CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Moderator: Homer J. Simpson
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CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Zusammenfassung meiner numismatischen These zu dem seltenen Zeno CONOR-Solidus Münzen
• Gezielte Sonderemission statt Stempelfehler: Die CONOR-Beschriftung war keine bloße Panne, sondern eine gezielt gesteuerte Großemission der Hauptmünzstätte in Konstantinopel. Sie diente primär dem Zahlungsverkehr mit dem Westen (Italien und den Germanenreichen). Dies erklärt die hohe Stückzahl unter Zeno (ca. 10 %) sowie das frühere Auftauchen unter Basiliscus, der für die Bezahlung von Truppen und föderierten Verbündeten im Westen dringend Gold benötigte.
• Währungssicherung und Vertrauensschutz: Die physische Umarbeitung der Prägestempel von CONOR zu CONOB war eine strategische Maßnahme zur Imagepflege des Solidus als „Dollar der Spätantike“. Nach Abschluss einer Sonderemission durften diese Stempel nicht unverändert auf dem Binnenmarkt der Hauptstadt eingesetzt werden, um Irritationen oder Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung zu vermeiden. Die Korrektur schützte das Vertrauen in die Stabilität der Währung.
• Zentralisierte Produktion und Werkstatt-Einsatz: Aus ökonomischen Gründen wurden die arbeitsintensiv und teuer herzustellenden Bronzestempel nicht verworfen, sondern von den spezialisierten Stempelschneidern in Konstantinopel mechanisch angepasst. Da die offiziellen CONOR-Münzen die Werkstattbuchstaben A, B, Γ, Δ, Є, Z und Θ (1., 2., 3., 4., 5., 7. und 9. Offizin) tragen, ist bewiesen, dass es sich um einen zentral koordinierten Großauftrag über fast das gesamte Spektrum des kaiserlichen Münzamtes handelte.
• Gezielte Sonderemission statt Stempelfehler: Die CONOR-Beschriftung war keine bloße Panne, sondern eine gezielt gesteuerte Großemission der Hauptmünzstätte in Konstantinopel. Sie diente primär dem Zahlungsverkehr mit dem Westen (Italien und den Germanenreichen). Dies erklärt die hohe Stückzahl unter Zeno (ca. 10 %) sowie das frühere Auftauchen unter Basiliscus, der für die Bezahlung von Truppen und föderierten Verbündeten im Westen dringend Gold benötigte.
• Währungssicherung und Vertrauensschutz: Die physische Umarbeitung der Prägestempel von CONOR zu CONOB war eine strategische Maßnahme zur Imagepflege des Solidus als „Dollar der Spätantike“. Nach Abschluss einer Sonderemission durften diese Stempel nicht unverändert auf dem Binnenmarkt der Hauptstadt eingesetzt werden, um Irritationen oder Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung zu vermeiden. Die Korrektur schützte das Vertrauen in die Stabilität der Währung.
• Zentralisierte Produktion und Werkstatt-Einsatz: Aus ökonomischen Gründen wurden die arbeitsintensiv und teuer herzustellenden Bronzestempel nicht verworfen, sondern von den spezialisierten Stempelschneidern in Konstantinopel mechanisch angepasst. Da die offiziellen CONOR-Münzen die Werkstattbuchstaben A, B, Γ, Δ, Є, Z und Θ (1., 2., 3., 4., 5., 7. und 9. Offizin) tragen, ist bewiesen, dass es sich um einen zentral koordinierten Großauftrag über fast das gesamte Spektrum des kaiserlichen Münzamtes handelte.
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
• CON: Steht für die kaiserliche Münzstätte in Constantinopel (heutiges Istanbul).
OB: Steht für Obryzum (lateinisch für „raffiniertes/reines Gold“)
COMOB (Comitatus Obryzum): Steht für das kaiserliche Gefolge (Comitatus).
CONOR (Seltene Variante)
Ich denke es könnte für die kaiserliche Münzstätte in Constantinopel und Ordo / Ordinatio stehen: OrdoBezieht sich auf die geordnete Zuweisung oder Auszahlung von kaiserlichen Geldern
OB: Steht für Obryzum (lateinisch für „raffiniertes/reines Gold“)
COMOB (Comitatus Obryzum): Steht für das kaiserliche Gefolge (Comitatus).
CONOR (Seltene Variante)
Ich denke es könnte für die kaiserliche Münzstätte in Constantinopel und Ordo / Ordinatio stehen: OrdoBezieht sich auf die geordnete Zuweisung oder Auszahlung von kaiserlichen Geldern
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Die CONOR-Prägung als geopolitisches Steuerungsinstrument der Spätantike
1. Problemstellung
Die seltene spätrömische Münzmarke CONOR (5. Jahrhundert, v. a. unter Kaiser Zeno) wird in der Numismatik traditionell als bloßer Gravurfehler des Standardkürzels CONOB (Constantinopolis Obryzum) interpretiert. Diese rein technische Erklärung greift jedoch zu kurz, da die Variante zwar sehr selten aber in zu hoher Stückzahl auftritt.
2. Die Kernhypothese
Das R in CONOR ist kein Versehen, sondern eine bewusste administrative Kennzeichnung. Es steht für Ordo / Ordinatio (kaiserliche Sonderzuweisung). Die Abwandlung des Buchstabens B zu einem R fungierte als kryptische Kontrollmarke für zweckgebundene Goldtranchen, die für den Export in den abtrünnigen Westen (insbesondere als Tribut- und Soldzahlungen an die Ostgoten) bestimmt waren.
3. Argumentationskette und Begründung
• Interne Budgetkontrolle (Ordinatio): Die gigantischen Goldabflüsse an germanische Foederaten erforderten eine strikte interne Überwachung durch die kaiserliche Münzstätte. Die Kennzeichnung erlaubte ein präzises Tracking dieser spezifischen Export-Tranchen.
• Innenpolitische Geheimhaltung: Um Aufstände der oströmischen Bevölkerung zu verhindern, die unter einer enormen Steuerlast litt, mussten die massiven Subventionen an die „Barbaren“ im Westen politisch verschleiert werden. Das Zweck-Gold durfte im regulären Geldkreislauf des Ostens keine Unruhe stiften.
• Währungpsychologische Tarnung im Grenzgebiet: Da das Vertrauen in die Währung an das gewohnte Münzbild gekoppelt war, durfte die Markierung optisch kaum auffallen. Die minimale visuelle Modifikation von B zu R sicherte die Akzeptanz der Münze im Grenzgebiet („wirkt wie immer“), während sie für die kaiserliche Bürokratie als klare Markierung lesbar blieb.
4. Fazit
Meine Theorie löst für mich das numismatische Rätsel der CONOR-Prägung durch eine interdisziplinäre Verknüpfung von Verwaltungsgeschichte, Geopolitik und Geldpsychologie. Sie zeigt, dass spätrömische Münzbilder als Werkzeuge der verdeckten Außenpolitik genutzt wurden.
1. Problemstellung
Die seltene spätrömische Münzmarke CONOR (5. Jahrhundert, v. a. unter Kaiser Zeno) wird in der Numismatik traditionell als bloßer Gravurfehler des Standardkürzels CONOB (Constantinopolis Obryzum) interpretiert. Diese rein technische Erklärung greift jedoch zu kurz, da die Variante zwar sehr selten aber in zu hoher Stückzahl auftritt.
2. Die Kernhypothese
Das R in CONOR ist kein Versehen, sondern eine bewusste administrative Kennzeichnung. Es steht für Ordo / Ordinatio (kaiserliche Sonderzuweisung). Die Abwandlung des Buchstabens B zu einem R fungierte als kryptische Kontrollmarke für zweckgebundene Goldtranchen, die für den Export in den abtrünnigen Westen (insbesondere als Tribut- und Soldzahlungen an die Ostgoten) bestimmt waren.
3. Argumentationskette und Begründung
• Interne Budgetkontrolle (Ordinatio): Die gigantischen Goldabflüsse an germanische Foederaten erforderten eine strikte interne Überwachung durch die kaiserliche Münzstätte. Die Kennzeichnung erlaubte ein präzises Tracking dieser spezifischen Export-Tranchen.
• Innenpolitische Geheimhaltung: Um Aufstände der oströmischen Bevölkerung zu verhindern, die unter einer enormen Steuerlast litt, mussten die massiven Subventionen an die „Barbaren“ im Westen politisch verschleiert werden. Das Zweck-Gold durfte im regulären Geldkreislauf des Ostens keine Unruhe stiften.
• Währungpsychologische Tarnung im Grenzgebiet: Da das Vertrauen in die Währung an das gewohnte Münzbild gekoppelt war, durfte die Markierung optisch kaum auffallen. Die minimale visuelle Modifikation von B zu R sicherte die Akzeptanz der Münze im Grenzgebiet („wirkt wie immer“), während sie für die kaiserliche Bürokratie als klare Markierung lesbar blieb.
4. Fazit
Meine Theorie löst für mich das numismatische Rätsel der CONOR-Prägung durch eine interdisziplinäre Verknüpfung von Verwaltungsgeschichte, Geopolitik und Geldpsychologie. Sie zeigt, dass spätrömische Münzbilder als Werkzeuge der verdeckten Außenpolitik genutzt wurden.
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Suardone
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Wenn es nur um eine unauffällige Markierung ging, bräuchte OR gar keine Bedeutung zu haben. Es sollte dann nur auf den ersten Blick wie OB aussehen. Allerdings muß ich sagen, daß eine Manipulation ausgerechnet am OB, welches das Reinheitsversprechen enthält, auf mich alarmierend wirken würde.
Auf Anhieb würde ich vermuten, daß man den Barbaren Gold von minimal geringerer - was sie technisch nicht nachvollziehen konnten - Feinheit aufgebunden hat und dabei aber nicht das OB-Versprechen an die Verkehrskreise verletzen wollte.
Aber Erkenntnisse einer geringeren Feinheit gibt es wohl nicht, oder doch? Bereits nur 98% oder 97% bei sonst 99% Gold wäre ein Grund. Eine unauffällige Markierung zur Aufdeckung von Geldflüssen wäre ebenfalls sehr gut verständlich, aber warum um Gottes Namens ausgerechnet am Reinheitsversprechen OB? Dazu hätte man einen bliebigen sonstigen Buchstaben irgendwo auf der Münze abändern können.
Auf Anhieb würde ich vermuten, daß man den Barbaren Gold von minimal geringerer - was sie technisch nicht nachvollziehen konnten - Feinheit aufgebunden hat und dabei aber nicht das OB-Versprechen an die Verkehrskreise verletzen wollte.
Aber Erkenntnisse einer geringeren Feinheit gibt es wohl nicht, oder doch? Bereits nur 98% oder 97% bei sonst 99% Gold wäre ein Grund. Eine unauffällige Markierung zur Aufdeckung von Geldflüssen wäre ebenfalls sehr gut verständlich, aber warum um Gottes Namens ausgerechnet am Reinheitsversprechen OB? Dazu hätte man einen bliebigen sonstigen Buchstaben irgendwo auf der Münze abändern können.
- Lucius Aelius
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Hier gings um das gleiche Thema:
https://share.google/yLtLKWYOljWA2bitT
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Gruss
Lucius Aelius
Lucius Aelius
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Leider veraltet der Beitrag.Lucius Aelius hat geschrieben: ↑Mi 08.07.26 05:25Hier gings um das gleiche Thema:
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- Kesezwerg
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Re: CONOR und CONOB auf Solidus Münzen
Weiteres wissenswertes über die Offizielle sehr seltene CONOR Variante
Es gibt weltweit geschätzt noch etwa 5.000 bis 10.000 erhaltene Exemplare des Gold-Solidus von Kaiser Zeno, die sich auf Museen, Auktionshäuser und Privatsammlungen verteilen. Die damalige Massenproduktion der Münze in Konstantinopel lief unter Zeno auf Hochtouren, auch um Tribute an germanische Stämme und das Militär zu zahlen.
Schaut man sich die heute existierenden Zeno-Münzen in Auktionen an, stellt man fest, dass ein erheblicher Teil davon (schätzungsweise 15–20 % aller erhaltenen Stücke) diese sogenannten pseudo-imperialen Prägungen sind. Sie sind der direkte physische Beweis für den massiven Abfluss des Goldes.
Direkte deutliche stempelreine CONOR Münzen sind sehr viel seltener und schwer zu finden.
Es wird davon ausgegangen das bis heute nur ca. etwa 300 bis 800 Exemplare überlebt haben.
Achtung ich schreibe immer über originale kaiserliche Solidi unter Zeno die fast immer zwischen 4,40 und 4,50 Gramm wogen. Nicht über die pseudo-imperialen (germanischen) Prägungen die meist nur 3,90 bis 4,25 Gramm wiegen.
Es gibt weltweit geschätzt noch etwa 5.000 bis 10.000 erhaltene Exemplare des Gold-Solidus von Kaiser Zeno, die sich auf Museen, Auktionshäuser und Privatsammlungen verteilen. Die damalige Massenproduktion der Münze in Konstantinopel lief unter Zeno auf Hochtouren, auch um Tribute an germanische Stämme und das Militär zu zahlen.
Schaut man sich die heute existierenden Zeno-Münzen in Auktionen an, stellt man fest, dass ein erheblicher Teil davon (schätzungsweise 15–20 % aller erhaltenen Stücke) diese sogenannten pseudo-imperialen Prägungen sind. Sie sind der direkte physische Beweis für den massiven Abfluss des Goldes.
Direkte deutliche stempelreine CONOR Münzen sind sehr viel seltener und schwer zu finden.
Es wird davon ausgegangen das bis heute nur ca. etwa 300 bis 800 Exemplare überlebt haben.
Achtung ich schreibe immer über originale kaiserliche Solidi unter Zeno die fast immer zwischen 4,40 und 4,50 Gramm wogen. Nicht über die pseudo-imperialen (germanischen) Prägungen die meist nur 3,90 bis 4,25 Gramm wiegen.
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