Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

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plutoanna66
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Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von plutoanna66 » Fr 05.04.24 19:34

Anbei Fotos eines Sesterz aus einer alten Sammlung die ich komplett vor einiger Zeit aus einem Nachlass erwerben konnte !
Dateianhänge
CIMG8335.JPG
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andi89
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von andi89 » Fr 05.04.24 19:49

Ich möchte hier nicht spekulieren, was das mal gewesen sein könnte.
Ein schrecklich bearbeiteter und wirklich "geschnitzter" Sesterz, bei dem kein Quadratmillimeter der Oberfläche mehr original ist.
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von plutoanna66 » Fr 05.04.24 19:55

Danke ! Mario
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shanxi
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von shanxi » Fr 05.04.24 19:58

Ursprünglich wohl eine PAX AVG Rückseite.

Das war wohl mal eine echte Münze. Dann kam jemand der wollte sie verschönern, und hat sie ruiniert.
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von plutoanna66 » Fr 05.04.24 20:01

Das würde erklären das ich für das " tolle Stück " keine Parallele gefunden habe ! Mario
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von andi89 » Fr 05.04.24 20:09

Da hast du dir den richtigen als Erklärbär ausgesucht. :roll:
Aber ich versuche mein bestes.
Eventuell war die Münze mal original, aber man hat mit metallbearbeitenden Werkzeugen in die Oberfläche eingegriffen, sodass diese nicht mehr original und die Darstellung stark verfälscht ist. Die Konturen (Gewandfalten auf der Rückseite, Haare & Gesichtszüge auf der Vorderseite; Ende des Halses) sehen nicht wie nach dem Prägen aus, sondern künstlich "scharf" (was man nicht mit gut erhalten verwechseln darf). Um das gut zu sehen, musst du zum einen viele echte Münzen gesehen haben und wissen, wie deren Oberflächengeschaffenheit aussieht. In dem Falle kommt auch noch der Stil dazu, der stark von dem eines Originals abweicht. Auch hier hilft nur: Augen schulen mit möglichst vielen echten Stücken zum Vergleich.
Auch die Buchstaben haben diese Vertiefung um sie herum, die bei geprägten und original belassenen Münzen nicht auftritt. Da gibt es auch bestimmte Phänomene, die ähnlich sein können, aber hier ist jemand mit einem Gravierstichel (oder was sehr ähnlichem wie einer Nadel) um die Buchstaben rum.
Besser kann ich es nicht erklären. Es ist hoffentlich einigermaßen verständlich, was ich meine.
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Re: Bestimmungshilfe Provinzbronze

Beitrag von plutoanna66 » Fr 05.04.24 20:12

Super erklärt ! Ich danke Dir ! Hätte nie gedacht das sich jemand diese Arbeit macht um einen einfachen Sesterz zu " verschönern " ! Unfassbar ! Mario

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Re: Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von Numis-Student » Fr 05.04.24 22:27

Ja, das wird schon seit Jahrhunderten immer wieder gemacht: entweder wird dabei versucht, aus einem abgegriffenen Exemplar wieder ein "scharfes" Exemplar zu schaffen, wobei von Gewandfalten und Haaren bis zu größeren Dingen wie ganzen Legenden- oder Darstellungsbestandteile neu graviert werden, oder es werden sogar bewusst Details geändert, um aus einer häufigen Münze ein seltenes Stück zu basteln. Das kann soweit gehen, dass Portraits und Legenden so verändert werden, dass von einem häufigen Kaiser auf einen seltenen ummodelliert wird.
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Re: Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von Stefan_01 » Sa 06.04.24 21:58

ein Träumchen.
Der kann so wie er ist in den Müll.

Oder bei den Profi Auktionshäusern als:

in den Feldern leicht geglättet, sonst vz...
MFG

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Re: Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von Numis-Student » Sa 06.04.24 22:11

Stefan_01 hat geschrieben:
Sa 06.04.24 21:58

Oder bei den Profi Auktionshäusern als:

in den Feldern leicht geglättet, sonst vz...
bei MANCHEN Auktionshäusern... :roll:

MR
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
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Re: Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von Stefan_01 » Sa 06.04.24 22:29

Numis-Student hat geschrieben:
Sa 06.04.24 22:11
Stefan_01 hat geschrieben:
Sa 06.04.24 21:58

Oder bei den Profi Auktionshäusern als:

in den Feldern leicht geglättet, sonst vz...
bei MANCHEN Auktionshäusern... :roll:

MR
Die meinte ich mit PROFI Auktionshäuser😀
Sollten hinreichend bekannt sein die PROFIS.
MFG

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Re: Bestimmungshilfe: geschnitzter Antoninus Pius

Beitrag von dictator perpetuus » So 07.04.24 10:19

Der Pius ist aber schon sehr übel. Es gibt ja wirklich Schockmomente bei hoch renommierten Autkionshäusern wie diesen hier:
https://elive-auction.de/lose/145482

Irgendwo habe ich auch mal bei einem eigentlich renommierten Auktionshaus einen Gordianus III. gesehen (einer der allerbilligsten Kaiser), der zu einem Gordianus II. (einer der seltensten Kaiser) umgearbeitet wurde.

Aber diesen Antoninus Pius würde ein Herr Heinen bei KMK, ein Herr Naumann oder ein Herr Raab bei Peus glaube ich niemals annehmen. Wenn der in einer Auktion landen würde, würde ich wirklich Sorgen bekommen.

Bearbeitete Münzen zu erkennen kann man aber aus meiner Sicht leichter lernen als Fälschungen zu erkennen, finde ich. Und man muss immer daran denken, dass bei Silberprägungen das Risiko auf manipulierte Münzen zu stoßen eher gering ist, bei Kleinbronzen (Semis, Quadrans etc.) mittel, bei Goldprägungen und Mittelbronzen (As, Dupondius etc.) hoch und bei Großbronzen (Sesterzen, Medaillen etc.) sehr hoch.

So hat sich hier der Begriff "Sesterzenschnitzer" etabliert.
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