Historisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Beitrag von Pscipio » Mi 10.05.06 14:09

Hallo Actium, herzlich willkommen im Forum!

Vielleicht ist es besser, wenn du zu dem Thema einen eigenen Thread erstellst. Ich würde dann dein obiges Posting löschen, um unnötige Konfusion zu vermeiden.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von Actium » Mi 10.05.06 14:19

ähmmm, how do I do it?

Actium

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Beitrag von Pscipio » Mi 10.05.06 14:20

Einfach im Römerforum http://www.numismatikforum.de/forum6.html links oben auf "Neues Thema" klicken, dann kannst du deinen Beitrag verfassen. Ein passender Titel gehört dazu, danach kannst du dir das Ganze per "Vorschau" ansehen, und wenn du mit dem Beitrag zufrieden bist, kannst du ihn per "Absenden" im Forum einstellen.
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von richard55-47 » Mi 10.05.06 15:11

Meinen ersten (neuen) Beitrag habe ich damals ohne Titel abgesetzt. Stolz wie Oskar. Weg war er. Im Off, wahrscheinlich Richtung Andromeda-Nebel. Diese Erfahrung hast du wahrscheinlich jetzt auch gemacht.
do ut des.

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Beitrag von Pscipio » Mi 10.05.06 17:20

Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von chinamul » Di 30.05.06 14:13

Zwei Denare mit dem Bildnis Caesars

Münzen Caesars sind schon von vornherein nicht häufig, und da sie sehr gesucht sind - mit dem Namen Caesar kann eben jeder etwas anfangen - muß man zum Kauf auch richtig Geld in die Hand nehmen. Noch teurer und seltener sind Münzen, auf denen Caesar selbst abgebildet ist, auch wenn die überwiegende Mehrzahl dieser Stücke posthume Prägungen sind. Das dürfte auch für die hier vorgestellten zwei Denare gelten, die beide von dem Münzmeister L. Aemilius Buca herausgegeben wurden.
Übrigens: Die Münzen habe ich diesmal nicht farbig gescannt und damit einer Bitte Wuppis entsprochen, die Größe der geposteten Bilder möglichst klein zu halten, da das Forum nur über einen beschränkten Speicherplatz verfügt. Inzwischen ist die Kapazität Wuppi zufolge bereits etwa zur Hälfte ausgereizt.

Münze 1:
AR Denar Rom ca. 44 v. Chr.
Av.: Belorbeerter Kopf Caesars rechts - Links im Feld liegende Mondsichel - Rundum: CAESAR • IM - P M
Rv.: Venus Victrix vornübergebeugt nach links stehend; auf der Rechten Victoria, in der Linken Zepter
Rundum: L • AEMILIVS - BVCA
Syd. 1060 (3,30 g)


Münze 2:
AR Denar Rom ca. 44 v. Chr.
Av.: Belorbeerter Kopf Caesars rechts - Rundum: CAESAR DICT - PERPETVO
Rv.: Geflügelter Caduceus und Fasces über Kreuz; in den Winkeln dazwischen Globus, Hände im Handschlag, Axt und L • BVCA
Syd. 1063 (3,53 g)

Die Legende CAESAR DICT PERPETUO (Caesar Diktator auf Dauer) auf der zweiten Münze bezeichnet die politische Situation, die Caesar das Leben gekostet haben dürfte. Sie besagt nämlich nichts anderes, als daß das bewährte republikanische Prinzip der Wahrnehmung der Staatsgeschäfte durch zwei Konsuln und der allein auf die Dauer des Staatsnotstandes beschränkten Diktatur zugunsten einer lebenslangen Alleinherrschaft Caesars aufgegeben worden war.

Gruß

chinamul

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Beitrag von beachcomber » Di 30.05.06 19:39

hallo chinamul,
der erste caesar gefällt mir gut, aber bei dem zweiten scheinen mir die haare doch etwas 'frisiert' zu sein.
grüsse
frank

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Beitrag von Zwerg » Di 30.05.06 20:16

Die Münzprägung Caesars im Jahre 44 v. Chr ist außerordentlich gut erforscht. man kann die Münzen mittlerweile sehr genau datieren. (Andreas Alföldi, "Caesar in 44 BC")

Beide Denare wurden im Januar/Februar 44 v. Chr. geprägt, der erste sicherlich vor dem zweiten. Caesar trägt nicht den normalen Lorbeerkranz, sondern den "Goldenen Kranz", auch dies war seinem vorzeitlichem Ableben nicht hinderlich. Es war seinerzeit ein welthistorisch prägendes Frühjahr.

Grüße
Zwerg
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Beitrag von Leto » Mi 31.05.06 19:12

Ein wirklich sehr interessanter Thread, da ich mich sehr für römische Geschichte interessiere. Danke für die vielen tollen Beiträge.

Um noch einmal auf den Tod Caesars zurückzukommen: ich habe kürzlich eine sehr interessante Reportage gesehen, in der versucht wurde zu beweisen, dass er sein Ableben selbst geplant hätte. Man ging dabei von der Annahme aus, dass er an schwerer Epilepsie litt und deshalb seinem Leben ein spektakuläres Ende setzen wollte (was ihm ja immerhin gelungen ist). Die Hypothesen, die in dem Beitrag aufgestellt wurden, waren wirklich sehr glaubhaft dargelegt und viele Indizien stützten die These, der endgültige Beweis konnte allerdings nicht erbracht werden.

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Beitrag von chinamul » Mi 31.05.06 19:19

@Zwerg

Das würde ja bedeuten, daß die beiden Denare noch zu Lebzeiten Caesars geprägt wurden. Ist das tatsächlich so?

Gruß

chinamul
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Beitrag von Peter43 » Sa 10.06.06 23:55

Die Goldstateren des Brutus

Wir hatten in diesem Thread bereits einmal über Goldmünzen des Brutus gesprochen. Hier ist die andere Goldmünze, die Brutus zugeschrieben wird:

Thrakien, Tomis, Marcus Junius Brutus, 44-42 v.Chr.
AV - Goldstater, 8.30g, 20mm
geprägt 44-42 v.Chr.
Av.: Kopf des vergöttlichten Alexander des Großen n.r., diademiert und mit
Ammonshorn, dahinter Punkt und Monogramm(?)
Rv.: re von oben nach unten BASILEW, li von oben nach unten LYSIMAXOY
dazwischen behelmte Athena Nikephoros n.l. sitzend, hält Nike in der re Hand, die
den Namen des Herrschers bekränzt, stützt li. Ellbogen auf Schild, hinter ihr lehnt
Speer; im li Feld THEM, TO im Feld unter dem Sitz, unter dem Thron liegender
Dreizack n.l., darüber und darunter ein Delphin.
Moushmov 1785
Prägezustand

Von Harlan J. Berk:
Vor einigen Jahren kam eine größere Gruppe von Goldstateren im Lysimachos-Stil auf den Markt, geprägt in Kallatis, Tomis und Istrus. Numismatische Firmen haben diese Münzen verkauft als Ausgaben des Mithradates IV von Pontus, sich dabei auf die heutige Literatur stützend. Diese Münzbestimmung ist tatsächlich jedoch nicht richtig. Das Erscheinungsbild dieser großen Gruppe von Münzen beweist es. In diesem Hort von größtenteils anonymen Goldstateren befindet sich auch das gesprenkelte Portrait des Pharnaces II. von Pontus (64-47 v.Chr.) und des Asander von Pontus als Archon (47-42 v.Chr.). Die Münzen des Pharnaces zeigen leichte Gebrauchsspuren und sind in extrem feinem Zustand (deutsch VZ), währen die Ausgaben des Asander (obwohl von schlecht geschnittenen Stempel geprägt) im Prägezustand (Mint State) sind. Weil über 90% der Münzen dieses Hortes zwischen VZ und MS sind, führt dies zu der unausweichlichen Konklusion, daß diese Münzen zur gleichen Zeit geprägt worden sind zu der Asander Archon war.

Die unmittelbare Folgerung scheint zu sein, da diese Münzen alle zusammen gefunden wurden, daß sie alle Ausgaben des Asander sind. Punkt aus. Aber so ist es nicht! Asander hat niemals die Städte beherrscht, in denen diese Münzen geprägt worden sind. Seine Aktivitäten waren begrenzt auf die Krim und seine militärischen Unternehmungen waren zu unbedeutend, um eine solche Menge von Münzen prägen. Diese Gruppe ist zusammengesetzt aus MS-Goldstateren geprägt von Stempeln mit für diese Zeit verhältnismäßig gutem Stil, die aber oft noch verwendet wurden, auch wenn sie erheblich abgenutzt waren. Es scheint wahrscheinlich, daß sie deshalb so schnell geprägt wurden, um Soldaten zu bezahlen, die in einen militärischen Feldzug verwickelt waren, üblicherweise ein Sold von einem Goldstater pro Mann und Monat.

Was aber geschah nun zwischen 44 und 42 v.Chr.? Natürlich, es herrschte der Bürgerkrieg zwischen Brutus und Cassius gegen Marcus Antonius und Octavian, der der Ermordung von Julius Caesar folgte. Wer war verantwortlich für die Prägung dieser Münzen? Es ist bekannt, daß Marcus Antonius mit Asander verbündet war, als der Archon war, und bis vor kurzem wurde auch angenommen, daß das Portrait auf den Münzen des Asander eigentlich Marcus Antonius zeigt, obwohl heute eher geglaubt wird, daß es sich um das romanisierte Portrait des Asander selbst handelt. Immer noch ist es einfach, deshalb anzunehmen, daß es Ausgaben des Marcus Antonius sind, doch die Fakten, wie wir sie jetzt kennen, führen uns zu einem anderen Schluß. Marcus Antonius beherrschte Byzantium, das aber in dieser Münzgruppe nur repräsentiert ist durch wenige verirrte Exemplare in abgenutzter Qualität, die augenscheinlich 20 oder 30 Jahre vor dem Rest der Münzen dieser Gruppe geprägt worden waren. So muß Marcus Antonius gestrichen werden, weil die Region, die er beherrschte und zu der Bzantium gehörte, keine MS-Münzen zu diesem Hort beisteuerte. Die drei ausgebenden Städte Tomis, Kallatis und Istrus wurden beherrscht von Brutus und Cassius.

Brutus und Cassius konzentrierten ihre Streitkräfte in der Region von Mazedonien und Thrakien. Von Brutus ist bekannt, daß er in Thrakien Gold gesammelt hat, um die Söldner in seiner Armee zu bezahlen, und daß er eine große Zahl von thrakischen Söldnern in seiner Armee hatte. Zu dieser Zeit, da viele Soldaten nicht lesen konnten, wurden sie bezahlt mit Münzen, die sie gewöhnt waren zu sehen und die sie als ihr Geld erkannten. Wenn diese thrakischen Söldner bezahlt worden wären mit kaiserlichen Goldaurei, dann hätten sie diese nicht akzeptiert, weil sie ihnen fremd ausgesehen hätten. Deshalb, so scheint es, daß Brutus, um die thrakischen Söldner zu bezahlen, Goldstatere im griechischen Stil ausgegeben hat. Dies kann auch ein Grund dafür sein, daß so wenig kaiserliche Aurei existieren, die von Brutus geprägt worden sind.

Deshalb muß geschlossen werden, daß diese Goldstatere, die das Portrait des vergöttlichten Alexander des Großen tragen, eine Ausgabe, die von Lysimachus 281 v.Chr. begonnen wurde, in den Jahren 44-42 v.Chr. von Brutus geprägt worden sind, um die Söldner zu bezahlen, mit denen er gegen die Streitkräfte des Marcus Antonius und des Octavian kämpfen wollte. Dies sind also tatsächlich Münzen aus einem der berühmtesten Konflikte der Menschheit!

Für eine noch detailliertere Diskussion: http://www.harlanjberk.com/departments/ ... linenum=11

MfG
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Beitrag von Zwerg » So 11.06.06 21:07

@Zwerg

Das würde ja bedeuten, daß die beiden Denare noch zu Lebzeiten Caesars geprägt wurden. Ist das tatsächlich so?
Etwas spät - aber es wirklich so, beide Denare wurden zu seinen Lebzeiten geprägt.

Grüße
Zwerg
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Beitrag von chinamul » So 11.06.06 21:59

Das nehme ich aber mal ausgesprochen gerne zur Kenntnis! Vielen Dank für die Auskunft. Dieses erfreuliche Forschungsergebnis müßte aber jüngeren Datums sein, da die mir zur Verfügung stehende, allerdings nicht mehr ganz taufrische Literatur derlei nicht vermeldet.

Gruß

chinamul
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Beitrag von Zwerg » So 11.06.06 22:29

Lieber Chinamul,

sollte Deine nicht mehr taufrische Literatur wirklich der Reverend Sydenham sein, möchte ich Dich bitten, dieses Werk in den Bereich des Antiquariats zu legen. Diese Datierungen stimmen hinten (Anfang der Denarprägung) und vorne (wie hier) nicht mehr.

Im Netz ( und in der gedruckten Literatur) findet man Deine Münzen hier.

Syd. 1060

Syd.1063

Alföldi hat die Denarprägung nach Stempeln untersucht, Crawford zitiert ihn. Diese Datierungen übernimmt auch recht preiswert Sear (Silver Coins oder Roman Coins).

Über den Goldenen Kranz Caesars (entdeckt seinerzeit von Konrad Kraft) müßte man einmal im Forum einen kleinen Exkurs schreiben - (Hallo Peter 43)

Grüße
Zwerg
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Beitrag von Pscipio » Fr 16.06.06 12:58

Unpublizierte Elagabal-Bronze aus Alexandria Troas

Elagabal AE24, 218-222 n. Chr., Alexandria Troas.
Av: ANTONINVS PIVS AVG, belorbeerte und drapierte Büste nach rechts, von hinten gesehen.
Rev: COL ALEXA AVG, Marsyas auf Podest nach rechts stehend, die Rechte erhebend und Weinschlauch über linke Schulter tragend.
Ø 22-24 mm, 7.28 g
Bellinger -, Hunter -, Leypold -, Lindgren -, SNG Aul. -, SNG Cop. -, SNG München -, SNG Tüb. -

Diese Rückseite, für andere Kaiser wohlbekannt, scheint für Elagabal unpubliziert zu sein. Zwar hat Bellinger in seinem Artikel "The Late Bronze of Alexandria Troas", ANS Museum Notes VIII, New York 1958, drei Münzen von diesem Rückseitentyp ( Nr. 58 ) Elagabal zugeordnet, aber dabei handelte es sich um einen Fehler. Wie wir von vielen anderen Provinzmünzen wissen, kann die Unterscheidung zwischen Elagabal und dem jungen Caracalla sehr schwierig sein, da sie die gleichen Namen tragen. Im Falle von Alexandria Troas haben wir aber eine Hilfe: während Caracalla's Besuch im Jahre 214 n. Chr. wechselte die Stadt ihre Münzlegenden von COL AVG TROAD (o.ä.) zu COL ALEX AVG (o.ä.). Daher können alle Münzen mit jungem Porträt und der Rückseitenlegende COL ALEX AVG (o.ä.) Elagabal zugewiesen werden, denn die Münzen von Caracalla, die nach 214 n. Chr. geschlagen wurden, tragen alle ein erwachsenes und bärtiges Porträt.

Diese Münze mit ANTONINVS PIVS AVG / jungem Porträt auf der Vorderseite sowie COL ALEXA AVG / Marsyas auf der Rückseite muss nach 214 n. Chr. geprägt worden sein und kann daher mit Sicherheit Elagabal zugeordnet werden. In all den oben zitierten Referenzwerken und Sammlungen habe ich das Stück nicht gefunden, weshalb ich davon ausgehe, dass es bisher unpubliziert war.

Bisher habe ich zwei Vorderseitenstempelgleichheiten bemerkt, und zwar bei einem Stück aus der Sammlung Patricia Lawrence (2. Foto, Bellinger A317 var.) sowie bei einer Münze von Coinarchives (3. Foto, Bellinger A315).

Gruss, Pscipio
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