Gipsabgüsse von Medallien

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Moderator: Lutz12

andrebryx
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Gipsabgüsse von Medallien

Beitrag von andrebryx » Mi 14.08.02 12:49

Ich weiss zwar nicht ob es hier überhaupt reinpasst, aber Ich hab da noch was seltsames in meinem Schrank: Gipsmünzen(!?), die wohl aus der Zeit um 1900 stammen (sollen). Reproduktionen kirchlicher Medallien, jeweils 1-seitig, mit Goldpapier eingefasst. Anscheinend für "arme Kirchengemeinden" angefertigt. Eine Bestimmung bezüglich Herkunft und Wert konnt mir noch keiner machen und die Experten verlangen gleich ´ne Mords-Gage.

Kennt sich jemand hier mit so was aus oder interessiert sich dafür ?

Gruß! Andre

mfr
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Beitrag von mfr » Mi 14.08.02 12:55

Hallo,
hab da auch keine Ahnung von.
Aber mach doch mal einen Scan/Foto und stell es hier ein, am besten im Medaillen-Forum.

andrebryx
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Beitrag von andrebryx » Do 15.08.02 08:10

Hups .. das Forum hatte ich übersehen. :oops:
Kannst Du den Beitrag hier mal dorthin verschieben? Scan kann ich heute Abend beitragen. Danke!!

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Andreas
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Beitrag von Andreas » Do 15.08.02 08:42

Auch für diese Gipsabgüsse der Jahrhundertwende gibt es Sammler! Ich glaube diese Stücke werden sogar recht gut gehandelt. Leider habe ich mich noch nicht näher damit befasst, daher kann ich keine weiteren Auskünfte geben.
Gruß
Andreas

andrebryx
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Beitrag von andrebryx » Do 15.08.02 18:38

Sooo, hier ein Bild der Gips-Medallien!

Sie sind im Kaufzustand, ungereinigt und unbefummelt.
Laut Verkäufer handelte es sich um eine riesige Sammlung aus einem Erbe, das er in vielen kleinen Häppchen weiterverkauft hat.

Dummerweise ist die Sammlung dadurch komplett auseinandergerissen worden, weitere Teile der Sammlung konnte ich nicht mehr bekommen.
Vorder- und Rückseiten waren jeweils getrennt. Teilweise sind die
Abgüsse auf der Rückseite oder am Seitenrand handschriftlich
nummeriert.

Normalerweise sammle ich (auch) Scheine, aber die hier sahen so
Interessant aus, das ich ´se einfach mal nehmen musste. :D


Interessant wäre, etwas mehr über diese Teile herauszubekommen.
Auch wenn jemand Interesse an den Dingern hat .. einfach melden!


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mumde
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Beitrag von mumde » Fr 16.08.02 20:05

Das mit den "armen Kirchengemeinden" verstehe ich nicht. In der untersten Reihe die 2. und die 4. z. B. sind doch Medaillen auf die französischen Siege in den beiden Schlachten von Réthel bzw. Seneffe. Auf der Vorderseite der Originale ist jeweils Ludwig XIV. zu sehen. Was haben arme Kirchengemeinden damit zu tun? Gruß mumde
Gruß mumde

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Beitrag von andrebryx » Fr 16.08.02 22:13

Ich kann auch nur weitergeben, was mir mal ein Münzfachmann beiläufig erklärt hat: Das Medaillien mit kirchlichen Motiven meistens für "normale" Kirchengemeinden als Gipsabdruck hergestellt wurden. Das bezog sich auf meine Äusserung, das auf einigen Medaillien Päpste drauf sind. Er hatte die Dinger nie gesehen - halt eine Vermutung.

Ich kenne mich mit Münzen & Medallien nur so weit aus, das ich weis, was ich für´s Brötchen aus der Brieftasche pellen muss :D und Latein kann ich leider auch nicht ... :oops:

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mumde
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Beitrag von mumde » Sa 17.08.02 14:15

Im 19. Jh. wurde die Fotografie ja erst erfunden, und dann dauerte es noch eine Weile, bis man von Münzen bzw. Medaillen brauchbare Fotos herstellen konnte. Auch die Fototafeln für Bücher und Auktionskataloge aus der 1. Hälfte des 20. Jh. wurden oft nicht nach Fotos von den Original-Münzen gedruckt, sondern es wurden Gipsabgüsse hergestellt, die sich wegen ihrer gleichmäßigen Farbe leichter fotografieren ließen. Wenn nun jemand, sagen wir mal vor 120 Jahren, eine bestimmte Serie studieren wollte, besorgte er sich keine Fotos, sondern Gipsabgüsse der Münzen oder Medaillen, die ihn interessierten. Die Gipse haben ja die Originalgröße, sind dreidimensional, zeigen alle Details ganz korrekt und scharf und sind deshalb für wissenschaftliche Arbeit ideal. Die alten Münzkabinette mit systematischen Sammlungen haben noch viele Gipse. Daher sind mir Sammlungen von Gipsabgüssen bekannt. Mionnet, der einen Katalog griechischer und römischer Münzen schrieb, soll eine Sammlung von 20.000 Schwefelabgüssen besessen haben; er benutzte also Schwefel statt Gips. Heute sind die Fotografien so gut und einfach zu handhaben, daß man keine Gipse oder Schwefelabgüsse mehr herstellt, aber wo man heute eine Fotokartei zusammenstellt, hätte man früher eben eine Gipssammlung zusammengestellt. Gruß mumde
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