Münzwaagen & Münzgewichte

Wie zahlten unsere Vorfahren? Was war überhaupt das Geld wert? Vormünzliche Zahlungsmittel

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Sa 22.10.22 16:41

Und heute ist mir wieder eine beeindruckende Münzwaage, inzwischen glaube ich, aus der Zeit um 1750, zugelaufen.

Schublade mit 21 Fächern für die Münzgewichte, ein einziges fehlt leider. Dazu ist noch ein Ausgleichsgewicht (5 As) vorhanden. Auf dem Kasten ein gedrechselter Waagbaum aus Holz mit Messingzuggewicht. Eiserne Waage mit Messingschalen. Der Querbalken des Waagbaums ist in Form eines Fisches aus Messing gefertigt. Die Schnur vom Zuggewicht ist an der Schwanzflosse befestigt, die Waage hängt im Maul.

Sogar die Messingpinzette für die Ausgleichsgewichte ist noch vorhanden.

Liste der enthaltenen Gewichte:
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Di 25.10.22 22:16

2 Louis vieux 16,25g
2 Louis neuf 15,31g
1 Noail 12,34g
2 Pistol 13,47g
1 Souverain 11,19g
2 Merliton 12,99g
5 As 0,24g
///
1 Louis vieux 8,15g
1 Louis neuf 7,67g
1 Max dor 6,57g
1 Pistol 6,80g
1/2 Noail 6,15g
1/2 Croix de Malt 4,99g
1 Carlin 9,71g
///
1 Croix de Malt 9,83g
1 Merliton 6,43g
2 Ducat 7,01g
1 Ducat 3,46g
1/2 Souverain 5,59g
?
1 Albertin 5,17g
1/2 Carlin 4,79g
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » So 27.11.22 21:51

Ich sag es ja, wenn man einmal die kritische Grenze von 3 überschritten hat, vermehren sich Objekte unkontrolliert und selbstständig...

Heute kam wieder eine Münzwaage zu mir, genauer gesagt eine französische Münzwaage um 1800, vergleichbar mit dieser: https://shop.historische-apotheke.de/Mu ... edigt.html
Jedoch: perfekt erhaltener Kasten, originales Etikett im Deckel, Einsatzgewichte vollständig, 7 kleine Gewichte unter dem vorhandenen Schiebedeckel.

Schöne Grüße
MR
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Erdnussbier » Mo 28.11.22 08:37

Das wäre ja eine gute Gelegenheit mal wieder die Kamera zu entstauben und Beweise zu liefern, hehe.
;)

Grüße Erdnussbier
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Mo 09.01.23 22:51

Auch etwas kurioses, interessantes und seltenes:

https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=6219&lot=529

Zumindest ich kenne keine vergleichbaren Prägestempel für Münzgewichte.

Schöne Grüße
MR
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von olricus » Do 12.01.23 20:59

Hallo Numis-Student,
ein Prägestempel kann es wohl nicht sein, denn dann würden die geprägten Münzgewichte
in sogen. Spiegelschrift erscheinen, es kann aber sein, dass es eine sogen. Patrize ist, die
dann zur Herstellung weiterer Prägestempel, also Matrizen, diente.
Grüße von olricus

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Numis-Student » Do 12.01.23 21:08

Hallo Olricus,

das Foto wurde zur besseren Lesbarkeit gespiegelt ;-) Das Original ist in Spiegelschrift, damit die Münzgewichte "richtig" geprägt werden können.

Schöne Grüße
MR
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Klippe oder Marke?

Beitrag von Spatenpaulus » Sa 28.01.23 19:16

Freunde der Nacht,
ich habe hier ein sehr interessantes Objekt.
Material: Kupfer
Gewicht: 2,79 Gramm.
Maße: 1,5 cm x 1,5 cm.
Ich denke, dass auf dem Avers ein Bischof abgebildet ist. Erkennbar an der Mitra. Das Revers ist glatt.
Gegen eine Klippe spricht m.E. die fehlende Wertstellung und das fehlende Jahr. Oder ist es eine Art Marke?
Für sachdienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.
20230128_145514.jpg
Gruß
Rene

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pinpoint
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Re: Klippe oder Marke?

Beitrag von pinpoint » Sa 28.01.23 19:18

Münzgewicht

Regards , Pinpoint
COGITO , ERGO SUM

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Re: Klippe oder Marke?

Beitrag von Spatenpaulus » Mi 01.02.23 21:18

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Kann man irgendwie herausbekommen, für welche Münze dieses Münzgewicht galt?

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Re: Klippe oder Marke?

Beitrag von Numis-Student » Mi 01.02.23 21:30

Spatenpaulus hat geschrieben:
Mi 01.02.23 21:18
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Kann man irgendwie herausbekommen, für welche Münze dieses Münzgewicht galt?
Hallo Paulus,

ich habe den Beitrag zu den Münzgewichten verschoben; mal schauen, ob einer der an diesem "etwas speziellen" Thema interessierten Mitleser noch eine genauere Bestimmung liefern kann.

Schöne Grüße
MR
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von Rollentöter » Do 02.02.23 20:14

Eine genau Bestimmung kann ich nicht liefern, aber vielleicht etwas eingrenzen

Das Wappen zeigt ein Kreuz, nicht alle Bistümer hatten ein Kreuz im Wappen. Das reduziert schon mal deutlich!

Dann ein Nominal mit knapp 2,8 Gramm!
Gruß

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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von cepasaccus » Mi 12.04.23 21:57

Bei mir stehen auch einige Muenzwaagen herum. Hab sie hier im Forum nicht gefunden, also vielleicht hab ich sie ja noch nicht gezeigt. Nun erstmal die Schnellwaagen. Nachdem ich trotzdem kein Experte bei Muenzwaagen bin kann ich nur wiedergeben, was andere so schreiben. Ich werde auch noch schauen, ob ich noch was heraus finde, so dass das hier etwas langsamer geht. Schon mal vorab: Es sind 5 Schnellwaagen.

Objekt 1

Eine türkische Schnellwaage. Da sieht es besonders mau mit meinen Kenntnissen aus, weil ich absolut keine Ahnung von tuerkischen Muenzen habe. Die Muenznominale, die ich so finde haben nicht viel mit den fast ausschliesslich krummen Zahlen zu tun. Mein Tip waere, dass das Gewichtseinheiten sind. Man koennte mal durch Ausprobieren herausfinden, wie schwer die Goldmuenzen ungefaehr sein muessten. Die Muenzen liegen nicht gut in den fuer sie vorgesehenenn Einkerbungen sondern auf den Kanten davor. Kann auch sein, dass in der aeussersten Kante garkeine Muenze mehr liegen bleibt. Kein gutes Design.

Hier wurde so eine Waage in besserer Qualitaet verkauft. Mit Zitat! Anscheinend gibt es dafuer Literatur. Schlumberger?
https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=3071&lot=3855

Und hier gerade bei ebay aus Holz mit arabischen Ziffern.
https://www.ebay.de/itm/185485650519
Der Verkaeufer macht hier ein paar Angaben:
Rarer Münzprüfer Türkei, Holz, um 1850.
Münzprüfer vermutlich für Piaster (Lira); österreichischer Dukat ; Sovereign und halber Sovereign Goldmünzen.

Wenn man nach dieser Angabe die 100 fuer 100 Piaster (7.25g) nimmt, dann waere ein Sovereign (7.99g) etwa 110 Piaster und ein halber 55 Piaster. Ein Dukat sind etwa 51 Piaster. 20 und 10 Francs passen sehr gut fuer 88 und 44 Piaster. Naja, dann wird das wohl so stimmen.
Dateianhänge
waage1a.jpg
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von cepasaccus » Mi 12.04.23 22:12

Objekt 2

Eine Muenzwaage aus Frankreich fuer 4 Muenzentypen. Der Durchmesser wird nicht genau geprueft, die Dicke ist ok, aber nicht wirklich aussagekraeftig, weil es hier keine Goldmuenzen sind. Die beiden 5-Francs-Stuecke wurden 1933 bis 1939 gepraegt und sind aus Nickel. Das silberne 10-Francs-Stueck wurde 1929 bis 1939 gepraegt, ebenso das silberne 20-Francs-Stueck. Ich bin mir also ziemlich sicher, dass die Muenzwaage aus den 1930ern ist. Im Krause lese ich gerade, dass es versilberte Faelschungen vom 20-Francs-Stueck gitb. Waere spannend so eine Faelschung mit der Waage zu pruefen.

Es gibt gerade bei ebay eine sehr aehnliche Waage fuer Reichsmark.
https://www.ebay.de/itm/134525878159
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Re: Münzwaagen & Münzgewichte

Beitrag von cepasaccus » Mi 12.04.23 22:34

Objekt 3

Eine Schnellwaage aus den USA. Das Patent ist von 1882: https://patents.google.com/patent/USD12 ... q=USD12795
Und es gibt sogar ein Video zum Pruefer: https://www.youtube.com/watch?v=JKVusYEm6Kg
Und eine textliche Geschichte: https://numismatics.org/pocketchange/fa ... oin-scale/
Auf meinen Fotos steckt ein Morgan Dollar in der Waage. Dadurch, dass da noch ein Blech unten dran befestigt ist, kann diese Waage im Gegensatz zur franzoesischen den Durchmesser auch gut pruefen. Auf der Holzbox ist eine Beschreibung aufgeklebt, die die ganzen pruefbaren Muenzen enthaelt:
https://numismatics.org/collectionimage ... oscale.jpg
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waage3.jpg
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