Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

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hoemmelmeyer
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Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von hoemmelmeyer » Sa 03.06.23 17:08

Hallo,
in den 50er Jahren wurde eine alte Münze beim Pflügen mit dem Pferd im Kreis Vechta gefunden.
Viel ist nicht mehr zu erkennen. Die Münze hat einen Durchmesser von 18,2 mm und wiegt exakt 1,00g.
Das Gebiet gehörte ab ca. 1820 zum Herzogtum Oldenburg, vorher war es das Niederstift des Münsterlandes.
Vielleicht ist ja jemand dabei der die Münze zeitlich einordnen kann. Auf der einen Seite sieht es so aus, als
ob jemand nachträglich einen Stern eingeschlagen hat.
Für die Hilfe schon vorab herzlichen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Martin
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Rollentöter
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von Rollentöter » Sa 03.06.23 17:12

...
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Gruß

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Ruford
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von Ruford » Sa 03.06.23 20:51

Hi,

Es ist nicht ganz meine Richtung, aber auf den ersten Blick würde ich bei 3 Pfennig Wiedenbrück liegen. Allerdings kann ich am Handy nicht genug erkennen.
Vielleicht sieht jemand ja mehr oder ich schau später mal.

Beste Grüße
Ruford

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Ruford
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von Ruford » Sa 03.06.23 20:52

Ah schau mal hier, das dürfte es sein:
https://www.ma-shops.de/olding2/item.php?id=238155

Hat sogar den gleichen Gegenstempel 😉 Allerdings gibt es verschiedene Jahre und ich kann Dein Jahr nicht erkennen. Aber 3 Cu Pfennig aus Wiedenbrück aus dem 17. Jh kann man recht sicher sagen.

Beste Grüße
Ruford
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hoemmelmeyer
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von hoemmelmeyer » So 04.06.23 20:13

Hallo Ruford,
herzlichsten Dank für die schnelle Antwort. Im Krause Katalog habe ich nach Wiedenbrück gesucht aber nichts gefunden. Bei einer Bildersuche in Google wird man fündig und ich kann Deine Vermutung nur unterstützen. Eine letzte Frage hätte ich ja noch. Von Gegenstempel habe ich schon gehört, aber wozu hat man sie benutzt. Warum wird auf der Vorderseite nochmals das Symbol eingeschlagen wenn es das schon auf der Rückseite gab.
Gruß
Martin

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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von Chippi » So 04.06.23 20:20

In der Regel, um eine Münze weiterhin für gültig zu erklären, auch, wenn sie schon abgenutzter ist (war halt billiger als neue Münzen zu prägen).

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von Ruford » So 04.06.23 22:45

Hi Martin,

Wie Chippi schon gesagt hat, wurde das Rad als Gegenstempel benutzt, um die Umlauffähigkeit zu bezeugen. Als kleine Ergänzung: in diesem Fall für den Umlauf in der Stadt und dem Bistum Osnabrück (darum Rad).

Du findest aus der gleichen Zeit auch den gleichen Gegenstempel auf Münzen aus anderen Gebieten, um zu zeigen, dass diese Münze im Osnabrücker Raum Gültigkeit besaßen.

Im generellen können Münzen durch den Gegenstempel auch auf- oder abgewerdet werden, die Echtheit belegen, zur Kontrolle genutzt werden, um zu zählen wie viele Münzen im Umlauf sind und vieles mehr.
Der Nachteil war, dass es das Fälschen erleichterte.

Beste Grüße
Ruford
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von MartinH » Mo 05.06.23 16:54

Der Kennepohl (Münzen Osnabrück, Wiedenbrück) schreibt zu den Gegenstempeln:

Mit Verfügung vom 21 bzw. 23.8.1702 sollten binnen 3 Wochen die guten 3 Pfennig Stücke mit einem erkennbaren Zeichen versehen werden, die falschen durchgeschlagen und eingezogen werden. Der Rat, der von dieser Bekanntmachung mit Recht befürchtete, dass nun alle Wiedenbrücker Kupfermünzen in die Stadt zurückströmen und ihren Kredit verlieren würden, hätte sich lieber damit abgefunden, wenn neben den echten auch weiterhin das falsche Geld umgelaufen wäre; er suchte daher die Regierung zu veranlassen, ihre Verordnung zurückzunehmen, aber vergebens. Doch die Bevölkerung verweigerte nun auch, wie der Rat richtig geahnt hatte, die Annahme der gestempelten Dreier, die daraufhin gänzlich ihren Umlauf verloren. Ähnlich wie in Osnabrück wurde daher nach 1702 ein neuer Münztyp eingeführt.

Den Gegenstempel (gerade Speichen, gefüllte Narbe) kennt man auf 10 verschiedenen Dreiern, der späteste ist von 1692.
Geprägt hatte Wiedenbrück i.W. 1 und 3 Pfennige im Wert von 8000-9000 Talern, sie wurden aufgrund Ihrer plumpen Art häufig gefälscht, so dass Kennepohl meinte, dass es in den Sammlungen wohl mehr zeitgenössische Fälschungen als Originale geben würde.
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Re: Hilfe zur Bestimmung alter Pfennig Hzgt. Oldenburg?

Beitrag von hoemmelmeyer » Mo 05.06.23 17:31

Herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Antworten.
Da könnte man ja eine kleine Geschichte draus machen.
Reicht es wenn man da als Urheber das numismatikforum.de angibt?
Mit freundlichen Grüßen
Martin

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