Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

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Atalaya
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Re: Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

Beitrag von Atalaya » Di 23.11.21 09:33

Die Chapman-Brüder waren um 1921 in Philadelphia aktiv und scheinbar eine Hausnummer im numismatischen Auktionsgeschäft der Zeit. Außer einem Katalog zum 'Jenks Sale' und einem zu US-Münzen habe ich bislang nichts für 1921 gefunden.
Altamura2 hat geschrieben:
Di 23.11.21 09:04
DavidSoknacki hat geschrieben: ↑
Di 23.11.21 03:34
... dass "Münzen in dieser Sammlung in der Zeit von 1933 bis 1941 zusammengestellt wurden" ...
Das bezog sich aber auf die Sammlung, die DNW 2017 versteigert hat, nicht auf die von Disinger: https://www.dnw.co.uk/auction-archive/s ... ion_id=644
Der zeitliche Ablauf wird doch langsam klarer, seitdem Du die Auktion von 1921 aufgespürt hast. :) So ergibt alles viel mehr Sinn. Vorausgesetzt, wir haben die richtigen Disingers lokalisiert, könnte James Disinger gut seine Sammlung im Alter von 76 Jahren weggegeben haben, nachdem sich sein Sohn anderen Interessen (Archäologie, Boy Scouts...) zugewendet hatte.
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

Beitrag von Atalaya » Di 23.11.21 11:50

Altamura2 hat geschrieben:
Mo 22.11.21 23:16
Genau die Münze hier wurde von der Adolph Hess AG Luzern in der Auktion 221 am 18.12.1933 als Los 522 verkauft. In der Beschreibung steht als Provenienz "Collection Disinger, 1921":
Beschreibung: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k ... t%20bronze
Abbildung: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k ... t%20bronze

Münzen von Disinger wurden in dieser Auktion mehrere versteigert, beim ersten Auftreten im Katalog steht dazu "Vente Disinger, Philadelphie, 1921".
Also fand die Versteigerung von Disingers Sammlung wohl irgendwann 1921 in Philadelphia statt :D .
Der "Amateur de goût" hat seine Münzen teilweise auch aus der Jenks-Sammlung, die 1921 in Philadelphia von H. Chapman versteigert wurde. Eine Verwechslung ist es nicht, im Jenks-Katalog kommt die Münze nicht vor. Im Numismatist von 1921 habe ich Auktionsnotizen gesucht, die passen könnten. Bisher nichts Brauchbares...
DavidSoknacki hat geschrieben:
Di 23.11.21 03:34
Mit der Information, dass die Disinger-Sammlung möglicherweise 1921 erstmals in Philadelphia verkauft wurde, werde ich nun im Newman Numismatic Portal (https://nnp.wustl.edu/library/auctioncompanies) nachsehen, ob ich den ursprünglichen Verkauf finden kann.
Nochmals vielen Dank, ich schätze es wirklich.
Wenn Du etwas findest, dann halte uns hier doch bitte auf dem Laufenden :)
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

Beitrag von Altamura2 » Di 23.11.21 11:52

Zwerg hat geschrieben:
Di 23.11.21 09:32
... Es gab den Verkaufszettel, die Daten wurden in den Auktionstext übernommen, damit hat man ein "pedigree".
Das ist ja heutzutage oft wichtiger als die Münze selber. ...
Ich meinte nicht das Zitat in der Auktion 2017 bei DNW, sondern das 1933 bei Hess :D .
Heute wird sowas auch einfach irgendwo abgeschrieben, ich nehme aber an, dass Hess schon wusste, um welche Auktion genau es da ging.

Gruß

Altamura

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Re: Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

Beitrag von DavidSoknacki » Mi 24.11.21 04:10

Nochmals vielen Dank an alle, die zu diesem Gespräch beigetragen haben.
Ich schreibe, um ein Updatebereitzustellen.
Heute Abend habe ich das Newman-Portal mit "AEGYPTOS" durchsucht und jede Auflistung, die es gefunden hat, auf Esel oder Dupondiiüberprüft. Keine stimmte mit dem Gewicht oder dem Foto überein.
Unter dem SuchbegriffDisingergab es fünf Einträge,von denen vier für Foster Disinger waren, der 1912 der American Numismatic Association beitrat und ein Jahr später sein Abonnement der Zeitschrift erneuerte. (Der fünfte Eintrag war für einen Stenografen in der US Navy.)
Wie @Atalaya und @Altamura2 erwähnt, kann sich der Hess-Verweis auf"Disinger-Verkauf, Philadelpia 1921" auf den Verkauf der John Story Jenks-Sammlung durch Henry Chapman Jr. beziehen. Das geschah 1921 in Philadelphia. Der Chapman-Katalog ist zwar auf dem Newman-Portal verfügbar, enthält jedoch keine Auflistung für diese Münze.
Wenn ich weitere relevante Informationen finde, werde ich diesen Thread ergänzen.
Da dies mein erster Beitrag im Numismatik Forum und auf Deutsch ist, möchte ich mit Ihnen teilen, dass der Beitrag im Numismatik Forum eine großartige Lernerfahrung war. Zum Beispiel war mir die Suchmaschine BnF Gallica einfach nicht bekannt.
Danke euch allen, dass ihr so hilfsbereit seid.
D

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Re: Provenienzfrage: ex Disinger Sammlung

Beitrag von Altamura2 » Mi 24.11.21 08:38

DavidSoknacki hat geschrieben:
Mi 24.11.21 04:10
... Wenn ich weitere relevante Informationen finde, werde ich diesen Thread ergänzen. ...
Ja bitte, vielleicht lösen wir das Rätsel um die Disinger-Sammlung und die Auktion 1921 in Philadelphia ja eines Tages doch noch :D .
DavidSoknacki hat geschrieben:
Mi 24.11.21 04:10
... Da dies mein erster Beitrag im Numismatik Forum und auf Deutsch ist, möchte ich mit Ihnen teilen, dass der Beitrag im Numismatik Forum eine großartige Lernerfahrung war. ...
Das ist aber sehr gut gelaufen, da können gerne noch mehr Beiträge kommen :D .
DavidSoknacki hat geschrieben:
Mi 24.11.21 04:10
... Zum Beispiel war mir die Suchmaschine BnF Gallica einfach nicht bekannt. ...
Das ist aber "nur" die Online-Präsenz der Bibliothèque de France, man findet nur Inhalte, die in der BnF vorhanden sind. Die haben aber ziemlich viel :D .

Gruß

Altamura

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