Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Numis-Student » Sa 25.12.21 22:40

Ich sammle ja extrem breit gestreut "Numismatik", und ich habe mich tatsächlich auch für die Zeit meiner Diplomarbeit sehr stark auf Probus spezialisiert. Ich FÜR MICH kann sagen, dass diese Zeit der Spezialisierung eine Einengung, eine Einschränkung war, die mir auf Dauer nicht zugesagt hätte. Der erste Kauf nach Abgabe der Arbeit war irgendein Denar, ich glaube Hadrian (oder Traian ?), aber das wirklich eine Befreiung, endlich auch wieder Münzen kaufen zu können, die einen auf irgendeine Weise ansprechen, und die man nicht nur deswegen kaufen " muss" weil man Nr. 328c mit dieser Büstenvariante noch nicht hat.

Ich habe nach wie vor meine wissenschaftliche Spezialsammlung Probus, ich schaue natürlich auf Börsen bei Probus immer noch etwas genauer, aber ich geniesse auch die Freiheit, von der Drachme zum Taler und Wertmarken wieder breit das zu nehmen, was mich anspricht, mir gefällt oder interessant erscheint oder meine Neugier weckt.

Schöne Grüße
MR
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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von richard55-47 » So 26.12.21 08:44

Oh je, diese Bandbreite sprengt meine geistige Kapazität, von der finanziellen ganz zu schweigen.
Ich habe mich auf GALLIENUS gestürzt, um zumindest auf einem Gebiet etwas sicherer und kompetenter zu sein.
do ut des.

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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Numis-Student » So 26.12.21 09:00

Die finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt, da gebe ich Dir vollkommen recht. Das ist natürlich auch der Grund, dass bei vielen (oder fast allen ;-) ) Gebieten die teuren Jahrgänge, die seltenen Typen und das Gold fehlen. Und zum Lernen reicht in vielen Fällen auch das Stück in s-ss, es braucht kein vorzügliches Prachtstück sein. Und: Vollständigkeit ist auch nicht möglich, aber ein paar Anschauungsobjekte sind zumindest vorhanden.
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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Perinawa » So 26.12.21 09:15

richard55-47 hat geschrieben:
So 26.12.21 08:44
Oh je, diese Bandbreite sprengt meine geistige Kapazität, von der finanziellen ganz zu schweigen.
Das unterschreibe ich ebenfalls.
Unanfechtbare Wahrheiten gibt es überhaupt nicht, und wenn es welche gibt, so sind sie langweilig

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Chandragupta
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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Chandragupta » So 26.12.21 17:07

Das Thema sind hier im Thread ja offiziell nur Römer - aber nachdem Numis-Student das nicht nur auf Antike allgemein erweitert hat, sondern sogar auf Die Numismatik[tm](C)(R) :wink: schlechthin, kann ich hier auch noch was beitragen:

Wie oben geschrieben bin ich ja ein ausgemachter Goldbug, und "überschüssiges Geld" habe ich, statt es auf dem Girokonto/Tagesgeld liegen zu lassen (wo es mittlerweile eh die Negativzinsen auffressen würden :evil: ...), schon seit Mitte der 90er sofort in Gold angelegt. Und auch da mußte ich natürlich lernen und habe entsprechende Anfängerfehler gemacht: Bis etwa 2000 habe ich einfach nur in "meiner Bank" hin und wieder mal 'nen 100g (Präge-)Barren gekauft: also Anlegerware pur, total unnumismatisch... :roll:

Erst ab 2002 (Einführung des (T)Euro-Bargeldes) habe ich dann auf Münzbörsen (Numismata, WMF, Hannover, Hamburg, ...) bewußt die diversen Goldmünzenhändler gesehen und mitbekommen, daß die dort nahezu zum Goldpreis moderne "Massengoldmünzen" aus der Hochperiode des Goldstandards (Anfang 19. Jh. bis Anfang 20.Jh.) hatten: z.B. US-$, Sovereigns, Lateinische Münzunion (LMU), dt. Kaiserreich, Skandinavische Münzunion (SKU: Goldkronen Dänemark, Norwegen, Schweden), etc. Regelmäßige Besucher, die das noch von "vor Corona" her kennen, wissen, welche Firmen ich jetzt meine: EuroGold Brüssel, CTMP Frankreich, Göbel, Gadoury, ... aber eben z.B. auch die Goldabteilungen von Künker, Emporium Hamburg, usw. Na klar, daß das für einen Numismatiker deutlich prickelnder ist, als diese drögen Goldbarren oder Anleger-Unzen. Ergo habe ich auf jeder Börse das Geld, das bei Antiken-Käufen übrig geblieben war, bei den besagten Goldhändlern gelassen.

Zunächst habe ich primär auf "möglichst viel Gramm Gold für mein Geld" geachtet - und das hieß vor allem: Sovereigns (späte Queen Victoria bis Georg V), Massenware deutsches Kaiserreich, Golddollars, Napoleon III, und so. Und irgendwann bekam ich dann mit, daß das numismatisch teilweise mindestens genauso spannend sein kann, wie die "elitären" :wink: Antiken. Und ich wurde langsam wählerischer, auch wenn die einzelne Münze eben doch mal ein paar Euro mehr kostete, als die absolute Massenware. Denn der Goldpreis kannte tendenziell eh nur eine Richtung: nach oben ... und ich wußte deshalb, daß in ein paar Monaten bzw. maximal ein...zwei Jährchen der Wiederverkaufswert schon über Einkauf liegen würde. Und ich konnte mich zwischenzeitlich an echten numismatischen Zeitdokumenten erfreuen! :D

Eine Weile habe ich mich innerlich dagegen gesträubt, mich als "Sammler" von modernen Goldmünzen im Grenzbereich zwischen Anlegerware und "echter" Numismatik zu sehen. Denn "richtig sammeln" tat ich ja nur Antike!! Aber als ich dann anfing, bei Napoleon Bonaparte und seiner Zeit nach Jahrgängen, und zunehmend auch nach Erhaltung, zu sammeln, und dann eben auch noch ein "König Lustik" von Westphalen, eine Marie-Louise von Österreich bzw. ein Murat im Original her "mußte" (alles Münzen, die in sammelwürdigem Zustand 50....150% über Goldpres koste(te)n ...), wurde mir klar: Ja, ich bin nicht nur Antiken-Sammler ... :D 8) :mrgreen:

Und da es seit 2 Jahren hierzulande keine Münzbörsen mehr gibt, man die besagten Münzen aber auch in Wechselstuben vor Ort bekommt, habe ich in 2020/21 praktisch nur noch meine kleine Goldsammlung erweitert ...
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Numis-Student » So 26.12.21 17:57

Diese Diskussion ist im Römerforum entstanden, daher habe ich sie hier gelassen und den entsprechenden Titel verpasst... Ich hätte auch zu einem allgemeineren Unterforum verschieben können und fragen "Wie sammeln wir Münzen ?" ;-)

Von daher finde ich es auch nicht schlimm, einmal über den römischen Tellerrand hinaus zu schauen.

Sollte ich auch einmal überschüssiges Geld haben, so kaufe ich ebenfalls gern Anlagegold, beschränke mich in diesem Bereich aber auf die Lateinische Münzunion, genauer gesagt auf die Standard-Zwanziger und nehme dort auch gern die unbeliebteste Version (8 Gulden 1892 Österreich), da ich mich ja kenne, also im Bedarfsfall nicht an die Sammlung gehen will...;-) Da bin ich dann froh, Nachprägungen und doppelte Jahrgänge zu haben, von denen ich mich leichter trennen kann.
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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von Chandragupta » So 26.12.21 18:20

Zu Deinem letzten Satz: Ich weiß schon ganz genau, wie ich meine "Goldies" abverkaufe. Nachdem ich meine Barren mittlerweile allesamt abgegeben habe (Ausnahme: zwei wirklich "kultige" Rothschild-Gußbarren aus den 60er/70er Jahren, für die es zurecht einen eigenen Sammlermarkt gibt): Natürlich auch erst die Nachprägungen (z.B. die Elizabeth-Sovereigns der 50er Jahre aufwärts), dann die schlecht erhaltenen Dubletten, ... und erst ganz zuletzt die "Echtnumismatik".

Andere halten das natürlich auch so. Was dann zur Folge hat, daß irgendwann doch mal die "besseren Sachen" wieder in den Markt kommen, wenn der bisherige Besitzer dringend Geld braucht. Weshalb ich als Rentner regelmäßig aller paar Tage die Berliner Wechselstuben "abgrase". Und dann findet man da manches tolle Schnäppchen, das die dort gar nicht erkennen. Die haben eben Pauschalpreise gemäß Goldgehalt. Und ob ein kaiserzeitliches 20-M-Stück jetzt z.B. ein Carl Alexander von Sachsen-Weimar 1896 ist (der größte Schnapp, den ich je in einer Wechselstube getätigt habe :mrgreen: ), oder ein Wilhelm II von Preußen vom selben Jahrgang (sowas kostet wirklch nur den Goldpreis) ist denen egal. Mir aber nicht... :wink:
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

LordLindsey
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Re: Selbstreflexion: wie sammeln wir Römer ?

Beitrag von LordLindsey » Mo 27.12.21 01:11

richard55-47 hat geschrieben:
So 26.12.21 08:44
Oh je, diese Bandbreite sprengt meine geistige Kapazität, von der finanziellen ganz zu schweigen.
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Eine BREITE Sammlung muss ja nicht größer sein als eine TIEFE Sammlung. Ich halte es eher wie Numis-Freund und sammel alles von Kelten bis Euro. Die sammel Kunst besteht hier darin, aus dem schier unendlichen Angebot die wichtigen und für die Aussage der Sammlung zentralen Stücke auszuwählen, und, was oft schwerfällt, auf die anderen zu verzichten.

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