Sammlung Timestheus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Lucius Aelius
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Lucius Aelius » Sa 02.04.22 17:09

Warum sollen die SVSCEPTA XX ungewöhnlich sein, wenn zur gleichen Zeit SOLVTA X war? Das passt doch in der richtigen Reihenfolge.
Nein, 206 sind SVSCEPTA X doch ungewöhnlich, hätte das susceptum für 10 Jahre ja 197 sein sollen
Gruss
Lucius Aelius

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antoninus1
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von antoninus1 » Sa 02.04.22 17:24

Vielleicht hat beides seine Logik? XX fasst die vorhergehenden 10 Jahre und die kommenden 10 zusammen, X bezieht sich nur auf die kommenden 10 und lässt die vorhergehenden 10 außer acht.
Gruß,
antoninus1

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richard55-47
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von richard55-47 » Sa 02.04.22 17:56

Ich glaube das nicht. "Suscepta" bezieht sich auf die Zukunft. "Vota suscipere" = ein Gelübde ablegen. Es ist ausgeschlossen, dass man ein Gelübde dahingehend ablegt, irgendwelche Versprechungen eingehalten zu haben. Jeder Kaiser hätte betont und einzeln vermerkt, nicht nur sein (vor 10 Jahren abgelegtes) Gelübde gehalten zu haben, sondern auch dieses erneut abzulegen.
Da Caracalla nicht über den Weg zu trauen war, hätte ich persönlich in seinem Fall mehr von "vota suspecta" gesprochen. :mrgreen:
do ut des.

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Lucius Aelius
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Lucius Aelius » Sa 02.04.22 18:52

antoninus1 hat geschrieben:
Sa 02.04.22 17:24
Vielleicht hat beides seine Logik? XX fasst die vorhergehenden 10 Jahre und die kommenden 10 zusammen, X bezieht sich nur auf die kommenden 10 und lässt die vorhergehenden 10 außer acht.
Da stimme ich mit Richard überein.
Mit dem Opfer(stier) eingelöste und damit "abgehakte" Vota und für die Zukunft ausgelobte und somit noch offene Vota zu XX zusammenzufassen ergibt wenig Sinn
Gruss
Lucius Aelius

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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Sa 02.04.22 19:04

Ok, ich war eben Essen, bin voll bis oben und gedanklich nicht mehr ganz frisch. :D
Wo stehen wir denn nun eigentlich gerade? Ich bin irgendwie gerade ausgestiegen.

Welche Münzen haben wir danach und/oder davor. Vielleicht machen wir mal eine Liste.
Ich habe mein Exemplar schon mal eingetragen.
---

vota suscepta = Versprechen für die Zukunft
vota soluta = erfülltes Gelübde


206 n.Chr. VOTA SVSCEPTA X / RIC 179 ---> (erneutes ?) Versprechen für die kommenden 10 Jahre
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Timestheus
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Mo 04.04.22 21:01

Bild

Münze:
Marcus Aurelius Antoninus Elagabal
Provinz Gold Stater der römischen Kaiserzeit 218/219 n.Chr.
Material: Elektron
Durchmesser: 20mm
Gewicht: 7,69g
Münzstätte: Pantikapaion, Königreich des Bosporus
Provenienz: Künker Numismatik, Osnabrück, Ex Naumann Sammlung
Referenz: MacDonald 558/3

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Rhescuporis II. mit Königsbinde. Davor ist ein Dreizack (Attribut des Poseidon) abgebildet. Die Inschrift lautet: BACIΛЄωC PHCKOVΠOPIΔOC.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
BACIΛЄωC = BASILEOS = Basileus
PHCKOVΠOPIΔOC = RHESKOUPORIDOS = Rheskouporis = Rhescuporis
Basileus Rhescuporis

Basileus, altgriechisch Βασιλεύς Basileús (Genitiv Βασιλέως Basiléōs), deutsch „König“, war der Titel mehrerer griechischer Herrscher sowie der Kaiser und Könige des Byzantinischen Reiches. Die weibliche Form lautet Basílissa, altgriechisch Βασίλισσα, und wurde sowohl für Gemahlinnen eines Königs als auch für selbst regierende Monarchinnen verwendet. Die Etymologie des Wortes Basileus ist unklar. Die meisten Linguisten nehmen an, dass es ein nicht-griechisches Wort ist, das in der griechischen Bronzezeit von im östlichen Mittelmeerraum bereits existierenden Sprachen übernommen wurde. Die Bedeutung des Wortes entwickelte sich später schrittweise zu „König“ weiter, wie bereits die Epen Homers anklingen lassen, in denen ein Basileus allerdings in der Regel noch kein „Alleinherrscher“ („Monarch“) war, sondern ein „Großer“, wobei es in einem Gemeinwesen durchaus mehrere derer geben konnte. In archaischer Zeit sind Basileis in mehreren Orten als gewählte Amtsträger bezeugt.

Nicht jeder Alleinherrscher durfte sich auch Basileus nennen. Basileus war möglicherweise einem dynastisch legitimierten Herrscher vorbehaltener Titel. Im demokratischen klassischen Athen wurde der Titel Basileus für einen der Archonten verwendet, hier allerdings nur symbolisch in der Priesterfunktion („Archon basileus“). Die Bedeutung von Basileus als Monarch setzte sich im Hellenismus endgültig durch. Der Titel Basileus wurde von Alexander dem Großen und seinen Nachfolgern in Ägypten, Syrien, Kleinasien und Makedonien, den Diadochen, verwendet. Als die Römer den hellenistischen Osten eroberten, wurde die Bezeichnung Basileus dort rasch inoffiziell auch auf den römischen Kaiser übertragen.

Eine Königsbinde (griechisch diadema, lateinisch taenia, deutsch Stirnbinde) war in der griechischen und römischen Antike – vor allem in hellenistischer Zeit – eines der wesentlichen Insignien herrschaftlicher Würde und Macht. Obwohl keine antike Königsbinden mehr erhalten sind, kommen – folgt man den Abbildungen – eigentlich nur gewebte (eventuell auch geflochtene) und hinter dem Kopf verknotete Stoff- oder Lederbänder als Materialien in Frage. Meist flattern die Bandenden lose im Wind. Die antiken Quellen schweigen zu der Frage, ob es sich um farbige, eventuell auch golddurchwirkte Bänder gehandelt hat. Einige neuzeitliche Autoren sprechen von farblosen weißen Seidenbändern. In jedem Fall unterscheiden sich die Königsbinden der hellenistischen Zeit deutlich von den selteneren metallenen, manchmal auch perlen- und edelsteinbesetzten Diademen und den erst in der Spätantike aufkommenden Kronen.

Die Herkunft der Stirnbinde als Zeichen königlicher Macht ist letztlich nicht ganz geklärt. Während einige Forscher sie aus den Siegerbinden der olympischen Athleten herleiten, sehen andere achamänidisch-persische Ursprünge, die von Alexander dem Großen adaptiert und später dann von anderen Herrschern Vorderasiens und des Mittelmeerraumes übernommen wurden. Darstellungen von Königen mit Stirnbinden erscheinen hauptsächlich auf Münzprägungen aus hellenistischer Zeit, aber auch bei Königsbüsten derselben Zeit sind sie zu finden. In der römischen Kaiserzeit sind sie weitgehend unbekannt – stattdessen findet sich öfter ein Lorbeerkranz. In der Spätantike (Diocletian, Constantin, Theodosius) tauchen, nunmehr perlen- oder edelsteinbesetzte, Stirnbinden als Insignien der Herrscherwürde kurzzeitig wieder auf, werden aber allmählich durch Kronen ersetzt.

Tiberius Iulius II Rhescuporis Philocaesar Philoromaios Eusebes (Bedeutung: des Kaisers Freund, Freund von Rom, der Fromme), auch bekannt als Rhescuporis II, war von 210/211 bis 226/227 n.Chr. ein römischer Klientel König des Bosporanischen Königreichs. Rhescuporis war der Sohn und Erbe des Bosporanischen Königs Sauromates II. Über sein historisches Leben ist nicht viel bekannt.

Rheskouporis II. präsentierte sich, wie sein Vater Sauromates II. auch, als Nachkomme Poseidon und des Herakles. Er proklamierte sich „von Königen gebürtig, die von Poseidon, Herakles und Eumolpos abstammen“. Der auf dem Avers abgebildete Dreizack ist ein Attribut des Poseidons. Während seiner Regierungszeit herrschte Rhescuporis II. zusammen mit seinem Sohn Rhescuporis III. Wie auch sein Vater kämpfte er gegen die Skythen und Sarmaten. Unter Rhescuporis II. zeichnete sich bereits ein leichter Verfall des Bosporanischen Königreichs ab. Kurz nach seinem Tod starb auch sein Sohn, so dass sein Bruder Cotys III. auf den Thron folgte.

Eine Inschrift aus dem Jahr 220 n.Chr. erinnert an den König anlässlich der Restaurierung eines Portikus in Phanagoreia durch einen gewissen Beibios, Sohn von Achaimenes: […] Unter König Tiberius Iulius Rhescouporis, Sohn des großen Königs Sauromates, Freund der Caesaren und Freund der Römer, baute der fromme Beibios, Sohn von Achaimenes, Enkel von Beibios, aus den Fundamenten den durch den Krieg zerstörten Portikus wieder auf und stellte es auf seine Kosten für seine Heimat unter dem Nessarchen Poplios, dem Sohn von Antimachos, dem Enkel von Demetrios, durch die Fürsorge von Helios, dem Sohn von Menes, im Jahre 517, dem ersten des Monats Loios, wieder her.

Zur Regierungszeit Rhescuporis II. herrschten die römischen Kaiser Septimius Severus, Caracalla, Macrinus, Elagabal und Severus Alexander. Unter ihm wurden viele Elektron Gold Stater mit der Legende BACIΛЄωC PHCKOVΠOPIΔOC geprägt, welche auf der Vorderseite eine drapierte, erst bartlose, dann bärtige Büste des Königs mit langen Haaren und einer Königsbinde darstellen. Auf den Rückseiten finden sich die meist drapierten, mit einem Lorbeerkranz versehenen Büsten der römischen Kaiser Caracalla, Elagabal und Severus Alexander.

Revers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Elagabal mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ЄIΦ.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
Є = Epsilon = 5
I = Iota = 10
Φ = Phi = 500
Epsilon (5) + Iota (10) + Phi (500) = 515
Datiertes Jahr 515 der Bosporan-Ära = 218/219 n.Chr.

Die Bosporan-Ära (BE für Bosporan-Era oder auch AB für lat. Anno Bospori) war eine Kalenderära (Jahresnummerierung), welche in der Schwarzmeerregion und in Teilen Kleinasiens mit der Annahme des Königlichen Titels Zipoetes I. von Bithynien im Oktober 297 v.Chr. begann. Dieses Jahr markierte den Beginn der Zählung und damit des ersten Jahres. Ihr Ursprung war im Bithynischen Königreich, wurde auch im Pontischen und am längsten im Bosporanischen Königreich verwendet. Die Bithyno-Pontische Ära wurde in Nordasien bereits nach der römischen Eroberung 63 v.Chr. nicht mehr verwendet. Es gibt allerdings keine Beweise dafür, dass diese von den römischen Behörden unterdrückt wurde. Vielmehr zogen es die lokalen Behörden wahrscheinlich vor, neue Epochen zum Gedenken an ihren Beitritt zur römischen Provinz Bithynia et Pontus einzunehmen. Die Provinz hatte also mehrere unterschiedliche Datierungssysteme im Einsatz. Im Gegensatz dazu, endete die Kalenderära im Bosporanischen Königreich erst gegen 497/498 n.Chr.

Die frühsten Inschriften der Bosporanischen Kalenderära zeugen aus den Jahren 313 BE (17 n.Chr.) und 325 BE (29 n.Chr.) und erwähnen den regierenden König Aspurgus. Die letzten Inschriften, welche die Kalenderzeitrechnung verwenden, stammen aus dem Jahr 794 BE (497/498 n.Chr.). Die ersten Bosporanischen Münzen, welche die Ära tragen, stammen aus der Herrschaft Pharnaces II. (Sohn des Mithridates VI.) aus dem Jahr 55/54 v.Chr. Allerdings war sein Königreich auf den Cimmerischen Bosporus beschränkt und die Münzen waren eher vom pontischen Typus. Die ersten eindeutigen Bosporanischen Münzen stammen aus dem Jahr 281 BE (17/16 v.Chr.) und wurden von der Königin Dynamis ausgegeben. Die Bosporanischen Münzserien enden unter der Herrschaft Rhescuporis VI. im Jahr 341 n.Chr.

Der hier vorgestellte Gold Stater wird mit dem Jahr 515 BE datiert. Ausgehend vom Oktober 297 v.Chr. als Jahr 0, ergibt sich nach dem Gregorianischen Kalender das Jahr 218/219 n.Chr.

Hintergrund:
Das Bosporanische Reich (lateinisch Regnum Bospori) war ein antikes hellenistisches Königreich zu beiden Seiten des kimmerischen Bosporus, dass sich im 5. Jahrhundert v.Chr. aus den griechischen Kolonien im nördlichen Schwarzmeergebiet und an den Küsten des Asowschen Meeres gebildet hatte. Nach einer Phase des wirtschaftlichen und damit verbundenen militärischen Niedergangs im 3. Jahrhundert v.Chr. wurde das Reich um 107 v.Chr. vom Königreich Pontos annektiert. Nach der Eingliederung von Pontos in das Römische Reich durch Pompeius war das Bosporanische Reich ein von Rom abhängiger Staat. Im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. erstarkte das Reich unter der Herrschaft einer sarmatischen Dynastie wieder, war allerdings oft Überfällen benachbarter Stämme ausgesetzt. Das Königreich wurde im Rahmen der Völkerwanderung im 4. und 5. Jahrhundert von den Goten und den Hunnen zerschlagen.

In der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts v.Chr. begann die wirtschaftliche Schwächung des Bosporanischen Reiches, was sich auch auf die militärische Stärke des Reiches ungünstig auswirkte. Der Kampf gegen die Nomadenüberfälle wurde schwierig. Die Skythengefahr für das Bestehen des Reiches wurde so groß, dass Pairisades V. (ca. 125 v.Chr. bis ca. 108 v.Chr.) auf seinen Thron verzichtete und die Macht Mithridates VI. von Pontus anbot. Diese Kapitulationspolitik der letzten Spartokiden rief einen Aufstand in den niedrigen Volksschichten hervor, worunter auch zahlreiche Sklaven waren, die mit den Skythen gemeinsame Sache machten. An der Spitze dieser Volksbewegung stand die skythische Bevölkerung von Pantikapaion unter der Anführung des Sklaven Saumakos Pairisades wurde von den Aufständischen getötet. Der Aufstand wurde schließlich von den Truppen des Mithridates niedergeschlagen, wobei der Bosporanische Staat in das Pontische Reich einverleibt wurde.

Mithradates VI. (auch bekannt als Mithradates der Große) war von etwa 120–63 v.Chr. König von Pontus und Teile in Nordanatolien. Mithridates gilt als einer der beindruckendsten und erfolgreichsten Feinde der Römischen Republik, welcher drei der prominentesten Generäle der späten Römischen Republik in die Mithridatischen Kriege verwickelte: Sulla, Lucullus und Pompeius. Als der Macht Mithridates VI. im Jahr 63 v.Chr. von den Römern ein Ende gesetzt wurde, geriet das Reich in Abhängigkeit vom Römischen Reich. Die neue Blüte des Reiches erfolgte erst im 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. Dieser wirtschaftliche Aufschwung steht im Zusammenhang mit der Stärkung der Handelsbeziehungen zu Kleinasien und den skythischen Stämmen.

Pharnakes II. war Sohn des Mithridates VI. von Pontos. Er erhob sich 63 v.Chr. gegen seinen Vater, der von Gnaeus Pompeius aus Pontos vertrieben wurde und ins Bosporanische Reich floh, das unter seiner Herrschaft stand. Dort zwang Pharnakes Mithridates in Pantikapaion zum Suizid. Nachdem Pharnakes seine Leiche an Pompeius ausgeliefert hatte, wurde er als König des Bosporanischen Reiches anerkannt. Im Zuge der Wirren des römischen Bürgerkrieges zwischen Caesar und den Pompeianern versuchte Pharnakes 47 v.Chr., sein angestammtes väterliches Reich zurückzugewinnen, er unterlag aber gegen Caesar in der Schlacht bei Zela (veni vidi vici). Pharnakes konnte zwar flüchten, fiel aber nur wenig später auf der Halbinsel Krim dem Usurpator Asandros zum Opfer.

Nun folgte sehr komplizierte Politik. Asander hatte Dynamis, die Tochter des Pharnakes II. geheiratet. Asander und Dynamis waren die herrschenden Monarchen, bis Iulius Caesar einem Onkel väterlicherseits von Dynamis (Mithridates II.) befahl, dem Bosporanischen Königreich den Krieg zu erklären und das Königtum für sich selbst zu beanspruchen. Asander und Dynamis wurden von Caesars Verbündeten besiegt und gingen ins politische Exil. Nach Caesars Tod im Jahr 44 v.Chr. wurde das Bosporanische Königreich jedoch von Caesars Neffen und Erben Octavian mit Asander und Dynamis als Regenten wiederhergestellt.

Asander regierte als Archon und später als König bis zu seinem Tod 17 v.Chr. Nach dem Tod von Asander war Dynamis gezwungen, einen römischen Usurpator namens Scribonius zu ehelichen. Dies Missfiel dem römischen Kaiser, der sich nun Augustus nannte und intervenierten mit Hilfe Agrippas. Auf Betreiben Roms heiratete Polemon im Jahr 16 v.Chr. Dynamis und regierte als Polemon I. von Pontos bis zu seinem Tod im Jahr 8 v.Chr. das Bosporanische Königreich. Auf ihn folgte Aspurgus, der Sohn der Dynamis und des Asander.

Das bosporanische Königreich des Aspurgus war nun ein Klientelstaat des Römischen Reiches, welcher durch römische Garnisonen geschützt wurde. Aspurgus gründete die nachfolgende Dynastie der Könige, welche bis 341 n.Chr. mit ein paar Unterbrechungen überdauerte. Er erhielt die römische Staatsbürgerschaft und nahm die kaiserlichen Namen „Tiberius Iulius“ an, da er die Schirmherrschaft der ersten beiden römischen Kaiser Augustus und Tiberius genoss. Alle nachfolgenden Könige nahmen diese beiden römischen Namen an, gefolgt von einem dritten Namen thrakischer Herkunft (Kotys, Rhescuporis oder Rhoemetalces) oder lokaler Herkunft (Sauromates, Eupator, Ininthimeus, Pharsanzes etc.).

Mit dem Tod des Sauromates II. (210/211 n.Chr.), der über die Skythen und Sarmaten gesiegt hatte, begann aber der endgültige Niedergang des Reiches. Gefährlich wurden ihm vor allem die Plünderungszüge germanischer Stämme wie der Goten. Während der Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts nutzten Angreifer (wie die Goten und die Boraner) zudem die Schiffe des Bosporanischen Reichs für Einfälle in das Römische Reich. Trotzdem existierte das Bosporanische Reich noch Anfang des vierten Jahrhunderts und unterhielt sogar weiterhin Beziehungen zu Rom, dessen Protektorat von den bosporanischen Königen weiterhin anerkannt wurde. Ein unübersehbares Anzeichen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs des Reiches war dann die in den dreißiger bis vierziger Jahren des vierten Jahrhunderts unter König Rheskuporis V. erfolgte Einstellung der Münzprägung, die der Bosporus neunhundert Jahre lang fast ohne Unterbrechung durchgeführt hatte.

Quellen:
* Wikibrief: Rhescuporis II.
* Wikipedia: Basileus
* Wikipedia: Königsbinde
* Wikipedia: Poseidon
* Wikipedia: Bosporanisches Reich
* Wikipedia: Bosporan-Ära Zeitrechnung
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Michael Ivanovitch Rostovtzeff: Skythien und der Bosporus, Band II

Blog:
https://roma-aeterna.de/roemische-kaise ... _elagabal/


---
Und da hat mein Septimius Severus Stater Zuwachs bekommen mit einem Elagabal-Typ. Was fehlt, wäre jetzt noch ein schöner Caracalla Stater.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Di 05.04.22 21:31

Hm. Ich bin nicht so ganz 100% happy mit meinen alten Republikanern, welche ich in die Auktion gegeben habe. Vorteilhafte Bilder = mehr Geld = mehr Gewinn für das Auktionshaus - aber vor allem auch für mich. Heute sind ein paar meiner Stücke in die Auktion veröffentlicht worden - und ich sag mal ganz ehrlich, dass ich nicht ganz glücklich bin über die Bilder.

Nur mal ein Beispiel - das ist mein Victoriat aus der Republik im original. Die Münze ist schön silbrig. Kommt aus meiner Sicht "frisch" daher". Und das ist ein Bild mit einem Ersatzhandy - ich glaub das war sogar nur mit einem alten OnePlus.

Bild


Und so wird er in der Auktion sichtbar sein:
https://media.biddr.com/media/img/aucti ... 0987.l.jpg


Ich mag mich irren, vielleicht hab ich es auch an den Augen. Aber für mich sieht der so abgebildet - alt, verrottet und vergimmelt aus. Und das ist leider nicht das einzige "unglückliche" Exemplar.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Di 05.04.22 21:51

Oder auch hier - nicht ganz so schlimm - aber halt nicht besser als ich es mit dem iPhone Mini hinbekommen habe.

Mein Bild - und die Münze kommt real noch schöner und knackig silberner raus:
download/file.php?id=162786&mode=view

Und dann das Endergebnis. Das sieht aus wie ein staubgrauer Belag drauf. Dreckig.
https://media.biddr.com/media/img/aucti ... 0994.l.jpg


Schade :/
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von richard55-47 » Fr 08.04.22 09:05

Eine interessante Abhandlung bei ACADEMIA
Vota oder nicht Vota? Das ist hier die Frage! Die Bildsprache der Votaprägungen der römischen Kaiser der Prinzipatszeit" by Julia Sophia Hanelt
do ut des.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von shanxi » Fr 08.04.22 10:18

Timestheus hat geschrieben:
Di 05.04.22 21:51
Oder auch hier - nicht ganz so schlimm
Finde ich nicht. Das biddr Bild ist für mich ansprechender.

Das es nicht realistisch ist, ist natürlich eine andere Sache.

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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 08.04.22 10:55

Ah ok. So unterschiedlich können eigene Eindrücke sein.
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von chevalier » Fr 08.04.22 12:00

Timestheus hat geschrieben:
Di 05.04.22 21:31
Nur mal ein Beispiel - das ist mein Victoriat aus der Republik im original. Die Münze ist schön silbrig. Kommt aus meiner Sicht "frisch" daher". Und das ist ein Bild mit einem Ersatzhandy - ich glaub das war sogar nur mit einem alten OnePlus.

Bild


Und so wird er in der Auktion sichtbar sein:
https://media.biddr.com/media/img/aucti ... 0987.l.jpg


Ich mag mich irren, vielleicht hab ich es auch an den Augen. Aber für mich sieht der so abgebildet - alt, verrottet und vergimmelt aus. Und das ist leider nicht das einzige "unglückliche" Exemplar.
Na ja, wenn man auf 'gülden' steht, dann sieht das biddr-Photo natürlich 'verrottet' (was für eine Ausdrucksweise !!!) aus. Wenn man dagegen die Tönung aus alten Sammlungen liebt, dann ist es ein ganz vorzügliches Photo (nur meine Meinung). :wink:
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Fr 08.04.22 12:14

Ja vielleicht nehme ich das auch falsch wahr...
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Timestheus » Sa 09.04.22 15:17

Bild

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 203/204 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 20,4mm
Gewicht: 3,75g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Odysseus Numismatique, Montpellier
Referenz: RIC IV Caracalla 130a

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Caracalla mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS AVG für Antoninus Pius Augustus.

Geboren als Lucius Septimius Bassianus, erhielt er von seinem Vater um das Jahr 195/196 n.Chr. den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Damit wurde er in das Kaisergeschlecht der Antonine aufgenommen und als fiktiver Enkel des Marcus Aurelius ausgegeben. Zur gleichen Zeit wurde ihm der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Im Jahr 197, spätestens jedoch 198 n.Chr. wurde er zum Augustus erhoben und mit den kaiserlichen Vollmachten ausgestattet.

Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen die Parther, erhielt er gegen 199 n.Chr. den Ehrentitel „Parthicus maximus“, welcher dann ab 200 n.Chr. auch auf Münzen erscheint. Im Jahr 208 n.Chr. zog die gesamte Kaiserfamilie unter Septimius Severus nach Britannien, um militärisch gegen die Kaledonier und Mäaten weit im Norden Schottlands vorzugehen. Nach dem siegreichen Feldzug führte Caracalla ab 210 n.Chr. den Siegernamen „Britannicus maximus“, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen.

Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien. Um die sich gegenseitig verhassten Brüder Caracalla und Geta zu trennen, soll Iulia Domna ihren Sohn zur Visitationsreise an den obergermanischen und rätischen Limes geschickt haben. Es kam allerdings zu keinem Krieg, wohl aber die formale Unterwerfung des einen oder anderen Stammes unter die Herrschaft der Römer, was den jungen Caracalla zur Behauptung eines Sieges über die Germanen und zu jenem frühen Scheintitel „Germanicus maximus“ veranlasste.

Eine zweite Erklärung bietet das Jahr 213 n.Chr. an. Im Sommer dieses Jahres war er in Germanien über den rätischen Limes gegen die Alemannen zu Felde gezogen und hatte schließlich eine erfolgreiche Schlacht mit ihnen am Mainfluss geschlagen. Sein Verhalten zum Feind war jedoch gekennzeichnet durch Verrat und Brutalität. So hatte er die alemannische Jugend aufgerufen unter seinen Fahnen mitzukämpfen und sie dann grausam ermorden lassen. Anschließende Kämpfe scheinen jedoch weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an germanische Gruppen veranlasst. Insgesamt gesehen war sein Vorgehen aber offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil.

Allerdings soll Caracalla von den Arvalbrüdern in Rom, einer Priesterschaft in Staatsdiensten, bereits am 17. Mai 213 n.Chr. als „Germanicus maximus“ öffentlich ausgerufen worden sein. Das wären geschlagene drei Monate vor dem mit seinem Namen verbundenen Kampfereignis im Spätsommer desselben Jahres. Wann er den Titel inoffiziell oder offiziell getragen hatte, wird daher noch kontrovers diskutiert. Auf Münzen erscheint der Ehrentitel erstmals ab dem Jahr 213 n.Chr.

Die Beinamen Pius und Felix erscheinen zum ersten Mal offiziell am 1. April 200 n.Chr. und werden meist zwischen dem Namen Antoninus und dem Titel Augustus gestellt. Dabei fehlt der Titel Felix bis 211/212 n.Chr. öfters, so dass in der ersten Zeit Pius allein in der Titulatur vorkommt. Auf Münzprägungen erscheint Pius seit 201 n.Chr. das erste Mal, während Felix erst seit 213 n.Chr. in der Legende zu lesen ist.

Als „Princeps iuventutis“ wurde er meist nur zu Lebzeiten seines Vaters bezeichnet. Die tribunicia potestas erhielt Caracalla im Jahr 198 n.Chr. erstmalig. Das erste Amt des Consulats begleitete er im Jahr 202 n.Chr. Pater Patriae ist nachweisbar seit dem Jahr 205 n.Chr. Den Titel Imperator II erhielt er gegen 207/208 n.Chr. und dann im Jahr 213 n.Chr. als Imperator III. Den Titel „Pontifex Maximus“ trug er richtigerweise erst nach dem Tod seines Vaters Septimius Severus, aber irrtümlich oder aus Schmeichelei wurde er auch schon früher so genannt. Eigentlich war er vor dem Jahr 211 n.Chr. nur Pontifex.

Als Alleinherrscher und Kaiser führte er den Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (richtig eigentlich Caracallus) war ein Spitzname, den er vermutlich ab 208 oder 213 n.Chr. nach einem langen Kapuzenmantel erhielt und in Rom einführte. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines germanischen oder keltischen Kleidungsstücks. Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas. Unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.

Von Caracalla sind vier Porträttypen bekannt. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass ihr Einsetzen mit Hilfe der datierten Münzen genau bestimmt werden kann. Ein erster Typus entstand 196 n.Chr. Unverkennbar ist das jugendlich-lockenköpfige Porträt dem des jungen Marc Aurel nachgebildet. Der Typus entstand zur gleichen Zeit wie ein Porträttypus des Septimius Severus, dessen Gestaltung sich an den letzten Porträttypus des Marc Aurel anlehnt. Die Porträts von Vater und Sohn sollten die behauptete Abstammung aus dem Hause der Antoninen vor Augen führen, die auch in Caracallas neuem Namen zum Ausdruck kam. Von diesem Typus gab es Neuauflagen mit erwachsener werdenden Proportionen.

Im Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten. Auch die Porträts aus dem Jahr der gemeinsamen Regierung 211/12 n.Chr. entsprechen diesen Typen und zeigen beide mit kurzem Vollbart.

Mit dem Gewinn der Alleinherrschaft 212 n.Chr. gestaltete Caracalla sein Porträt völlig neu. Der Kopf ist scharf zur linken Seite gewendet, und die Stirn des massiven Gesichts so kräftig zusammengezogen, dass der Betrachter schwanken kann, ob er in eine Miene höchster Anstrengung oder höchsten Zornes blickt. Caracalla trägt in diesem Porträt eine kurze Lockenfrisur und einen kurzgelockten Bart. Zu diesem Entwurf gehörte die Erfindung eines neuen kurzen Panzerbüstentypus, in dessen straff zur Seite gezogenem Mantel sich die starke Bewegung des Kopfes spiegelt.

Für die Interpretation dieses merkwürdigen Porträts ist es wichtig zu sehen, dass der Kaiser die extreme Inszenierung seiner selbst schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommen hat. In einem 215 n.Chr. geschaffenen Typus wurden die Haltung des Kopfes und die Mimik des Gesichts beruhigt, und Caracalla trägt wieder das kurze Haar, das nun üblich wurde. In einem vermutlich postumen Typus wurde die heftige Mimik des Typus von 212 n.Chr. wieder aufgenommen − man wüsste gern weshalb.

Die extreme Mimik des Porträttypus von 212 n.Chr. muss auch den Zeitgenossen aufgefallen sein. Das zeigen Bemerkungen in der antiken Literatur, die diese Mimik allerdings der Person zuschreiben. Der Zeitgenosse Dio Cassius berichtet, ein Spaßmacher habe gesagt, Caracalla sehe aus, als sei er wütend, weil er sich leidenschaftlich (thymoeidesteron) zu geben pflegte (Dio 78,11). Und in der spätantiken Historia Augusta heißt es, der Kaiser sei als Kind nett gewesen, später aber sei er ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … im Gesichtsausdruck finster‘ geworden (SHA Caracalla 2,4).

Im Hintergrund der merkwürdigen Stilisierung muss vor allem die offenbar besonders ausgeprägte Neigung Caracallas zum Heer und zum Soldatenleben gestanden haben. Er war angeblich keine gute Führungspersönlichkeit, liebte es aber, das Leben der Soldaten zu teilen und wurde dafür von ihnen geliebt. Auch der schon antike Spitzname Caracalla leitet sich von einem bestimmten Soldatenmantel her, den er gern trug. In diesem Sinne könnte der Bildnistypus Kraft, Energie und Einsatzbereitschaft ausgedrückt haben. Ein Bekenntnis zum Heer wäre 212 n.Chr. sehr passend gewesen, denn nach dem Mord an seinem Bruder soll Caracalla sich dorthin geflüchtet haben, als seine Hauptstütze. Vielfach wird außerdem von Caracallas zunehmender Schwärmerei für Alexander dem Großen berichtet. Er soll sogar Doppelhermen mit seinem Bildnis und dem des legendären Makedonen errichtet haben. Für einen Bezug auf Alexander im Porträt, wie ihn andere römische Kaiser gesucht haben, gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt.

Revers:
Zu sehen ist die Göttin Dea Caelestis mit aufwendigem Kopfschmuck und langem Gewand auf einem Löwen sitzend. Sie hält einen Fulmen (Blitzbündel) in der rechten und ein kurzes Szepter in der linken Hand. Wasser strömt links aus einem Felsen heraus, über das die Göttin auf dem Löwen nach rechts sprengt. Die Inschrift lautet: INDVLGENTIA AVGG IN CARTH für Indulgentia Augustorum in Carthaginem (Die Güte der Kaiser für Carthago).

Tanit (TNT, auch Tannit, Thanit, Tinnit, lateinisch Caelestis) ist die punische Göttin der Fruchtbarkeit und Schutzgöttin von Karthago. Ihr Beiname ist „Klagende im Angesicht des Baals“. Sie war die weibliche Hauptgottheit Karthagos und löste in dieser Rolle Astarte ab. Sie gilt als Jungfrau, aber auch als Mutter des Baals. Als Spenderin der Fruchtbarkeit hat sie den Namen „Nutrix“ (Ernährerin). Sie erweckt den Fruchtbarkeitsgott Baal jedes Jahr zu neuem Leben. Ursprünglich eine niedere Erdgottheit, lösten Tanit und Baal-Hammon im 5. Jahrhundert v.Chr. Astarte und Melkart als Hauptgötter der Punier ab. Dido, die erste Königin von Karthago, soll bei Gründung der Stadt ihren Tempel gestiftet haben. Der Göttin Tanit sollen auch Kinder im Feuer geopfert worden sein. Nach neueren Erkenntnissen könnte dies jedoch auch römische Kriegspropaganda sein. Unter Steinstelen fanden sich tatsächlich Urnen mit verkohlten Kinder-Knochen, für viele Forscher ein Beweis für Kinderopfer.

Bei der Zerstörung Karthagos 146 v.Chr. soll das Bild und der Kult der Caelestis nach Rom überbracht worden sein. Nach der Eroberung Karthagos wurde die Schutzgöttin der Stadt, welche während des zweiten punischen Kriegs schon beschworen worden war, feierlich evociert und nach Rom überführt (Serv. Aen. XII 481. Macrob. III 9, 7). Evocatio, der Ausdruck „einen Gott herbeirufen“ ist vom 1. Jahrhundert v.Chr. bis zum 6. Jahrhundert belegt. Vornehmlich bezeichnete dieser Brauch die antike Praxis, die Schutzgottheit einer belagerten Stadt durch eine magische Beschwörung herauszulocken, um ihr eine neue Unterkunft in Rom anzubieten, und die belagerte Stadt damit sozusagen ihrer Existenzgrundlage zu berauben. Aus diesem Grund wurde der Name der Schutzgottheit der Stadt Rom sowie der tatsächliche, eigentliche Name dieser Stadt in der Antike geheim gehalten, um den Feinden die Verfluchung unmöglich zu machen. Als Taktik der psychologischen Kriegsführung untergrub die Evocatio das Selbstbewusstsein des Feindes, bedrohte die Heiligkeit seiner Stadtmauern (Pomerium) und andere Formen des göttlichen Schutzes. Gewöhnlich war die Evocatio jedoch nur eine Methode, die ansonsten frevlerische Plünderung sakraler Gegenstände zu legitimieren.

Nach einer im Jahr 1892 gefundenen und von Gatti erläuterten Inschrift hatte die Caelestis, die praestantissimum numen montis Tarpaei genannt wird, ein Heiligtum auf dem capitolinischen Hügel, bei der heutigen Kirche Ara Caeli, deren Name wohl von dem der Göttin abgeleitet ist. Dem Tempel waren besondere Privilegien zuteil (Ulp. Reg. XXII 6: Deos heredes instituere non possumus nisi …Caelestem Salinensem [Sidonensem? selenen? selinensem?] Carthagini), er soll von einem großzügigen heiligen Hain umgeben gewesen sein (Verg. Aen. I 441) und stand wohl noch um die Zeit des Augustus in voller Pracht. Erst im Jahr 399 n.Chr. wurde er zur Kirche umgebaut. Dennoch beklagte selbst noch Salvianus im 5. Jahrhundert über die Hartnäckigkeit, mit welcher sogar Christen an dem Dienst der Göttin festhielten.

Doch nicht nur in der Hauptstadt Rom, sondern auch in der Provinz Africa, in Numidien und bis nach Mauretanien zeigen die Inschriften die Ausdehnung ihres Kultes. Sie wurde zurecht als die Africanische Göttin betrachtet. Schon zu der Zeit der punischen Macht verbreitete sich der Dienst der Caelestis nach Melita und Spanien (Gibraltars, Gades), wahrscheinlich auch bis nach Sizilien. Selbst in Apulum (Dacien) taucht sie auf, wohin sie offenbar durch die afrikanischen Soldaten der stationierten Legio XIII Gemina übertragen worden war (Ioan Piso, zum Kultus der Dea Caelestis, Inschrift einer Marmorara).

Die semitischen Gottheiten haben nicht wie die griechischen eine scharf ausgeprägte Individualität. Ihr Charakter ist vielfältiger und unbestimmter. Je nachdem man die eine oder andere ihrer Eigenschaften hervorheben wollte, hat man sie verschiedenen abendländischen Göttern gleichgestellt, aber völlig entsprechen sie keinem. Deshalb wird die Tanit auf den afrikanischen Inschriften gewöhnlich schlechthin Caelestis oder dea Caelestis genannt oder trägt allgemeine Beinamen wie augusta, sancta, magna oder numen praesens. In alter Zeit hatten die Römer die höchste Göttin der Karthager mit Iuno identifiziert (Iuno caelestis). In der Tat hatte die Regina caelorum mit der lateinischen Iuno regina manche Berührungspunkte. Später wurde die Iuno caelestis als Himmlische gedeutet, dessen Gestirne sie trägt, schickt sie auf die Erde wie das Gewitter so auch den segenspendenden Regen und gibt Menschen und Tieren das Leben. Wie Saturnus/Baal ist die Caelestis/Tanit in Africa eine Gottheit der Fruchtbarkeit und wird demnach der Venus gleichgestellt. In Syrien waren ursprünglich mit ihrem Dienst heilige Prostitutionen verbunden, was ihre Feste und Kulthandlungen nie ganz von Unzucht befreiten. Als befruchtende Göttin wurde die Caelestis auch den Erdgottheiten, in Italien der Bona Dea (Bona dea caelestis), in Africa selbst der Kybele angenähert. Beiden war der Löwe besonders gewidmet.

In schroffem Gegensatz zu dieser Auffassung stellte man sich diese Naturgöttin als eine Jungfrau vor. Dieser Zug, der die Caelestis im semitischen Pantheon besonders kennzeichnet, hängt wohl mit dem alten einheimischen Glauben zusammen. Die Libyer verehrten eine kriegerische Jungfrau, welche die Griechen mit Athena verglichen, und nach ihren einfachen Anschauungen war die Unverletzlichkeit mit der Jungfrauschaft verbunden (Herod. IV 180). Die Beschützerin Karthagos war auch eine Kriegsgöttin, welche man auf den Münzen mit der Lanze und dem Blitz darstellt. Sie wurde ebenfalls als virgo caelestis gepriesen, und man sprach sogar von ihr als einer Venus virgo. Passender wurde sie in dieser Hinsicht aber von den Römern Diana genannt. Diese Benennung verdiente sie auch, weil sie nach der in Africa wie in Phoinikien (siehe Astarte) sehr verbreiteten astronomischen Theologie eine Mondgöttin war, wie Baal ein Sonnengott (Herodian. V 6, 4. Cass. Dio LXXIX 12, vgl. CIL X 1598 lunas cum gemmis).

Über den Kult der Caelestis ist bis jetzt wenig bekannt. Von der Unzucht mancher Feste ist schon die Rede gewesen. Die an diesen Tagen stattfindenden Spiele gaben zu allerlei Ausschweifungen Anlass (Aug. civ. d. II 4). Orakel wurden in dem Tempel der Caelestis zu Karthago erteilt und gaben der weissagenden Göttin einen zuweilen bedeutenden politischen Einfluss. Mit dem Mantel (peplus) der Himmelskönigin ließen sich Thronbewerber ausschmücken. Von dem eigentlichen Dienst erfahren wir kaum etwas. Die Priesterschaft der Caelestis war ohne Zweifel zahlreich, aber wenige Titel sind überliefert. Neben den Männern, gehörten auch Frauen der Priesterschaft an. Der spätere Kaiser Marcus Aurelius Antoninus (genannt Elagabal) verkündete und feierte die „Heilige Hochzeit“ (hierós gámos) des Gottes Elagabal. Dieser sollte sich mit der karthagischen Urania (Dea Caelestis, Tinnit) vermählen. Die Hochzeit des Herrschers und Oberpriesters mit der Vestalin sollte die vollkommene göttliche Hochzeit auf der menschlichen Ebene abbilden. Aus dieser Verbindung erhoffte er gottähnliche Kinder. Dabei kollidierte der Kaiser mit der völlig anderen Auffassung der Römer von den Aufgaben der zu strengsten Keuschheit verpflichteten Vestalinnen.

Hintergrund:
Gegen 199 n.Chr. fanden mit Friedensverhandlungen die Feldzüge des Septimius Severus gegen die Parther ein siegreiches Ende. Daraufhin begab sich der Kaiser mit seinem Mitregenten und Sohn Caracalla und dem Rest der Familie nach Ägypten, um hier sowohl Aufstände niederzuschlagen als auch die Provinz Africa neu zu strukturieren und entsprechende Dekrete zu erlassen. Als Septimius Severus die Metropole Alexandria besuchen wollte, soll sich nachfolgende Anekdote zugetragen haben. Ein Tor der Stadt trug noch die alte Inschrift „Stadt des Herren Niger“ (Pescennius Niger war bis zu seinem Tod 194 n.Chr. ein Rivale im Kampf um den römischen Thron). Um den Unwillen des Severus zu dämpfen, legten die Alexandriner dies dahin aus, dass ihre Stadt Besitz des Herrn des Niger, also des Severus sei.

Während des Aufenthaltes erteilte Septimius Severus zahlreiche Erlässe, welche die afrikanische Provinz betrafen. Unter anderem die neue Abgrenzung der Provinz Numidien, deren Territorium zur bisherigen Provinz Africa gehörte. Als Ausgleich erhielten bedeutende Städte, wie Utica oder Karthago, besondere Großzügigkeiten oder Privilegien. Besonders Karthago soll vom Kaiser dabei großzügig bedacht worden sein. Die Stadt erhielt das sogenannte Ius Italicum. Als ein Kaiser afrikanischer Herkunft, verlieh Septimius Severus das Ius Italicum mehreren römischen Gemeinden in Africa. Die Auswirkungen davon waren, dass ihr Land, obwohl außerhalb der physischen Grenzen Roms, unter römisches Recht fallen würde. Dies bedeutete auch ein höheres Maß an Autonomie in ihren Beziehungen zu den Provinzgouverneuren. In der Stadt geborene Menschen erhielten automatisch das römische Bürgerrecht. Als römische Bürger wiederum konnten die Menschen Eigentum kaufen und verkaufen, waren von der Grundsteuer und der Kopfsteuer befreit und hatten Anspruch auf Schutz nach römischem Recht. Ius Italicum war die höchste Freiheit, die eine Gemeinde oder Provinz erlangen konnte, und wurde als sehr günstig angesehen.

Zudem soll Karthago das Recht erhalten haben ein jährliches Fest zu Ehren der Kaiser auszurichten und finanzielle Mittel zum Bau eines Odeons erhalten haben. Umstritten ist die Deutung der Rückseitendarstellung des Felsens und entspringenden Wassers. Dies könnte auf den kaiserlich finanzierten Bau eines neuen Aquädukts hinweisen oder zumindest auf eine Instandhaltung bzw. Restauration eines vorhandenen Aquädukts. Die Großzügigkeiten der beiden Kaiser müssen jedoch für die Stadtverantwortlichen überwältigend gewesen sein, denn Karthago nahm darauf den Beinamen „Septimiana“ an.

Die Übersetzung der Rückseitenlegende ist kein großes Geheimnis, preist sie doch die Großzügigkeit der beiden Kaiser Septimius Severus und Caracalla in der römischen Welt gegenüber Karthago. Versinnbildlicht wird dies durch die Abbildung der karthagischen Schutzgöttin, der Löwe ist eine bekannte Allegorie der Provinz Africa – inspiriert vielleicht durch die Darstellung der Statue, wie sie auch im Circus Maximus in Rom stand.

Anscheinend war es für den Kaiser ein besonderes Anliegen dies kundzutun, denn Septimius Severus ließ für sich und seinen Sohn und Mitregenten Caracalla zahlreiche Münztypen in Gold, Silber und Bronze mit dieser Darstellung und der Rückseitenlegende „INDVLGENTIA AVGG IN CARTH“ prägen. Die Ausgabe der Münzen soll gegen 203/204 n.Chr. nach der Rückkehr aus dem Osten des Reiches nach Rom erfolgt sein.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Tanit
* Wikisource: Caelestis
* Wikipedia: Evocatio
* Wikipedia: Ius Italicum
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser

Blog:
https://roma-aeterna.de/roemische-kaise ... caracalla/



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Dieses Exemplar habe ich diese Woche mir bei einem meiner "Lieblingshändler" sichern können. Die Rückseite könnte bisschen besser sein, dafür finde ich das Porträt ganz ansprechend (bisschen große Augenbrauen der Junge gehabt *g*). Ein Severus Exemplar suche ich leider bisher vergebens, da scheitert es aktuell irgendwie an der Erhaltung. Viel Spaß beim Lesen.
Veritas? Quid est veritas?
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Re: Sammlung Timestheus

Beitrag von Lucius Aelius » Sa 09.04.22 23:33

Timestheus hat geschrieben:
Sa 09.04.22 15:17


Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien.
Danke. Das war mir absolut neu, dass das mit dem Germanicus-Titel schon 208 gewesen sein könnte.

Leider hast du den Titel des Herrn Robl in deiner Quellenliste nicht aufgeführt. Ist es vielleicht dieser?
http://www.robl.de/caracalla/caracalla213.pdf
Ich habe mal die ersten Seiten überflogen und mich dann gefragt, ..... :roll:

Ich zitiere nur mal S. 6:
"Eine Ehrentafel in Meimsheim, 34 Kilometer westlich des obergermanischen Limes im Zabergäu,
wurde „ob victoriam Germanicam“, d. h. „wegen des Sieges über die Germanen“, zu Ehren des
Caracalla „Germanicus“ und seiner Mutter Julia Domna skulptiert. Dem schon seit ca. 195 n. Chr.
gewohnten Ehrentitel „mater castrorum“, d. h. „Mutter der Militärlager“, hätte Julia Domna wäh-
rend des Feldzuges von Spätsommer 213 n. Chr. schwerlich einen Inhalt geben können, denn bei
diesem war sie gar nicht dabei!"
xxx.jpg

Und was hat dann Pontifex Maximus dort zu suchen, wenn der Stein sich auf einen Germanientrip des Caracalla anno 208 beziehen soll?


Ebenfalls lustig S. 7, Anm. 20:
"Julia Domna war die erste römische Kaiserin, die mit dem Epithet „mater castrorum“ belegt wurde"
Ach wirklich? Diese Dame hat ja wohl vor Julia Domna gelebt: viewtopic.php?f=6&t=37004&p=508018&hili ... vm#p508018


Robl - den Namen muss man sich merken :roll:
Gruss
Lucius Aelius

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