1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Deutschland vor 1871
Chippi
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1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » Sa 24.10.20 23:51

Hi leutz,

auf dem Trödelmarkt ein paar kleine altdeutsche Pfennige mitgenommen, teils, weil sie einfach interessant aussahen. Dieser hier sorgt allerdings für Verwirrung. Das Design und das Monogramm sind klar, Pfennig von Carl Thomas von Löwenstein-Wertheim-Rochefort, so wie er 1781 geprägt wurde.
Allerdings steht bei mir das Jahr 1800 drauf! Da war er schon über ein Jahrzehnt tot und sein Neffe regierte, der ihn wohl nicht so gut in Erinnerung hatte.
Durchmesser ca. 19mm, Gewicht 1,57g, Material ist (eine) Kupfer(legierung). Farblich weicht er etwas davon ab, was aber sicher der falschen Lagerung geschuldet ist, ich habe ihn ebenso wie 2 Pfennig Mecklenburg-Schwerin, welcher zweifelsfrei echt und ebenso verfärbt ist, aus einer alten weichmacherhaltigen Folie befreien musste. Die beiden Münzen klebten regelrecht darin. Zum Vergleich habe ich noch einen normalen preußischen Pfennig daneben gelegt. Die Abnutzung zeigt, dass dieses Stück tatsächlich zirkulierte.

Jemand eine Idee, warum dieses Stück das Jahr 1800 trägt? Meines Wissens wurden 1800 keine Pfennige in Löwenstein-Wertheim geschlagen.

Gruß Chippi
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Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von KarlAntonMartini » So 25.10.20 06:50

Als wahrscheinlichste Erklärung erscheint mir, daß der Münzmeister anno 1800 aus Versehen einen alten Stempel verwandte. Oder der Stempel mit dem C-Monogramm war gerade gesprungen und der Lehrling sollte vor Feierabend noch hundert Stück prägen oder so etwas Ähnliches. Theoretisch denkbar wäre eine zeitgenössische Fälschung, aber ein kleiner Fälscher hätte vermutlich einen Guß gemacht. Und in den Birminghamer Hinterhöfen war die Existenz des kleinen Fürstentums vermutlich unbekannt. Glückwunsch zu dem Fang! Grüße, KarlAntonMartini
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TorWil
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von TorWil » So 25.10.20 08:46

Hallo,

Aus dem Zeitraum habe ich auch ein Stück, das eine sehr fragwürdige Qualität und Herkunft hat.
So wie es aussieht waren da in der Gegend Fälscher oder Dilettanten am Werk.

Ein KREUZE (Kreuzer) von 1801:
00800.f.jpg
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Grüße

TorWil

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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » So 25.10.20 13:24

Danke für die Antworten bisher! Dein Stück, Torwil, scheint wirklich eine zeitgenössische Fälschung zu sein (übrigens auch ein schönes sammelwürdiges Stück), aber bei mir sieht der Stil regulär aus, passt halt alles zusammen bis aufs Jahr. Schauen wir, ob es noch irgendwelche Erkenntnisse gibt.

Gruß Chippi
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Franor » So 25.10.20 15:18

Hallo in die Runde!
Zuerst mal zu Chippis Pfennig: Dieser Pfennig unter Dominik Konstantin 1789-1806, Löwenstein-Wertheim, Fürsten, trägt im Schön-Katalog die Nr. 34 und wurde 1790 und 1800 geprägt. Ist also leider nicht so selten.

Jetzt noch der Kreuzer von TorWil: Eine Gemeinschaftsprägung unter Friedrich Karl Gottlob 1779-1806, Löwenstein-Wertheim, Grafen. Er trägt im Schön-Katalog die Nr. 47 und wurde von 1798-1802 geprägt.

Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag.
Frank

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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von ischbierra » So 25.10.20 15:30

Laut Nikol, German coins, wurde das Stück mit CFZL 1781 von Carl und von 1790-1800 von Dominik Constantin geprägt.

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jot-ka
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von jot-ka » So 25.10.20 17:02

Nun war ischbierra wieder mal schneller!
Ich will das aber vom Rechner haben.
-
Hallo Freunde,
bei Josef Neumann "Beschreibung der bekanntesten Kupfermünzen", Prag, 1858,
ist das Monogramm erstmalig unter
Nr. • 7271,
Löwenstein-Werthheim,
Carl Thomas, 1735-1789, zugeordnet.
Auflösung nach Neumann: CFZL
Bei Neumann Nr. 7282 sieht man, daß dieses Monogramm noch i.J.1800
unter Dominik Constantin, 1789-1814, verwendet wurde.
- ist nicht der neueste Stand, aber vielleicht hift es weiter
Schöne Grüße,
jot-ka
Neumann_7271_7282.jpg

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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » So 25.10.20 18:33

Also nicht unbekannt und eine reguläre Prägung, nur ein Vergleichsstück fehlt mir noch. So häufig scheint er wohl nicht zu sein.

Gruß Chippi
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » So 25.10.20 20:49

Also Pfennige von 1790 findet man etliche, Wertseite gleich, aber haben kein Monogramm, sondern nur ein C im Wappen mit Krone: https://en.numista.com/catalogue/pieces169297.html. Ein Jahrgang 1800 wird gar nicht erwähnt.

Gruß Chippi
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » So 25.10.20 20:54

Auch diese Ausgabe ist komplett anders, aber beinhaltet alle Jahrgänge von 1790-1800: https://en.numista.com/catalogue/pieces185607.html.

Gruß Chippi
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von KarlAntonMartini » Mo 26.10.20 00:13

Chippi hat geschrieben:
So 25.10.20 20:54
Auch diese Ausgabe ist komplett anders, aber beinhaltet alle Jahrgänge von 1790-1800: https://en.numista.com/catalogue/pieces185607.html.

Gruß Chippi
Das ist die Gemeinschaftsprägung von Virneburg und Rochefort. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » Mo 26.10.20 18:39

Richtig, aber wo ist mein Pfennig verzeichnet? Alle Prägungen sehen anders aus. Den Schön 18.Jh. besitze ich leider nicht.

Gruß Chippi
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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Zwerg » Mo 26.10.20 18:45

Schön 34=
Dominik Konstantin, Pfennig1790, 1800

Typ entspricht Schön 30 = Karl Thomas, Pfennig 1781

Grüße
Klaus

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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von Chippi » Mo 26.10.20 21:51

Genau, und da passt das Jahr 1800 überhaupt nicht.

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Re: 1 Pfennig Löwenstein-Wertheim-Rochefort - Jahrgang

Beitrag von KarlAntonMartini » Di 27.10.20 12:13

Im NNB vom September gibt es einen Artikel von Konrad Schneider: Johannes Hessler aus Gelnhausen - Ein Goldschmied als Falschmünzer aus Armut. Darin sind auch Beispiele von Fälschungen Löwensteiner Münzen. Allerdings fälschte er kleine Silbermünzen auf kupfernen, kalt versilberten Schrötlingen. Stark unterwertige Kleinmünzen ließen die Löwensteiner Grafen selbst prägen. - Da gibt es auch eine Quelle zu Löwenstein: Ferdinand Wibel, Zur Münzgeschichte der Grafen von Löwenstein-Wertheim..., Hamburg 1880. - @chippi: wenn du diese Münze in einem kleinen Aufsatz vorstellen möchtest, das NNB würde es wohl nehmen.
Grüße, KarlAntonMartini
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