Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Griechische Münzen des Altertums

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Amentia
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Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Amentia » Do 21.05.20 22:19

Mir ist aufgefallen, dass bei einer meiner Monounios stater ds Wort Basileos falsch geschrieben ist nämlich BA C ILEOS.
Daher meine Frage, ob das häufiger vorkam oder daran lag, dass die damals in Dyrracium nicht besonders gut des Giechischen mächtig waren ?

BA C ILEO C

https://www.acsearch.info/search.html?id=5112192

https://www.acsearch.info/search.html?id=4956292

Ba s ileo s

https://www.acsearch.info/search.html?id=5892474

https://www.acsearch.info/search.html?id=4832946
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Re: Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Zwerg » Do 21.05.20 23:41

Das ist wohl nicht falsch, sondern nur anders

Ohne große Recherchen aus der Wikipedia
In hellenistischer Zeit wurde der Buchstabe in Handschriften zu einer heute als lunares Sigma (lunar: „mondsichelförmig“) bezeichneten Form vereinfacht (ursprünglich nur als Majuskel Ϲ für die Unziale, daraus die Minuskel ϲ), die sich in der Spätantike und im Byzantinischen Reich zur meistverwendeten Form entwickelte und im kirchlichen Kontext noch heute üblich ist (orthodoxe Kirchen). Von dieser Buchstabenform leiten sich sowohl das koptische Semma (Ⲥ/ⲥ) als auch das kyrillische Es (С/с) ab, während sich das lateinische S von der gewöhnlichen Majuskel über die Etruskische Form ableitet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sigma
Grüße
Zwerg
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Re: Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Mynter » Fr 22.05.20 05:29

Im Griechischunterricht durften wir das kleine Sigma, ausser am Wortende natuerlich, gluecklicherweise als " c " schreiben. Jeder, der mal ein Verb handschriftlich durch saemtliche Formen jagen musste, weiss, wieviel Arbeit das erspart. Chi und Rho werden handschriftlich auch schnoerkelfrei.
Grüsse, Mynter

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Amentia
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Re: Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Amentia » Fr 22.05.20 09:01

Danke, das wusste ich nicht hatte kein Altgriechisch und bei den Münzen, welche ich sammle wurde Basileos immer mit zwei Sigmas geschrieben.

Gibt aber schon definitiv Griechen mit mehreren Fehlern in der Legende sogar im Herrschernamen.
Diese hat gleich 3 ΑΓ Λ ΘΟΚ A ΕΟ Ε statt ΑΓΑΘΟΚΛΕΟΣ
Habe bei dieser aber auch gewisse Zweifel an der Echtheit (, sie wirkt wie eine Transferstemeplfälschung, weiche Details und unvollständiger Rand und die Buchstaben wurden womöglich falsch nachgeschnitten.)

Hatte damals nur das Bild von der Münze gespeichert ohne mir die Auktion zu notieren und jetzt kann ich sie nicht mehr bei acseach finden. :(

Hier eine echte Münze mit korrekter Legende

https://www.acsearch.info/search.html?id=308123
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image00001.jpg

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Re: Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Altamura2 » Fr 22.05.20 09:17

Das lunare Sigma wurde eine gewisse Zeit parallel zum "richtigen" verwendet und, wie das Beispiel der Monounios-Statere zeigt, auch innerhalb einer Münzprägung gemischt eingesetzt. Man kann daher an der Verwendung der zwei Varianten auch keine direkte zeitliche Abfolge ableiten (so wie bei den zwei Varianten des Omega auch nicht).

Wenn man den in den Links referenzierten Artikel von Shpresa Gjongecaj, "Le trésor de Kreshpan (Albanie)", RN 153, 1998, S. 81-102, anschaut, dann wird diese unterschiedliche Schreibweise auf Seite 96 so etwa in der Mitte erwähnt, aber nichtmal besonders diskutiert:
https://www.persee.fr/doc/numi_0484-894 ... 6_153_2192

An die Variante ΒΑCΙΛΕΩΣ (also mit beiden Varianten in einem Wort) glaube ich allerdings nicht, in meinen Augen ist der letzte Buchstabe hier auch ein etwas zerknautschtes lunares Sigma.
Amentia hat geschrieben:
Fr 22.05.20 09:01
... Gibt aber schon definitiv Griechen mit mehreren Fehlern in der Legende sogar im Herrschernamen. ...
Da die Griechen auch nur Menschen waren, haben sie auch mal Fehler gemacht, das findet man hin und wieder. Und bei den Griechen durften ja selbst die Götter Fehler machen :D .

Gruß

Altamura

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Re: Wie häufig sind Fehler in der legende bei griechischen Münzen ?

Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 06.06.20 23:39

Amentia hat geschrieben:
Fr 22.05.20 09:01
Gibt aber schon definitiv Griechen mit mehreren Fehlern in der Legende sogar im Herrschernamen.
Diese hat gleich 3 ΑΓ Λ ΘΟΚ A ΕΟ Ε statt ΑΓΑΘΟΚΛΕΟΣ
Habe bei dieser aber auch gewisse Zweifel an der Echtheit (, sie wirkt wie eine Transferstemeplfälschung, weiche Details und unvollständiger Rand und die Buchstaben wurden womöglich falsch nachgeschnitten.)

Hatte damals nur das Bild von der Münze gespeichert ohne mir die Auktion zu notieren und jetzt kann ich sie nicht mehr bei acseach finden. :(
Da teile ich Deine Zweifel aber! Die Münze soll ja aus Syrakus sein und nicht von irgendwo am Ende der Welt. Und ich wage zu behaupten, daß sie in Syrakus um 300 auf Goldmünzen NICHT "Basileos" am Schluß mit E statt Sigma geschrieben haben.

Homer
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