Medaillen & Co

Diskussionen rund um Medaillen, Medailleure, Jetons, Rechenpfennige

Moderator: Lutz12

Medaillen & Co

Beitragvon tournois » Mo 20.02.06 11:47

http://www.bankenverband.de/channel/111 ... index.html

14. Februar 2006 - Olympische Winterspiele, Mozart-Jahr und die Fußballweltmeisterschaft 2006 – Anlässe zuhauf, neu geprägte Medaillen an den Mann oder die Frau zu bringen. Sie werden in verlockenden Angeboten angepriesen als „offizielle Gedenkprägungen“, „streng limitiert“, „höchste Prägequalität“, „aus reinstem Silber“ und so weiter.

Im Gegensatz zu Münzen sind Medaillen jedoch keine vom Staat ausgegebenen gesetzlichen Zahlungsmittel. Jedermann kann Medaillen herstellen. Einen funktionierenden Markt, auf dem An- und Verkauf weitgehend garantiert sind, gibt es für die meisten Medaillen nicht. Ein Erwerb kann daher nur unter dem Gesichtspunkt der Liebhaberei gesehen werden. Vorsicht ist vor allem geboten, wenn zwischen Preis und Metallwert eine große Lücke klafft. Denn soll das Sammlerstück einmal veräußert werden, bleibt dem Verkäufer oft nur der Materialwert abzüglich der Einschmelzkosten.

Medaillen haben also auch im übertragenen Sinne zwei Seiten: Sie sind oft schön anzuschauen, als Geldanlage jedoch ungeeignet.


Danke @Karsten!


Es sei noch angemerkt, dass es neben der modernen Massenware eine Vielzahl von künstlerisch anspruchsvollen und hochwertigen Medaillen und Kunstmedaillen gibt.

Wer sich diesbezüglich informieren möchte, dem sei ein Besuch auf folgender Seite empfohlen:

Homepage über Kunstmedaillen
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Beitragvon Lutz12 » Fr 15.09.06 13:22

Wenngleich der Ruf der (zumeist modernen) Medaillen nicht vom Besten ist, so ist die Medaille oft auch in besonderer Weise ein Kunstgenuss. Ich möchte hier mal ein Vorwort zu einer Ausstellung Kroatischer Medaillen im Jahr 1981 in der DDR zitieren (Quelle: "Kroatische Medaillen und Kleinplastik 1906 - 1979" Ausstellungskatalog der Ausstellung September bis Oktober 1981).

Vorwort von Werner Klemke:

Es hat zu allen Zeiten Menschen gegeben, die eine besondere Liebe zu den Medaillen und den kleinen Plastiken gehabt haben, zu dieser intimen und ganz besonders kostbaren und feinen Art der Bildhauerei.
Und es waren immer Menschen mit gutem Geschmack.
Aber wie zur Betrachtung von Handzeichnungen oder der Graphik, gehört auch zur Beschäftigung mit diesen Dingen ein Sinn für das Zarte, Unaufdringliche, Stille.
Die große, offizielle Plastik gehört in die Öffentlichkeit - sie gehört allen. Diese kleinen Kunstwerke sollte man eigentlich zu Hause haben. Man sollte mit ihnen leben, man sollte sie begrüßen können wie alte, liebe, vertraute Bekannte, wenn man von der Arbeit nach Haus kommt nervös und abgehetzt....

Ich denke diese Worte werden vielen Medaillen eher gerecht als so manches Vorurteil.
Also, allen Kunstfreunden viel Spass und Genuss mit ihren Kostbarkeiten fern ab von Wertdiskussionen...
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Relativierung der Warnmeldung zu Medaillen

Beitragvon research » Fr 02.02.07 12:50

Liebe Freunde des Geprägten,

die Meldung des Bankenverbandes zu Medaillen ist wahrscheinlich von einem Bankenexperten verfasst worden, der nur die von Banken verkauften modernen Medaillen kennt.
Der Markt für diese "Metallverformungen zum Schaden des Sammlers" ist selbstverständlich sehr begrenzt, das kann man täglich in eBay sehen.

Kunstmedaillen und historisch relevante Medaillen haben sehr wohl ihren Markt. Das zeigt auch das Ergebnis der letzten Künker Auktion 119-120.
Näheres dazu und zur Generalsmedaille unter:

http://www.numismatikforum.de/ftopic7070-15.html

Mit bestem Gruß
RESEARCH
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Re: Medaillen & Co

Beitragvon schulz » Sa 12.06.10 18:38

Besonders hier liegt wohl der Wert des Gegenstandes "im Auge des Betrachters". Im Numismatischen Nachrichten Blatt 4/2010 ist die Ausstellung "Wir sind ein Volk" (Mauerfall und Einheit Deutschlands im Spiegel der Medaillenkunst) beschrieben. Diese Medaillen waren sehr interessant, weil hier ein Ereignis künstlerisch dokumentiert wird, aus verschedenen Sichtweisen. In der Regel kaufe ich eine Medaille, weil sie einen gedanklichen/zeitlichen Bezug zu mir hat oder ich zu ihr. So zB. die Medaille zum jährlichen Altstadtfest in Speyer, welche die NG Speyer an ihrem Stand prägt und wo ich in meinem eRollstuhl zusehe.
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