Sammlung Timestheus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mi 01.12.21 18:16

m0026_silber_denar_lucius_marcius_philippus.jpg



Münze:
Lucius Marcius Philippus 113 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,73g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: VF
Rare: –
Provenienz: Ibercoin, Madrid, 11.11.2021
Referenz: Crawford RRC 293/1

Avers:
Zu sehen ist der stilisierte Kopf des Philippus V von Makedonien mit gehörntem Helm nach links. Darüber ein ROMA Monogramm.

Laut übereinstimmender Meinung der bekannten Experten, soll es sich nicht um ein realistisches Porträt des Philippus V König von Makedonien handeln, sondern eher um eine Verallgemeinerung „der Sache Makedonien“ – stellvertretend für dessen Herrscher, dem Volk und den jahrzehntelangen Konflikten, welche Rom und Makedonien gegeneinander austrugen. Auch eine Anspielung auf die Ahnen des Lucius Marcius Philippus – welche eine lange Zeit die politische Bühne zwischen den zwei Mächten mitbestimmten.

Es sind keine Porträts von Philippus V auf Münzen bekannt, welche dem auf diesem römischen Denar dargestellten Kopf ähneln. Es dürfte sich daher durch die Symbole wie das Diadem und der Krone mit den Ziegenhörnern nur um eine symbolische Anspielung auf den Makedonischen König und der Makedonischen Sache handeln. Zudem scheint es unwahrscheinlich, dass ein Münzmeister der römischen Republik den Kopf eines fremden Herrschers abbilden lässt, mit dem man die meiste Zeit nur Ärger hatte.

Revers:
Zu sehen ist eine Reiterstatue nach rechts. Der Reiter trägt einen Lorbeerkranz, unter dem Pferd befindet sich eine Statuenstütze. Die Inschrift lautet L PHILIPPVS.

Es ist nicht gesichert, ob die abgebildete Reiterstatue nur symbolisch für die politischen und militärischen Erfolge der Gens Marcia Philippi in der makedonischen Sache stehen sollen – oder ob die Reiterstatue auch einen der Ahnen abbilden soll. Möglicherweise Quintus Marcius Philippus, dessen gleichnamigen Enkel, oder gar dessen Vater Lucius Marcius Philippus, welcher die Freundschaft mit dem makedonischen König Philippus V begründete.

Die Inschrift L PHILIPPVS identifiziert den Münzmeister Lucius Marcius Philippus.

Hintergrund:
Lucius Marcius Philippus war 113 v.Chr. Münzmeister, etwa gegen 104 v.Chr. Volkstribun und spätestens im Jahr 96 v.Chr. Prätor, da er sich für das Konsulat im Jahr 93 v.Chr. beworben hatte. Er wurde dabei aber von Marcus Herennius geschlagen und erst zwei Jahre später im Jahr 91 v.Chr. zum Konsul gewählt. Philippus wandte sich gegen die Reformvorschläge des Volkstribuns Marcus Livius Drusus und erklärte als Augur dessen Gesetzesinitiativen für ungültig. Während der popularen Herrschaft Cinnas wurde Philippus 86 v.Chr. Zensor und schloss seinen Onkel Appius Claudius Pulcher aus dem Senat aus.

Ansonsten hielt er sich mit politischen Aktivitäten aber zurück und trat 82 v.Chr. zu Sulla über, für den er als Legat die Provinz Sardinien gewann, wobei er den popularen Prätor Quintus Antonius Balbus tötete. Er war einer der führenden Senatoren in der Zeit nach Sullas Rücktritt und Tod bis etwa 76 v.Chr. Sein gleichnamiger Sohn war 56 v.Chr. Konsul.

Die Münze bezieht sich auf die politischen und militärischen Erfolge seiner Urahnen der Gens Marcia Philippi – auf den Konsul 281 v.Chr. Quintus Marcius Philippus, dem gleichnamigen Enkel, dem Konsul des Jahres 186 v.Chr. und dessen Vater Lucius Marcius Philippus. Letztgenannter hatte laut Livius ein Verhältnis der Gastfreundschaft mit dem makedonischen König begründet.

Die plebejischen Marcier (lateinisch Marcii bzw. Gens Marcia) waren ein angesehenes, weit verzweigtes altrömisches Geschlecht. Ein bedeutender Zweig der Familie waren die Philippi. Der Name ist durch Anhängen des Suffixes -ius vom praenomen Marcus abgeleitet. Laut Plutarch in seiner Biografie des legendären Gnaeus Marcius Coriolanus existierte auch ein patrizischer Zweig der Gens Marcia. In den fasti consulares sind jedoch keine Marcii als eindeutig patrizische Konsuln angeführt. Der erste historisch verbürgte Marcius ist ein Volkstribun (tribunus plebis) im Jahr 389 v.Chr. Von einer Andeutung Ciceros ausgehend, glaubte bereits Theodor Mommsen, dass die Marcier Coriolanus erfunden haben – zur Verherrlichung ihres Geschlechts, der plebejischen Nobilität und der Plebejer als Ganzes. Einzig der laut Livius im Jahr 210 v. Chr. verstorbene rex sacrorum Marcus Marcius kann als Indiz für das Patriziertum eines Zweigs der Familie angeführt werden, da laut Cicero dieses Amt in der republikanischen Zeit exklusiv dem patrizischen Adel vorbehalten war. Jedoch ist auch hier eine plebejische Abstammung wahrscheinlicher, da die Ernennung von Marcus Marcius allem Anschein nach in die Amtszeit des ersten nachweislich plebejischen Pontifex Maximus Lucius Caecilius Metellus fiel und somit in eine konfliktreiche historische Ausnahmszeit.

Der Erste der Marcii, mit dem Cognomen Philippus, war wohl Quintus Marcius Philippus. Er gelangte 281 v.Chr. zusammen mit Lucius Aemilius Barbula zum Konsulat, konnte einen Triumph über die Etrusker feiern und verwendete erstmals Proletarier als Soldaten. Im Jahr 269 v.Chr. wurde er mit seinem Konsulatskollegen Lucius Aemilius Barbula Zensor. Schließlich fungierte er 263 v.Chr. als Magister equitum des Diktators Gnaeus Fulvius Maximus Centumalus, dessen Aufgabe in einer hundertjährigen Nageleinschlagung bestand. Anstelle des Beinamens Tremulus seines Vaters nahm er das Cognomen Philippus an, das auf seine Nachkommen vererbt wurde.

Ein Enkel des oben genannten Konsuls, war der gleichnamige Quintus Marcius Philippus, welcher zwei Jahre nach seiner Prätur gemeinsam mit Spurius Postumius Albinus im Jahr 186 v.Chr. das Amt des Konsulates bekleidete.

Auf Wunsch des Senates unternahm Marcius Anfang 183 v.Chr. eine Gesandtschaftsreise zu König Philipp V von Makedonien und in den Peloponnes. Nach Livius hatte schon Marcius Vater ein Verhältnis der Gastfreundschaft mit dem makedonischen König begründet. Dies war wohl der Grund für die Entsendung des Marcius zu Philipp V. Letzterer musste auf Anordnung des römischen Gesandten früheren und neuen Forderungen der Weltmacht nachkommen und seine Soldaten aus den Küstenstädten Thrakiens abziehen, um keinen weiteren Krieg zu riskieren. Auf dem Peloponnes angekommen, konnte Marcius nicht erreichen, dass die Achaier Abstand von ihrem geplanten Krieg gegen Messene nahmen und stattdessen den Senat den Disput entscheiden ließen. Er berichtete nach der Rückkehr nach Rom Anfang 182 v.Chr. über seine Einschätzung der Lage in den von ihm bereisten Ländern Makedonien und Griechenland. Nach seiner Diagnose richteten sich die Antworten des Senats an die Gesandten der Achaier, Spartaner und des makedonischen Königs, dessen Pläne die Römer sehr beunruhigten. Offenbar hatte er aber diesen Absichten Philipps V. durch geheime Aktivitäten schon wirksam vorgebeugt.

Marcius ging zwei Jahre später an der Spitze einer Gesandtschaft – deren andere Mitglieder Aulus Atilius Serranus und drei jüngere Römer, nämlich Publius und Servius Cornelius Lentulus sowie Lucius Decimius waren – wieder nach Griechenland. Damals hatte sich Rom zum Kampf, gegen den seit 179 v.Chr. regierenden Makedonenkönig Perseus entschieden, ohne jedoch schon genügend aufgerüstet zu haben. Der Historiker Friedrich Münzer datiert diese diplomatische Reise des Marcius nach Kombination der Angaben von Polybios und Livius genauer in das letzte Viertel des Jahres 172 v.Chr. Mit tausend Soldaten reisten die fünf römischen Gesandten zunächst gemeinsam nach Kerkyra. Dort trennten sich ihre Wege. Decimius wurde zu König Genthios nach Illyrien geschickt, die beiden Lentuli über Kephallonia in den Süden Griechenlands, während dessen nördlicher und mittlerer Teil von Atilius und Marcius besucht wurde, die danach am Peloponnes wieder die beiden Lentuli treffen sollten.

Perseus protestierte gegen das Erscheinen der Gesandten mit Militärbegleitung in Griechenland. Sorgfältig vorbereitet wurde sodann ein dem Makedonenkönig gewährtes persönliches Gespräch mit den Römern, das am unteren Peneios stattfand. Der Verlauf dieser Begegnung ist recht genau bekannt, da beide Seiten später darüber berichteten: Marcius an den Senat und Perseus in Briefen an die Rhodier. Der Gesandtschaftsführer trug gegenüber dem Makedonenkönig die römischen Vorwürfe und Gründe für eine militärische Konfrontation vor (über die er damals auch Delphi und andere griechische Mächte informierte), dann verteidigte Perseus seinen Standpunkt und es wurde vereinbart, dass er wieder makedonische Diplomaten zu Gesprächen nach Rom senden und inzwischen keine feindlichen Schritte unternehmen sollte. Als kluger und bedenkenloser Verhandler hatte Marcius seinen Landsleuten mit seinen falschen Vorspiegelungen einer Friedenschance für Perseus einen entscheidenden Zeitgewinn für die nötigen Rüstungen verschafft. Er rühmte sich seiner List, musste aber von einem Teil der Senatoren auch Kritik dafür einstecken. Nach seiner Weiterreise mit Atilius von Thessalien nach Böotien wirkte er dort ebenso intrigant und konnte die verschiedenen Positionen der einzelnen Parteien derartig geschickt ausnützen, dass der Städtebund der Böoter praktisch zerfiel. Mit seinem Kollegen machte er sich dann auf den Weg nach Argos, wo er die Achäer dazu bewegen konnte, bis zum Eintreffen von römischen Streitkräften eine Garnison von 1000 Mann in Chalkis zu stationieren. Danach kehrten Atilius und Marcius nach Italien zurück.

Obwohl manche Senatoren Marcius Handlungsweise missbilligten, hieß sie der Großteil von ihnen gut und sandte den geschickten Diplomaten sehr bald nach seiner Rückkehr, etwa Anfang 171 v.Chr., mit einer kleinen Kriegsflotte wieder nach Griechenland, wobei er weitgehend nach eigenem Ermessen handeln durfte. Er eroberte Alope, wollte danach Larissa Kremaste besetzen und landete schließlich in Chalkis, wo sich auch andere verbündete Flotten sammelten. Anscheinend nahm er dann aber die nächsten zwei Jahre am Krieg gegen Perseus nicht oder nur in geringem Maß teil, bis er 169 v.Chr. wegen politischer Veränderungen in Rom sein zweites Konsulat antreten konnte.

Möglichst früh zu Beginn des Jahres 169 v.Chr. reiste Marcius mit Verstärkungstruppen von Rom nach Brundisium, von wo er mit seinem Vetter Marcius Figulus in drei Tagen nach Actium in Akarnanien segelte. Von Ambrakia gelangte der Konsul in einem Landmarsch nach Thessalien, wo er in Palaipharsalos den Konsul des Vorjahrs, Aulus Hostilius Mancinus traf, um den Befehl über dessen Truppen und jene der römischen Verbündeten zu übernehmen. An seine Armee gewandt warf er Perseus angebliche Untaten vor, zählte die Kriegsgründe auf und wies darauf hin, dass Roms Macht bedeutend größer als jenes Makedoniens wäre. In einem Kriegsrat wurde beschlossen, nicht länger in Thessalien zu bleiben, sondern mit den Landstreitkräften nach Makedonien vorzurücken, das der ebenfalls bei der Beratung anwesende Flottenkommandant Marcius Figulus gleichzeitig zur See angreifen sollte. Schon zehn Tage nach der Übernahme der Truppen seines Vorgängers setzte sich der Konsul Marcius in Richtung Perrhaebien in Bewegung und errichtete zwischen Azoros und Doliche am oberen Europos ein Lager.

Damals kam der spätere Geschichtsschreiber Polybios in seiner Funktion als Leiter einer Delegation des Achaischen Bundes ins römische Lager, um Marcius die Bereitschaft des Bundes zu militärischer Unterstützung mitzuteilen. Doch begann der Konsul zuerst den Angriff auf Makedonien, ehe ihm Polybios das Angebot des Bundes unterbreiten durfte. Zwar sagte Marcius, diese Militärhilfe nicht mehr zu benötigen, doch nahm Polybios – nach Abzug der Mitgesandten – an seiner Seite an der römischen Attacke auf Perseus teil. Sein glaubwürdiger Augenzeugenbericht wurde insbesondere von Livius und Appian verwendet und ermöglichte eine genaue Rekonstruktion des Kriegsverlaufs einschließlich der Klärung geographischer Fragen. So konnte der griechische Historiker aus eigener Kenntnis berichten, dass Marcius mit unermüdlicher Energie die gleichen Anstrengungen wie seine Soldaten in Kauf nahm, obwohl er schon gut 60 Jahre zählte und ziemlich schwergewichtig war. Außerdem gab der Konsul laut Polybios zu, dass nur wenige Angreifer ausgereicht hätten, um seine Armee beim beschwerlichen Abstieg vom Olymp vollständig zu besiegen.

Zwar kann die strategische Leistung des Konsuls nicht als überragend beurteilt werden, aber immerhin konnte er den Krieg nach Makedonien selbst hineintragen. Dennoch konnte Marcius das erfolgreiche Eindringen in Südmakedonien kaum weiter ausnützen. Er nahm Dion kampflos ein, rückte dann ein Stück in Pieria vor und suchte bei den Makedonen durch deren schonende Behandlung einen günstigen Eindruck zu erwecken. Aufgrund von ernsten Versorgungsschwierigkeiten kehrte er aber bald wieder um, räumte auch Dion und bezog wieder an der Mündung des Peneios Stellung. Dort konnte er den Nachschub von Thessalien aus und auch am Seeweg sicherstellen. Er arbeitete mehr mit Diplomatie als mit militärischen Aktionen, um die angespannte Situation zu bewältigen.

Sehr tückisch scheint sich Marcius gegenüber manchen griechischen Staaten verhalten zu haben. Einer Delegation aus Rhodos, die von Agepolis geleitet wurde, riet der Konsul, als neutraler Staat sowohl Rom als auch dessen Kriegsgegner Perseus eine Vermittlerrolle anzubieten. Die Befolgung dieses Vorschlags musste von Rom misstrauisch beäugt werden, so dass der Ratschlag des Marcius nur als Arglist betrachtet werden kann. Außerdem gab er Polybios bei dessen Abreise den Auftrag, dass die Achaier dem Appius Claudius Centho, der damals in Epirus operierte, nicht die verlangten 5000 Soldaten zuführen sollten. Etwas später, im Winter 169/168 v.Chr. schickte er Briefe an die Achaier, um ihnen darin mitzuteilen, dass sie die in seine eigene Kompetenz fallende Schlichtung des Konfliktes zwischen Antiochos IV. und den Ptolemäern übernehmen sollten. Die Ausführung beider Aufforderungen hätte nur eine Entfremdung der Achaier von Rom bewirkt. Im Widerspruch zu seiner Hauptquelle berichtet Livius nach dem Bericht des römischen Annalisten Valerius Antias, dass Marcius auch ein schlechtes Verhältnis zu seinem Verbündeten Eumenes II. von Pergamon gehabt habe. Dennoch stellten die Achaier zu Olympia eine Statue von Marcius auf, um seine Verdienste zu würdigen. Ein goldener Lorbeerkranz war andererseits ein Weihgeschenk des Konsuls für Delos.

(Quelle: Wikipedia)



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So die letzte Münze die ich bekommen habe heute und welche ich Euch vorstellen wollte. Das Original findet sich wie immer hier: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... pus-m0026/
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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Do 02.12.21 14:10

m0027_silber_denar_lucius_papius_lanuvium.jpg


Münze:
Lucius Papius 79 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 3,73g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF
Rare: –
Provenienz: Sollen y Llach, Barcelona, 01.12.2021
Referenz: Crawford RRC 384/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Juno Sospita nach rechts, dahinter ist eine Amphore abgebildet.

Juno Sospita ist die Königin der Götter und Frau des Jupiter. Sie steht für die Führsorge, wacht über Heirat und Geburt, hat aber auch mehrere andere Rollen und unterschiedliche Nachnamen für jeden. Sie wird sowohl durch die Ziegenhaut, die sie über dem Kopf trägt, als auch durch den Speer und den Schild, den sie hält, als Kriegerin dargestellt. Zu ihren Füßen liegt auch eine Schlange, deren Bedeutung von Experten noch diskutiert wird. Einige sagen, dass es daran liegt, dass in ihrem Tempel eine Schlange gehalten und genährt wurde, andere sagen, dass es in der Nähe ihres Tempels eine Grotte gab, in der eine Schlange verehrt wurde, und wieder andere meinen, dass Schlangen selbst für die alten Menschen Sicherheit und Gesundheit darstellten. Die letzte Theorie wäre am sinnvollsten, wenn man bedenkt, dass Sicherheit und Gesundheit Bereiche sind, über die Juno angeblich die Kontrolle hatte.

Der Hauptkultort der Juno Sospita war die Stadt Lanuvium, gut 30 Kilometer südöstlich von Rom gelegen. Von dort stammten viele Münzmeister, deshalb ist Juno Sospita oft auf spätrepublikanischen Denaren dargestellt. In meiner Sammlung befindet sich der Denar des Münzmeisters Lucius Thorius Balbus von 105 v.Chr (RRC 316/1), dessen Ahnen ebenso aus Lanuvium stammen, wie die Familie des Lucius Papius. Eine Verbindung zwischen der abgebildeten Juno Sospita und den Münzmeistern aus Lanuvium scheint schlüssig.

Laut Livius war Lanuvium berühmt für seinen reichen und stark frequentierten Tempel der Juno Sospita. Der Kult der Juno Sospita geht auf den archaischen Kult einer Ziegengöttin zurück. Lanuvium war ein Mitglied der Latinischen Liga und blieb bis zur Eroberung durch Rom 338 v.Chr. unabhängig. Anfangs erhielt Lanuvium nicht das römische Bürgerrecht, später dann doch. Als die Römer die Kontrolle über das Gebiet übernahmen, beteiligten sie sich auch an der Organisation des Kultes der Juno Sospita. Der Senat von Rom verfügte, dass „der Tempel und der Hain von Juno Sospita von den Bürgern von Lanuvium gemeinsam gehalten werden sollten“. Später gab es dann in Rom selbst einen, vielleicht sogar zwei Tempel der Göttin Juno Sospita.

Die Weinamphore könnte ein Hinweis auf das Collegium der Weinhändler sein. Dieser Denartyp verfügt über 232 bisher identifizierte Symbole, wie hier zum Beispiel die abgebildete Amphore. Sydenham (Numismatic Chronicles, 1931) betrachtet sie als Verweise auf die Handwerker Gilden und Kaufleute (collegia opificum). Crawford jedoch tendiert eher zur beiläufigen Darstellung irgendwelcher Gebrauchsgegenstände. Eine Übersicht der bisher bekannten Symbole finden Sie hier: https://www.bonannocoins.com/l_papius/l_papius_db.php

Revers:
Zu sehen ist ein nach rechts springender Greif. Darunter ist eine Amphore abgebildet. Die Inschrift lautet L PAPI.

Auf dem Denar des Münzmeisters Lucius Thorius Balbus von 105 v.Chr. (RRC 316/1) findet sich auf der Vorderseite ebenso Juno Sospita und ein springender Bulle nach rechts. Es ist nicht sicher, ob der springende Bulle einen Bezug zum Kult der Juno Sospita hat oder ob es sich hier um eine Anspielung auf den Familiennamen des Münzmeisters handelt.

Der hier abgebildete Greif auf dem Denar des Lucius Papius, so Experten, könnte entweder im direkten Zusammenhang mit dem Kult der Juno Sospita stehen oder ein totemisches Tier mit der Anspielung auf die Familie des Münzmeisters.

Die Weinamphore könnte ein Hinweis auf das Collegium der Weinhändler sein. Dieser Denartyp verfügt über 232 bisher identifizierte Symbole, wie hier zum Beispiel die abgebildete Amphore. Sydenham (Numismatic Chronicles, 1931) betrachtet sie als Verweise auf die Handwerker Gilden und Kaufleute (collegia opificum). Crawford jedoch tendiert eher zur beiläufigen Darstellung irgendwelcher Gebrauchsgegenstände. Eine Übersicht der bisher bekannten Symbole finden Sie hier: https://www.bonannocoins.com/l_papius/l_papius_db.php

Die Inschrift L PAPI identifiziert den Münzmeister Lucius Papius.

Hintergrund:
Papius ist ein römischer Gentilname eines ursprünglich samnitischen Geschlechts aus Lanuvium. Der Münzmeister Lucius Papius ließ zwischen 79 v.Chr. und 76 v.Chr. zahlreichen Münzen prägen. Viel mehr ist über ihn selbst nicht bekannt. Es gibt das eine oder andere bekannte Familienmitglied. So begin 322 v.Chr. ein Papius Brutulus Selbstmord, da er als Samniter gegen Rom den Waffenstillstand gebrochen hatte und nicht an die Römer ausgeliefert werden wollte. Gaius Papius Mutilus war im Bundesgenossenkrieg einer der italischen Konsuln. Er wurde in den Jahren 89 v.Chr. und 82 v.Chr. von Sulla geschlagen und tötete sich darauf selbst. Ein Gaius Papius war 65 v.Chr. Volkstribun, nach ihm benannt wurde die lex Papia. Das Gesetz schafft die Möglichkeit, einem peregrinus (einem Bürgerschaftsfremden, d. h. einem Freien ohne Bürgerrecht) die verliehene civitas (das römische Bürgerrecht) wieder zu entziehen und diesen auszuweisen, wenn er sie unrechtmäßig erworben oder erschlichen hat.


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Ein schönes Exemplar, welches ich auf einer gestrigen Auktion ersteigern konnte. Interessant auch die vielen Symbole, welche durch den Münzmeister auf die Münzen gebracht wurde. Ebenso interessant - muss ich mich mal genauer einlesen - dass viele Münzmeister die aus Lanuvium stammen neben Juno Sospita ein Tier abbildeten. Hatte das einen Bezug auf den Kult - oder die Familie?

Hier das original auf der Webseite: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... ius-m0027/
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Lucius Aelius
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Lucius Aelius » Fr 03.12.21 08:04

Timestheus hat geschrieben:
Mi 01.12.21 18:16

Münze:
Lucius Marcius Philippus 113 v.Chr.
Außerdem noch:

Vorderseite:Φ
Φ = Φίλιππος ?

Rückseite: X mit Querstrich
Ist das nun ein Stern oder die Relation 1 Denar = 16 (Ligatur XVI) Asse?
Gruss
Lucius Aelius

Perinawa
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Perinawa » Fr 03.12.21 09:32

Lucius Aelius hat geschrieben:
Fr 03.12.21 08:04
Rückseite: X mit Querstrich
Ist das nun ein Stern oder die Relation 1 Denar = 16 (Ligatur XVI) Asse?
Das wird von den meisten Experten (u.a. Sutherland) so interpretiert. Die XVI tauchte nur kurz auf den Münzen auf, und wurde dann vom durchgestrichenen X abgelöst. Einerseits wurde die I hinzugefügt, andererseits wurde durch die Platzierung dann oben ein kleines V dargestellt.

Meine eigene Vermutung dazu: Es ging weniger darum, dass man so Platz auf der Münze einsparte... Die Währungseinheit tauchte ja nicht nur auf Münzen auf, sondern auch auf vielen Listen und anderen "Schriftstücken". Da war die Ligatur einfach effektiver weil flotter und platzsparender zu schreiben.

Grüsse
Rainer
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 03.12.21 10:21

Lucius Aelius hat geschrieben:
Fr 03.12.21 08:04
Außerdem noch:
Wie immer ein Danke fürs aufmerksame mitlesen! Da werde ich heute Nachmittag gleich mal den Korrekturstift ansetzen :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 03.12.21 18:09

m0028_rrc_silber_denar_lucius_sempronius_pitio.jpg


Münze:
Lucius Sempronius Pitio 146 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 3,67g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: VF+
Rare: –
Provenienz: Rhenumis, Bonn, 29.11.2021
Referenz: Crawford RRC 216/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Roma mit geflügeltem Helm nach rechts blickend. Darunter befindet sich ein X als Wertmarke. Die Inschrift lautet PITIO.

Im römischen Reich war Roma eine Gottheit, die als Personifikation den römischen Staat oder die Stadt Rom symbolisierte. Ihr waren einige Tempel und heilige Plätze geweiht. Roma wird 269 v.Chr. erstmals auf As-Münzen aus Rom erwähnt sowie 204 v.Chr. auf römischen Münzen aus Locri in Kalabrien, woraus geschlossen wird, dass die nichtrömische Bevölkerung Roma ebenfalls religiös verehrt haben könnte. Tatsächlich sind die ersten sicher belegten Kulte für Roma in der griechischen Welt zu finden. In diesen Zusammenhang passt, dass ihr in Smyrna 195 v.Chr. ein Tempel errichtet wurde. Ferner wird von Roma-Kulten auf Ephesos, Sardes und Delos berichtet.

Dies Ausschmückung eines Helmes findet sich oft in antiken Darstellungen von Göttern und Göttinnen. So wird der griechische Gott Hermes (lateinisch Mercurius) regelmäßig mit einem Flügelhelm dargestellt. Auch Roma trägt auf Münzen oftmals einen Flügelhelm, wie auch hier auf unserem vorgestellten Denar des Lucius Sempronius Pitio.

Die Inschrift PITIO identifiziert den Münzmeister Lucius Sempronius Pitio.

Revers:
Zu sehend sind die Dioskuren nach rechts reitend. Die Inschrift lautet L SEMP, darunter ROMA.

Die Dioskuren sind das Brüderpaar Kastor und Polydeukes (römisch Castor und Pollux), die zwei Söhne von Leda, der Gattin von König Tyndareos von Sparta, die von Zeus in Gestalt eines Schwans verführt worden war. Vater von Polydeukes ist Zeus, als Vater von Kastor wird dagegen Ledas Gemahl Tyndareos angesehen. Es gibt aber auch die Auffassung, dass beide der Zwillingsbrüder Söhne des Zeus seien, worauf das Wort „Dioskuren“ hindeutet, was so viel wie „Zeussöhne“ heißt. Kastor war ein Rossebändiger. Polydeukes war Faustkämpfer. Er maß sich auf der Fahrt von Iason und den Argonauten mit dem Bebrykenkönig Amykos im Faustkampf. Beide wollten die Töchter des Leukippos, Hilaeira und Phoibe, rauben. Dabei gerieten sie mit deren Verlobten Idas und Lynkeus in Streit. Polydeukes tötete Lynkeus, wogegen Kastor von Idas umgebracht wurde. Wegen ihrer Unzertrennlichkeit gestattete Zeus, dass sie sich danach abwechselnd gemeinsam im Olymp und in der Unterwelt aufhielten.

Für sie stellten die göttlichen Brüder das Idealbild eines edlen Reiters zu Pferd dar. Castor und Pollux galten daher auch als Schutzgötter der Reiterei. Durch ihre Bedeutung für den Ritterstand wurden sie zudem die Schutzpatrone der großen Kaufmänner und der Geschäfte. Auch geschworen wurde viel beim Castor und Pollux. Die Aussprüche waren die bekannten Formeln Edepol (für die Männer) und Ecastor (von Frauen bevorzugt). Diese Formeln waren insbesondere im Theater sehr beliebt. Der häufige Gebrauch der Bilder von Castor auf den älteren Münzen der Republik entsprang der ritterlichen Natur. Sie zählten zu den vornehmsten römischen Göttern im Circus; sowohl im Circus Maximus als auch im Circus Flaminius, wo sie an den Iden des August durch eigene Spiele gefeiert wurden. Zudem hatten sie dort einen eigenen Tempel geweiht.

Auch als Götter der beruhigten See und einer günstigen Schifffahrt wurden die göttlichen Brüder Castor und Pollux verehrt. Sie waren Schutzheilige für die Häfen und für die römischen Flotten. Im Hafen von Ostia etwa wurde ihnen gehuldigt. Ihre Sterne wurden außerdem gern zur See und zu Land in der Nacht zum Navigieren genutzt. In Verbindung mit der Quellgöttin Iuturna sollen die römischen Dioskuren Castor und Pollux auch als Heilgötter verehrt worden sein.

Die Dioskuren werden häufig mit zwei Amphoren abgebildet. Diese beziehen sich möglicherweise auf einen Kultgebrauch, wonach man den Dioskuren, wie man ihnen Speisetische hinstellte, zudem Weinamphoren darbot. Diese Amphoren sind in der Darstellung auch mit Schlangen umwunden. Daneben ist ihnen das Silphion (bei den Griechen) oder Laserpicium (bei den Römern) heilig – eine ausgestorbene Gewürz– und Allheilpflanze. Der Hahn konnte den Dioskuren als Lichtgottheit gegeben werden oder aufgrund ihrer streitbaren Natur. Sterne sind ebenso die Symbole der Dioskuren. Besonders auf Münzen ist dies vermehrt üblich gewesen. Die Identifikation der Dioskuren mit dem Zwillingsgestirn am Himmel erfolgte erst später. Ein weiteres und sehr konstantes Attribut der Dioskuren ist in späterer Zeit der hohe Hut (Piloi). Häufig schweben Sterne über den Hüten oder der Pilos ist mit Lorbeer bekränzt.

Das Pferd ist allerdings das älteste und mit dem Wesen der Dioskuren am engsten verknüpften Symbol und Attribut. Ihrem Siegeswillen entsprechend, erscheinen die Dioskuren oft mit einem Kranz. (Quelle: https://www.forumtraiani.de/dioskuren-s ... nd-pollux/)

Die Inschrift L SEMP identifiziert den Münzmeister Lucius Sempronius Pitio.

Hintergrund:
Lucius Sempronius Pitio hatte im Jahr 146 v.Chr. das Amt des Münzmeisters inne. Viel mehr weiß man über ihn nicht. Die Gens Sempronia war eines der ältesten und edelsten Häuser des antiken Roms. Sie galten in der Überlieferung als Patrizier und Verfechter der patrizischen Vorrechte. Aulus Sempronius Atratinus war der Erste der Gens Sempronia, welcher im Jahr 497 v.Chr. das Amt des Konsulats innehatte.



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Da ich noch keinen "Dioskuren" Denar bisher in der Sammlung hatte, habe ich hier bei einer Auktion zugeschlagen und mir dieses Stück gekauft. Hier gehts wie immer zur Webseite mit der original Dokumentation: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... tio-m0028/
Veritas? Quid est veritas?
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 05.12.21 23:25

Heute Abend war bei Naumann wieder der Geldbeutel locker bei manchen Bietern.

Ja der Denar ist wirklich sehr gut erhalten - aber dennoch ist es "nur" ein Sabinus:
https://www.biddr.com/auctions/numismat ... &l=2333863

Sieben hundert Euro. Und so ging das heute Abend queer Beet durch alle Münzen. Was ein Frust heute Abend. Eigentlich wollte ich bei Naumann auch eine Domitian Bronze kaufen - aber das war ein Satz mit X. Aus lauter Frust habe ich dann bei dem Domitian Denar mitgeboten - aber an dem Domitian Silberdenar Friedberg ja nun seine Freude ... :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von jschmit » So 05.12.21 23:39

Ich hab aus Frust ein Commodus As gekauft das ich gar nicht wollte. Ich hätte den PC ausmachen sollen.

https://www.biddr.com/auctions/numismat ... &l=2334003

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » So 05.12.21 23:58

Dann warst auch nicht so zufrieden heute Abend?

Ich wollte den Octavian für meine Republikaner - aber ist dann auf 850 Euro hoch...
https://www.biddr.com/auctions/numismat ... &l=2333778

Als das nix geworden ist dachte ich mir - ok, Du hast Marcus Antonius und Bruder, Dir fehlt noch Marcus Antonius und Octavian - also schlage ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Diese Denare gehen meist so für 500-750 Euro über die Theke. Nicht heute Abend - gleich mal hoch auf 2.200 Euro...
https://www.biddr.com/auctions/numismat ... &l=2333880

Wie heiß gelaufen die Auktion bei Naumann heute Abend war, sieht man schon an dem Beispiel.

Das ist mein Marcus Antonius + Bruder - welche ich für 550 Euro bei Tauler & Fau ersteigert habe:
https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... rva-m0011/

Und heute Abend bei Naumann für 2.200 Euro über die Theke!
https://www.biddr.com/auctions/numismat ... &l=2333883

Ja bei dem Naumann sind die Portraits besser, dafür bei meinem die Legende deutlich besser. Am Ende halten sich beide die Waage - zumindest rechtfertigt das nicht den Preis von 2.200 Euro. Aber heute Abend wurde bei denen alles gekauft. Ich sag ja - wenn ich mal mehrere Stücke verkaufe, nehme ich Naumann :)
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von jschmit » Mo 06.12.21 00:04

Nee, ich wollte 3 und bekam den 4.
Nur dass kein 4. auf meiner Liste war. Aber gut, das Portrait ist nicht schlecht und damit hake ich Commodus erst mal ab.

Die gezeigten Münzen sind natürlich schon Sahnestücke ;-)
Ich hatte einen anderen Antonius im Auge, aber das war mir dann zu arg am Ende.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von friedberg » Mo 06.12.21 00:09

Was will man machen, man setzt sich ein eigenes Limit und wenn es sich nicht um ein seltenes Stück
handelt bei dem man dieses Limit notfalls ausdehnt hofft man halt auf die Zukunft und läßt das Stück ziehen.

Erschreckend ist es eher das selbst drüben in Polen bei den Firmen die nicht in der gleichen Liga
wie Naumann / Österreich spielen die Preise ebenfalls anziehen.
https://www.biddr.com/auctions/demos/br ... &l=2370480
Ruine aber Seltenheit R2
https://www.biddr.com/auctions/demos/br ... &l=2370482
fast Ruine, Seltenheit R
https://www.biddr.com/auctions/demos/br ... &l=2370483
kann nicht wirklich klagen, Seltenheit R
https://www.biddr.com/auctions/demos/br ... &l=2370485
Massenware Seltenheit C3, hübsch, hoffentlich ist das Stück besser als das Photo

Die vier Stücke und das Exemplar welches mir Timestheus freundlicherweise überläßt retten mir den Abend.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 06.12.21 00:25

friedberg hat geschrieben:
Mo 06.12.21 00:09
https://www.biddr.com/auctions/demos/br ... &l=2370485
Massenware Seltenheit C3, hübsch, hoffentlich ist das Stück besser als das Photo
Der gefällt mir aber bereits auf dem Foto sehr gut. Hübsches Exemplar.

friedberg hat geschrieben:
Mo 06.12.21 00:09
Die vier Stücke und das Exemplar welches mir Timestheus freundlicherweise überläßt retten mir den Abend.
Na das freut mich - leider hatte DEMOS in Sachen Republik kaum bis gar keine Auswahl - also für mich gar nichts dabei.

Mitte Dezember sind eine Menge Auktionen angesetzt, mehrere Auktionen nacheinander fast täglich. Vielleicht lässt sich da das eine oder andere Schnäppchen noch machen, wen das Angebot und die Auswahl entsprechend hoch sind.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 06.12.21 00:28

jschmit hat geschrieben:
Mo 06.12.21 00:04
Nee, ich wollte 3 und bekam den 4.
Nur dass kein 4. auf meiner Liste war.
Machst Du mich jetzt nach? :lol: :lol: :lol:
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 06.12.21 17:36

Heute haben 3 Münzen der Republik den Weg von Bad Reichenhall zu mir gefunden, welche ich Euch heute vorstellen mag.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 06.12.21 17:41

silber_denar_quintus_fabius_maximus.jpg


Münze:
Quintus Fabius Maximus 127 v.Chr.
Denar der Römischen Republik
Material: Silber
Durchmesser: 17mm
Gewicht: 3,91g
Münzstätte: Rom
Erhaltung: EF-
Rare: –
Provenienz: Palaio Dr. Gernot Heinrich, Bad Reichenhall, 06.12.2021
Referenz: Crawford RRC 265/1

Avers:
Zu sehen ist der Kopf der Roma mit geflügeltem Helm nach rechts blickend. Darunter befindet sich ein Stern als Wertmarke. Die Inschrift lautet ROMA Q MAX.

Im römischen Reich war Roma eine Gottheit, die als Personifikation den römischen Staat oder die Stadt Rom symbolisierte. Ihr waren einige Tempel und heilige Plätze geweiht. Roma wird 269 v.Chr. erstmals auf As-Münzen aus Rom erwähnt sowie 204 v.Chr. auf römischen Münzen aus Locri in Kalabrien, woraus geschlossen wird, dass die nichtrömische Bevölkerung Roma ebenfalls religiös verehrt haben könnte. Tatsächlich sind die ersten sicher belegten Kulte für Roma in der griechischen Welt zu finden. In diesen Zusammenhang passt, dass ihr in Smyrna 195 v.Chr. ein Tempel errichtet wurde. Ferner wird von Roma-Kulten auf Ephesos, Sardes und Delos berichtet.

Dies Ausschmückung eines Helmes findet sich oft in antiken Darstellungen von Göttern und Göttinnen. So wird der griechische Gott Hermes (lateinisch Mercurius) regelmäßig mit einem Flügelhelm dargestellt. Auch Roma trägt auf Münzen oftmals einen Flügelhelm, wie auch hier auf unserem vorgestellten Denar des Quintus Fabius Maximus.

Die Inschrift Q MAX identifiziert den Münzmeister Quintus Fabius Maximus. Nicht gesichert ist dabei, ob es sich hier um den historischen Quintus Fabius Maximus Eburnus oder Quintus Fabius Maximus Allobrogicus handelt.

Bei dem abgebildeten X, oder später Stern, handelt es sich um eine sogenannte Wertmarke. Ein X steht für die Zahl 10 und bedeutet, dass dieser Silberdenar das zehnfache eines As wert war. Um 130 v.Chr. wurde der Denar dann auf 16 Asse abgewertet, sichtbar durch einen Stern als Wertmarke.

Revers:
Zu sehen ist in der Mitte ein Cornucopiae (Füllhorn) mit Blitzbündel, eingerahmt in einen Kranz voller Getreide und Früchte.

Das Füllhorn oder lateinisch Cornucopia (lateinisch cornu copiae „Horn der Fülle“) ist ein mythologisches Symbol des Glückes. Es ist mit Blumen und Früchten gefüllt und steht für Fruchtbarkeit, Freigebigkeit, Reichtum und Überfluss. Das Füllhorn ist ein trichter- oder tütenförmiger Flechtkorb, der vor allem zur Weinlese Verwendung gefunden haben dürfte. In der griechischen Mythologie gehörte das Füllhorn zuerst zu der mythischen Ziege Amaltheia, die damit Zeus aufzog, wird dann aber auch von den Gottheiten der Erde Gaia, des Friedens Eirene, des Schicksals Tyche (Fortuna) und des Reichtums Plutos verwendet. In der Darstellung der vier Jahreszeiten wird das Füllhorn vor allem der Erntezeit Herbst zugeordnet. Das Füllhorn kann aber auch, wie bei der Darstellung der römischen Flora, mit dem Frühling in Verbindung gebracht werden.

Als Blitzbündel wird ein Attribut antiker Himmels- und Wettergötter bezeichnet, das aus stilisierten Blitzstrahlen besteht. Blitzbündel waren ein Sinnbild für den Himmelsgott, der als Blitzeschleuderer und Donnerer über Götter und Menschen herrschte. Ein Blitzbündel bestand aus 2 oder 3 meist zickzack- oder wellenförmigen Strahlen, die durch einen Griff zusammengehalten wurden. Zwei Blitzbündel konnten gegenständig zu einem doppelten Blitzbündel zusammengefasst werden, so dass sich in der Mitte ein Griff ergab.

Eventuell besteht bei diesem Münztyp eine Verbindung zu der Zeit der Gracchen. Die Gracchische Reform war der Versuch der Brüder Tiberius Sempronius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus, im alten Rom im 2. Jahrhundert v.Chr. Land- und Sozialreformen durchzuführen. Interessant ist vor allem, dass dieser Münztyp im Jahr 82-80 v.Chr. (RRC 371/1) eine Neuauflage als „Erinnerung“ erfuhr. In den Jahren 82-81 v.Chr. gelang es Sulla die Gefolgsleute des Marius zu besiegen, bekam die Diktatur übertragen und ordnet die Römische Republik neu nach seinen konservativen Vorstellungen.

quintus fabius maximus 82 80.jpg
„Neuauflage“ Silberdenar Q. Fabius Maximus 82/80 v.Chr. (RRC 371/1)


Hintergrund:
Es ist gilt als nicht gesichert, welcher Quintus Fabius Maximus am Ende der Münzmeister dieses Denars war. Es kommen zwei historische Persönlichkeiten in Frage.

Quintus Fabius Maximus Eburnus entstammte dem römischen Patriziergeschlecht der Fabier und bekleidete 116 v. Chr. das Konsulat. Er war wahrscheinlich der Sohn des Konsuls Quintus Fabius Maximus Servilianus. Unsicher ist, ob Fabius 132 v.Chr. Quästor des Konsuls Publius Rupilius auf Sizilien und 127 v.Chr. Münzmeister wurde. Vielleicht wegen nicht zufriedenstellender Amtsführung als Quästor gelangte er erst 119 v.Chr. zur Prätur und war in dieser Funktion der Vorsitzende des Gerichtes für Majestätsverbrechen. Obwohl der allgemein geschätzte Marcus Aemilius Scaurus als Kandidat bei den Konsulwahlen für 116 v.Chr. favorisiert worden war, setzte sich Fabius gegen ihn überraschend durch. Sein Kollege als Konsul wurde Gaius Licinius Geta. Wahrscheinlich verwaltete er dann als Prokonsul 115–114 v.Chr. die Provinz Makedonien. Schließlich ist fraglich, ob er oder Quintus Fabius Maximus Allobrogicus als Gesandter nach Kreta geschickt und 108 v.Chr. Zensor wurde. Da er seinen Sohn wegen unkeuschen Treibens hinrichten ließ, wurde er von Gnaeus Pompeius Strabo angeklagt, dann verurteilt und musste sich 104 v.Chr. ins Exil nach Nuceria begeben, wo er noch einige Zeit lebte.

Quintus Fabius Maximus Allobrogicus war ein römischer Adeliger aus der Familie der Fabier und im Jahr 121 v.Chr. Konsul. Er war der Sohn des Quintus Fabius Maximus Aemilianus, der 145 v.Chr. als Konsul amtierte. Obwohl es um Fabius Ruf in seiner Jugend angeblich nicht zum Besten stand, erhielt er von seinem Onkel Publius Cornelius Scipio Aemilianus Africanus Hilfe bei der Wahl der Quästoren für 134 v.Chr. und erlangte daher auch di
esen Posten. Scipio führte in diesem Jahr als Konsul das Kommando der römischen Truppen in Spanien, erhielt wahrscheinlich auf seinen Wunsch Fabius als Quästor zugeteilt und befahl ihm, zur Verstärkung ein Heer von 4000 freiwilligen Soldaten mitzubringen. Als Scipio 129 v.Chr. verstarb, leitete Fabius zusammen mit einem weiteren Neffen des Toten, Quintus Aelius Tubero, die Begräbnisfeierlichkeiten. Außerdem trug Fabius die Grabrede vor, deren Autor allerdings Gaius Laelius war. Als Prätor und dann Proprätor (vermutlich 124–123 v.Chr.) hielt sich Fabius erneut in Spanien auf und wurde vom Senat verwarnt, da ihm Gaius Sempronius Gracchus eine Ausplünderung der Untertanen seiner Provinz vorgeworfen hatte.

Das Konsulat erhielt Fabius 121 v.Chr. zusammen mit Lucius Opimius. Er bekam Gallia Transalpina als Provinz zugewiesen und kämpfte erfolgreich an der Seite seines Vorgängers im Konsulat, Gnaeus Domitius Ahenobarbus, gegen die Allobroger und Arverner. Beide errangen am 8. August an der Mündung der Isère in die Rhône einen entscheidenden Sieg über die gallischen Stämme, obwohl Fabius an einer Krankheit litt. Da er in diesem Jahr das höchste Staatsamt innehatte, wurde ihm bei den Ehrungen der Vorrang vor Ahenobarbus zugebilligt. So durfte er nach seinem Konsulat als erster einen Triumph abhalten, bei dem der gefangene König der Arverner, Bituitus, in seinem Silberpanzer vorgeführt wurde. Die Zeugnisse, dass Fabius infolge seines Sieges im späteren Südfrankreich den Beinamen Allobrogicus erhielt, stammen erst von Autoren des 1. Jahrhunderts n.Chr. Dieses Cognomen ist aber zum Beispiel in den Triumphalakten noch nicht angeführt, so dass er es nicht offiziell verliehen bekommen haben kann. Zum Zeichen seines Sieges ließ er am Ort der entscheidenden Schlacht auch ein Denkmal erbauen. Mit den in Gallien erbeuteten Schätzen veranlasste er des Weiteren den Bau des Fornix Fabianus genannten Triumphbogens am Forum Romanum. Die Allobroger verehrten das Geschlecht der Fabier seit der Auseinandersetzung mit dem hier behandelten Fabius sehr und sahen seine Mitglieder zum Teil auch als Schutzpatrone an, ihr Stammesgebiet einschließlich ihrer Hauptstadt Vienne wurde danach Teil des Römischen Reichs.

Fabius weiterer Werdegang ist unklar, denn man weiß nicht genau, ob er oder Quintus Fabius Maximus Eburnus 113 v.Chr. einer Gesandtschaft nach Kreta angehörte und 108 v.Chr. Zensor wurde. Jedenfalls dürfte er vor 100 v.Chr. gestorben sein, da ihn Marcus Tullius Cicero nicht unter den zu diesem Zeitpunkt lebenden führenden Optimaten aufzählt. Nach dem mit ihm eng vertrauten Dichter Lucius Accius war er sehr gebildet.


---
Leider bin ich noch nicht ganz fertig - mir ist noch nicht genau bewusst / bekannt für was Füllhorn und Blitzbündel exakt in DIESEM Fall bei der Prägung stehen. Und dann in welchem zeitlichen Bezug diese Darstellung steht. Alföldi vermutet einen Bezug zu den Gracchen. Aber geht nicht näher darauf ein - zumindest habe ich noch keine weitere Literatur dazu gefunden.

Sachdienliche Hinweise und Tipps gerne gesehen.

Ich habe übrigens auf meiner HP die dunklen Hintergründe der Münzbilder verbannt und stelle nun mit weißem Hintergrund dar. So kommen die Münzen nicht so dunkel rüber - finde ich. Und hier geht es auch schon wieder zur original Webseite: https://roma-aeterna.de/roemische-repub ... mus-m0035/
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