Hallo,
anstatt die lästige Steuererklärung zu erledigen, habe ich mich am Wochenende lieber ausgiebig mit der Sammlung befasst. Wer will mir das im Forum schon verdenken. Anbei ein Ergebnis:
Während Revers-Prägestempel aufgrund des Aufschlags auf den Rohling nach ungefähr 10.000 bis 15.000 Prägungen ausgetauscht werden mussten, wiesen Avers-Prägestempel mit circa 50.000 Prägungen eine erheblich höhere Lebensdauer auf.
Im Jahr 1739 trat Johann Benjamin Hecht sein Amt als Münzmeister in Zellerfeld an. Aus dem Jahr 1741 liegt sein erster Pfennig mit dem Motiv des Wilden Manns für das Kurfürstentum Braunschweig-Hannover vor (Abbildung 1). Bei genauerer Betrachtung des in der Sammlung befindlichen Exemplars zeigt sich, dass der mit den Initialen des Münzmeisters versehene Stempel, obwohl er erst seit diesem Jahr zum Einsatz kam, bereits einige Fehler aufwies. Links und rechts des Fußes finden sich zwei kleine Stellen. Darüber hinaus besteht am Rand oben rechts ein kleiner Riss.
Abbildung 1: Pfennig des Jahres 1741.
Der nächste Pfennig mit diesem Aversstempel entstand im Jahr 1742 (Abbildung 2). Über die drei aus dem Vorjahr bekannten Fehler hinaus wartet dieses Exemplar mit einer vierten Fehlstelle auf: An der Schulter hatte sich ein weiterer Riss gebildet. Bei einem Verschleiß in diesem Tempo sah es nicht so aus, als ob dem Prägestempel eine hohe Lebensdauer beschieden sein würde.
Abbildung 2: Pfennig des Jahres 1742.
Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
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Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
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Re: Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
Bereits im Folgejahr taucht derselbe Aversstempel wiederum auf einer Münze auf (Abbildung 3). Von den zuvor vier Fehlstellen sind allerdings nur noch drei zu erkennen. Der frühzeitig entstandene Riss am rechten oberen Rand des Stempels war offensichtlich ausgebessert worden und erscheint nicht mehr auf dem Münzbild.
Abbildung 3: Pfennig des Jahres 1743.
Das nächste Sammlungsexemplar mit diesem Aversstempel datiert aus dem Jahr 1745 (Abbildung 4). Bemerkenswerterweise erscheinen auf dieser Münze nur noch die beiden Stempelfehler links und rechts der Füße, während der Riss an der Schulter nun ebenfalls ausgebessert erscheint.
Abbildung 4: Pfennig des Jahres 1745.
Abbildung 3: Pfennig des Jahres 1743.
Das nächste Sammlungsexemplar mit diesem Aversstempel datiert aus dem Jahr 1745 (Abbildung 4). Bemerkenswerterweise erscheinen auf dieser Münze nur noch die beiden Stempelfehler links und rechts der Füße, während der Riss an der Schulter nun ebenfalls ausgebessert erscheint.
Abbildung 4: Pfennig des Jahres 1745.
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Re: Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
Weitere Sammlungsexemplare der Jahre 1749, 1752 und 1756 zeigen einen nahezu unveränderten Zustand des Aversstempels (Abbildung 5). Außer den beiden bekannten Stempelfehlern bei den Füßen sind keine gravierenden anderen Mängel zu erkennen.
Abbildung 5 a-b: Pfennige der Jahre 1749 und 1752.
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Re: Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
Abbildung 5 c: Erster Pfennig des Jahres 1756.
Anders sieht es auf einem zweiten Sammlungsexemplar des Jahres 1756 aus (Abbildung 6). Offensichtlich hatte der Aversstempel im Laufe des Jahres 1756 schweren Schaden genommen, denn hier zeigt sich außer den beiden alten Stempelfehlern bei den Füßen noch eine komplexe Rissbildung oben rechts, wo sich in der Nähe die früheren Risse befunden hatten.
Abbildung 6: Zweiter Pfennig des Jahres 1756.
Anders sieht es auf einem zweiten Sammlungsexemplar des Jahres 1756 aus (Abbildung 6). Offensichtlich hatte der Aversstempel im Laufe des Jahres 1756 schweren Schaden genommen, denn hier zeigt sich außer den beiden alten Stempelfehlern bei den Füßen noch eine komplexe Rissbildung oben rechts, wo sich in der Nähe die früheren Risse befunden hatten.
Abbildung 6: Zweiter Pfennig des Jahres 1756.
Zuletzt geändert von Pfennighüter am Di 09.06.26 11:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
Gegenüber dem Zustand am Ende des Jahres 1756 kaum verändert erscheinen drei weitere Sammlungsexemplare der Jahre 1758, 1759 und 1762 (Abbildung 7).
Abbildung 7 a-b: Pfennige der Jahre 1758 und 1759.
Abbildung 7 a-b: Pfennige der Jahre 1758 und 1759.
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Re: Langjährige Stempelnutzung in Zellerfeld
Abbildung 7 c: Pfennig des Jahres 1762.
Über einen Zeitraum von 22 Jahren verwendete Münzmeister Hecht nachweislich denselben Aversstempel und besserte ihn lediglich von Zeit zu Zeit etwas aus. Um Schmuckstücke handelte es sich nicht, sondern massenhaft Gebrauchsgegenstände. Es steht zu vermuten, dass bei einem so langlebigen Stempel erheblich mehr als üblicherweise geschätzte 50.000 Prägungen pro Aversstempel zusammenkamen.
Mit dem Jahr 1762 endete dieser Stempel. Den Pfennig des Jahres 1763 gestaltete der Nachfolger im Amt des Münzmeisters.
Über einen Zeitraum von 22 Jahren verwendete Münzmeister Hecht nachweislich denselben Aversstempel und besserte ihn lediglich von Zeit zu Zeit etwas aus. Um Schmuckstücke handelte es sich nicht, sondern massenhaft Gebrauchsgegenstände. Es steht zu vermuten, dass bei einem so langlebigen Stempel erheblich mehr als üblicherweise geschätzte 50.000 Prägungen pro Aversstempel zusammenkamen.
Mit dem Jahr 1762 endete dieser Stempel. Den Pfennig des Jahres 1763 gestaltete der Nachfolger im Amt des Münzmeisters.
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