Sammlung Timestheus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Zwerg » Do 18.11.21 17:05

Timestheus hat geschrieben:
Do 18.11.21 16:19
Vor allem, weil das ROMA Exemplar in wirklich hervorragendem Zustand ist
Dem ist mitnichten so - und Aesillas ist nun wirklich nicht selten.

Hier liegen Welten - und auch dazwischen gibt es noch Einiges
Aesillas.jpg
https://www.coinarchives.com/a/openlink ... dc92a14b01

Grüße
Klaus
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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 18.11.21 17:18

Jo, den Preis hast dann aber auch gesehen - zwischen 300 Pfund (Roma) und 1000 USD (Deinem Link) sind dann doch noch ein kleiner Unterschied. Und was dazwischen angeht habe ich die Suche bei den typischen Shops und Auktionshäuser der kommenden Wochen schon angeworfen.

Bei VCoins, MA Shop und Co sind zumindest aktuell nur schlechtere Stücke zu viel teureren Preisen auf Lager.
Und in den kommenden Auktionen sind die Stücke auch nicht so der Renner. Einzig im Dezember bei Rauch ist ein Exemplar dabei das auch optisch interessant ist - aber da muss man schauen wie hoch das geht.
Zwerg hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:05
Aesillas ist nun wirklich nicht selten
Das habe ich wo behauptet? Ich habe lediglich geschrieben, dass der heutige Gewinner mit 320 Pfund einen guten Preis erzielt hat - da es für das Geld meistens nur schlechtere Exemplare gegeben hat. Wer bessere Stücke als das fastVZ von Roma möchte - lässt auch keine rund 300 Pfund liegen.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Zwerg » Do 18.11.21 17:30

Timestheus hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:18
1000 USD (Deinem Link)
Das war der Ausruf: Ergebnis 3.000 USD :D

Laß Dir Zeit!
Verpassten Münzen und bereits weggefahrenen Zügen soll man nicht nachtrauern - sie kommen immer wieder
(Da war noch ein drittes Element - aber dafür würde man heute gekreuzigt)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 18.11.21 18:22

Zwerg hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:30
Das war der Ausruf: Ergebnis 3.000 USD
Ja siehst!
Zwerg hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:30
bereits weggefahrenen Zügen soll man nicht nachtrauern - sie kommen immer wieder
..Du fährst selten mit der Deutschen Bahn - sonst würdest Du sowas nicht leichtfertig schreiben :)
Zwerg hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:30
Verpassten Münzen und bereits weggefahrenen Zügen soll man nicht nachtrauern - sie kommen immer wieder
Nein, alles gut. Aber kurz hast mich schon geärgert so ein bisschen. Habe nebenher im INET gesurft und das Lot verpasst und konnte so nicht erhöhen. Na ja - wird schon vielleicht seinen Grund gehabt haben. Man weiß nie...
Zwerg hat geschrieben:
Do 18.11.21 17:30
(Da war noch ein drittes Element - aber dafür würde man heute gekreuzigt)
Sind Frauen anwesend?
Ach nein, das war ja bei der Steinigung...
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 18.11.21 19:17

Mein Dank geht nochmals an alle User aus dem Foto Thread: viewtopic.php?f=89&t=52731

Mir fehlen zwar noch ein gescheiter Stativ Ausleger und der 100% richtige Hintergrund - aber mit dem Makro Objektiv und vor allem Euren tollen Tipps konnte ich heute schon mal meine meine Homepage entsprechend bearbeiten und die Fotos neu gestalten. Das rote Samt passte irgendwie gar nicht zu der Homepage - und auch die Münzen kamen gar nicht richtig zur Geltung.

So sahen die Bilder ja vorher aus:
denar-gaius-coelius-caldus.jpg


Die Bilder der Münzen waren so schlecht nicht - aber das rot kam gar nicht gut raus irgendwie - irgendwie war ich auch absolut nicht zufrieden. So langsam wird es jedoch, wie geschrieben Danke nochmals an die User aus dem Foto Thread.

Die Übersicht - ok ist Geschmacksache natürlich - stellt mich aber jetzt deutlich zufriedener:

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von kijach » Do 18.11.21 21:37

Ich bin froh, Ende 2020 ein Aesillas in sehr guter Erhaltung, wenn auch dezentriert für 320€+Aufgeld zu ersteigern bei M&M
Dateianhänge
20201231_200533_copy_604x805.jpg
20201231_200541_copy_604x805.jpg
20201231_200549_copy_604x805.jpg
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 18.11.21 21:48

kijach hat geschrieben:
Do 18.11.21 21:37
Ich bin froh, Ende 2020 ein Aesillas in sehr guter Erhaltung, wenn auch dezentriert für 320€+Aufgeld zu ersteigern bei M&M
Wunderschön! Glückwunsch. Das freut mich. Ich finde das gute Stück einmal einfach nur optisch sehr ansprechend - also künstlerisch von der Gestaltung - und natürlich auch die Geschichte die dahinter steckt. Vor allem auch interessant - das man so der Sammlung "römische Republik" auch eine "griechische" Münze mit einreihen kann und die Sammellogik nicht mal verlassen muss :)

Also so ein Exemplar möchte ich mir auf jedenfalls gönnen. Nochmals Glückwunsch zu Deinem schönem Stück!
Der Neid wird Dich eine weile verfolgen von mir :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 18.11.21 22:56

denar_lucius_thorius_balbus_0010.jpg


Münze:
Lucius Thorius Balbus 105 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 17mm
Gewicht: 3,68g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF
Rare: –
Provenienz: Comptoir des Monnaies, Lille, 06.11.2021
Referenz: Crawford 316/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Juno Sospita nach rechts. Dahinter befindet sich die Inschrift ISMR (Juno Sospita Mater Regina - Juno Sospita Mutter Königin).

Juno Sospita ist die Königin der Götter und Frau des Jupiter. Sie steht für die Führsorge, wacht über Heirat und Geburt, hat aber auch mehrere andere Rollen und unterschiedliche Nachnamen für jeden. Sie wird sowohl durch die Ziegenhaut, die sie über dem Kopf trägt, als auch durch den Speer und den Schild, den sie hält, als Kriegerin dargestellt. Zu ihren Füßen liegt auch eine Schlange, deren Bedeutung von Experten noch diskutiert wird. Einige sagen, dass es daran liegt, dass in ihrem Tempel eine Schlange gehalten und genährt wurde, andere sagen, dass es in der Nähe ihres Tempels eine Grotte gab, in der eine Schlange verehrt wurde, und wieder andere meinen, dass Schlangen selbst für die alten Menschen Sicherheit und Gesundheit darstellten. Die letzte Theorie wäre am sinnvollsten, wenn man bedenkt, dass Sicherheit und Gesundheit Bereiche sind, über die Juno angeblich die Kontrolle hatte.

Revers:
Zu sehen ist ein Stier, welcher nach rechts springt. Darüber die Kontrollmarke C. Unterhalb des Stieres ist die Inschrift L THORIVS BALBVS.

Hintergrund:
Über den Münzmeister Lucius Thorius Balbus ist nicht sehr viel bekannt. Von Marcus Tullius Cicero (De finibus, II, 63) wissen wir, dass Thorius Balbus aus Lanuvium stammte. Dies dürfte dann auch die Erklärung der Vorderseite sein – da Juno Sospita die Stadt- und Schutzgöttin von Lanuvium war.

Juno findet vor allem in der Aeneis populäre Bekanntheit. Ihre Darstellung in diesem Epos wirkt eher emotional und schwach, sie scheint sich nie unter Kontrolle zu haben. Sie versuchte ständig Aeneas und seine Mannschaft auf seiner Irrfahrt von Troja nach Italien zu töten oder sorgte zu mindestens dafür, dass er nicht ohne Umwege direkt an sein eigentlich gewünschtes Ziel gelangte.

Nach römischem Glauben galt Juno Sospita jedoch als Beschützerin des römischen Staates. Sie ist die Königin der Götter und Frau des Jupiter. Sie steht für die Führsorge, wacht über Heirat und Geburt, hat aber auch mehrere andere Rollen und unterschiedliche Nachnamen für jeden. Sie wird sowohl durch die Ziegenhaut, die sie über dem Kopf trägt, als auch durch den Speer und den Schild, den sie hält, als Kriegerin dargestellt. Zu ihren Füßen liegt auch eine Schlange, deren Bedeutung von Experten noch diskutiert wird. Einige sagen, dass es daran liegt, dass in ihrem Tempel eine Schlange gehalten und genährt wurde, andere sagen, dass es in der Nähe ihres Tempels eine Grotte gab, in der eine Schlange verehrt wurde, und wieder andere meinen, dass Schlangen selbst für die alten Menschen Sicherheit und Gesundheit darstellten. Die letzte Theorie wäre am sinnvollsten, wenn man bedenkt, dass Sicherheit und Gesundheit Bereiche sind, über die Juno angeblich die Kontrolle hatte.

Doch was war passiert, dass Juno Sospita eine solche Wandlung ihres Charakter vom Aeneis Epos zur Beschützerin des römischen Staates wurde? Es scheint, dass die alten Römer ihre Götter ähnlich sahen wie Menschen, mit wechselnden Persönlichkeiten und Emotionen und sehr unterschiedlichen Kontrollbereichen. Ab dem 4. Jahrhundert v.Chr. entwickelte sich Rom von seinen bescheidenen Anfängen als kleiner Stadtstaat am Tiber zu einem Reich, das einen großen Teil der bekannten Welt umfasste. Für moderne Historiker macht das völlige Fehlen zeitgeschichtlicher Schriften diese Eroberungsperiode schwer zu interpretieren. Auch im Falle der Assimilation der Juno Sospita. Wie fremde Gemeinschaften, die sich von Feinden in Verbündete verwandelten, begegneten auch die Römer fremden Göttern und waren oft bereit, ihnen einen Platz in ihrer Mitte zu geben. Roms Erfolg war auch immer der Erfolg der Götter.

Laut Livius war Lanuvium berühmt für seinen reichen und stark frequentierten Tempel der Juno Sospita. Der Kult der Juno Sospita geht auf den archaischen Kult einer Ziegengöttin zurück. Lanuvium war ein Mitglied der Latinischen Liga und blieb bis zur Eroberung durch Rom 338 v.Chr. unabhängig. Anfangs erhielt Lanuvium nicht das römische Bürgerrecht, später dann doch. Als die Römer die Kontrolle über das Gebiet übernahmen, beteiligten sie sich auch an der Organisation des Kultes der Juno Sospita. Der Senat von Rom verfügte, dass „der Tempel und der Hain von Juno Sospita von den Bürgern von Lanuvium gemeinsam gehalten werden sollten“. Später gab es dann in Rom selbst einen, vielleicht sogar zwei Tempel der Göttin Juno Sospita.

Bei der Rückseite sind die Experten sich nicht einig. Zum Einem könnte der Stier eine sprechende Symbolik darstellen. Das lateinische Wort Stier „taurus“ wurde sehr wahrscheinlich in der Umgangssprache „torus“ ausgesprochen und könnte daher eine Verbindung zum Namen „Thorius“ sein. Hier würde sich ein Hinweis des Münzmeisters auf seine Herkunft und seiner Familie in Beziehung zueinander bringen lassen. Zum Anderen – so zum Beispiel Crawford – könnte der Stier aber an eine inzwischen vergessene Verbindung zwischen Juno Sospita und dem Stier selbst sein. Auf einem anderen Münztyp (Crawford 39/1, 39/2) ist Herkules mit Juno abgebildet – ebenso ein Stier, der mit Juno in Verbindung gebracht werden kann.

Vielleicht werden die Hintergründe über das von Lucius Thorius Balbus gewählte Motiv und seine Beweggründe im Dunkeln bleiben. Denn wenn man Cicero glauben schenken darf, hielt der gute Mann nicht viel von seinen heimatlichen Heiligtümern – im Gegenteil – anscheinend war er nicht einmal besonders religiös.

Lucius Thorius Balbus fuit, Lanuvinus, quem meminisse tu non potes. is ita vivebat, ut nulla tam exquisita posset inveniri voluptas, qua non abundaret. erat et cupidus voluptatum et eius generis intellegens et copiosus, ita non superstitiosus, ut illa plurima in sua patria sacrificia et fana contemneret, ita non timidus ad mortem, ut in acie sit ob rem publicam interfectus.

cupiditates non Epicuri divisione finiebat, sed sua satietate. habebat tamen rationem1 valitudinis: utebatur iis exercitationibus, ut ad cenam et sitiens et esuriens veniret, eo cibo, qui et suavissimus esset et idem facillimus ad concoquendum, vino et ad voluptatem et ne noceret. cetera illa adhibebat, quibus demptis negat se Epicurus intellegere quid sit bonum. aberat omnis dolor, qui si adesset, nec molliter ferret et tamen medicis plus quam philosophis uteretur. color egregius, integra valitudo, summa gratia, vita denique conferta voluptatum omnium varietate.

hunc vos beatum; ratio quidem vestra sic cogit. at ego quem huic anteponam non audeo dicere; dicet pro me ipsa virtus nec dubitabit isti vestro beato M. Regulum anteponere, quem quidem, cum sua voluntate, nulla vi coactus praeter fidem, quam dederat hosti, ex patria Karthaginem revertisset, tum ipsum, cum vigiliis et fame cruciaretur, clamat virtus beatiorem fuisse quam potantem in rosa Thorium. Cicero, De Finibus 2.20.63-65


„Nun, es gab einen gewissen Lucius Thorius von Lanuvium, an den Sie sich nicht erinnern können; er lebte nach dem Prinzip, alle erlesensten Freuden, die man finden konnte, in vollen Zügen zu genießen. Sein Appetit auf Vergnügungen wurde nur durch seinen Geschmack und seine Erfindungsgabe erreicht. Er war so frei von Aberglauben, dass er alle Opfer und Schreine verspottete, für die seine Heimat berühmt ist; und so frei von Todesangst, dass er im Kampf für sein Land starb.

Epikurs Einteilung der Begierden bedeutete ihm nichts; er kannte keine Grenzen außer Sättigung. Zugleich achtete er auf seine Gesundheit: er trieb genügend Bewegung, um hungrig und durstig an den Tisch zu kommen; aßen, was gleichzeitig am appetitlichsten und am bekömmlichsten war; trank genug Wein zum Vergnügen und nicht zu viel für die Gesundheit. Er verzichtete auch nicht auf die anderen Ablässe, bei denen Epikur erklärt, dass er nicht verstehen kann, was das Gute ist. Schmerzen, die er nie erlebte; Wäre es zu ihm gekommen, er hätte es tapfer ertragen, der Tierarzt hätte eher einen Arzt als einen Philosophen gerufen. Er hatte eine ausgezeichnete Gesundheit und eine gesunde Konstitution. Er war äußerst beliebt. Kurz gesagt, sein Leben war voll von Freuden jeder Art.

Ihre Schule spricht ihn für einen glücklichen Mann, zumindest verlangt Ihre Theorie das von Ihnen. Aber ich stelle ihn über ihn – ich wage nicht zu sagen, wen: Die Tugend selbst soll für mich sprechen, und sie wird nicht zögern, Marcus Regulus höher einzustufen als diesen typisch glücklichen Mann, wie Sie ihn nennen würden. Regulus kehrte aus freiem Willen und ohne Zwang, außer dem eines Feindes gegebenen Versprechens, aus seinem Heimatland nach Karthago zurück; Doch Tugend verkündet, dass er, wenn er dies getan hatte, glücklicher war, während er von Schlaflosigkeit und Hunger gequält wurde, als Thorius, der auf seinem Rosenlager zechtete.“

Eine Anmerkung noch am Rande. An den vielen vorhandenen Gedenktagen zu Juno wurden entsprechende Opfer dargebracht, so auch immer am 14. Februar in Form von Blumenopfern. Laut einiger Theorien soll daraus unser Valentinstag entstanden sein. Nun weiß ich wenigstens, wem ich diesen Irrsinn zu verdanken habe – und werde bei meinem nächsten Rom Besuch mit der Göttin darüber Zwiesprache halten.


---
Heute habe ich diesen schönen Denar der römischen Republik per Post erhalten. Gekauft im MA-Shop und war überrascht, dass der Preis einigermaßen vernünftig war. Zumindest habe ich lange suchen müssen nach so einem Exemplar - schön zentriert und alles lesbar erhalten. Oft fehlt dem Thorius oder dem Balbus ein Buchstabe etc. Nur das R auf der Vorderseite bei ISMR hat es etwas erwischt - aber perfekter erwische ich den gerade nicht.

Wünsche viel Spaß beim Lesen - das Original gibt es wie immer auf meiner Webseite: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... bus-m0010/

Und hier wie immer die Übersicht der aktuellen in meinen Händen befindlichen Stücken: https://roma-aeterna.de/sammlung/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 19.11.21 15:29

So langsam trudeln die Auktionseinkäufe hier ein. Heute ein Paket von Tauler & Fau bekommen mit vier - wie ich finde - ganz leckeren Exemplaren. Den Anfang heute Nachmittag machen die Gebrüder Antonius. Viel Spaß beim lesen und schmökern.

Das Original gibt es wie immer hier auf der Webseite:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... rva-m0011/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 19.11.21 15:32

denar_marcus_cocceius_nerva_m0011.jpg


Münze:
Marcus Cocceius Nerva 41 v.Chr. für Marcus Antonius und Lucius Antonius
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 19,3mm
Gewicht: 3,39g
Münzstätte: Asia Minor, Feldmünzstätte
Erhaltung: VF+
Rare: RR
Provenienz: Tauler & Fau, Spanien, 02.11.2021 (Ex Poinssot Sammlung 1879-1967)
Referenz: Crawford 517/5a

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Marcus Antonius nach rechts. Die Inschrift lautet M ANT IMP AVG III VIR R P C M NERVA PRO Q P [IMP AVG].

Der Kopf des Marcus Antonius wird durch den Namen (M ANT) und der Titulatur imperator (IMP) augustus (AVG) triumvir rei publicae constituendae (III VIR R P C) identifiziert. Dabei steht der letzte Teil für „drei (oder einer von drei) Männern für die Wiederherstellung der Republik“. Der Münzmeister Marcus Cocceius Nerva wird ebenso durch seinen Namen (M NERVA) und seiner Titulatur proquaestor(e) pro praetore (PRO Q P) identifiziert.

Revers:
Zu sehen ist der Kopf des Lucius Antonius nach rechts. Die Inschrift lautet L ANTONIVS COS.

Lucius Antonius war der jüngere Bruder des Marcus Antonius. Die Inschrift identifiziert ihn durch den Namen (L ANTONIVS) und stellt seine Amtszeit 41 v.Chr. als Konsul (COS) heraus.

Hintergrund:
Marcus Antonius verbrachte den Winter 42/41 v.Chr. in Athen. Von dort brach er nach Kleinasien auf, um seinen Machtbereich zu sichern und Kontributionen einzutreiben. Aus diesen Zahlungen, welche man sich als eine Mischung aus Gold- und Silbermünzen sowie Edelmetallgegenständen vorstellen kann, dürften diese Münzen geprägt worden sein. Antonius verbrachte einige Zeit in Ephesus und bereiste dann weite Teile Kleinasiens. Von Torsos aus bewegte er sich über Antiochia entlang der Mittelmeerküste bis nach Ägypten. Antonius wurde dabei nur von zwei Legionen des Gaius Octavius begleitet, hatte im Osten also relativ geringe Kosten, so dass das in Kleinasien eingetriebene Geld ohne nennenswerte Abzüge nach Italien fließen konnte.

Im Frühjahr des Jahres 41 v.Chr. verließ der Quästor Barbatius im Streit mit Marcus Antonius Kleinasien. Er wurde durch Marcus Cocceius Nerva ersetzt, welcher die Münzen mit M NERVA PRO Q P proquaestor(e) pro praetore signierte. Wahrscheinlich trägt diese Bezeichnung der Magistratur, für die es weder auf Inschriften noch auf Münzen einen Vergleichsfall gibt, dem Sonderfall Rechnung, dass Nerva den abtrünnigen Barbatius ersetzte. Die Münzen sind aufgrund des auf der Rückseite vermerkten Konsulats des Lucius Antonius L ANTONIVS COS sicher ins Jahr 41 v.Chr. datierbar. Ein zentrales Merkmal der nun von Nerva verantworteten Münzen ist, dass nun statt einem Bildnis des Octavius (wie auf der vorherigen Münzserie), das Bildnis des Lucius Antonius auf der Rückseite erscheint.

Dieser Bildwechsel bedarf einer Erklärung. Denn immerhin wurde das Bild des Triumvirn Octavian durch das des regierenden Konsuls ersetzt, der zudem der Bruder von Marc Anton war. Im Laufe der Zeit haben die Münzbilder einen revolutionären Wandel vollzogen. Die in der alten Republik undenkbare Abbildung von Portraits lebender Männer hatte sich im Laufe der Zeit durchgesetzt. Allerdings nur von Männern in entsprechender exponierter Stellung, welche unter anderem eine Sonderstellung für sich beanspruchten.

Einen gewöhnlichen Konsul wie Lucius Antonius im Münzbild zu zeigen ist selbst zu dieser Zeit ungewöhnlich. Nie zuvor und nie danach fand das Portrait eines amtierenden Konsuls seinen Weg auf römische Münzen. Die Tatsache, dass dieser Konsul immerhin der Bruder des mächtigen Triumvirn war, genügt als Erklärung keinesfalls, zumal sein Bild, das von dessen Triumviratskollegen Octavian ersetzte.

In Italien, wo dringend Geld benötigt wurde, konnte die Symbolik der Münzen ihre volle propagandistische Wirkung entfalten. Appian (BC V 14,54) berichtet hier: „Zweck ihres Vorgehens (Anm. des Lucius Antonius und der Fulvia) war es zu verhindern, dass deren Versorgung (Anm. die der Veteranen) gänzlich als das Werk Octavians erscheine und er allein den Dank dafür einheimse, Antonius dagegen die Zuneigung seiner Soldaten einbüße“. Für diesen Zweck, als Handgeld, waren die Münzen ideal. Dieses „Lucius Münzen“ konnten dazu dienen Veteranen die bereits Land besaßen zu entlohnen und das Los der Enteigneten zu mildern – um sie auf die Seite der Antonianer zu ziehen. Die Abbildung des brüderlichen Konsuls auf die gleiche Ebene des Triumvirs Marcus Antonius, sollte die mangelnde Autorität gegenüber den vorherigen Octavian Abbildungen kompensieren.

Es ist daher kein Zusammenhang zwischen diesem Münztyp und dem Perusinischen Krieg zu sehen, da die Prägung wohl bereits im Sommer 41 v.Chr. abgeschlossen war. Sie illustrieren aber vorzüglich den Ursprung des Konflikts, der dann zum Eklat führte. Lucius Antonius hatte dafür Sorge zu tragen, dass die Veteranen des Antonius nicht zur Klientel des Octavian übertraten. Für diesen Zweck ließ Marcus Antonius seinem Bruder eigens das geeignete Geld aus Kleinasien zukommen.

Die Münze vereint drei historische Persönlichkeiten. Zum Einem haben wir den Münzmeister selbst, Marcus Cocceius Nerva. Er war ein Politiker der ausgehenden Römischen Republik, stammte aus Umbrien, hatte das Konsulat des Jahres 36 v.Chr. inne und war der Urgroßvater des späteren Kaiser Nerva, der Erste der sogenannten Adoptivkaiser. Von ihm existieren zwei Münztypen, einmal ein Denar mit den Abbildungen des Marcus Antonius und Gaius Octavius – und der hier vorgestellte Denar mit den Abbildungen des Marcus Antonius und dessen Bruder Lucius Antonius.

Wie aus dieser Münze hervor geht, war er Proquaestor pro praetore des Marcus Antonius im Osten. Im Winter 41/40 v.Chr. kämpfte er im Perusinische Krieg (lateinisch bellum Perusinum, Krieg von Perusia) auf der Seite des Lucius Antonius und Fulvia, die Ehefrau des Marcus Antonius, gegen Gaius Octavius. Der für den Krieg ausschlaggebende Anlass war die Versorgung der Kriegsveteranen. Es handelte sich dabei um einen politischen Konflikt zwischen Octavian auf der einen sowie Lucius Antonius und Fulvia, als Stellvertreter Marcus Antonius, auf der anderen Seite. Der Sieg Octavians in diesem Konflikt war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur zu seiner späteren alleinigen Machtstellung.

Marcus Antonius konnte durch die Abbildung seines Bruders wenig propagandistischen Nutzen ziehen, auch wenn Lucius Antonius amtierender Konsul war. Stand er doch als Triumvir über diesem Magistrat. Für eine Verwendung in Kleinasien, zum Beispiel als Soldzahlungen, scheinen die Münzen nicht gemacht worden sein, sie hätten als politisches Medium ihr Potential verschenkt. Dafür waren viel zu wenige Soldaten des Marcus Antonius in Kleinasien stationiert zu diesem Zeitpunkt. In die Zeit und Propaganda des Perusinischen Krieges fallen die Münzen ebenso wenig. Die Münzen entstanden im fließenden Übergang zur Tätigkeit des Barbatius, also wahrscheinlich im Früjahr 41 v.Chr. – der Ausbruch der Feindseligkeiten erfolgte jedoch erst Ende dieses Jahres.

Octavian ließ gegenüber Lucius Antonius und dessen Streitkräften Gnade walten, er ernannte seinen hochrangigen Gegner sogar zum Statthalter einer der spanischen Provinzen. Auch Fulvia blieb unbehelligt und durfte mit ihren Kindern in den Osten zu ihrem Gatten Marcus Antonius reisen. Ebenso blieb Marcus Cocceius Nerva verschont – zu verdanken hatte er dies wohl seinem Bruder Lucius Cocceius Nerva, der ein sehr gutes Verhältnis zu Marcus Antonius und vor allem Gaius Octavius hatte.

Später kämpfte Marcus Cocceius Nerva an der Seite des Marcus Antonius in Asien und erhielt den Titel eines Imperators. Gegen 38/37 v.Chr. war er Statthalter der Provinz Asia, wo er von mehreren Städten als Imperator und designierter Konsul geehrt wurde. In Anerkennung seiner Verdienste durfte er 36 v.Chr. als ordentlicher Konsul amtieren. Sein Amtskollege war Lucius Gellius Publicola. Das letzte Mal wird er 17 v.Chr. in seiner Eigenschaft als Quindecimvir sacris faciundis (Fünfzehnmänner zur Durchführung von Opfern) bei einer Säkularfeier erwähnt. Danach verliert sich seine Spur. Er hatte einen gleichnamigen Sohn, welcher um 22 n.Chr. Suffektenkonsul war.

Lucius Antonius war der jüngere Bruder des berühmten Marcus Antonius. Er kommt in der allgemeinen Wahrnehmung, unberechtigter Weise, eher selten vor. Vor allem in historischen Sandalenfilmen, wird er oft nicht einmal erwähnt. Lucius Antonius war der jüngste Sohn des Marcus Antonius Creticus und der Iulia, einer Cousine Gaius Iulius Caesars, und ein Enkel des Redners Marcus Antonius Orator, der von Anhängern des Gaius Marius im Jahr 86 v.Chr. hingerichtet worden war. Lucius Antonius war in seiner Jugend für sein lotterhaftes Leben bekannt

Er unterstützte seinen Bruder Marcus Antonius im Bürgerkrieg auf der Seite Gaius Iulius Caesar. Im Jahr 44 v.Chr. dem Konsulat des Marcus Antonius, war er Volkstribun. Er brachte ein Gesetz ein, das Iulius Caesar das Recht übertrug, die Hälfte aller Magistrate selbst zu bestimmen. Nach der Ermordung Caesars wurde Lucius Antonius Vorsitzender einer aus sieben Männern bestehenden Kommission zur Neuverteilung des öffentlichen Landes an Veteranen und landlose Bürger. Ende des Jahres ging er zu seinem Bruder Marcus Antonius nach Oberitalien und unterstützte ihn als Legat im Mutinensischen Krieg 44/43 v.Chr. gegen den Senat und Gaius Octavius.

Lucius Antonius amtierte im Jahr 41 v.Chr. gemeinsam mit Publius Servilius Isauricus als Konsul. Für seine Siege gegen die Alpenvölker feierte er Anfang des Jahres einen Triumphzug in Rom. Im Jahr 41/40 v.Chr. kämpfte er dann, wie bereits oben erwähnt, im Perusinischer Krieg als Stellvertreter seines Bruders gegen Gaius Octavius. Perusia wurde über den Winter belagert und Lucius Antonius musste mit Fulvia wegen fehlender Lebensmittelversorgung aufgeben. Octavian zerstörte die Stadt, verschonte jedoch einige Anführer. Fulvia und Lucius Antonius, der als Zeichen der Treue zu seinem Bruder das Cognomen Pietas angenommen hatte, wurden lediglich verbannt. Lucius ging nach Spanien und durfte dort sogar eine Statthalterschaft übernehmen. Er erscheint danach aber nicht mehr in den Quellen.

Eine Autobiografie des Marcus Antonius würde hier den Platz sprengen. Daher begnüge ich mich mit einer relativ kurzen Zusammenfassung.

Marcus Antonius wurde als ältester Sohn des Marcus Antonius Creticus und der Julia in Rom geboren. Er war eng mit Gaius Iulius Caesar verbunden, welchen er in den Gallischen Kriegen unterstützte. Das Amt des Quästors hatte er in Gallien inne, mit Caesars Unterstützung wurde er 50 v.Chr. Augur und im nachfolgendem Jahr Volkstribun, um die Interessen Iulius Caesars zu vertreten. Im Bürgerkrieg gegen Gnaeus Pompeius Magnus kämpfte er auf der Seite Caesars und nahm auch in der entscheidenden Schlacht von Pharsalos eine entscheidende Rolle ein.

Nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 v.Chr. bemächtigte er sich des Staatsschatzes und dem testamentarischen Nachlass Caesars. Er bezog öffentlich Stellung gegen Caesarenmörder Brutus und Cassius und deren Mitverschwörer. Recht schnell geriet er jedoch in Konflikt mit dem Senat und Gaius Octavius. Marcus Antonius wurde in der Schlacht bei Mutina besiegt und musste sich 43 v.Chr. nach Gallien zurückziehen.

Durch die Vermittlung des Marcus Aemilius Lepidus kam es zur Versöhnung und Zweckgemeinschaft zwischen Marcus Antonius, Gaius Octavius und Aemilius Lepidus – dem zweiten Triumvirat. Politische Gegner wurden mit einer großen Proskriptionsliste ausgeschaltet. Die Caesarmörder Brutus und Cassius wurden in zwei Schlachten bei Philippi im Jahr 42 v.Chr. geschlagen und fanden den Tod.

Nach der Schlacht von Philippi blieb Marcus Antonius im östlichen Teil des römischen Reiches, wie mit Octavian vereinbart. Dort traf er 41 v.Chr. erstmals mit der ägyptischen Königin Kleopatra zusammen. Eigentlich war Kleopatra durch die Aufforderung des Antonius nach Tarsus in Kilikien gekommen. Sie sollte sich wegen ihrer Neutralität im vorangegangenen römischen Bürgerkrieg rechtfertigen. Der Rest der Geschichte ist bekannt – noch im selben Jahr ging Antonius als Geliebter mit ihr nach Ägypten und verbrachte dort den Winter.

Im Jahr 40 v.Chr. trafen sich Marcus Antonius und Gaius Octavius in Brundisium, um die erneut aufgebrochenen Spannungen beizulegen. Man einigte sich auf eine Neuaufteilung des römischen Reiches. Antonius erhielt den ganzen Osten des Reiches, von der Adria bis zum Euphrat. Octavian erhielt den Westen. Zur Besiegelung des Vertrages heiratete Antonius die Schwester des Octavian – Octavia.

Im Jahr 36 v.Chr. endete für Marcus Antonius der Feldzug gegen die Parther nicht erfolgreich und führte zu enormen finanziellen Verlusten. Mitschuld wurde auch Antonius Verhältnis zu Kleopatra gegeben. Mit der ägyptischen Königin war Antonius seit 37 v.Chr. verheiratet, was Octavia ebenso wie ihren Bruder Octavian brüskierte. Die Spannungen nahmen zu und die Beziehung zwischen beiden verschlechterte sich zunehmend.

Als Marcus Antoinius 33 v.Chr. seine Ehefrau Octavia verstieß, kam es zum endgültigen Bruch. Ein Jahr später ließ sich Antonius von Octavia scheiden. Im selben Jahr brachte Octavian das Testament des Antonius, dem zufolge der Söhne die Kleopatra mit römischen Provinzen versorgt werden sollten, der Öffentlichkeit zu Kenntnis. Der römische Senat reagierte mit einer offiziellen Kriegserklärung an Kleopatra. Im Jahr 31 v.Chr. unterlagen die vereinigten Seestreitkräfte von Antonius und Kleopatra der octavianischen Flotte in der Seeschlacht bei Actium. Marcus Antonius floh nach Alexandria, wurde von den römischen Truppen Octavians verfolgt und in Alexandria belagert. Als die Stadt der Belagerung nicht mehr standhalten konnte, beging er schließlich am 1. August 30 v.Chr. Selbstmord.

Unklar sind die Beweggründe seines Selbstmordes und der genaue Ablauf. Diese Umstände sind ideal für ein großes Epos und viele künstlerische Freiheiten bei literarischen und filmischen Umsetzungen zu Antonius und Kleopatra. Marcus Antonius soll aufgrund der falschen Nachricht, Kleopatra habe Selbstmord begangen, sich in sein Schwert gestürzt haben – starb aber nicht sofort. Als er erfuhr, dass sie noch lebe und in ihrem Mausoleum warte, ließ er sich zu ihr bringen, wurde, da das Grabgebäude versperrt war, mit Seilen durch ein Fenster hineingehievt und starb in den Armen seiner Geliebten. Umstritten ist in der Forschung, ob Kleopatra ihren Geliebten absichtlich in den Tod trieb, um mit Octavian doch noch zu einem Einvernehmen zu kommen.

Sicher ist, Kleopatra starb nicht romantisch verklärt in den Armen des Marcus Antonius. Am Ende unternahm sie noch alle Versuche, sich mit dem neuen Herrscher Octavian zu arrangieren. Der letzte Verhandlungstrumpf Kleopatras waren ihre deshalb schon früher ins Mausoleum geschafften Schätze. Mit diesen drohte sie sich bei einer versuchten Festnahme zu verbrennen. Octavian wollte aber mit diesem Geld seine Soldaten bezahlen und angeblich die Königin im Triumph in Rom vorführen. Dies konnte jedoch verhindert und die Königin gefangen genommen werden.

So kam es zu einer zwölftägigen Haft unter römischer Aufsicht. Kleopatra durfte ein prächtiges Begräbnis für Antonius ausrichten und wurde anschließend im Palast recht schonend bewacht. Dennoch war sie eine gebrochene Frau. Nach einem Gespräch mit Octavian wusste Kleopatra wohl, dass, auch wenn sie sich zur Teilnahme am Triumphzug erniedrigen würde, keine Chance für eine Regierung ihrer Kinder bestand. Kleopatra starb wohl am 10. August 30 v. Chr. (nach dem damaligen römischen Kalender, also vermutlich am 12. August unseres heutigen Kalenders) unter ungeklärten Umständen.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 19.11.21 19:51

So und dann noch eine letzte Münze heute zur Vorstellung - ein wahrer Schatz und Schmuckstück meiner Sammlung - vor allem bei dem Denartyp in der Erhaltung. Dieser Denar und der Denar des Lentulus Spinther (kommt morgen) sind bisher meine zwei größten "Schätzchen" in der Sammlung. Die Sinter Münze wird dann morgen erfasst.

Jetzt erst einmal zu einem Denar aus 43/42 v.Chr. des Legaten Pedanius Costa für Marcus Iunius Brutus - hier im Original:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... sta-m0012/

Und gleich auch hier zum nachlesen.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 19.11.21 19:53

denar_publius_pedanius_costa_m0012.jpg


Münze:
Pedanius Costa 43/42 v.Chr. für Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18,2mm
Gewicht: 3,88g
Münzstätte: Asia Minor oder Nordgriechenland, Feldmünzstätte
Erhaltung: EF
Rare: RR
Provenienz: Tauler & Fau, Spanien, 02.11.2021 (Ex Poinssot Sammlung 1879-1967)
Referenz: Crawford 506/2

Avers:
Zu sehen ist der Kopf des Apollo mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet COSTA LEG.

Apollo, griechisch Appolon oder auch Apoll wurde lange Zeit von den Griechen verehrt und hielt auch sehr früh Einzug in die römische Götterwelt. Wenn die Römer expandierten und ein anderes Land übernahmen, nahmen sie normalerweise ihre Götter und verbanden sie mit bereits existierenden. Apollo hingegen blieb Apollo unter den Römern, vielleicht weil er unvergleichlich war. Als Sonnengott nannten ihn die Römer auch Phoebus.

Er war in der griechischen und römischen Mythologie der Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung sowie der Weissagung und der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs. Er galt als Sohn von Zeus und der Göttin Leto sowie Bruder von Diana, der griechischen Artemis.

Die Geschichte vom römischen Gott Apollo ist eng mit Delos und Delphoi verknüpft denn schon als Kind tötete er den Wächter des Orakels vom Delphoi, den Pythondrachen, und erklärte sich selbst zum Herrscher dessen. In Rom verehrte man den Gott Apollo in einem Tempel auf dem Palatin. Er galt nicht zuletzt als begabter Bogenschütze und in dieser Form (Illias) auch als Rächer. Brachte man Apollo als Opfergabe Pfeile, erhoffte man sich die Unterstützung des römischen Gottes bei Racheplänen.

Sehr interessant ist, wie die gepunktete Umrandung auf der Vorderseite der Münze gestaltet wurde. Die sonst runde Punktierung wurde in tropfenförmige Strahlen nach außen hin geändert – wodurch eine Verbindung mit der Sonne betont wird. Wie bei den anderen Münzen der späten römischen Republik könnte hier eine Verbindung des Sonnengottes zu Erfolgen im Osten des Reiches bestehen. Siehe auch zum Vergleich die Silberdenare mit Sol als Bildnis.

Der Hinweis auf Pedanius Costa erfolgt über die Legende LEG COSTA. Pedanius Costa kämpfte als Legat unter Brutus und Cassius in Kleinasien und Griechenland.

Revers:
Zu sehen ist ein Tropaeum mit einem achtförmigen Schild links und zwei Speeren rechts. Die Inschrift lautet BRVTVS IMP.

Hintergrund:
Am 15. März, an den sogenannten Iden den März, fand das Leben des Gaius Iulius Caesar durch unzählige Dolchstiche der Verschwörer, angeführt u.a. von Marcus Iunius Brutus Brutus und Gaius Cassius Longinus, in der Halle des Senates ein jähes Ende. Der ursprüngliche Plan der beiden schien darin bestanden zu haben, erst einmal für Ruhe und Ordnung in Rom zu sorgen und dann auf eine allgemeine Versöhnung hinzuarbeiten. Während die Caesarianer Truppen in der Nähe der Hauptstadt zur Verfügung hatten, sollten die sogenannten Liberatores bald die Kontrolle über riesige Provinzbesitzungen im Osten übernehmen, die ihnen innerhalb eines Jahres große Armeen und Ressourcen liefern würden. Angesichts der anfänglich problematischen militärischen Lage beschlossen die Verschwörer dann, Caesars Dekrete zu ratifizieren, um an ihren Magistraten und provinziellen Aufgaben festhalten zu können.

Brutus schrieb auch eine Reihe von Reden, die an die Öffentlichkeit verbreitet wurden, um seine Handlungen zu verteidigen, und betonte, wie Caesar in Rom eingedrungen, prominente Bürger getötet und die Souveränität des Volkes unterdrückt hatte. Der Senat ordnete Brutus Anfang August 44 v.Chr. Kreta und Cassius Cyrene zu, beides kleine und unbedeutende Provinzen mit wenigen Truppen. Ende des Monats verließ Brutus Italien in Richtung Osten. Er wurde in Griechenland von den jüngeren Römern gefeiert und rekrutierte viele Unterstützer aus der jungen römischen Aristokratie.

Im Hintergrund bereitete Brutus die Übergabe der Provinz Makedonien zu seinen Gunsten vor. Marcus Antonius wollte jedoch die Provinz seinem Bruder Gaius zuweisen. Brutus marschierte daraufhin mit einem Heer Richtung Makedonien, unterstützt mit den Geldern, welche zwei Quästoren zum Ende des Jahres für ihn eingetrieben hatten. Im Januar 43 v.Chr. marschierte Brutus so in Makedonien ein und nahm mit seiner Armee Antonius Bruder Gaius gefangen. Zur etwa gleichen Zeit wendete sich das politische Blatt in Rom gegen Marcus Antonius. Der Senat verbündete sich mit Gaius Octavius, es kam zur Schlacht von Mutina zwischen Antonius auf der einen, dem Senat mit Aulus Hirtus, Gaius Vibius Pansa und Octavian auf der anderen Seite.

Während dieser Zeit stärkte Brutus weiter seine Position in Griechenland. Ciceros Politik den Senat mit Octavian gegen Antonius und Lepidus zu vereinen, scheiterte. Er forderte daher Brutus auf mit seinen Legionen nach Italien zu marschieren und damit die Republik vor dem Untergang zu retten. Gaius Octavius marschierte jedoch nach Rom und erzwang seine Wahl zum Konsul. Er verabschiedete mit seinem Amtskollegen Quintus Pedius die lex Pedia, welche Rückwirkend die Ermordung des Diktators Caesar für illegal erklärte und die Attentäter damit zu Verbrechern machte. Ebenso wurden die Senatsbeschlüsse gegen Antonius und Lepidus aufgehoben, was eine Annäherung von Octavian, Antonius und Lepdidus ebnete. Bis zum November 43 v.Chr. hatten die Caesarianer ihre Differenzen beigelegt und das zweite Triumvirat gebildet.

Als die schlechten Nachrichten Brutus erreichten, marschierte er über den Hellespont wieder nach Makedonien, um dort eine Rebellion gegen die Liberatores zu unterdrücken. Er eroberte und plünderte eine Reihe von Städten in Thrakien, darunter auch die reiche Stadt Xhanthus in Lykien und die Insel Rhodos. Nachdem sich im Januar 42 v.Chr. Brutus in Smyrna getroffen und vereinigt hatten, unternahmen beide kleinere Feldzüge gegen Städte in Südasien, welche ihren Feinden geholfen hatten. Am Ende waren sowohl Brutus als auch Cassius ungeheuer reich. Sie sammelten sich in Sardes und marschierten 42 v.Chr. in Thrakien ein.

Octavian und Antonius verfügten etwa über 95 000 Legionäre mit 13 000 Reitern, während Brutus und Cassius etwa 85 000 Legionäre und 20 000 Kavallerie hatten. Die Liberatores, reich an Bargeld, hatten auch einen erheblichen finanziellen Vorteil, indem sie ihre Soldaten im Vorfeld der Schlacht mit 1.500 Denaren pro Mann und weitaus mehr für Offiziere bezahlten. Die darauffolgende Schlacht bei Philippi dauerte zwei Tage. Am ersten Tag der Schlacht konnte Brutus die Oberhand gegen Octavians Truppen gewinnen und stürmte sogar dessen Lager. Cassius kam gegen Antonius in Bedrängnis und bekam die falsche Nachricht übermittelt, Brutus sei gefallen, worauf Cassius Selbstmord beging. Nach der ersten Schlacht übernahm Brutus das Kommando über Cassius Armee mit dem Versprechen einer beträchtlichen Geldprämie. Möglicherweise versprach er seinen Soldaten auch, dass er ihnen erlauben würde, Thessaloniki und Sparta nach dem Sieg zu plündern, da die Städte die Triumvirn im Konflikt unterstützt hatten.

Die Schlacht am zweiten Tag war ein „Kopf an Kopf“ Rennen mit wechselnden Vorteilen auf beiden Seiten. Am Ende stand aber die Niederlage des Brutus fest. Er flüchtete mit etwa vier Legionen in die nahegelegenen Hügel und beging Selbstmord, nachdem er die Ausweglosigkeit seiner Situation erkannt hatte. Er ließ sich in sein Schwert fallen und sprach laut Plutarch seine letzten Worte: „Wir müssen auf jeden Fall fliegen, aber mit unseren Händen, nicht mit unseren Füßen“.

Die hier vorgestellte Münze betont und feiert die Siege des Marcus Iunius Brutus in Thrakien. Auf der Vorderseite sehen wir Apollon als Rächer mit einem Lorbeerkranz dargestellt. Die sonst punktförmige Umrandung ist in der Darstellung zu tropfenförmigen Strahlen nach außen verändert worden, um einen Bezug auf den Sonnengott herzustellen – und damit auf Erfolge im Osten zu verweisen. Die Rückseite des Denars stellt ein Tropaeum (Siegeszeichen, oder auch Siegesdenkmal) mit einem Schild und zwei Speeren dar – und deutet damit auf militärische Erfolge durch den Imperator Brutus (BRVTVS IMP).

Es war sehr kostspielig eine große Armee aufzustellen und vor allem auch zu unterhalten. Während das neu gegründete Triumvirat unter Octavian, Antonius und Lepidus dieses Problem löste, indem es mit der großen Proskriptionsliste (Proscriptio) etwa 300 Senatoren und 2000 Ritter ermordete und deren Hab und Gut beschlagnahmte, plünderten Brutus und Cassius im Osten des Reiches Städte und Regionen, welche den Caesarianer loyal galten.

Auf dem Weg nach Lykien hatte Brutus eine glückliche Begegnung mit Polemokratia, der Witwe des thrakischen Prinzen Sadala. Polemokratia bat Brutus um die Sicherheit ihres Kindes, da der Prinz von Gegnern ermordet worden war. Brutus ließ den Jungen von den Einwohnern von Kyzikos aufziehen, bis die Zeit für den Jungen gekommen wäre, das Königreich zu regieren. Dafür erhielt Brutus den großen Schatz ihres verstorbenen Mannes mit einer immensen Menge an Silber und Gold. Daraus ließ Brutus für seine Soldaten Münzen prägen, wie auch wahrscheinlich diese vorgestellte Münze.

Über Pedanius Costa selbst wissen wir nicht viel, außer das er als Legat unter dem Kommando des Marcus Iunius Brutus diente. Eventuell war er der Sohn des Publius Pedanius Costa, welcher im 1. Jahrhundert v.Chr. Mitglied im Kriegsrat des Pompeius Strabo war. Dies gilt jedoch nicht als gesichert.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Perinawa » Fr 19.11.21 20:44

Tolles Stück, und natürlich auch die Info dazu.

Übrigens ist der neue Hintergrund für die Fotoknipserei um Welten besser als der alte.

Grüsse
Rainer
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von shanxi » Fr 19.11.21 21:20

Perinawa hat geschrieben:
Fr 19.11.21 20:44
Übrigens ist der neue Hintergrund für die Fotoknipserei um Welten besser als der alte.
Ich glaube eher er hat Freistellen gelernt. 8)

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Priscus » Fr 19.11.21 21:27

Zwei tolle Stücke !
Den Antonius hatte ich auch auf der Liste ...

Gratulation Priscus

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