Historisch interessante Münzen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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chinamul
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von chinamul » Sa 09.04.11 13:22

Tolles Teil!
Der fehlt mir noch in halbwegs akzeptabler Erhaltung, die dem augenblicklichen Platzhalter so sehr abgeht.
Möglicherweise gehört der Elefant noch zu dem Bestiarium, das Philipps Vorgänger Gordian nach dem Motto "je exotischer desto besser" aus allen Teilen des Imperiums hatte herbeischaffen lassen, so daß Philipp nun "tiermäßig" aus dem Vollen schöpfen konnte. Die zahlreichen anderen Tierdarstellungen auf seinen Münzen und denen seiner Gattin Otacilia Severa und seines Sohnes Philippus II (Flußpferd, Elch, Löwe, Hirsch, Antilope, etc.) dürften sich daraus erklären.

Gruß

chinamul
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von kc » Sa 09.04.11 14:52

Schicke Münze, Franz.

Da möchte sich doch glatt mein Elefant dazugesellen. :)

Grüße

kc
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Julianus v. Pannonien
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Julianus v. Pannonien » Sa 09.04.11 15:15

Zwei schöne Stücke dieses interessanten Typs!
Da kann man sich glatt vorstellen, was das für die Römischen Bürger für ein anblick gewesen sein muss als diese Elefanten zur 1000 Jahr Feier auftraten :)

Grüsse
Simon
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chinamul
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von chinamul » Sa 09.04.11 15:21

Na schön! Um Eure schönen Stücke in noch hellerem Licht strahlen zu lassen, will ich nun auch noch meinen traurigen Elefanten in die Manege führen. Ich habe ihn 1982 für 20 DM gekauft, hätte aber schon damals gerne für ein besseres Exemplar sehr viel mehr ausgegeben.
Übrigens: Alle Dickhäuter auf den vorgestellten drei Sesterzen halten sich nicht an den für Elefanten eigentlich zwingend vorgeschriebenen Paßgang. :)

Gruß

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Julianus v. Pannonien
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Julianus v. Pannonien » Sa 09.04.11 15:23

chinamul hat geschrieben:Übrigens: Alle Dickhäuter auf den vorgestellten drei Sesterzen halten sich nicht an den für Elefanten eigentlich zwingend vorgeschriebenen Paßgang. :)

Gruß

chinamul

Na da haben die Stempelschneider in Biologie wohl einen Fensterplatz gehabt :)
"VICTORIOSO SEMPER"

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von richard55-47 » Sa 09.04.11 17:16

Horst, hast du neben Latein und Griechisch auch noch Biologie studiert?
Bei deinem Sesterz kam mir die Bestellung schon etwas komisch vor. Bei den beiden erstgezeigten nicht. Die "Kleinigkeit" war mir nicht aufgefallen.
do ut des.

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von kc » Sa 09.04.11 19:39

Bereits an anderer Stelle hatte ich mich gefragt, warum das "S C" im Abschnitt auf einigen Bronzeausgaben zur Jahrtausendfeier Roms vertauscht ist, wie es die Münze von Franz uns zeigt. Ergibt sich daraus ein anderer Sinn, war die Schreibweise egal oder hat der Stempelschneider einen Fehler begangen?

Für die ludi saeculares "verwendete" Philippus I. Tiere und Gladiatoren, welche ursprünglich für den Persertriumph Gordians III. bereitgestellt worden waren. Zum einen sollten die Tierdarstellungen und Tierspiele der römischen Bevölkerung die Vielfalt der im Römischen Reich existierenden Tierarten zeigen und so die weltumspannende Herrschaft Roms zum Ausdruck bringen. Zum anderen wird Rom so als Herrin über die wilden Tiere und damit die Natur, die sie durch ihre Herrschaft befriedet hat, dargestellt.


Grüße

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quisquam
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quisquam » Sa 09.04.11 22:26

In meinen Augen ist das CS statt SC im Abschnitt ein Versehen des Stempelschneiders.

Grüße, Stefan
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von kc » Sa 09.04.11 22:59

quisquam hat geschrieben:In meinen Augen ist das CS statt SC im Abschnitt ein Versehen des Stempelschneiders.

Grüße, Stefan
Hi Stefan,

das wird die logischste Erklärung sein.

Dann wurden allerdings mehrere fehlerhafte Stempel hergestellt, siehe z.B. hier:

http://www.acsearch.info/record.html?id=417245

Vielleicht steckt doch noch was anderes dahinter, weil mir diese Vertauschung nur von den Saculares-Prägungen
bekannt ist. Oder ein und derselbe Stempelschneider hat beide Stempel hergestellt. Wäre das etwas besonderes?


Grüße

kc
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quisquam » So 10.04.11 07:10

Ich war auch überrascht, wie viele Exemplare man auf ACS findet:
http://www.acsearch.info/record.html?id=189396
http://www.acsearch.info/record.html?id=250794
http://www.acsearch.info/record.html?id=277197
http://www.acsearch.info/record.html?id=388863
http://www.acsearch.info/record.html?id=89069
http://www.acsearch.info/record.html?id=124782

Da sind etliche stempelgleiche Rückseiten dabei. Wieviele Rs-Stempel es sind habe ich noch nicht gezählt, zwei sind es aber mindestens (was ja nach dem Exemplar von Franz und deinem Link schon klar war).

Auf den anderen Münztypen zur Saecularfeier habe ich keine Beispiele mit CS finden können.

Grüße, Stefan
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von kc » So 10.04.11 07:21

Guten Morgen Stefan,

die Exemplare stammen von mindestens 2 Stempeln und nur die Elefantenausgabe hat dieses CS. Also werden wohl alle Stempel aus der Hand oder Anleitung eines Stempelschneiders stammen.

Grüße

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von aquensis » So 10.04.11 10:00

Da diese Schreibweise auf so vielen Münzen auftritt, glaube ich nicht an einen Fehler des Stempelschneiders es muß eine Absicht dahinterstehen.
Als Nicht-Lateiner, mit nur rudimentären Kenntnissen, spinne ich trotzdem mal folgenden Gedankengang:
Könnte man nicht die Buchstaben C. S. mit CONGIARIUM SAECULUM über bzw. gleichsetzen, also Geschenk zur Jahrtausenfeier ?
Das ergäbe doch einen Sinn. Was meinen die Lateiner dazu ?

Grüsse Franz

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von chinamul » So 10.04.11 12:24

Hallo aquensis!

Abgesehen von der grammatisch nicht korrekten Auflösung (denkbar wäre allenfalls CONGIARIUM SAECULARE) ist das wohl stärkste Argument gegen diese Deutung, daß die Aes-Prägungen des Reiches sämtlich das SC tragen als eine inzwischen allerdings reine Leerformel für den Respekt vor dem Senat. Wenn die Vertauschung der beiden Buchstaben tatsächlich eine spezielle Bedeutung hätte haben sollen, wäre diese dem Volk als Adressat dieser ziemlich kryptischen Botschaft vermutlich genauso verborgen geblieben wie uns. Und welchen Sinn hätte das dann wohl gehabt? Es gibt zwar jede Menge eingeführte Abkürzungen, die allgemeinverständlich waren, wie etwa das S C, das TR P, das COS, aber auch die Namenskürzel L für Lucius, M für Marcus, C für Gaius u. v. a. Ein C S gehört aber wohl eher nicht zu diesen geläufigen Chiffren.
Ohne natürlich im Besitz der letzten Wahrheit zu sein, möchte ich hier doch am ehesten von einem Versehen des Stempelschneiders ausgehen. Einen vergleichbaren Fall haben wir auch schon an anderer Stelle ausführlich diskutiert. Damals ging es um alexandrinische Tetradrachmen des Gallienus, bei denen auf unterschiedlichen Versionen desselben Typs das Datum jeweils retrograd geschrieben ist. Seinerzeit kamen wir mit Curtis' Hilfe zu dem Schluß, daß das Versehen wohl dadurch zu erklären sei, daß hier Arbeitsteilung beim Stempelschnitt vorlag, so daß möglicherweise einige Datumsstempel auf Vorrat falsch herum graviert worden waren und erst im Laufe der Zeit die Rückseitendarstellungen hinzugefügt wurden. (s. den folgenden Link)
http://www.numismatikforum.de/viewtopic ... ck#p186482

Gruß

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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von quisquam » So 10.04.11 12:32

Und von der Bedeutung ist es wohl auch egal ob es Senatus Consulto oder Consulto Senatus heißt. Eine neue Bedeutung würde ich da nicht suchen wollen.

Grüße, Stefan
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Re: Historisch interessante Münzen

Beitrag von Homer J. Simpson » So 10.04.11 14:21

Wenn ein alter Römer das wirklich zur Kenntnis genommen hat, hat er wohl gegrinst und sich wahrscheinlich das römische Äquivalent zu "Grammatik gelernt bei Yoda du hast!" gedacht.

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