Magnentius gibt Rätsel auf

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alex789
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Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 12:22

Hallo,
folgender Magnentius gibt mir einige Rätsel auf. Er wurde letzte Woche für 20€ als Silbermünze des Jovianus bei ma-Shops angeboten.
Dass es ein Magnentius ist, war mir klar und ich dachte mir, dass man eine solche Ae 2 mit gutem Silbersud für 20€ mitnehmen kann.
Heute nun ist die Münze gekommen und was soll ich sagen, er scheint aus Silber zu sein. Zumindest aber hat er eine sehr dicke Versilberung.
Eine Miliarense mit dieser Rückseite konnte ich aber bei RIC-Online für Trier nicht finden. Es wäre wohl auch etwas zu viel des Guten.
Auf der Rückseite scheint die Silberschicht an einigen Stellen abgeplatzt zu sein. Es kann aber auch sein, dass nur die oberste Schicht beschädigt ist und das Stück darunter kristallisiert ist. Ich will aber auch nicht daran rumkratzen.
Meine Frage an die Experten für die Spätantike, ist eine solche Silbermünze des Magnentius bekannt oder ist es normal, dass die Silberschicht so extrem dick ist?
Ich würde mich über Rückmeldungen freuen.

Durchmesser: 23mm
Gewicht: 3,71g
Münzstätte: Trier
Wenn Ae2, dann RIC VIII 315

Viele Grüße
Alex
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 15:18

Parodontax konnte das Rätsel scheinbar lösen😁
Ich habe mal ganz vorsichtig mit Zahnpasta da am Rand gerieben, wo es scheint, dass die Versilberung abgeblättert ist und tatsächlich schimmert es jetzt dort rötlich.
Habe noch nie einen Spätrömer gesehen, der einen solch dicken Silbersud hatte.
Dann werde ich ihn mal in den entsprechenden Thread stellen.
Dieser Beitrag kann demnach auch gelöscht werden, wenn er stört.

Gruß
Alex

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antoninus1
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von antoninus1 » Di 10.10.23 16:20

Ich kenne mich da nicht aus, aber kann es sein, dass der Silbersud modern ist? Es gab vor einigen Jahren mal einige Faustas und Helenas bei Emporium Hamburg, von denen manche sagten (und noch heute sagen), dass die modern versilbert seien.
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Gruß,
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 17:02

Das kann ich auch nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass die Erhaltung deutlich besser als auf den Fotos ist.
Möglich ist aber natürlich auch das, was du sagst.
Wie gesagt, der Silberübeezug ist sehr dick. Fast so, wie man es von subaeraten Denaren kennt.

Gruß
Alex

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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von andi89 » Di 10.10.23 17:09

alex789 hat geschrieben:
Di 10.10.23 17:02
...
Wie gesagt, der Silberübeezug ist sehr dick. Fast so, wie man es von subaeraten Denaren kennt.
...
Silberüberzug gefällt mir besser als Silbersud. Denn mit dem klassischen Verfahren für den Silbersud, ließen sich solche Schichtdicken meines Wissens nach gar nicht erzeugen.
Beste Grüße
Andreas
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 17:18

Das ist auch der Punkt, der mich nicht an eine nachträgliche Versilberung glauben lässt, weil sonst, meiner Meinung nach, die Details niemals so fein seien könnten. (Wie gesagt, in der Hand sind selbst feinste Linien zu erkennen.)

Viele Grüße
Alex

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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von rosmoe » Di 10.10.23 20:46

Ich vermute auch eine moderne galvanische Versilberung. Ein Bekannter hat vor zwei Jahren jede Menge Siliquae zu einem Spottpreis gekauft. Es handelte sich jedoch um "galvanisch" versilberte Folles aus der Konstantin-Ära. :?
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 21:13

rosmoe hat geschrieben:
Di 10.10.23 20:46
Ich vermute auch eine moderne galvanische Versilberung. Ein Bekannter hat vor zwei Jahren jede Menge Siliquae zu einem Spottpreis gekauft. Es handelte sich jedoch um "galvanisch" versilberte Folles aus der Konstantin-Ära. :?
Der Gedanke kommt mir gar nicht so abwegig vor, leider… :roll: Die Versilberung ist schon sehr dick und gleichmäßig.
Hast du evtl. Beispielbilder für derartig „bearbeitete“ Bronzen?

Viele Grüße
Alex

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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von Numis-Student » Di 10.10.23 21:37

alex789 hat geschrieben:
Di 10.10.23 15:18

Dieser Beitrag kann demnach auch gelöscht werden, wenn er stört.

Gruß
Alex
Quatsch, warum sollte der Beitrag stören ?

Und man sieht ja, es gibt durchaus noch "Gesprächsbedarf"... ;-)

MR
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Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Di 10.10.23 21:44

Numis-Student hat geschrieben:
Di 10.10.23 21:37
alex789 hat geschrieben:
Di 10.10.23 15:18

Dieser Beitrag kann demnach auch gelöscht werden, wenn er stört.

Gruß
Alex
Quatsch, warum sollte der Beitrag stören ?

Und man sieht ja, es gibt durchaus noch "Gesprächsbedarf"... ;-)

MR
Da hast du Recht.🙂
Um nochmals auf die Oberfläche zurückzukommen. Der Silberüberzug ist quasi wie ein dünnes Silberblech. Ähnlich subaeraten Denaren.
Ich kenne jetzt leider keine Beispiele für galvanisch versilberte Münzen. Gelesen habe ich jetzt nur auf die Schnelle, dass man mit diesem Verfahren eine Silberschicht von 4 bis 40 Mikrometern aufbringen kann.
Da ich mir eine solche Versilberung schlecht vorstellen kann, bräuchte man Beispiele, um sich eine gewisse Klarheit verschaffen zu können.

Viele Grüße
Alex

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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von rosmoe » Di 10.10.23 23:48

alex789 hat geschrieben:
Di 10.10.23 21:13
rosmoe hat geschrieben:
Di 10.10.23 20:46
Ich vermute auch eine moderne galvanische Versilberung. Ein Bekannter hat vor zwei Jahren jede Menge Siliquae zu einem Spottpreis gekauft. Es handelte sich jedoch um "galvanisch" versilberte Folles aus der Konstantin-Ära. :?
Der Gedanke kommt mir gar nicht so abwegig vor, leider… :roll: Die Versilberung ist schon sehr dick und gleichmäßig.
Hast du evtl. Beispielbilder für derartig „bearbeitete“ Bronzen?

Viele Grüße
Alex
Ich muss mal sehen, ob ich Photos von meinem Bekannten bekommen kann. Melde mich dann wieder!
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von rosmoe » Mi 11.10.23 10:54

Habe einige Photos gemailt bekommen. Vielleicht hilft dir das ja weiter. Allerdings nur im Rähmchen.
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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von alex789 » Mi 11.10.23 12:45

Danke! Ich denke, dass du recht hast. Das sieht ähnlich aus, wie bei meinem Stück.
Ich werde aber trotzdem nichts verändern. Es sieht relativ hübsch aus, kann mir für die Zukunft als Vergleichsstück dienen und nur der Gott der Galvaniseure weiß, wie die Münze darunter aussieht.😂

Viele Grüße
Alex

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Re: Magnentius gibt Rätsel auf

Beitrag von Laurentius » Mi 11.10.23 18:10

Hallo Alex,

habe mich auch schon gewundert. Mir ist nämlich noch kein Trierer Magnentius mit
dem bekannten "Silbersud" untergekommen. Glaube die hatten für dieses Verfahren
in dieser kurzen und ereignisreichen Epoche gar keine Zeit.
Da wurde schnell und hektisch geprägt.
Außerdem hatten die Usurpatoren Magnentius/Decentius Constantius II. im Nacken,
der sich die Offizine wieder zügig zurück geholt hat.

Nichts desto trotz gefällt mir Deine Münze, hat was!

vg Laurentius
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"CARPE DIEM"

Konstantinische Dynastie, Münzstätte Trier:

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