Vorstellungen von den alten Bauwerken erkennbar sind.

P1190304.jpg
P1190305.jpg


Die älteste Darstellung des Tempel auf Münzen trägt ein Denar der Republik unter M. Volteius von ca. 78 v. Chr. Er wird hier als viersäuliger Bau auf dreistufigem(?) Podium mit geschlossenen Türen dargestellt. Der Blitz im Giebelfeld weist unmissverständlich darauf hin, dass es sich um den Jupitertempel handelt.

P1190310.jpg
M. Volteius
Denar
Rom
c. 78 v. Chr.
Av.: Kopf des Jupiter mit Lorbeerkranz n.r.
Rev.: Viersäuliger Tempel auf dreistufigem(?) Podium. Türen geschlossen, im Giebelfeld Blitz. Giebel mit flammenförmigen Antefixen,
Im Abschnitt: M VOLTEI M F
3,14 Gr.
Syd. 774
Cr. 385/1

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Sa 30.11.19 14:14

Der Tempel des Asklepios

auf der Tiberinsel ist wieder so ein Bauwerk, von dem es keine Überreste gibt. Er gehörte zu einem heiligen Bezirk, der für Kult und Inkubation erforderlich war, und das in der Form eines flussaufwärts fahrenden Schiffes. Als im Jahre 293 v. Chr. in Rom eine Epedemie ausgebrochen war, befragte man die Sibyllinischen Bücher, wie man die Krankheit überwinden könne. Die Lösung war der griechische Heilgott Asklepios, den man jedoch erst einmal aus Epidauros, seiner bedeutendsten antiken Heilstätte, holen musste. Seine Therapie bestand vor allem in der Inkubation, dass heisst, die Kranken legten sich an heiliger Stelle nieder und bekamen im Traum Hinweise, welcher Heilmittel sie sich bedienen sollten, wenn die Heilung nicht schon vorher durch ein Wunder vollbracht war. Gemäß der Anweisung machte sich also eine Gesandtschaft auf nach Griechenland, und Asklepios folgte der freundlichen Einladung in die Urbs. Freiwillig segelte er in Inkarnation einer Schlage mit über das Meer und entlang des Tibers, bestimmte aber den Ort, wo er verweilen sollte, selbst. Wie es geschah, schildert uns Ovid:

Als zum Haupt der Welt, zu der römischen Stadt sie gelangt war,
richtet die Schlange sich auf, und oben gelehnt an den Mastbaum,
regt sie den Hals und späht umher nach gelegenem Wohnsitz.
In zwei Teile begibt sich der Strom mit umfliessenden Wellen -
Insel heisst die Statt, und neben dem Land in der Mitte
streckt er sich rechts und links mit zwei gleichmässigen Armen.
Dahin wendet sich jetzt zu gehen die phöbische Schlange
aus dem latinischen Kiel, und gekehrt in die himmlische Bildung
setzt sie dem Jammer ein Ziel und erscheint heilbringend der Hauptstadt.



Die Tiberinsel war nicht einfach so da, sondern entsprang getreu der römischen Tradition aus einer mystischen Sage. So soll sie im Anfang er römsischen Republik durch die Aufstauung des als sacrum den Unterirdischen geweihten tarquinischen Getreides entstanden sein. Das machte Sinn, denn bis dahin war sie unbewohnt und durch die sandigen Anschwemmungen auch nicht wirklich kultivierbar. So verwundert es nicht, dass sich bald nach dem Tempel noch andere Heiligtümer dort hinzugesellten. Livius berichtet uns von einem Tempel des Jupiter Iurarius, ein anderer wurde aus Strafgelder dem Faunus erbaut. Aber - viel wichtiger - auch die Flussgottheit Tiberinus hatte hier ihre Kultstätte, von derem lokalen Festtag im Dezember die amiternischen Fasten unterrichten. Der Tiber bedeutete für die Römer nicht nur die Grenze zur Abwehr von Feinden, nicht nur die Verbindung zur weiten Welt mittels der Schifffahrt, sondern auch Fruchtbarkeit. Darum verehrte man den Flussgott vor allem auch als Spender des lebenbringenden Wassers. Wenn Trockenheit herrschte ertönte von überall her der Ruf "Adesto Tiberine cum tuis undis!" - Erscheine, Tiberinus, mit deinen Wellen!


Sämtliche Tempelanlagen, von welchen die Insel ausschliesslich in Anspruch genommen war, sind verschwunden, und schon seit dem frühen Mittelalter sind moderne Gebäude an ihre Stelle getreten. Heute heisst die Insel von der Kirche des hl. Bartholomaeus, die auf den Resten des Asklepiostempels errichtet wurde, "Insula di S. Bartholomeo".

rom 034.jpg
DSC_2297.jpg

Was noch erhalten ist, sind die travertinverkleideten Peperinblöcke an der Ostspitze, die, als Schiffsbug ausgebaut, eine um einen Stab gewundene Schlange, einen grottig erhaltenen Kopf des Asklepios und ein stierkopfartiges Element für die Vertäuung zeigen.

P1130002.jpg
P1120980.jpg
P1120981.jpg
P1120982.jpg

Ein Quinar der Republik aus dem Jahre 87 v. Chr. ist dem Gesamtkomplex von Asklepios und der Tiberinsel gewidmet. Auf seiner Vorderseite ist der Kopf des Neptun mit Dreizack abgebildet, der unter anderem auch für die fliessenden Gewässer und damit auch für den Tiber zuständig war. Die Rückseite zeigt den Altar des Asklepios unmissverständlich durch die sich um ihn windende Schlange. Vor ihm eine mit Kranz und Palmzweig schreitende Victoria, deren genaue Bedeutung noch nicht abschliessend geklärt ist. Nach Grueber "Coins of the Roman Republic in the British Museum" bezieht sie sich auf die damals abgehaltenen Spiele, auf die die Denare des Dossenus Bezug nehmen, die jeweils Jupiter, Juno und Minerva in Triumphialquadrigen zeigen. Ebenso möglich wäre eine direkte Verbindung zu einem damaligen Ereignis, beispielweise einer Seuche, die besiegt werden konnte. Es könnte sich natürlich auf den generellen Sieg (i.S.v. Grösse und Macht) der Medizin beziehen; wie so oft ist hier weiterhin der Forschungsgeist gefordert.

P1190366.jpg

L. Rubrius Dossenus
Quinar
Rom
87 v. Chr.
Av.: Kopf des Neptun mit Lorbeerkranz n.r., dahinter Dreizack; DOS SEN
Rev.: Victoria mit Kranz und Palmzweig nach rechts schreitend, davor Altar, um den sich eine Schlange windet, L RVBRI
1,89 Gr.
Cr. 348/4
Syd. 708​

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Di 03.12.19 17:01

Der Tempel der Venus und der Roma

Der Tempel der Venus und der Roma, umgangssprachlich auch oft Roma-Tempel genannt, ist einer der wenig beachteten Bauwerke der Stadt. Kein Wunder, denn es ist beinahe nichts mehr vom Ursprungsbau erhalten ausser ein paar Säulen der Portikus; erschwerend kommt hinzu, dass er an einer strategisch ungünstigen Stelle des Forums Romanums liegt und viele nicht den Weg dorthin finden. Dabei war er der Tempel Roms schlechthin, und nicht zuletzt deswegen, weil hier die wichtigsten Götter der Stadt verehrten wurden, die Rom von Anbeginn bis zu seinem Ende begleitet haben. Sozusagen ein Volkstempel par excellence.

Roma_Tempio_di_Venere_ricostruito_secondo_Reclender.jpg

Die Bauarbeiten begannen unter Hadrian im Jahre 121 n.Chr., wurden aber erst unter Antoninus Pius beendet. Cassius Dio berichtet uns übrigens, dass Apollodor, der Meisterarchitekt des Trajan, die Entwürfe des Hadrian, der sich hier selbst als Baumeister übte, kritisiert hat, was er erstens mit Exil und zweitens letztendlich mit dem Leben bezahlte. Dabei ging es nur um die Ästhetik. Um den Tempel zu erbauen, wurde der Velia-Hügel durch unterirdische Stützen vergrössert. Seine riesigen Ausmasse, aber auch seine zentrale Lage machten ihn zum grössten und wichtigsten Tempel der Stadt. Er reichte vom Forum Romanum bis zum Kolosseum. Dort stand früher das Atrium des goldenen Hauses Nero's, des Domus Aurea mit der bronzenen Kolossalstatue des Tyrannen, die durch den Bau des neuen Tempels näher an das Kolosseum versetzt werden musste. Dieser neue Platz war in etwa dort, wo wir uns heute gerne zu einer kurzen Verschnaufpause niederlassen und dem Treiben vor dem Amphitheater zuschauen.

Entgegen der Münzdarstellungen handelte es sich um einen korinthischen zehnsäuligen Bau, d.h. zehn Säulen an der Front und 19 an den Längsseiten. Ganz untypisch für die Tempelbauten der Stadt besass er kein Podium, dafür aber ursprünglich zwei gegenüberliegende Cellen. Der Tempel wurde nach einem Brand im Jahre 307 n.Chr. umfassend von Maxentius restauriert und umgestaltet. Den Cellen wurden nunmehr zwei Apsiden angebaut, in denen sich fortan die beiden grossen Damen der Stadt Venus und Roma niederhocken durften. Die dem Forum zugewandte Cella der Roma ist noch erhalten, weil sie zum Bestandteil des Klosters Santa Francesca Romana gehört.


P1130070.jpg
P10804981.jpg
jpg.jpg
P10804891.jpg
forum_romanum_venustempel_IV.jpg

Gleich mehrere Kaiser verewigten den Bau auf ihren Münzen; unter anderem liess Philippus I. Arabs im Rahmen einer Festemission das Motiv ausmünzen.

P1190281.jpg

Philippus I. Arabs
Antoninian
Rom
248 n.Chr.
Vs: IMP PHILIPPVS AVG. Büste mit Strahlenkrone, Paludament und Panzer rechts.
Rs: SAECVLVM NOVVM. Sechssäuliger Tempel auf dreistufigem Podium, auf dem Dach Figurenschmuck, im Inneren Roma mit Palladium und Szepter en face thronend.
4,18 Gr.
RIC 25 (b)

Ein neues Jahrtausend hatte begonnen: SAECVLVM NOVVM. Nach der damaligen Zeitrechnung feierte Rom sein tausendjähriges Bestehen im Jahr 248 n.Chr. Heute würde man die Münzen, die aus diesem Anlass geschlagen wurden, Sonderprägungen nennen. Zum Fest wurden in grossen Mengen Münzen verausgabt, die das Jubiläum und die damit verbundenen Spiele propagierten. Darunter auch eine interessante Reihe mit Tierdarstellungen wie Löwen, Antilopen und anderes Getier mit der Umschrift SAECVLARES AVGG, die unmissverständlich darauf hinwies, dass die kaiserliche Familie unter Philippus I. Arabs die Festlichkeiten ausrichtete. Aus heutiger Sicht ist allerdings das Motiv der einzigen aus diesem Anlass geprägten Münze der Otacilia Severa, die auf ihrer Rückseite ein Flusspferd schmückte, ein wenig unglücklich gewählt. Dass der Roma-Tempel auf dieser Festemission verewigt wurde, unterstreicht nochmals seine Wichtigkeit und Vorrangstellung in der Stadt. Wie bei den Münzen üblich entspricht die stylistische Darstellung , insbesondere die Anzahl der Säulen oder der Podiumsstufen nicht unbedingt der Realität, jedoch beweist die Darstellung der Göttin Roma eindeutig die Zuordnung.

Unter Maxentius, der den Tempel wie erwähnt renovierte, kam es zu einer wahren Explosion von Münzausgaben, deren Rückseitenmotiv den Tempel der Venus und der Roma darstellten. Die Vielfalt der Darstellungen beweist wieder einmal mehr, dass es weniger um die detailgetreue Wiedergabe eines Bauwerkes ging, sondern um publicity.

P1190403.jpg

Maxentius
Follis
Rom, 2. Offizin
Winter 307-308 n. Chr.
Av.:Kopf mit Lorbeerkranz n.r. - IMP C MAXENTIVS P F AVG
Rev.:Sechssäuliger Tempel mit Statue der Roma, im Tympanon Siegeskranz; im Abschnitt RS; im Feld H - CONSERV VRB SVAE
7,24 Gr.
RIC 202a

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justus
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von justus » Di 03.12.19 19:40

Klasse Artikel, lieber Rainer. Endlich mal ein Beitrag, bei dem nicht nur die neuesten monetären Erwerbungen im Mittelpunkt stehen, sondern der historische Kontext! Deshalb 5 x Like ...
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
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http://www.muenzfreunde-trier.de/

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Di 03.12.19 20:29

Vielen Dank, Jürgen. Ich muss oftmals an die Worte eines geschätzten Forumskollegen denken, den ich leider lange nicht hier gelesen habe: Wir sammeln ja eigentlich nicht Münzen, sondern das Wissen darum.

Grüsse
Rainer

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von alex456 » Di 03.12.19 21:36

Hallo,
dann will ich auch mal einen Beitrag zu zweien meiner Lieblingsarchitekturmünzen schreiben.
Ich hoffe mal, dass der Beitrag informativ ist und deinen Vorstellungen, Perinawa, entspricht. Wenn ja, stelle ich evtl. in Kürze noch ein Paar "Architekturdarstellungen" aus meiner Sammlung vor.
Die beiden Stücke stellen den Portus bzw. die Portus von Ostia dar, die für die Versorgung Roms wichtigsten Hafenanlagen.
Auf dem ersten, unter Nero zwischen 64 und 66 n.u.Z. in Rom geprägten Stück (Siehe Münze 1) ist der fertiggestellte Hafen aus der Vogelperspektive dargestellt, wie auch aus der Legende PORT OST AVGVSTI deutlich wird.
Nero AV.jpg
Münze 1
Nero RV.jpg
Münze 1
Da zumindest von dieser, unter Claudius begonnen, Ausbaustufe -im Gegensatz zur Zweiten unter Trajan vollendeten- nichts mehr erhalten ist, ist dieser Sesterz nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wichtiges historisches Zeugnis.
Zu beiden Seiten des Hafens ragten lange Molen ins Meer, auf der linken Seite stehen Hafenbauten bzw. Portiken, auf der rechten Werftanlagen und Schiffshäuser, in der Mitte ist ein Leuchtturm, der von einer Neptunstatue gekrönt wird dargestellt.
Auch Sueton bestätigt diese Darstellung wenn er schreibt: „Den Hafen von Ostia gestaltete er [Claudius] so, dass er rechts und links wie zwei Arme ins Meer hinausragt und bei der Einfahrt, wo das Wasser schon tief war, einen Damm auffüllen ließ. Um diesen ein festes Fundament zu geben, wurde vorher ein Schiffversenkt, das aus Ägypten den großen Obelisk gebracht hatte, darüber errichtete er auf vier Pfeilern [Auch diese sind auf dem Sesterz bei genauer Betrachtung zu erkennen.] nach Beispiel des Leuchtturms von Alexandria einen sehr hohen Turm, damit die Schiffe nach dessen nächtlichen Feuerzeichen ihren Kurs richten können.“ (Sueton, Claudius, 20)
Allerdings wurde die Münze nicht in Zusammenhang mit der Fertigstellung des Hafens geprägt, sondern steht wohl eher in Bezug zu dem großen Brand von Rom. Dass es Nero hiernach sehr wichtig war seine Sorge um die Versorgung Roms zum Ausdruck zu bringen, dürfte Anlass für die Prägung einer Reihe von Münzen gewesen sein, die die Getreideversorgung Roms thematisieren (Siehe Münze 2).
AV Nero Annona.jpg
Münze 2
RV Nero Annona.jpg
Münze 2
Allerdings konnte dieser Hafen den Schiffen keinen ausreichenden Schutz bieten, wie sich schon kurz nach seiner Fertigstellung (54 n. u. Z.) zeigte. So sollen 62 n. u. Z. bei einem Sturm 200 Schiffe in diesem Hafen zerstört worden sein. Hierzu berichtet Tacitus: „Ja, Nero ließ, um seine Sorge wegen auswärtiger Angelegenheiten zu verbergen, das durch Alter verdorbenen Getreide in den Tiber werfen, um damit zu zeigen, daß man unbesorgt sein könne wegen der Lebensmittel. Ihr Preis stieg nicht, obwohl ungefähr 200 Schiffe im Hafen selbst durch einen gewaltigen Sturm und 100 andere, welche den Tiber hinaufgefahren waren, durch eine zufällige Feuersbrunst vernichtet wurden.“ (Tacitus, Annalen 15.18)
Allerdings sollte es bis zur Regierung Trajans dauern, bis hierauf reagiert wurde, indem der Hafen erweitert wurde.
Dieser legte ein weiter landeinwärts gelegenes neues Hafenbecken an, das Schiffen einen besseren Schutz vor Stürmen bieten konnte (Siehe Abb. 1).
Hafen komplett.jpg
Abb. 1, Bildquelle: https://volcanocafe.wordpress.com/2013/08/29/the-italian-affair/, letzter Zugriff: 03.12.2019, 21:00 Uhr.
Der wichtigste Teil des Hafens ist ein 4 m tief ausgehobenes Becken mit einer Fläche von ca. 32 ha (Der alte Hafen war 82 ha groß.). Seine Grundform entspricht einem regelmäßigen Sechseck mit mehr als 350 m großen Seitenlängen. Dieses ist heute in Form des Laco di Traiano noch gut zu erkennen (Siehe Abb. 2).
lagoditraiano.jpg
Abb. 2, Bildquelle: https://volcanocafe.wordpress.com/2013/08/29/the-italian-affair/, letzter Zugriff: 03.12.2019, 21:00 Uhr.
Die Bebauung des Hafenbeckens ist auf dem Sesterzen des Trajan aus dem Jahr 113 n. u. Z. noch gut zu erkennen (Siehe Münze 3). Die Hafeneinfahrt wird von zwei perspektivisch dargestellten Gebäuden mit figurengeschmückten Giebeln flankiert. An der rechten Seite und hinten sind zweistöckige Magazine mit Säulenfronten, links ein komplexes, verzerrt abgebildetes Gebäude mit Arkaden und zwei zum Hafenbecken strebenden Seitenranken mit Tonnengewölbe dargestellt; links hinten ein kleiner Tempel mit Spitzgiebel.
AV web.JPG
Münze 3
RV web.JPG
Münze 3
Gruß
Alex

Literatur:
Knell, Heiner, Kaiser Trajan als Bauherr, Macht und Herrschaftsarchitektur, Darmstadt 2010, S. 125ff.
Schörner, Hadwiga, Architekturdarstellungen auf spätrepublikanischen und kaiserzeitlichen Münzen, in: Jenaer Hefte zur klassischen Archäologie 6, Jena 2005, S. 111ff.
Bockius, Roland, Schifffahrt und Schiffbau in der Antike, Stuttgart 2007.
Quellen:
Abgebildete Münzen
Sueton, Claudius 20.
Tacitus, Analen, 15, 18.
Bildquellen:
https://volcanocafe.wordpress.com/2013/ ... an-affair/, letzter Zugriff: 03.12.2019, 21:00 Uhr.

Perinawa
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Di 03.12.19 21:50

Also Alex, das geht jetzt wirklich gar nicht... :wink:


Endlich kommt mal Leben in den fred. Natürlich freue ich mich, vor allem über vorgestellte Bauwerke nebst den Münzen, die nicht so schnell in meiner Sammlung liegen werden. Ich freue mich auf mehr. Den Hafen von Ostia werde ich - deine Erlaubnis mal vorausgesetzt - oben verlinken.

Dankeschön & Grüsse
Rainer

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Peter43
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Peter43 » Di 03.12.19 23:48

Das ist das Niveau, das ich mir immer vorgestellt habe. Danke!

Jochen
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 04.12.19 14:27

Die Quelle der Iuturna

Der Lacus Iuturnae wird erstmals erwähnt von Frontinus in seinem Werk "De Aquis Urbis Romae", das sich mit der Wasserversorgung der Stadt Rom beschäftigt. Bevor der Censor Appius Claudius den Aquaedukt erfand, mussten die Römer ihr Wasser aus dem Tiber, Brunnen und den wenigen Quellen auf dem Stadtgebiet schöpfen. Die wichtigste davon entsprang direkt am Fuss des Palatin auf dem Forum Romanum. Damals wie heute war die Versorgung mit Trinkwasser für die Stadt und ihre Einwohner überlebenswichtig, so dass man die Quelle getreu der römischen Tradition umgehend unter Schutzherrschaft stellte, damit sie auch schön weitersprudelt. Aber schon damals war der Vorrat an Göttern, die sich um solche Belange kümmerten, aufgebraucht, und so musste man sich über die Grenzen der Stadt hinaus bemühen, um etwas passendes zu finden. Die Wahl fiel schliesslich auf die Quellnymphe Iuturna, und da brauchte man gar nicht weit zu gehen, hatte sie doch ihren Wirkungsort in Lavinium, dem religiösen Zentrum des latinischen Städtebundes - nur wenige Kilometer von Rom entfernt und romantisch an der Küste gelegen. Bedingt durch die innige Freundschaft mit Jupiter - nach Ovid hatte er sich sogar in die Schöne verliebt, wurde ihr die wichtige Aufgabe zuteil, sich um die Quellen, Teiche und Flüsse zu kümmern. Genau das brauchte man in Rom gerade, und kurzerhand wurde der Kult in die Urbs übertragen, wo Iuturna fortan über die Quelle ihre schützende Hand hielt.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich ein ganzer Komplex von Mythen und Geschichten rund um diese Quelle zusammenfand. Castor und Pollux, die beiden Dioskuren, wurden ebenfalls involviert. Als Überbringer guter Nachrichten passten sie prima in das Gesamtkonzept. Darüber hinaus galt das Wasser der Iuturna als heilkräftig, wodurch schon eine gewisse Verbindung zu den Dioskuren bestand, die man bei Krankheiten anrief, und von denen es hiess, dass sie durch Träume Kranke heilten. Aber dies ist eine andere Geschichte, und den beiden Reitern, die durch die Stadt wuselten, und denen wir auch im heutigen Rom immer wieder begegnen, soll ein eigenes Kapitel vorbehalten sein.

Zurück zur Quelle, die schon in republikanischer Zeit in ein fast quadratisches Marmorbecken gefasst war. Hier standen zwei Statuen der Dioskurenzwillinge, die nach der Schlacht am See Regillus, als sie die Römer gerettet hatten, hier ein zweites Mal erschienen, um ihre Pferde zu tränken. Damals tobte der erste Latinerkrieg, der nur lückenhaft und in legendärer Form überliefert ist. Der Sage nach gelang es den Römern, die von den Latinern hochverehrten Dioskuren auf ihre Seite zu ziehen, sie nach dem Sieg nach Rom zu schicken, wo sie ihre Pferde am Lacus Iuturnae tränkten, ehe sie die frohe Siegesbotschaft der Stadt verkündeten. Nicht zuletzt zeugt der in unmittelbarer Nähe errichtete Dioskurentempel, der in besagter Schlacht gelobt wurde, von den Zusammenhängen.

Die Quelle der Iuturna ist eines der letzten wichtigen Baudenkmäler des Forum Romanums, das restauriert und der Öffentlichkeit erst im Jahre 2015 zugänglich gemacht wurde. Im Wasserbecken finden wir eine Kopie des Marmoraltars aus dem 2. Jh. n.Chr., welcher im Brunnen gefunden wurde. Hier ist die ganze Sippe nett vereint: Dargestellt sind auf seiner Front die Dioskuren auf ihren Lanzen gestützt, an den Seiten aber auch ihre mythologischen Eltern Zeus und Leda mit ihrem aufwirbelndem Gewand und schliesslich rückseitig Helena, die Schwester der Zwillinge.

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Das Original des Altars, aber auch die beiden Statuen der Dioskuren wurden 2015 im Rahmen einer kleinen Sonderausstellung im "Tempel des Romulus" ausgestellt. Die Bruchstücke der Reiterstandbilder lassen in ihrem etwas aufgelockerten Stand der Figuren und der archaischen Darstellung erkennen, dass sie bereits in der ersten Hälfte des 5. Jh. v.Chr. als Arbeit eines grossgriechischen Meisters erschaffen wurden. Sie überlebten viele Jahrhunderte bis zum Verfall des Forums. Ausserdem wurde ein Puteal mit einer Weihinschrift des M. Barbatius Pollio gefunden, der zu Zeiten des Augustus kurulischer Ädil war.

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Diese und viele andere prachtvolle im Forum ausgegrabene Relikte werden im Antiquarium aufbewahrt. Es ist das Museum des Forum Romanums, und es ist vielen deswegen kein Begriff, weil es seit vielen Jahren geschlossen ist. Ich warte mit Schmerzen auf die geplante Wiedereröffnung, die bereits 2016 als 'Museo del foro romano' angekündigt wurde. In Italien ticken die Uhren bekanntlich anders; ein Artikel von September 2018 versprach dann wiederum eine bevorstehende Eröffnung für das Jahr 2019 im Rahmen des geplanten "Archäologischen Park des Kolosseums". Nun ist schon fast Weihnachten, und eigentlich hatte ich mich bei meiner bald anstehenden Romreise auf die Besichtigung gefreut. Tja, auch das ist Rom...


Immerhin bleibt mir noch eine schöne Münze. Ein Denar der Republik zeigt auf seiner Rückseite die Dioskuren, die an der der Quelle der Iuturna ihre Pferde tränken. Die Brunnenfassung kann natürlich nicht mit dem oben gezeigten Puteal aus der augusteischen Zeit übereinstimmen, doch ist anzunehmen, dass auch zu Zeiten der Prägung des vorliegenden Denars eine solche vorhanden war.

P1190410.jpg

C. Poblicius Malleolus, A. Postumius Sp. f. Albinus and L. Metellus
Denar
Rom
96 v. Chr.
Av.: Kopf des Apollon mit Lorbeerkranz n. r., links Stern, rechts X - ROMA
Rev.: Die Dioskuren tränken ihre Pferde am Brunnen der Iuturna, über den Köpfen jeweils Stern, links Mondsichel, - A ALBINVS S F
Craw. 335/10a
Syd. 612


Roma bella mi appare... :wink:

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alex456
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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von alex456 » Mi 04.12.19 17:36

Da mein letzter Beitrag wohl einigen gefallen hat, habe ich mich entschlossen heute ein weiteres Bauwerk vorstellen.

In einem Brief an seinen Freund Calivisius schreibt Plinius der Jüngere folgendes:
„Nichts Neues, nichts Verschiedenes, nichts, daß nicht genügt einmal gesehen zu haben. Um so mehr wundere ich mich, daß so viele tausend Männer immer wieder so kindisch die laufenden Pferde und die den Wagen nachfolgenden Menschen [die auf den Wagen stehenden Menschen] zu sehen wünschen. Wenn sie dennoch entweder durch die Schnelligkeit der Pferde, oder durch die Kunst[fertigkeit] der Menschen begeistert würden, wäre es einigermaßen vernünftig.“(Plinius IX, 6)
Hier zeigt sich exemplarisch die ambivalente Haltung, die neben Plinius d. J., auch andere antike Autoren wie Tacitus und Sueton den Zirkusspielen entgegenbrachten.
Dennoch stellte dieses vormals imposante Gebäude nicht nur einen wichtigen Kulminationspunkt für Unterhaltung und Wirtschaft dar, sondern auch einen Ort, an dem die Herrscher des Imperiums handfeste Politik betrieben. Nicht zuletzt deshalb wurde es auch zum Thema der imperialen Münzprägung.
Im Folgenden werde ich einige Erläuterungen zur Baugeschichte (Auf die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Wagenrennen verzichte ich absichtlich.) des Circus Maximus am Beispiel der Quellen, der archäologischen Befunde und eines Sesterzen des Trajan geben. Ich denke es ist verständlich, dass dies hier nur in rudimentärer Form geschehen kann.
Interessanterweise spiegelt der heutige Zustand (Siehe Abb. 1) des Circus Maximus seinen ursprünglichen Zustand hervorragend wider.
CircusMaximus heute.jpg
Abb. 1
So liegt der Zirkus in einem natürlichen Tal zwischen dem Palatin und Aventin, dem vallis Murcia, so dass die Zuschauer der Wagenrennen, die schon in der Gründungszeit Roms, zu Ehren eines Gottes namens Conus, abgehalten wurden, einfach an den Hängen der beiden Hügel Platz nehmen konnten, später dann auf Bänken aus Holz.
Unter Augustus muss es zu einem Ausbau des Zirkus gekommen sein. So listet er in den res gestae eine Reihe von Bauten, die unter seiner Regierung vollendet wurden, auf. Hier berichtet er auch: „Ich errichtete […] ein pulvinar am Circus Maximus“ (Res Gestae Divi Augusti, Monumentum ancyranum, IV 19). Hierbei handelte es sich wohl um eine besondere Loge für die kaiserliche Familie und besondere Honoratioren der Oberschicht.
Aus dieser Aussage lässt sich aber, meiner Meinung nach, auch deuten, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits eine planvolle Anlage mit Zuschauerrängen gegeben haben muss, da Augustus diese nach dem sozialen Rang der Gäste gliedern ließ.
Im Jahr 7 v. u. Z. soll die Anlage bereits eine Ausdehnung von 621x118 m gehabt haben und bis zu 150.000 Menschen Platz geboten haben.
Unter Claudius soll es laut Plinius (Plinius d. J., Paneg. 25.2f. – 28,7) zu einem weiteren Ausbau des Zirkus gekommen sein. Hier wurden die Startschranken in Marmor und die Rundenmesser (metae) aus Metall erneuert worden sein.
Vom großen Brand Roms im Jahre 64 n. u. Z. wurde wohl auch der Zirkus in Mitleidenschaft gezogen, sodass dieser unter Trajan erneuert und erweitert wurde. Diesen Zustand bildet die diesem Beitrag zugrunde liegende Münze ( siehe Münze 1) wider.
AV.gif
Münze 1
RV.gif
Münze 1
Traianus
98-117 n. u. Z.
Sesterz (Rom, Ende 103 - 104 n. u. Z.)
Av. Büste mit Lorbeerkranz n. r.
Rv. Circus Maximus
23,97g
Woytek 175a2 (37 Ex.)
Sie zeigt auf der Rückseite die Frontseite des Zirkus. Im inneren sind eben dem unter Augustus 11/10 v. u. Z. nach Rom verbrachte Obelisken die Wendemarken (Metae) und die aus Delphinen bestehende Rundenzählapparatur gut zu erkennen. Auf der 214 m langen Spina im Zentrum des Ovals, die von den Wagen sieben mal umfahren werden musste, befanden sich Säulen.
Plinius d. J. beschreibt den durch Trajan umgebauten Zirkus folgendermaßen: „Und sehenswert ist der Circus schon wegen des prächtigen Anblicks im allgemeinen, besonders aber deswegen, weil zwischen den Plätzen des Volkes und dem des Princeps kein Unterschied erkennbar ist, insofern sich über die ganze Länge eine einheitliche Front darbietet, eine ununterbrochene, gleichmäßige Linie. Also hat der Caesar als Zuschauer genauso wenig eine eigene Ehrentribüne, wie er ein eigenes Schauspiel genießt.“ (Plin. paneg. 51,4.)
Deutlich wird hier, wie im Panegyricus des Plinius häufig der Fall, die Gegenüberstellung Trajans zu Domitian. So verfolgt Trajan, inmitten der Untertanen, als gleichgestellter römischer Bürger das Treiben im Circus, während Domitian als „Quasikönig“ und Tyrann das Geschehen in einer privaten Loge verfolgte.
Unter Trajan erreichte der circus maximus nun seine endgültige Gestallt (siehe Abb. 2)
Grondplan_Circus_Maximus.jpg
Abb. 2
Mit ca. 600x200 m und einem angeblichen Fassungsvermögen von 250.000 Zuschauern. Er soll bis ins 6. Jahrhundert für Wagenrennen genutzt worden sein. Danach wurde er wohl, wie viele andere antike Bauwerke, als Steinbruch genutzt, was seinen heutigen Zustand erklärt.
Ich hoffe mal, dass ich nicht zu viele Dedails ausgelassen habe, und dass der Beitrag gefällt.

Gruß
Alex

Quellen:
Augustus, Res gestae, Monumentum Ancyranum, IV, 4.
Plinius d. J., Panegyricus, 25,2-28,7, 51,4.
Literatur:
Greinke, Sven, Landschaft und Stadt als literarische Räume in den Panegyrici Latini der Tetrarchie, Berlin 2017, S. 61ff., in: https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/han ... sequence=1, letzter Zugriff: 04.12.19, 17:15 Uhr.
Nünnerich-Asmus, Annette, Er baute für das Volk?!, Die stadtrömischen Bauten des Trajan, in: Annette Nünnerich-Asmus (Hrsg.), Trajan, Ein Kaiser der Superlative am Beginn einer Umbruchzeit?, Mainz, 2002, S. 122ff.
Bildquelle:
Von Rabax63 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.p ... d=58825738, letzter Zugriff: 04.12.2019, 17:00 Uhr.
Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=889704, letzter Zugriff: 04.12.2019, 17:01 Uhr.

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mi 04.12.19 21:23

Alex, vielen Dank für deinen Beitrag zum Circus Maximus, der gleich zweifach einen Nerv in mir trifft.

Einmal ist es natürlich die Münze - eine Darstellung wie diese ist etwas ganz besonderes. Aber dann ist es auch genau dieser Ort, der heute eher unscheinbar nur am Rande des touristischen Rummels der ewigen Stadt liegt. Genau deswegen starte ich dort grundsätzlich meine Zeit in der Urbs und es ist mittlerweile sogar zu meinem liebgewonnen Brauch geworden. Hier tummeln sich nur wenige Leute, ich habe Zeit und Raum und kann in Ruhe die gesamte Arena durchschreiten, ohne dass mir jemand auf die Füsse tritt oder mir irgendwas verkaufen möchte. Ich laufe dann noch zum Argentarierbogen auf dem Forum Boarium, dem alten Viehmarkt, und ich hoffe, dass meine Lieblingskirche San Giorgio in Velabro noch geöffnet hat.

P10803882.jpg
P1130047.jpg

Genug der Schwärmerei, dein Foto müsste nach 2016 aufgenommen sein. Du erlaubst mir sicherlich noch ein paar wenige Anmerkungen und Fotos, die sich allesamt auf die spätere Nutzung des Circus Maximus resp. die Ausgrabungen beziehen. Das südöstliche Ende der Anlage lag viele Jahre in einem Schutthaufen begraben, bis man sich schliesslich 2008 dazu entschloss, in den Fundamenten der Tribüne zu graben und den Teil für Besucher nett herzurichten. Auf dem folgenden Foto ist der Beginn der Bauarbeiten festgehalten. Bis 2005 konnte man im Hintergrund übrigens noch den Obelisken von Axum erblicken, der sozusagen als hoffentlich letzte Kriegsbeute der "Römer" in die Geschichte einging. Mussolini brachte ihn 1937 aus dem Abessinienkrieg mit nach Rom, und erst 2005 wurde er an Äthiopien zurückgegeben, was den Einsatz schwerer russischer Antonov-Frachtmaschinen sowie eines eigens dafür eingerichteten Flugplatzes in Axum erforderlich machte.

7_13_II.jpg


Die Ausgrabungen im Circus Maximus waren dann schliesslich Ende des Jahres 2016 abgeschlossen. Eine kostenlos zugängliche Besucherterasse erschliesst einen Überblick, und für ein paar Euro kann man dann etwas intensiver durch die Reste streifen. Neben den Tränken für die Pferde wurde unter anderem auch ein Bordell, ferner Latrinen und Essensstände ausgebuddelt, also alles das, was der Römer von damals so für einen entspannten Nachmittag im Circus Maximus brauchte.

P1130020.jpg

Besonders interessant ist jedoch der Turm. Gefundene Mühlsteine in seiner Nähe zeugen davon, dass in früheren Zeiten hier eine Kornmühle beheimatet war. Eine Zeit, die man gerne vergisst, denn für viele endet der Circus Maximus mit dem Ende des römischen Reiches. Eine der wenigen alten Stiche aus meinem Besitz zeigen den Circus im frühen 17. Jahrhundert (Aegidius Sadeler, ca. 1606), wo er als Garten landschaftlich bewirtschaftet und mit Bewässerungsgräben durchzogen wurde. Heute wird der Circus unter anderem für Grossveranstaltungen genutzt, aber auch abseits der Events strömen die Römer gerne in warmen Sommernächten auf die Wiesen am Fusse des Palatins.

P1130024.jpg
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P1130055.jpg
circo_massimo.jpg

Grüsse
Rainer

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Re: Die Bauten Roms auf römischen Münzen

Beitrag von Perinawa » Mo 09.12.19 13:25

Der Tempel des Antoninus und der Faustina

Nicht nur Kaiser wurden nach ihrem Tode vergöttlicht, sondern auch ihre Gemahlinnen. Anschauliches Beispiel dafür ist der Tempel des Antoninus und der Faustina auf dem Forum Romanum. Als die Gemahlin des Kaisers Antoninus Pius, Faustina sen. Ende 140 n. Chr. gestorben war, wurde sie vom Senat konsekriert. Zu ihrer Verehrung als Diva widmete man ihr einen Tempel an der Nordseite des Forums. Als gut zwanzig Jahre später dann ihr Ehemann ihr in den Tod folgte, wurde der Tempel auch ihm geweiht und trug fortan den Namen beider.

forum_romanum_faustinatempel.jpg
forum_romanum_faustinatempel_II.jpg
rom_3631.jpg


Der Bau bestand schon seit der spätrepublikanischen Zeit. Er erhielt jetzt eine neue, marmorne Dekoration, von der die Säulen aus Cipollin, dem eigentümlich grauen Marmor aus Euböa, und die äussere Ordnung korinthischer Prägung erhalten ist. Vermutlich wurden auch das Podium und die Cella des alten Tempels mit Marmorplatten verkleidet. Der Fries ist an den Seiten mit einem schönen und bis auf die neue Zeit in der Ornamentik viel nachgeahmten Relief verziert, welches regelmässig und ruhig schreitende Greife, die im sakralen Kontext als Wächer des Tempels zu verstehen sind, ferner reiche Kandelaber und Vasen darstellt. Heute findet man die Dekoration nur noch an den Seiten, weil sie an der Vorderfront abgeschlagen wurde, um an ihrer Stelle den Namen des verstorbenen und vergöttlichten Kaisers einzumeisseln, damit er über dem auf dem Architrav verewigten Namen seiner Frau stehe. Der unverzierte Architrav, aber auch das Dekor des Frieses verleihen dem Bauwerk ein klassisches Erscheinungsbild und war charakteristisch für den Geschmack in antoninischer Zeit.

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Dieser Tempel ist der besterhaltene Podiumstempel des Forums. Der in der Kaiserzeit und auch in der späteren Tradition mit einer gewissen und sicher auch nicht ganz unverdienten Verehrung genannte Name des Antoninus Pius mag diesen Tempel am meisten von allen auf dem Forum Romanum stehenden Tempel vor der Zerstörung bewahrt haben, noch mehr aber der Umstand, dass man ihn schon im 7. oder 8. Jh. in die dem St. Laurentius geweihte Kirche San Lorenzo in Miranda umwandelte. Der Beiname 'miranda' mag vom lateinischen (ad)mirare = bewundern) kommen, weil man von den Stufen einen schönen Blick über das Tal des Forums hatte. Hier soll auch, so die Legende, der heilige Laurentius zum Tode verurteilt worden sein. Der erste Bau wurde allerdings bei Einzug Kaiser Karl V. nach seinem Zuge gegen Tunis abgebrochen, woran sich bereits im Jahre 1546 erfolgreiche Ausgrabungen anschlossen. Nach den Plänen von Orazio Torriani wurde 1602 die heute erhaltene Barockkirche errichtet. Erst mit den umfangreichen Forumsgrabungen, die seit 1871 unter der Leitung von Pietro Rosa stattfanden, wurde der Bau endgültig freigestellt - auf alten Stichen erkennt man noch gut, dass das Podium des Tempels noch weit unterhalb des Strassenniveaus lag.

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Dem aufmerksamen Beobachter ist vielleicht nicht entgangen, dass im oberen Bereich der Säulen etwas unter dem Architrav Furchen zu erkennen sind. Mit dem Ende des römischen Reiches verfielen auch dessen Bauwerke; es wurde Platz geschaffen für Neues. Nach und nach fiel der kostbare Marmor den Stenmetzen zum Opfer, die ihn zu Kalk feinmahlten. Um die mächtigen Säulen der alten Tempel zu stürzen, wurden Furchen eingeritzt, damit die Seile nicht abrutschten. Warum dem Tempel des Antoninus und der Faustina dieses Schicksal erspart blieb, ist nicht eindeutig geklärt. Nach einer These haben die Säulen der brachialen Gewalt getrotzt, aber es ist auch möglich, dass man rechtzeitig erkannt hat, dass die stabilen Überreste des Tempels neuen Gebäuden Schutz und Stabilität geben werden.

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Ein schönes Paar...

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Der Tempel wurde auch auf den Münzen verewigt. Eine Denarreihe des Antoninus Pius für Faustina sen. gibt nicht nur den Tempelbau im Bild wieder, sondern von seinen Umschriften her vielleicht auch die Abfolge der Ereignisse. Die PIETAS beschreibt hier das pflichtgerechte Verhalten (des Kaisers) gegenüber der Verstorbenen. Es könnte dahingehend verstanden werden, dass durch diese Prägung der Bau des Tempels gelobt wurde. Die DEDICATIO AEDIS als Tempelweihe bzw. Tempeleinweihung ist sicherlich dann der nächste Schritt. Die Münze mit der Legende AED DIV FAVSTINAE zeigt bereits eine Figur in der Cella, die gemäß der Historia Augusta ebenfalls gelobt wurde. Die Verwendung des Wortes AED(UM) kann ein Hinweis darauf sein, dass der Tempel hier tatsächlich endgültig fertiggestellt wurde.


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Antoninus PIus für Faustina sen.
Denar
Rom
ca. 141/142 n. Chr.
Av.: Drapierte Büste rechts - DIVA AVG FAVSTINA
Rev.: Sechssäuliger Tempel auf Podium - DEDICATIO AEDIS
3,37 Gr.
RIC 388

Antoninus PIus für Faustina sen.
Denar
Rom
ca. 141 n. Chr.
Av.: Drapierte Büste rechts - DIVA AVG FAVSTINA
Rev.: Sechssäuliger Tempel auf Podium - PIETAS
3,39 Gr.
RIC 396

Antoninus PIus für Faustina sen.
Denar
Rom
ca. 150 n. Chr.
Av.: Drapierte Büste rechts - DIVA FAVSTINA
Rev.: Sechssäuliger Tempel auf Podium, an den Ecken Statuen, im Inneren Sitzstatue der Diva Faustina - AED DIV FAVSTINAE.
3,34 Gr.
RIC 343
Zuletzt geändert von Perinawa am Mo 09.12.19 20:29, insgesamt 2-mal geändert.

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